Jeden Tag ein Streichquartett

    • Einen Schwachpunkt hat das Buch : die -eigentlich sehr überschaubare -Diskographie . Weder taucht die frühe ('65?)Polskie Nagrania Muza LP mit Webern op.5, Penderecki (Quartett No.1) und Lutoslawski auf (meine LP ist die XL 0282 Ausgabe), noch die sehr wohl erhältliche Centaur CD mit dem vom LaSalle Quartett in Auftrag gegebenen Streichquartett No.1 von Gerhard Samuel ( bekannt als Dirigent der Rott Sinfonie ). Die Hänssler-CD kam allerdings erst nach Erscheinen des Buches auf den Markt . Aber das stört wohl nur mich und rührt nicht an der Qualität des sonstigen Inhalts .




      Hier teuer, in den Staaten unter 20 Dollar .

      Ansonsten hier die wohl Erstaufnahme des Quartetts op.16 von Alberic Magnard mit dem Artis Quartett aus dem Februar 1986 . (Gibt es in einer späteren Ausgabe mit der Sonate für Cello gekoppelt, was die arg knappe Spieldauer der CD (38:30) entsprechend verlängert . (Das Quatuor Ysaye hat eine etwas andere Sicht, und somit ist der Erwerb beider Einspielungen durchaus sinnvoll und vergnüglich ). Auch hier gilt : im Ausland wesentlich günstiger .

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
    • John Pickard
      Streichquartett Nr. 3
      Sorrel Quartet

      Das gefällt mir, was der Pickard da so fürs Streichquartett komponiert, typische Postmoderne, aber gut.




      Streichquartett Nr. 4

      Darf ein Streichquartett witzig sein, das 4. von Pickard ist es jedenfalls. Vor allem der 2. Satz ist eine ziemlich schräge Parodie auf frühere Konzertformen. Der letzte Satz beginnt wie ein später von Beethoven und mündet in eine wilde bartokmäßige Jagd. Das Sorrel Quartett hat offenkundig Spaß an der Sache. Überhaupt das Sorrel Quartett. Kannte ich bisher nur dem Namen nach. Spielen hervorragend die vier Damen. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es letztes Jahr im Sommer bei Chandos die Schostakowitsch Quartette günstig. Habe ich leider verstreichen lassen, Mein Verlust.

      Leider gibt es das Quartett seit ca. 10 Jahren nicht mehr. Die Primaria und die Violistin sind aber weiterhin als Künstlerinnen sichtbar unterwegs. Von Sarah-Jane Bradley habe ich auch noch weitere CDs.
    • Das Hungarian Quartet hat zwei Gesamtaufnahmen der Beethoven-Quartette vorgelegt . 1953 wurde in Paris der Mono-Zyklus aufgenommen , 1965/66 erfolgten ebendort die Stereo-Aufnahmen . Ich hatte schon früh den letzteren Zyklus auf LP und zog ihn der älteren Aufnahme vor, aber so ganz überzeugte er mich nicht . Die Besetzung hatte sich zwischen den Einspielungen auf zwei Positionen verändert .Und dann erschien eine Box auf M & A , darin enthalten Live-Aufnahmen der Quartette No.9 & No.14 vom Festival in Menton 1961 . Die Besetzung ist die letzte Formation, die auch die Stereo-GA einspielte . Aber welch ein Unterschied ! Ist es der Live-Situation geschuldet, oder waren alle einfach jünger oder noch frischer im Miteinander ? Die was-wäre-wenn-Fantasie eines Zyklus, aufgenommen 1961, wird rasch verdrängt. Diese beiden Quartette sind für mich der Beethoven des Hungarian Quartets , die Quintessenz . (Gibt es auch als einzelne CD von Forgotten Records; zu den beiden GAs äußert sich Tully Potter in seinen Anmerkungen zu den Beethoven Quartetten auf Tonträgern, 'The Beethoven Project', auf die ich bereits mehrfach hinwies ) . Fördert Regen die Konzentration ? Fast will es mir so scheinen .

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
    • Ich höre dieser Tage einmal mehr die "Sonnen"-Quartette op. 20/1-6 von Joseph Haydn mit dem Hagen Quartett durch, jeweils anschließend aber erstmals auch die Aufnahme mit dem Quatuor Mosaïques (Naïve). Finde es schon hochinteressant, wie unterschiedlich die Formationen an Werke herangehen. Das Quatuor Mosaïques (mit Mitgliedern des Concentus Musicus) orientiert sich ganz an Nikolaus Harnoncourts "Musik als Klangrede". Die Aufnahmen sind dunkler, ungleich beredter, fordernder als die des lichteren, frischen Hagen Quartetts. Zudem wiederholen sie auch Durchführungen und Reprisen. Spannend, wie ein- und dasselbe Werk ganz anders daherkommen kann. Ich habe eine 10 CD Box mit den Haydn Quartetten, die aber offenbar derzeit im deutschsprachigen Raum nicht als Neuware angeboten wird. Man findet allerdings diese Ausgabe:

      Herzliche Grüße
      AlexanderK


    • Bei mir auch Haydn. Gestern noch Joseph Haydns op.20/3 g-Moll, das 3. "Sonnenquartett", zunächst die SRF2 Diskothek vom 29.5.2017 mit dem "Sieger" Doric String Quartet (am Ende der Sendung komplett zu hören gewesen), dann von CD das Hagen Quartett und das Quatuor Mosaïques - letzteres stand in der Diskothek nicht zur Auswahl, ist mir aber sofort ganz besonders zu Herzen gegangen. Erzählerischer als das Hagen Quartett, Musik auf dem Weg zu Schubert, auch vom "Dialekt" her so wie ich es höre sehr österreichisch gespielt. Für mich eine sehr schöne Entdeckung, diese Aufnahme. Das Doric String Quartet ist aber auch ganz großartig unterwegs. In der Diskothek wurde deren differenzierte Interpretation am Beispiel einiger Details sehr genau aufgeschlüsselt.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Neu

      Gerade habe ich das 14. Streichquartett von Schostakowitsch im Rahmen einer wundervollen Einspielung vom Borodin Quartett gehört. Leider finde ich auf den Seiten der Vertragspartner die Abbildung nicht mehr und kann sie somit nicht hier abbilden. Kann es sein, dass diese maßgebende, wunderbare Einspielung nicht mehr erhältlich ist? Ich wage es kaum zu glauben und hoffe darauf, dass ich, da ich mit Internetsachen nicht so gut drauf bin, das Vorhandene einfach nicht finde...

      Uwe
    • Neu

      Hallo Uwe, Kann es diese sein?

      <>

      Oder diese?

      <>

      Trotzdem, die Auswahl scheint mal größer gewesen zu sein. Vielleicht spuckt Discoags noch etwas aus?
      Grüße, Kermit :wink:
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Neu

      Hallo Kermit,

      das ist wohl tatsächlich so, danke sehr für die schnelle Reaktion; da das Borodin Quartett das 14. nur einmal eingespielt hat, wird es wohl auf dieser CD zu finden sein.

      Ich habe eine Box mit den kompletten 15 Streichquartetten vom Borodin Quartett und hatte das Gefühl, dass diese wichtige Gesamteinspielung nicht mehr so ohne weiters erhältlich ist.

      Uwe
    • Neu

      Du meinst die Aufnahme aus der 15-er Melodiya-Box? Finde ich auch nicht mehr. BTW, kennt eigentlich jemand Einspielungen des Borodin-Q in ganz neuer Besetzung? Ich bin da ja skeptisch...


      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • Neu

      maticus schrieb:

      Du meinst die Aufnahme aus der 15-er Melodiya-Box? Finde ich auch nicht mehr. BTW, kennt eigentlich jemand Einspielungen des Borodin-Q in ganz neuer Besetzung? Ich bin da ja skeptisch...


      maticus

      Ich schrieb vor zwei Jahren in einem anderen Forum:

      Der neue Borodin-Quartett-Zyklus

      Das Borodin Quartett ist auch im 70. Jahr seines Bestehens ein fabelhaftes Streichquartett, auch wenn in der derzeitigen Formation naturgemäß kein Gründungsmitglied mehr mitspielt. Und so weckt die Ankündigung einer neuen GA der 15 Streichquartette von DSCH bei Decca natürlich hohe Erwartungen. Bereits zweimal hat das Borodin Quartett diese Stücke eingespielt und nicht wenige Schostakowitsch-Verehrer halten ihre erste noch unter bedrückenden Sowjetzeiten entstandene, wie auch die durchs Beethoven Quartett (teils noch in mono), die die meisten UA zu verantworten hatten, für die eindringlichsten.



      Die erste Folge der neuen GA enthält die Werke 1, 8 und 14. 1 und 8 habe ich gerade gehört. Und kann sagen, dass die hohen Erwartungen erfüllt werden. Das ist absolut perfektes Quartettspiel auf technisch höchstem Niveau und der transparente auch über Kopfhörer sehr angenehme Klang bestätigt die Fähigkeiten, die Decca in diesem Bereich besitzt. Speziell das berühmte 8. SQ wird ganz wunderbar und auch berührend dargeboten. Insofern kann sich jeder, dem noch eine Aufnahme dieser Quartette fehlt, diesem Quartett anvertrauen. Allerdings gilt zu bemerken, dass die letzten Jahren natürlich eine ganze Reihe hervorragender Einspielungen gezeitigt hat, im Bereich der GA z.B. durch das Pacifica und das Mandelring Quartett. Auch dies fabelhafte und vielgelobte Einspielungen. Die neue Borodinaufnahme spielt natürlich auf diesem Niveau mit und mag in einigen Nuancen sogar noch etwas "authentischer" klingen, aber das sind Marginalien. Wer eine der anderen tollen Einspielungen schon hat, wird sich überlegen, ob er diese hier auch noch braucht. Und ich glaube, dass diejenigen, die die frühen Aufnahmen aus der UdSSR so schätzen, diese auf keinen Fall durch die neue ersetzen werden. Denn es ist auch klar, dass das neue Borodin Quartett, dessen Mitglieder seit fast 30 Jahren in Freiheit und sicher auch einigem Wohlstand leben, die Atmosphäre, in der die frühen Aufnahmen entstanden, nicht wieder heraufbeschwören können und vermutlich auch nicht wollen.
      Abschließend möchte ich anmerken, dass ich es überaus erfreulich finde, dass offensichtlich so gut wie alle 15 Streichquartette von DSCH im Repertoire angekommen sind und mit den 6 von Bartok, den 2 von Janacek, dem von Ravel und Debussy sowie einigen der zweiten Wiener Schule und denen von Lutoslawski und Ligeti jetzt zum eisernen Bestand des 20. Jahrhundert gehören.
    • Neu

      Zum Komplex Borodin-Quartett — Dmitiri Schostakowitsch lohnt es sich die Kombination bei Discogs einzugeben; die Trefferzahl ist reichlich, insbesondere für Vinylfreunde, wenngleich nicht auf dem Marktplatz.

      discogs.com/de/artist/38562-Bo…query=Shostakovich&page=2

      Die zweite von mir verlinkte CD ist diese (ich habe aber jetzt nicht nach Geamteinspielungen gesucht, sondern nach Einzel-Tonträgern):
      discogs.com/de/Dmitri-Shostako…Nos-14-15/release/8444090
      Es gibt dann noch eine bei EMI publizierte Gesamteinspielung in Einzel-CDs.

      Die erste Schostakowitsch-Aufnahme in der Neubesetzung sind bei Discogs noch nicht aufgeführt.

      (Ich habe die Shostakowitsch-Quartette nur in der seinerzeit von der Presse sehr gelobten Gesamteinspielung mit dem Brodsky Quartet. Ich lege sie mir einmal raus, Schostakowitsch ist mal etwas anderes als Weinberg :D )

      Grüße, Kermit :wink:
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.