


Zitat
"[Seine Werke] entfalten sich in entspannten, manchmal sehr melismatischen Linien, mit wenig Anzeichen von nach-Tridentinischen Bedenken über Textklarheit." Wie sich in dieser Aufnahme erweisen wird, umfasst eine solch breite Aussage eine beträchtliche Vielfalt an Techniken und Atmosphäre.
Das Ensemble Cinquecento liefert wieder einmal eine hervorragende Leistung ab; das Booklet zur CD ist aufschlussreich und enthält die Texte aller Werke.
Früher gehörten die Mitglieder der Kapellen und v.a. die Kapellmeister dem geistlichen Stand an, sie bekamen keinen regulären Lohn sondern erhielten Pfründe, Auszeichnungen, Geschenke. Überall, wo diese Musiker hinkamen, fanden sie gleiche Strukturen und ein gleichartiges Repertoire vor.
Als er sich 1580 dort zur Ruhe setzen wollte, begann ein Konflikt um eben dieses Benefizium. Das Domkapitel in Cambrai sträubte sich, ihn als Kanonikus zu akzeptieren, Kaiser Rudolf II. wollte ihn nicht aus seinem Dienst entlassen. Der Streit beschäftigte schließlich die höchsten Ebenen des Vatikans, erst das Konzil von Trient entschied zu de Montes Gunsten.
Früher gehörten die Mitglieder der Kapellen und v.a. die Kapellmeister dem geistlichen Stand an, sie bekamen keinen regulären Lohn sondern erhielten Pfründe, Auszeichnungen, Geschenke. Überall, wo diese Musiker hinkamen, fanden sie gleiche Strukturen und ein gleichartiges Repertoire vor.
Was ist "früher"? In der zweiten Hälfte des 16. Jh. gilt das eigentlich nur noch eingeschränkt, sogar für "Planstellen" bei geistlichen Organisationen bzw. Würdenträgern, für weltliche sowieso. Viele hatten keinerlei geistliche Weihen (Palestrina, Lasso, nur zwei prominente Beispiele!), andere bekamen erst sehr spät die niederen Weihen, NACHDEM sie bereits eine musikalische Karriere gemacht hatten (Anerio z.B.)
Und gleiches Repertoire? Das war für den Tag komponiert und im wesentlichen lokal. Einen Kanon wie heute gab es nicht. Der Notendruck steckte noch in den Kinderschuhen.
Als er sich 1580 dort zur Ruhe setzen wollte, begann ein Konflikt um eben dieses Benefizium. Das Domkapitel in Cambrai sträubte sich, ihn als Kanonikus zu akzeptieren, Kaiser Rudolf II. wollte ihn nicht aus seinem Dienst entlassen. Der Streit beschäftigte schließlich die höchsten Ebenen des Vatikans, erst das Konzil von Trient entschied zu de Montes Gunsten.
1580ff? Ich dachte, das Konzil von Trient war 1563 beendet?
lg vom eifelplatz, Chris.
Zitat
Erst nach einer Entscheidung der Kongregation des Konzils von Trient (und damit von alleroberster Stelle, dem Vatikan) zu seinen Gunsten erhielt Monte die Erlaubnis nach Cambrai zu gehen
Die nächste CD des Ensembls erscheint im August und wird das wunderschöne "Requiem" von Jean Richafort enzhalten:
http://www.hyperion-records.co.uk/dc.asp?dc=D_CDA67959&vw=dc
LG
Tamás
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Nach dem üblichen Erscheinungsrhythmus der CDs ist auch wieder was fällig. Schön, dass es auch wieder etwas seltener zu Hörendes ist


Ganz so selten ist dieses schöne Stück vielleicht doch nicht: es gibt sogar zwei weitere Einspielungen!
Ganz so selten ist dieses schöne Stück vielleicht doch nicht: es gibt sogar zwei weitere Einspielungen!
Da magst Du Recht haben - aber hast Du mal auf die Preise der CD des Huelgas Ensemble geguckt?
Die andere ist auch nicht mein Fall. Aber mich interessiert auch der Appenzeller auf der Cinquecento-CD, von dem kenne ich noch gar nichts.
lg vom eifelplatz, Chris.
Das mit dem Konzil von Trient kam mir auch etwas eigenartig vor. Deshalb hier das Zitat aus der deutschen Wikipedia
Zitat
Erst nach einer Entscheidung der Kongregation des Konzils von Trient (und damit von alleroberster Stelle, dem Vatikan) zu seinen Gunsten erhielt Monte die Erlaubnis nach Cambrai zu gehen
lg vom eifelplatz, Chris.
Das mit dem Konzil von Trient kam mir auch etwas eigenartig vor. Deshalb hier das Zitat aus der deutschen Wikipedia
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Erst nach einer Entscheidung der Kongregation des Konzils von Trient (und damit von alleroberster Stelle, dem Vatikan) zu seinen Gunsten erhielt Monte die Erlaubnis nach Cambrai zu gehen
lg vom eifelplatz, Chris.
Wegen des oben zitierten und offensichtlich fehlerhaften Satzes habe ich mich ein einen mir bekannten Wikipedia-Autor gewandt und ihm um Klärung gebeten. Daraufhin wurde dieser Satz aus dem Artikel über Philippe de Monte entfernt.
lg vom eifelplatz, Chris.
Das mit dem Konzil von Trient kam mir auch etwas eigenartig vor. Deshalb hier das Zitat aus der deutschen Wikipedia
Zitat
Erst nach einer Entscheidung der Kongregation des Konzils von Trient (und damit von alleroberster Stelle, dem Vatikan) zu seinen Gunsten erhielt Monte die Erlaubnis nach Cambrai zu gehen
lg vom eifelplatz, Chris.
Wegen des oben zitierten und offensichtlich fehlerhaften Satzes habe ich mich ein einen mir bekannten Wikipedia-Autor gewandt und ihm um Klärung gebeten. Daraufhin wurde dieser Satz aus dem Artikel über Philippe de Monte entfernt.
lg vom eifelplatz, Chris.
Siehst Du: hat schon was gebracht, daß wir hier drüber geredet haben...!![]()

Zitat
" 1528 mußte der Papst den cubicularius J. Conseil nach Frankreich entsenden, um wegen der Verluste während und nach dem Sacco di Roma (1527) neue Sänger anzuwerben. Aus demselben Grunde wahrscheinlich begann man auch von der Tradition abzuweichen, die nur Sänger im regelrechten Priesterstand zuließ."
[Die Musik in Geschichte und Gegenwart: Rom. Musik in Geschichte und Gegenwart, S. 63658 (vgl. MGG Bd. 11, S. 703) (c) Bärenreiter-Verlag 1986]
Zitat
"...Die Zeit, die Palestrina in der Cappella Sistina verbrachte, war kurz. Julius III. und Marcellus II. starben beide noch im Frühjahr 1555, und der Nachf. des letzteren, Paul IV., wurde am 23. Mai dess. Jahres gewählt. Der neue Papst war entschlossen, eine strengere Disziplin in der Kirche walten zu lassen, und ab Sept. 1555 wurde Palestrina deshalb zusammen mit zwei ebenfalls verheirateten Kollegen des Amtes in der Cappella Sistina enthoben (als weitere, nicht sehr angenehme Motivierung wurde die Unzulänglichkeit ihrer St. angeführt), nicht ohne eine lebenslängliche, anständig bemessene Pension. In diesem Jahr erschien laut Baini als zweites Werk das I. Buch der 4st. Madrigale, mit dem Palestrina das Gebiet der weltl. Musik betrat. Schon im Okt. wurde er als Kpm. der Laterankirche angestellt (nicht »berufen«, wie man in älteren Biogr. lesen kann) und blieb dort bis Aug. 1560. ... "
Die Musik in Geschichte und Gegenwart: Palestrina (Familie). Musik in Geschichte und Gegenwart, S. 57795 (vgl. MGG Bd. 10, S. 661) (c) Bärenreiter-Verlag 1986]
Die "Vorgeschichte" wird leider in der MGG nicht erläutert.
Zitat
" ... Die Vorgeschichte von Lassos Berufung als Tenorist in die Münchener Hofkapelle Herzog Albrechts V. ist im Umriß aus Briefen des kais. Vizekanzlers Dr. Seld bekannt, der in Brüssel bestrebt war, zwischen einheimischen und span. Verlockungen einen jungen Sänger und Komp. für den bayr. Hof anzuwerben.
In diesen Briefen ist manche lehrreiche Notiz über die gewünschte »art des colorirens« und die »new art vnnd musica reseruata« eingeflochten, die auf Lasso, der Herbst 1556 nach München übersiedelte, bezogen werden kann.
Neben Hans Jacob Fugger, der sich für Lasso einsetzte, ist auch an Ph. de Monte zu denken, der nach einem sehr ähnlichen Lebensweg über Neapel und Rom bereits in hohem Ansehen stand und der über den röm. Mäzen G.-B. Bruno mit Lasso verbunden war.
Erst allmählich wuchs Lasso in jenes Kpm.-Amt hinein, das am Münchener Hof einst L. Senfl als musicus intonator oder musicus primarius versehen hatte. Es spricht für die korporative Gesinnung Lassos, daß er noch um 1568 bei der Kodifikation der aufgeführten zwölfst. Messe »Et ecce terrae« des A. Brumel in der autographen Liste der beteiligten Sänger sich selbst schlicht als »Tenor secundus« und »Cantor« eintrug, obwohl er in Drucktiteln seit 1564 als »magister capellae« auftritt, eine Amtsbezeichnung, der bald ehrenvolle Prädikate wie »prince des musiciens« gefolgt sind. ..."
[Die Musik in Geschichte und Gegenwart: Lasso (Familie). Musik in Geschichte und Gegenwart, S. 45217/18 (vgl. MGG Bd. 08, S. 252-253) (c) Bärenreiter-Verlag 1986]



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