Violine

    • Gibt's hier wirklich keinen Thread zur Violine als solcher???

      Hier ein Hörtipp zum Einstieg:

      "Die Meister und der Dilettant - Wie ich zehn Takte auf einer Stradivari spielen wollte"
      "Jeden Morgen betritt Signore Andrea Mosconi die Stradivari-Halle im Palazzo Comunale von Cremona und spielt auf den dort ausgestellten Instrumenten, damit deren Stimmen lebendig bleiben. Die 300 Jahre alten Violinen des Antonio Stradivari sind Kulturdenkmal und Spekulationsobjekt."

      ardmediathek.de/radio/Das-Feat…82378&documentId=48828458
      bzw.
      podcast-mp3.dradio.de/podcast/…0180101_1105_ab8dfab4.mp3
      Hören bis: 10.07.2018

      Im Italienischen ist das Instrument übrigens männlich.

      Aber warum schreibt keiner darüber? Ich weiß es: Man hat zu viel Ehrfurcht. Die Geige ist das edelste und geheimnisvollste aller Instrumente. Und wahrscheinlich mit Abstand das teuerste, wenn man es in Euro/kg ausdrückt. Kann es sein, dass auch die Sologeiger von allen Solisten am besten bezahlt werden?


      Thomas
    • Ich denke schon, dass die Bratsche etwas weniger off-topic ist als eine E-Gitarre.. ;)
      Ansonsten würde ich meinen, dass Pianisten besser bezahlt werden als Geiger (um eine von Eccliticos Fragen zu beantworten).

      Ich habe Geige gelernt und schätze das Instrument natürlich immer noch sehr. Es hat aber recht viele Gegner, oder freundlicher: Skeptiker, vor allem wegen der hohen Lage, die viele als schrill empfinden.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.

    • Zitat: "So klingt das teuerste Instrument der Welt"

      Das ist zwar eine Bratsche, aber über das Thema Bratsche vs. Violine brauchen wir hier echt nicht zu diskutieren. Das Video unterstreicht vielmehr den Hype, der um die Saiteninstrumente aus Cremona gemacht wird. Da kann das Klavier nicht mithalten.

      Liegt das nur daran, dass man hinsichtlich Technik bei der Violine schon Anfang des 18. Jahrhunderts auf dem aktuellen Stand war, beim Klavier aber erst viel später? Bzw. daran, dass historische Klaviere vielleicht "interessant", historische Geigen aber "genial" klingen?

      Ich pesönlich meine, dass das Faszinierende bei der Violine vor allem daher kommt, dass sie wie die körperliche Erweiterung des Interpreten wirkt, also wie ein Teil von ihm. Wie die eigene Stimme beim Sänger. Interpret und Instrument verschmelzen.

      Dann ist da noch das Streichquartett. Etwas Vergleichbares unter Tasten- oder Blasinstrumenten gibt es nicht. Streichquartett, Gespräch unter vier vernünftigen Leuten, jaja. In Wirklichkeit ragt die erste Violine meistens heraus. Haydn, Lerchenquartett...


      Thomas
    • Felix Meritis schrieb:

      Ansonsten würde ich meinen, dass Pianisten besser bezahlt werden als Geiger
      gilt das auch auf Kilo umgerechnet?

      Ecclitico schrieb:

      Streichquartett, Gespräch unter vier vernünftigen Leuten, jaja. In Wirklichkeit ragt die erste Violine meistens heraus.
      das ist aber, so wie ich es verstanden habe, nicht der ideale Sinn der Übung.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • à propos Meister und Dillettant:

      gutenberg.spiegel.de/buch/die-serapions-bruder-3106/77
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Ecclitico schrieb:

      ch pesönlich meine, dass das Faszinierende bei der Violine vor allem daher kommt, dass sie wie die körperliche Erweiterung des Interpreten wirkt, also wie ein Teil von ihm. Wie die eigene Stimme beim Sänger. Interpret und Instrument verschmelzen.
      Streichinstrumente haben sicherlich den Vorteil eines extrem modulierfähigen Tons, sodass man - bei dementsprechend gut entwickelter Technik - beinahe die menschliche Stimme simulieren kann. Die Violine hat zudem zwei spezifische Vorteile: durch die geringe Größe wird das Spielen von Mehrfachgriffen deutlich erleichtert, was für polyphone Musik ein Muss ist, und zweitens garantiert die hohe E-Saite eine Brillianz, die ihr erlaubt, auch in einem Ensemble hervorzustechen. Das ist natürlich bei Konzerten ein gewaltiges Plus gegenüber den größeren Geschwistern. Da die Bratsche für ihren Tonumfang eigentlich zu klein ist, hat sie das geringste Klangvolumen und scheidet daher als Soloinstrument weitgehend (natürlich nicht vollständig) aus. Aber auch die Zahl der Cellokonzerte ist im Vergleich zu den Violinkonzerten ziemlich klein, was sicherlich eine der wichtigsten Gründe ist, weshalb Geiger unter den Streichervirtuosen das höchste Ansehen genießen.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Ecclitico schrieb:

      Liegt das nur daran, dass man hinsichtlich Technik bei der Violine schon Anfang des 18. Jahrhunderts auf dem aktuellen Stand war, beim Klavier aber erst viel später? Bzw. daran, dass historische Klaviere vielleicht "interessant", historische Geigen aber "genial" klingen?
      Naja, historische Klaviere unterscheiden sich ganz einfach stark von den modernen Klavieren. Es handelt sich schlicht um andere Instrumente. Sehr viele moderne Violinen hingegen sind dem Stradivari- oder Guarneri-Typus nachgebaut, also sozusagen Kopien. Die Violine erreichte einfach viel früher ihre definitive Ausformung als das Klavier.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Felix Meritis schrieb:

      Ecclitico schrieb:

      ch pesönlich meine, dass das Faszinierende bei der Violine vor allem daher kommt, dass sie wie die körperliche Erweiterung des Interpreten wirkt, also wie ein Teil von ihm. Wie die eigene Stimme beim Sänger. Interpret und Instrument verschmelzen.

      Streichinstrumente haben sicherlich den Vorteil eines extrem modulierfähigen Tons, sodass man - bei dementsprechend gut entwickelter Technik - beinahe die menschliche Stimme simulieren kann.
      Solche auszeichnenden Töne gibt es auch zur Klarinette - die "Simulation" der Stimme war früher das non-plus-ultra der Instrumentbeurteilung. Erinnert ein wenig an heutige Sound-Library-Projekte ...
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • Felix Meritis schrieb:

      *hüstel* ach ja?

      m.faz.net/aktuell/gesellschaft…nt-der-welt-12898919.html
      Übrijens. Wiki hat dazu das Folgende zu sagen:


      Sollte im Juni 2014 versteigert werden. Die Einstiegssumme lag bei 45 Millionen Dollar. Damit würde die MacDonald zum teuersten Musikinstrument der Welt werden. Allerdings fand sich kein Bieter, der bereit war, 45 Millionen US$ zu bieten.

      Aber hier geht's ja um Geigen.
      "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms
    • putto schrieb:

      Felix Meritis schrieb:

      Ecclitico schrieb:

      ch pesönlich meine, dass das Faszinierende bei der Violine vor allem daher kommt, dass sie wie die körperliche Erweiterung des Interpreten wirkt, also wie ein Teil von ihm. Wie die eigene Stimme beim Sänger. Interpret und Instrument verschmelzen.
      Streichinstrumente haben sicherlich den Vorteil eines extrem modulierfähigen Tons, sodass man - bei dementsprechend gut entwickelter Technik - beinahe die menschliche Stimme simulieren kann.
      Solche auszeichnenden Töne gibt es auch zur Klarinette - die "Simulation" der Stimme war früher das non-plus-ultra der Instrumentbeurteilung. Erinnert ein wenig an heutige Sound-Library-Projekte ...
      Ich finde in dem Kontext ja eigentlich das Horn bzw die Posaune (wenn man angeschliffene Töne braucht) unschlagbar. aber bin ja auch´n Mann, also irgendwie Bariton...
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht