Weinberg, Mieczysław (1919-1996) - Ein Komponistenportrait

    • Wieland schrieb:

      Auf jeden Fall ist das für mich eine der besten Symphonien des ausgehenden 20. Jahrhunderts.
      Lieber Wieland, da stimme ich gerne zu.

      [...] sondern erschüttert werden. Das werde ich in beiden Einspielungen.
      Das geht mir auch so. Ich werde mir in Zukunft sicherlich ab und zu auch die Fedossejew-Aufnahme einlegen, auch wenn ich die von Lande deutlich besser finde. Denn auch die von Fedossejew ist erschütternd, durch die Langsamkeit auf etwas andere Art. Und gerade weil sie anders ist, verdient sie, gehört zu werden. (Ich will ja nicht, dass alle Interpretationen gleich klingen; wäre ja auch sinnlos.)

      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • RE: Sinfonie Nr.17

      Nach Eurem "Aufschrei" über die Qualität der Sinfonie Nr.17 habe ich diese heute noch einmal in meiner Fedossejew - Aufnahme nachgehört und kann die Begeisterung voll nachvollziehen. :verbeugung1:

      Insofern muss ich mich auch berichtigen, dass bereits :alte1: Fedossejew ebenfalls ein beeindruckende und erschütternde Aufnahme vorgelegt hat, die es in sich hat.
      Ich habe mr heut die Lande-Aufnahme (NAXOS) bestellt und bin auch darauf schon megagespannt.


      Die Weinberg-Sinfonien sind unterteinander wirklich absolut kontrastreich.
      Das reicht von na ja, ganz ordentlich über langatmig, bis sehr gut und interesssant und bis absolut packend. Ich muss für mich auch feststellen, dass ich noch lange nicht an dem Punkt angekommen bin alle Weinberg-Sinfonien wirklich zu kennen ... aber die Sinfonie Nr.17 --- WhoW !
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Tach,



      Sehr schöne Aufnahmen, die ich schon mehrfach und immer wieder mit großer Freude gehört habe.



      Die frühere Aufnahme von Kremer und der Kremerata kenne ich - noch - nicht.

      Gibt es leider derzeit nur bei den einschlägigen Streamingdiensten Spotify und Tidal. Ebenfalls schöne Aufnahme, die anzuhören sich unbedingt lohnt.

      VG Bernd
      ------

      Mit meinem Unwissen kann man ganze Bibliotheken füllen.
    • Von der 17. Symphonie gibt es eine frühere Einspielung unter Fedoseyev. Aufgenommen im November 1984 in dem Großen Saal des Moskauer Konservatoriums mit dem UdSSR Radio Symphonieorchester. Erschienen 1996 bei Olympia OCD 590.
      Satz 1 11:00
      Satz 2 14:52
      Satz 3 5:37
      Satz 4 16:50
      Gesamt laut Cover 48:31
      "...meine Vorstellungskraft ist ein Stück Brett mein Instrument ein kurzer Stock..." (Zbigniew Herbert, Klapper)
    • Sinfonie Nr.17 mit Fedossejew und Lande

      Neu

      Hallo Menno,
      ja, die ältere 1984er-Aufnahme von OLYMPIA ist auch bei YT verfügbar.
      Hier ist er auch wieder näher dran, an den Spielzeiten von V.Lande bei Naxos. Aussreisser sind eigentlich nur die Mittelsätze in der NEOS-Aufnahme mit den Wiener Sinfonikern.

      Hier die Spielzeiten zusammengefasst:
      Fedossejew 1984 / NEOS / Lande 2015
      1. 11:00 / 10:13 / 9:52
      2. 14:52 / 18:41 / 15:12
      3. 5:37 / 7:26 / 4:33
      4. 16:50 / 16:38 / 16:04

      Inzwischen ist die NAXOS_Aufnahme mit Lande bei mir eingetroffen. Mit der o.g. YT_Datei und der Naxos-CD habe ich intensiv beschäftigt und bin zu folgendem Vergleich gekommen.
      Ich finde die Naxos-Aufnahme gut-sehr gut, aber doch nicht mal besser als Fedossejew (Olympia 1984). Das Siberian State SO mit Lande ist nicht schlecht, aber doch nicht der Klangkörper der gerade für diese "Kriegserinnerungssinfonie" den total packenden Klang so umsetzen kann, den ein rusisches Orchester "der alten Schule" aus Moskau in der Lage ist abzuliefern. Die Fedossejew -Aufnahme klingt packender und das RSO der UDSSR Moskau wirkt noch kompetener für Weinbergs Sinfonik.

      *** Als Fazit ist für mich die beste Aufnahme (der 3 genannten) klar die von Menno abgebildete von OLYMPIA 1984, die das Zeug hat das Erschüttern (von der Lutz schrieb) vollends in Klang umzusetzen.
      Auf jeden Fall ist die Sinfonie NR.17 eine der Weinberg-Sinfonien, für die sich eine intensive Auseinandersetzung voll lohnt. Die packt den Hörer, die reisst mit, die erschüttert.



      Kurze Anmerkung zu Weinberg und seinen Sinfonien:
      Ich hatte schon am Rande mit Weinberg abgeschlossen, da mir lange nicht alle Sinfonien gefallen. Durch die erneute Auseinandersetzung mt dieser Sinfonie Nr.17, hat mir das einen neuen Auftrieb für Weinberg gegeben.
      Bisher finde ich die Sinfonien Nr.1, 12 und 17 noch am hörenswertesten .. wie gesagt bisher ...... weniger bis gar nicht liegen und gefallen mir die Sinfonien Nr.8 und 18.
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Neu

      Dass es eine ältere Aufnahme der 17. vom Widmungsträger Fedossejew gibt, hatte ich dunkel in Erinnerung, habe sie aber neulich nicht gefunden. (Was an den unterschiedlichsten Schreibweise der Namen liegt.) Wegen der kürzeren Spielzeiten würde mich die ältere von Fedossejew auch interessieren. Aber 270 Euro möchte ich dafür nicht zahlen. Wolfgang, du hast die CD?

      Mein "Portfolio" an Weinberg-Stücken ist doch etwas größer inzwischen. Also ich meine damit Werke, die mir mehr als nur gut gefallen. Dazu gehören die Sinfonien Nrn. 1, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 12, 17, 19, 20, dazu diverse Konzerte, Kammersinfonien und Sinfoniette, sowie Cellosonaten. Das kam auch nicht sofort, ich hatte da vor Jahren eine sehr intensive "Frühlingsphase", Jahre nachdem ich schon ein paar Werke von Weinberg kannte. Zur Zeit erweitere ich dies Portfolio auf die Streichquartette, von denen mir einzelne schon hervorragend gefallen, manche aber eindeutig sperriger sind als die meisten Sinfonien oder die Streichquartette von Schostakowitsch. Aber ich bin gespannt, was ich bei Weinberg noch alles "entdecken" werde.

      Von den oben genannten Sinfonien sind die Nrn. 6 und 8 vokal. Die Nr. 6 hat nicht nur eine zeitliche Nähe zur 13. von Schostakowitsch. Durch den Knabenchor und die zwei rein instrumentalen Sätze hat sie dennoch einen ganz anderen Charakter. Die Nr. 8 ist sicherlich speziell. Von der "Kriegstrilogie" habe ich nur die Nrn. 17 und 19, wobei die Nr. 17 das insgesamt schlüssigere und dramatischere Werk ist, die Nr. 19 aber doch ein paar mitreißende Passagen zu bieten hat. Ich sehe die Nr. 17 als affin zu Schostakowitschs Nr. 8 in ihrer Tragik und Dramatik, die Nr. 19 hat ein klein wenig von der Leningrader; sie sind aber dennoch völlig andere Werke. Super elegant und kompakt-schlüssig finde ich auch die Nr. 3, die ich extrem gerne einlege.

      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • Neu

      teleton schrieb:

      ja, die ältere 1984er-Aufnahme von OLYMPIA ist auch bei YT verfügbar.
      ich finde bei YT alles nur keine 17.
      Höre gerade die 14. mit Fedoseyev - schon ein unmöglicher Schnitt bei 0:09, naja, und überhaupt nicht so ganz mein Geschmack (im Gegensatz zu den Streichquartetten, durch die ich mich gerade arbeite :clap: ).
      Gruß,
      Khampan
    • Neu

      SINFONIE NR.17 mit Fedossejew 1984

      maticus schrieb:

      Wegen der kürzeren Spielzeiten würde mich die ältere von Fedossejew auch interessieren. Aber 270 Euro möchte ich dafür nicht zahlen. Wolfgang, du hast die CD?
      Hallo Maticius,
      nein, "nur" auf HDD. Ich habe ohnehin zu YT kein grosses Vertrauen, dass die Inhalte immer erhalten bleiben ...... und siehe da so ist es - Khampan hat Recht, auf YT ist die Sinfonie Nr. 17 derzeit nicht mehr auffindbar.
      Wer weiss woher der hohe Preis für die OLYMPIA-CD resultiert ?
      *** Aber diese Fedossejew-Aufnahme 1984 ist ganz grosse Klasse.

      Danke auch für deine Eindrücke zu den einzelnen Sinfonien, die mir jetzt den Auftrieb geben mich mit bestimmten Sinfonien weiter zu beschäftigen --- zum Beispiel die Sinfonie Nr.3 ...
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Neu

      Hallo zusammen,

      weil ich den Hinweis heute früh im Radio gehört habe: heute Abend gibt's die Möglichkeit, Weinberg live aus der Berliner Philharmonie zu hören:

      Mieczysław Weinberg
      Violinkonzert g-Moll

      deutschlandfunkkultur.de/mirga…ml?dram:article_id=402114

      Gidon Kremer, Violine
      Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
      Leitung: Mirga Gražinytė-Tyla

      Ich bin selber in München im Konzert, kann es also nicht hören. Aber vielleicht mag ja der eine oder andere das hören ...

      Gruß Benno