Idoménée von André Campra (1712)

    • Idoménée von André Campra (1712)

      Die Tragédie en musique "Idoménée" von André Campra von 1712 vollendet. Das Werk und Libretto beeinflusste auch die ungefähr 70 Jahre später entstandene Version von Mozart, welcher sehr an der französischen Stilistik fasziniert war. Man kann starke Einflüsse in fast all seinen Opern hören (insbesondere in der Zauberflöte, im Don Giovanni und Figaro, Idomeneo, Bastien et Bastienne), aber auch das Requiem ist sehr vom französischen Einfluss (Gossec Requiem) geprägt. Gegenüber Mozarts Idomeneo ist Campras Vertonung farbenprächtiger und wesentlich dramatischer einzuordnen. Leider existiert nur eine CD-Einspielung mit William Christie von der zweiten Fassung, welche 1732 von Campra erstellt wurde. Darin kommen vielen Rollen nicht mehr vor, und auch die Dramaturgie ist somit stark gestutzt. Dies hat Campra lediglich für weitere Aufführungen seines Idoménées unter veränderten Bedingungen (weniger Sänger und Darsteller) machen müssen. Somit kann man nicht von einer "besseren, durch den Komponisten autorisierten Fassung" sprechen. Alle Feinheiten und französischen Elemente treten viel besser und detaillierter in der originalen Version von 1712 zutage. Man kann diese Fassung nun im Juni in Wien in einer historischen Inszenierung mit Kerzenschein erleben: Beim Festival de la musique baroque francaise: femubaf.com Im schönsten und prachtvollsten Opernhaus Wien, mit einer hervorragenden Akustik, erklingt dieses Werk in Originalklang, original französischer Stimmung und mit international hochkarätigen SängerInnen und TänzerInnen. Die kürzlich unter William Christie als Médée (Charpentier) gefeierte Mezzosopranistin Solenn' Lavanant-Linke singt die Hauptrolle der Ilione. Das spezielle Fach des französischen Haute-contre-tenor wird in dieser Oper zweimal besetzt, und beim femubaf einzigartig mit einer Symbiose aus Tanz und Gesang dem Publikum präsentiert. Zwei der Hauptrollen sind neben ihrer professionellen Sängerkarriere auch als Ballettänzer international tätig. Jasmina Sakr wird die von Campra phänomenal ausgearbeitete und in allen Facetten höchst eindrucksvoll klingende Rolle der Electre übernehmen!
      Es wird 6 Aufführungen geben: 18., 20., 21., 23., 24., 25.6.

    • Handlung Idoménée von André Campra

      Das Grundkonzept der Handlung ist im Wesentlichen wie das in der mozartschen Fassung. Das Livret von Danchet war auch die Vorlage für das italienische Libretto von Mozarts Idomeneo. Jedoch endet das französische Original tragisch und ist im gesamten viel mehr psychologisiert. Insbesondere die grundlegende Fassung von 1712.

      Ein Herrscher kehrt mit seinem Schiff aus dem siegreich geführten Krieg zurück und trifft auf seinen Sohn. Das Verhängnis: Als Dank für die Überwindung der Unwetter hatte der Mann geschworen, die erste Person, der er an Land begegnen würde, zu töten.
      Es ist die Geschichte vom kretischen König Idoménée, dem Bezwinger Trojas, der gegen den Willen der Götter um das Leben seines geliebten Sohnes Idamante kämpft – ein Kampf, der tragisch enden wird.
      Atemberaubende Stürme und Ungeheuer durchziehen das Geschehen der Oper ebenso wie sanfte Töne der Liebe.

      Die faszinierende Vertonung von André Campra ist gleichermaßen höchst innovativ als auch französisch-traditionell gebunden. Eines der Highlights aus der Oper ist die lange Soloszene der Électre im dritten Akt. Nachdem ihr Idoménée (in einem Satz!) mitteilt, dass Idamante sie zur Frau nehmen wird und beide mit dem Schiff davonfahren sollen, ist ihre Entzückung so groß, dass sie - hintereinander in fünf verschiedenen Arien mit Tänzen alternierend - (ca. 20min) dies auf der Bühne zelebriert. Dazu fand Campra die großartigste und bezauberndste Musik für diese Empfindungen.

      Liebe Grüße
    • Hallo Idomenee, ich habe diese Aufnahme ...

      AD 1990 Version 1731



      aber noch mit dem Cover wie dieser Querschnitt...



      werde ich morgen mal hören, da es lange meine Ohren nicht erreicht hat!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong