Phantasie über »Tristan und Isolde«

    • Phantasie über »Tristan und Isolde«

      Ich hörte gestern zufällig im Autoradio ein Stück, das als »Phantasie für Violine, Klavier und Orchetser über ›Tristan und Isolde‹« benannt wurde. Ich habe den Namen des Komponisten dieses wahrhaft grusligen Machwerks nicht richtig verstanden. Irgendetwas wie Fexman, Wexman, vielleicht auch Bergsman. Oder so ähnlich. Jedenfalls klang es englisch (vermutlich amerikanisch, diese Tristan-Verwurstung hörte sich jedenfalls sehr nach Hollywood an). Ich wüsste gern genau, was das war. Kennt das jemand?

      Vielen Dank im Voraus!
      Schweigen – ist zuweilen eine Kunst; aber doch nie eine so große, als uns gewisse Leute glauben machen wollen, die am klügsten sind, wenn sie schweigen.
      Wieland
    • Hier kann doch tatsächlich Issac Stern Wagner spielen hören: youtube.com/watch?v=0i03tl3k8ys

      Ich habe diese Aufnahme - insgesamt ein sehr interessantes Album:

      Franz Wachsmann wurde 1906 in Oberschlesien geboren und widmete sich früh der Filmmusik - so wirkte er bei von Sternbergs "Der blaue Engel" mit. Er floh in der NS-Zeit in die USA und wurde dort als Franz Waxman einer der wichtigsten Filmmusik-Komponisten.

      Ich finde, diese Tristan-Fantasie kann man sich durchaus gut anhören. Bei aller Salonhaftigkeit hat Waxman doch manch interessante musikalische Idee hineingepackt.

      Cheers,

      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • So gut ging es mir nicht. Einige Passagen fand ich freilich auch sehr komisch (eine gewisse Zeitlang hatte ich sogar den Eindruck, es handele sich um einen Witz à la »Souvernirs de Munich«). Aber schließlich überwog doch das Entsetzen und schließlich eine kaum zu unterdrückende Übelkeit.

      Aber die Hauptfrage ist: Zu welchem Zweck wurde dieser Schund zusammengeschmiert?
      Schweigen – ist zuweilen eine Kunst; aber doch nie eine so große, als uns gewisse Leute glauben machen wollen, die am klügsten sind, wenn sie schweigen.
      Wieland
    • Argonaut schrieb:

      Zu welchem Zweck wurde dieser Schund zusammengeschmiert?
      Das einzige, was ich gefunden habe, ist das Entstehungsjahr 1947. In dem Jahr schrieb er auch die unter Geigern recht bekannte Carmen-Fantasie, soweit ich weiß für Jascha Heifetz. Im Gegensatz zu der hat Heifetz aber diese Tristan-Kiste meines Wissens nicht gespielt, was wohl eher für ihn spricht. Ich kann aber mal meinen Hochschulkollegen Thomas Christain fragen, der bei Heifetz studiert und mir mal von irgendeinem Kontakt zu den Waxman-Nachfahren erzählt hat. Vielleicht weiß er irgendetwas über dieses Stück.

      Christian
    • Die Tristan und Isolde-Fantasie schrieb Franz Waxman als Teil zu seiner Filmmusik für den Spielfilm Humoreske aus dem Jahr 1946 mit Joan Crawford. Isaac Stern spielte für die Filmmusik-Aufnahmen den Solopart.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Aha. Danke. Dann ist das immerhin klar. Ich lag also mit meiner Hollywood-Assoziation durchaus nicht falsch. Na, schön. Filmmusik eben. Bleibt die Frage, wieso jetzt noch jemand das Zeug einspielt. Aber die ist hier natürlich nicht zu klären...
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      Wieland