Steinway Spirio

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    • Steinway Spirio

      Steinway hat das Selbstspielsystem "Spirio" vorgestellt, vorerst für die beiden Flügel-Modelle O-180 und B-211. Man kann sowohl sein eigenes Spiel aufnehmen und wiedergeben als auch Einspielungen diverser Pianisten anhören. Gesteuert wird das ganze - natürlich - über eine Ipad-App. Im Angebot sind dabei nicht nur lebende Pianisten, sondern es wurden auch Aufnahmen von Glenn Gould, Emil Gilels usw. für das neue System übertragen.

      Ich kenne Selbstspielsysteme von Bösendorfer, habe sie auch schon einmal ausprobiert. Ich fand sie beim Einstudieren von Werken sehr gut, weil man sich selbst noch einmal mit Abstand hören kann. Nur: Da habe ich natürlich denselben Flügel gehört, auf dem ich zuvor gespielt hatte. Ein Selbsspielystem kann (bisher zumindest) ja immer nur die mechanischen Bewegungen von Tasten bzw. Hammerköpfen und Dämpfern in feinsten Nuancen reproduzieren, nicht aber die Interaktion zwischen Instrument (bzw. Saal) und Musiker, die ja erst zu diesen Nuancen führt. Wenn man also Einspielungen von Yuja Wang oder Emil Gilels auf den eigenen Flügel ins Wohnzimmer holt, ist das eben doch nicht mehr Wang / Gilels, denn die hätten auf einem anderen Flügel und in einer anderen Akustik auch anders gespielt. Das gilt wohl erst recht, wenn Einspielungen von einem großen Konzertflügel (bei Steinway 274 cm lang) auf einem O (180 cm) abgehört werden. Insofern bin ich skeptisch, was den Wert solcher Systeme für Musikhörer angeht, finde sie aber wie gesagt für Pianisten zur Selbstkontrolle sehr sinnvoll.

      Christian
      Wer jemals den Pianisten Frantisek Hrdla gehört hat, wird diesen ungeheuren Eindruck niemals vergessen (selbst wenn er es versucht).
      Wolfgang Hildesheimer
    • ChKöhn schrieb:

      Wenn man also Einspielungen von Yuja Wang oder Emil Gilels auf den eigenen Flügel ins Wohnzimmer holt, ist das eben doch nicht mehr Wang / Gilels, denn die hätten auf einem anderen Flügel und in einer anderen Akustik auch anders gespielt

      Aber die Nachbarn könnte ich damit sicher sehr beeindrucken. Muss nur aufpassen, daß keiner zum Fenster reinschaut. :D

      Wahrscheinlich klingen die Aufnahmen von Wang / Gilels dann auf dem echten Flügel besser, als auf der heimischen Anlage - aber dafür muß man ja auch ganz schön tief in die Tasche greifen. Steinway hält sich mit Preisangaben ja vornehm zurück, aber der World's Luxury Guide for Perfect Lifestyle veranschlagt schlappe 74.000 englische Pfund (Preis Spirio). Und den Flügel müsste ich auch noch dazu kaufen. Da gehe ich dann lieber in ein paar Konzerte in der Elbphilharmonie oder Salzburg, oder Luzern, oder München oder so 8)

      (meine pianistischen Fähigkeiten könnten von Selbstkontrolle auf diesem Niveau auch nicht wirklich profitieren)

      Viele Grüße,
      Melanie
      With music I know happiness (Kurtág)
    • audiamus schrieb:

      Da ist doch der Flügel schon mit dran?
      Doch, der ist da sicher mit drin. Ein "normaler" O-Flügel kostet regulär so um die 83000 Euro (der B knapp 100000), also hätte man rund 17000 Euro Aufpreis für das Spirio-System. Ich kann mich aber auch mal erkundigen, ob wir bei einer Capriccio-Sammelbestellung Sonderpreise kriegen :D .

      Christian
      Wer jemals den Pianisten Frantisek Hrdla gehört hat, wird diesen ungeheuren Eindruck niemals vergessen (selbst wenn er es versucht).
      Wolfgang Hildesheimer
    • Felix Meritis schrieb:

      Eine Mittelstandsfamilie von heutzutage hat doch ohnehin 2 Steinways. Muss ja auch sein, wenn Mann und Frau berufstätig sind.
      Ähm, räusper, ja, es soll Leute geben, die zu Hause zwei Steinways stehen haben :schaem1: .

      Chistian
      Wer jemals den Pianisten Frantisek Hrdla gehört hat, wird diesen ungeheuren Eindruck niemals vergessen (selbst wenn er es versucht).
      Wolfgang Hildesheimer
    • ChKöhn schrieb:

      es soll Leute geben, die zu Hause zwei Steinways stehen haben
      ist das sowas wie 2 Zahnbürsten haben ?

      ( mich-nichtmal-mit-1-Steinway-auskennend :versteck1: )
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • zabki schrieb:

      ist das sowas wie 2 Zahnbürsten haben ?
      Nee, Zähneputzen geht ja so schnell, das könnte man zur Not auch nacheinander mit einer Bürste. Klavierspielen dauert dafür einfach zu lang. Und das ist sogar nur einer der Nachteile dieser Tätigkeit...

      zabki schrieb:

      ( mich-nichtmal-mit-1-Steinway-auskennend )
      Aber hoffentlich mit Zahnbürsten.

      Christian
      Wer jemals den Pianisten Frantisek Hrdla gehört hat, wird diesen ungeheuren Eindruck niemals vergessen (selbst wenn er es versucht).
      Wolfgang Hildesheimer
    • ChKöhn schrieb:

      Nee, Zähneputzen geht ja so schnell, das könnte man zur Not auch nacheinander mit einer Bürste. Klavierspielen dauert dafür einfach zu lang. Und das ist sogar nur einer der Nachteile dieser Tätigkeit...
      Im Sinne einer effizienzoptimierten Nutzung der vorhandenen Betriebsmittel wäre zu überlegen, wie man die Stillstandszeiten der Ressource "Steinway" minimiert.

      Wenn wir davon ausgehen, dass niemand mehr als 12 Stunden pro Tag sinnvoll üben kann, kann man einen vorhandenen Steinway zeitlich aufteilen. Etwa 0 bis 12 Uhr: Mann, 12 bis 24 Uhr: Frau.

      Aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit sind "Mann" und "Frau" im obigen Beispiel durch die entsprechenden tatsächlich vorhandenen Geschlechter bzw. Geschlechtsrollen zu ersetzen. Es spricht nichts dagegen, wenn sich bspw. zwei Männer die Steinway teilen.

      Gruß
      MB

      :wink:
      " ... weil es nicht um mein Ego, sondern um die Musik geht ... " (Zitat arundo donax)
    • :wink:

      Zum Thema, ich habe mich an eine Sendung erinnert, in der Olivier Latry "sein" Instrument vorstellt: arte.tv/guide/de/057383-000-A/…l-von-notre-dame-de-paris . Die Orgel von Notre Dame de Paris hat auch die Nachspielfunktion und wird vom Musiker sehr geschätzt, da die Wirkung der Orgel im großen Raum vom Spieltisch natürlich schwer zu beurteilen ist.
      Zurück zur Alberei, wer möchte sich jetzt deshalb diese Orgel zu Hause installieren lassen?

      Gruß, Frank
    • Ich habe das Ding mal live in Singapur gesehen. Es klingt schon ziemlich gut und besitzt tolle dynamische Abstufungen. Nur wenn ich schon so viel Geld für ein Steinway ausgeben würde, dann möchte ich es auch selber spielen und brauche keine Elektronik, die das für mich übernimmt. Und gute Aufnahmen gibt es meiner Meinung nach auch von den programmierten Stücken - also lieber Geld sparen und in einen mechanischen Steinway investieren. Es sei denn, man hat dieses Spielgeld mal so eben in der Portokasse :D :D