Schubert - Nummerierung der Sinfonien

    • die 9.te oder wie oder was?

      Zurück zum Thema?
      Mal abgesehen vom Stand der Forschung finde ich, dass der Bezeichung 9te für die "Große" C-Dur" Sinfonie auch etwas Legendäres anhaftet.
      Immerhin hat Schönberg 1912 in seiner Gedenkrede für Mahler gesagt

      Schönberg schrieb:

      Es scheint, die Neunte ist eine Grenze. Wer darüber hinaus will, muss fort
      So, und da gab es nun als Belege Beethoven und Bruckner und man fand auch noch Dvorak und (!) Schubert.
      Das der Satz "tinnef" war (Haydn, Mozart etc.) ändert nichts daran, dass er immer wieder zitiert wurde und wird (so auch jetzt :thumbsup: ).
      Aber ich meine schon, dass der Mythos NEUNTE mitschwingt, wenn es um die Verteidigung der Nummer 9. bei Schubert geht.
      In diesem Sinne ist auch meine Einlassung ganz am Anfang gemeint gewesen. (Inzwischen Beitrag Nr. 2)
      Dieses einfach so mal als Gedanke zum Mittwochabend.
      Gruß aus dem "Saukalten" Kiel
      Der beste Beweis dafür, das es im Universum intelligentes Leben geben muss, ist der, dass noch keiner versucht hat, mit uns Kontakt aufzunehmen (Calvin and Hobbes)
    • Doc Stänker schrieb:

      So, und da gab es nun als Belege Beethoven und Bruckner
      Nun ja. Bei Bruckner gibt es ja noch "null" und "doppelnull" oder so.

      Ich bin ohnehin dafür, auch negative Zahlen zu verwenden. So kann man auch bei Haydn und Mozart den wichtigen Mythos verstärken und deren jeweils letzte Sinfonien als "Neunte" bezeichnen.

      Wenn weitere Sinfonien dieser Komponisten gefunden werden sollten, dann bieten sich auch nichtganze Zahlen an. Bei Sinfonien mit religiöser Aussage würde ich transzendente Zahlen bevorzugen.

      Können wir bitte noch einen neuen Faden zur geplanten Neunummerierung der Bach-Kantaten entsprechend ihres Uraufführungsdatums mit laufender Anpassung je nach wissenschaftlicher Erkenntnis eröffnen?

      Gruß
      MB

      :wink:
      " ... weil es nicht um mein Ego, sondern um die Musik geht ... " (Zitat arundo donax)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Ich bin ohnehin dafür, auch negative Zahlen zu verwenden. So kann man auch bei Haydn und Mozart den wichtigen Mythos verstärken und deren jeweils letzte Sinfonien als "Neunte" bezeichnen.
      Das würde bei Mozart sogar ungefähr hinkommen, alles vor den letzten neun wird ganz selten gespielt (von KV 201 vielleicht mal abgesehen) und meinem Eindruck nach oft auch nicht wirklich ernst genommen. Darüber hinaus ist Mozart ein gutes Beispiel für die Langlebigkeit alter, einmal etablierter Zählungen: Das erste Köchelverzeichnis und die Alte Mozart-Ausgabe kamen im 19. Jahrhundert auf 41 Symphonien, die entsprechend ihrer Entstehung durchnummeriert wurden. Inzwischen sind viele zunächst unbekannte Mozart-Symphonien hinzu gekommen (sämtlich Frühwerke aus seiner Wunderkind-Zeit) und ein paar wieder heraus gefallen, drunter sogar eine der letzten Symphonien, nämlich die 37., die ursprünglich also zwischen der "Linzer" und der "Prager" Symphonie eingeordnet wurde, inzwischen aber als Arrangement einer Symphonie von Michael Haydn identifiziert worden ist.
      Ich finde die Einordnung der "Unvollendeten" als Nr. 7 und der "Großen C-Dur" als Nr. 8 von Schubert absolut sinnvoll und naheliegend und ich glaube auch, dass der "Mythos der Neunten Symphonie" neben Bequemlichkeit eine große Rolle spielt beim Beibehalten der alten Ordnung. ich finde auch, man muss das gar nicht so ins Lächerliche ziehen, wie Mauerblümchen das im zitierten Beitrag getan hat. Man kann aber die Diskussion aber meiner Meinung nach gut in die Richtung öffnen, dass Schubert längst nicht der einzige Komponist ist, bei dem die unklare Nummerierung der Symphonien ein Thema ist und einer der wenigen, bei dem das inzwischen zum Thema gemacht worden ist. Der Normalfall scheint mir eher zu sein, dass - wie eben bei Mozart oder auch bei Mendelssohn - einmal etablierte, lange tradierte Nummern nie wieder geändert werden - ich kenne kein Programmheft, keinen Konzertführer, keine CD, wo die "Jupitersymphonie" nicht die Nr. 41 ist und die "große g-moll" mit dem Handyklingelton am Anfang nicht "Mozarts 40.".
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Felix Meritis schrieb:

      Diese Widerstände sind mir nur zu verständlich! Ich persönlich würde hier ja gerne in Fraktur schreiben, denn diese neumodischen Buchstaben gefallen mir nicht.
      Ist das die Schreibweise der Orthopäden? Oder kommt das daher, dass sich jemand beim Schreiben "einen abbricht"? :D

      Ich hätte gern eine Erweiterung des Themas zu der Nummerierung von Dvoraks Sinfonien. Da hat man sich ja auch entschlossen zunächst 5 zu ignorieren und dann wieder aufzunehmen.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)