Jeden Tag ein Streichquartett

    • Kater Murr schrieb:

      Von diesen Werken besitze ich diese CD (habe sie aber nicht gerade gehört), die auch noch erhältlich ist.


      Das interessanteste Stück scheint mir das Quartetto Dorico zu sein.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Gestern noch:



      Mieczysław Weinberg: Streichquartett Nr. 6 e-Moll op. 35 (1946)
      Quatuor Danel

      Mieczysław Weinbergs Streichquartette weiter entdecken heißt für mich: und einfach nur staunen, alles ist „einzige Gegenwart, immer“! Das Streichquartett Nr. 6 op. 35 e-Moll aus dem Jahr 1946 etwa, beim Quatuor Danel 33:22 Minuten lang (aber in keiner Sekunde langatmig; CD cpo 777 393-2, aufgenommen 1 und 9/2008, Studio Stolbergstraße, Köln) - es kam übrigens 1948 auf eine sowjetische Verbotsliste und wurde wahrscheinlich erst 2007 vom Quatuor Danel uraufgeführt. Sechs Sätze diesmal, aber was für Sätze! 1 Allegro semplice – wie Klezmermusik, im Mittelteil eine raffiniert, subtil und beklemmend aufgebaute Steigerung. 2 Presto agitato – kurz, atemlos auf Hochtouren. 3 Allegro con fuoco – noch kürzer, explosiv, eruptiv, dann plötzlich zurückgenommen. 4 Adagio – eine poetisch beginnende Fuge mit spannenden rhetorischen Stimmungswechseln bis zu geisterhaft-mystischer Ruhe. 5 Moderato commodo – beginnt harmonisierend freundlich, verdichtet sich dann in erneut staunenswerte Stimmungswechsel. 6 Andante maestoso – ein verbissenes Sich-Freischaufeln, ungemein fesselnd. Man weiß nie wie man dran ist bei diesem Werk. Diese Innenspannung arbeitet auch das wie bei allen Werken der Gesamtaufnahme so wie ich es herauszuhören meine extrem engagierte, tolle Quatuor Danel großartig heraus.

      Sollte es dereinst einen Faden "Best Buy 2017" (oder so ähnlich) geben - von mir wird darin diese Box genannt werden.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Gestern noch:



      Das Streichquartett Nr. 4 C-Dur von Carl Ditters von Dittersdorf (1739-1799)

      Ich habe es so gehört:

      Carl Ditters von Dittersdorfs beim Franz Schubert Quartett knapp über 16 Minuten langes Streichquartett Nr. 4 C-Dur überrascht (nach einem arbeitsintensiven Tag gehört) mit schönster, anmutiger Wiener Klassik. Das ist die Welt von Haydn und Mozart, eine sehr, sehr erbauliche Welt. Schon das eröffnende Allegro nimmt dafür ein, genauso das kecke und rustikale Menuetto Allegro assai – Alternativo, auch der ganz klassische Variationssatz des abschließenden Andante e con gusto. Das Franz Schubert Quartett (Aufnahme: Juni 1988, MDG, CD cpo 999 038-2) tut das seine dazu mit seinem weichen Wiener Schmelz. Höchst erbauliche Wiener Klassik also, ideal zum Runterkommen nach einem anstrengenden Arbeitstag.

      cpo: Vorne am Cover Karl, hinten Carl, also was jetzt...? "Internationalisierung" auch mit der englischen Quartet Schreibweise vorne...
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Neu

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      Rodolfo Halffter (1900–1987) / Ernesto Halffter (1905–1989)
      Cuartetos para cuerda

      Rodolfo Halffter (1900–1987): Cuarteto para cuerda, op. 24 (1957/58) [14′45″]
      Rodolfo Halffter: Tres movimientos, op. 28 (1962) [14′30″]
      Ernesto Halffter (1905–1989): Cuarteto para cuerda (1923, rev. 1933) [17′25″]
      Rodolfo Halffter: Ocho tientos, op. 35 (1973) [15′30″]
      Cuarteto Latinoamericano: Saúl Bitrán, 1. Violine; Arón Bitrán, 2. Violine; Javier Montiel, Viola; Alvaro Bitrán, Violoncello

      Aufgenommen im Dezember 1997 in der Sala Blas Galindo del Centro Nacional de las Artes México D.F.
      ℗ © 1998 RBA MÚSICA, S.L. Barcelona. Ensayo – ENY-CD-9802

      kein Discogs-Eintrag (2017)

      Musik von Brüdern. Aber Ernesto blieb in Spanien, während sein älterer Bruder Rodolfo 1939 in mexikanische Exil ging und sich in der dortige Musikleben einfügte und sich entsprechend weiterentwickelte. Als beider beider musikalische Wurzel gilt insbesondere das Werk Manuel de Fallas.

      Leider ist die CD nur noch schwer zu bekommen.

      LG, Kermit
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Neu

      Ich habe gerade die Streichquartette 1-3 von Schubert mit dem Vienna String Quartet gehört . Das ist richtig gut , was daran liegen mag, daß ich das Gefühl habe, diese frühen Werke werden ernstgenommen . Nicht das sie jetzt Gewicht bekämen, aber sie hören sich irgendwie "Erwachsen" an . Da bin ich aber neugierig auf den Rest .

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
    • Neu

      Gestern noch:



      Heitor Villa-Lobos: 15. Streichquartett (1954)
      Cuarteto Latinoamericano

      Mein Höreindruck diesmal:

      Das 15. Streichquartett von Heitor Villa-Lobos entstand 1954 in New York. Es hat wieder vier Sätze und dauert beim Cuarteto Latinoamericano ca. 18 ½ Minuten. Der 1. Satz (Allegro non troppo) bringt grimmige, fast verzweifelte, vielfach auch gehetzt wirkende Musik. Mit der zauberischen, filigranen Atmosphäre, die aus flirrender südamerikanischer Hitze zu kommen scheint, taucht man danach in einen dieser erstaunlichen langsamen Streichquartettsätze von Villa-Lobos (Moderato) ein. Der kurze 3. Satz (Scherzo, vivo) läuft über Stock und Stein, und der 4. Satz (Allegro) wirkt wieder grimmig, besticht mit Kontrapunkt und hat auch dadurch etwas reizvoll „Gelehrtes“. Allein neuerlich so einen bemerkenswerten 2. Satz entdecken zu dürfen lohnt das Durchhören aller Villa-Lobos Streichquartette.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Neu

      Gestern noch:



      Das Streichquartett Nr. 5 Es-Dur von Carl Ditters von Dittersdorf (1739-1799)

      Ich habe dieses nun so gehört:

      Auch das Streichquartett Nr. 5 Es-Dur des Wiener Klassikers Carl Ditters von Dittersdorf bringt wieder reizvolle, angenehme, erbauliche klassische Streichquartettmusik. Der das Werk eröffnende Allegro-Sonatenhauptsatz wird vom Franz Schubert Quartett in dessen cpo Gesamtaufnahme mit heiterem Drive gespielt. Bemerkenswert sind hier die überraschend schattierten Innehaltmomente. Dem anschließenden galanten Menuetto non troppo presto gibt das Franz Schubert Quartett etwas "Weana Gmüat". Und das Rondo des Final-Allegros kommt mit Paprika gewürzt daher.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Neu

      Gestern noch:



      Carl Ditters von Dittersdorf:
      Streichquartett Nr. 6 A-Dur
      Franz Schubert Quartett

      Mein Höreindruck:

      In die heitere, freundliche klassische Musik des 1. Satzes (Moderato) des Streichquartetts Nr. 6 A-Dur von Carl Ditters von Dittersdorf mischt sich Nachdenkliches, das lässt aufhorchen. Das anschließende Menuetto (Larghetto) wirkt wie ein gewichtiger „Bericht“ – das kurze Trio kontrastiert dazu extraflink. Und das Finale (Presto) kommt als abwechslungsreicher, lebendiger, frischer Rondoausklang daher, auch kontrapunktisch gewürzt.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Neu

      Im Rahmmen einer meiner notorischen Verschlankungsaktionen - notorisch zwecklos , natürlich - habe ich zum wohl letzten Mal diese Aufnahme mit Streichquartetten vom Talan Quartet gehört . Und beim Wiedereinlegen der CD ins Jewelcase stelle ich fest , daß es Quartette von Alexander Taneyev sind . Tja, blind oder blöd oder beides ? Das es sich hier nicht um Sergej handelt, habe ich nicht bemerkt . Dessen Quartette mit dem Taneyev Quartet hatte ich mal bis auf das 2. reduziert . Das habe ich aber nicht im Ohr , sonst hätte ich merken müssen , daß es sich bei den Talans um eine völlig anderes Werk handelt . Und es steht groß 'Alexander' drauf ! It's all too much !

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "