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1

Montag, 16. Januar 2012, 21:42

Wer weiß etwas über die "Tromba Marina?

Ich habe seit einigen Jahren eine Tromba Marina. Bisher konnte mir niemand sagen, wie man sie "richtig"spielt und so begann ich vor einiger Zeit zu experimentieren - mit aufregenden Ergebnissen ! Inzwischen ist sie aus unserem eigenwilligen Ensemble nicht mehr wegzudenken und erregt beim Publikum immer wieder Erstaunen und Neugier. Kennt hier irgendjemand dies Instrument ? Man nennt es auch Nonnengeige,Trumscheidt oder Trompette Marine. Ich würde mich gerne mal austauschen,weil anscheinend allein auf weiter Flur mit dem Brummer...
Gruß
Aranea

philmus

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2

Dienstag, 17. Januar 2012, 00:19

Meine Liebste spielt auch so´n Gerät: meistens schlägt sie es (die Saite) mit einer dünnen Trommelgerte, und greift, obwohl das Instrument dafür nicht gebaut ist, auch verschiedene Töne: also so ne Art perkussiver Bass mit einer Saite.
Manchmal streicht sie auch die Obertöne an, aber das passt nicht so oft: am ehesten in halblauten Stücken mit der Mittelalterband. Die lauten Stücke sind eher mit perkussivem Bass, z. B. ein Mambolero mit Dudelsack, Pauke, Trumscheit, Snare und allerlei Percussion...
Wenn wir zu zweit eher elektrisch spielen, kommt auch die perkussive Bassvariante zum Einsatz. Ist aber echt Arbeit, weil das "Griffbrett" eigentlich keins ist.

Gruss
Herr Maria
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3

Dienstag, 17. Januar 2012, 03:59

Ähnliches habe ich auch schon probiert. Tolle Ergebnisse hatte ich mit einem selbstgebauten Bogen mit Metall Bespannung. Das Ganze durch ein Effektgerät gejagt - Exorbital...! Aber ja,die Fingerchen :S . Flacher Steg und relativ dünne Saite, sonst geht gar nichts. Aber ich muss ja nicht stundenlang spielen. Wir setzen die Tromba eher punktuell ein in unseren Filmmusik Projekten.

philmus

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4

Dienstag, 17. Januar 2012, 07:43

Na, da hast Du ja eher Tipps am Start als ich...

Aber die traditionelle Spielweise ist eigentlich kaum noch zu rekonstruieren... Der Name "Tromba Marina" läßt ja vermuten, daß mit der Obertonreihe mehr möglich ist, als man ersten Versuchen so anhört. Ich fand den Sound der Obertöne immer etwas, naja, unschön... kratzig auch...
Auf jeden Fall sehr klimaempfindlich: funktioniert eigentlich nur bei feuchtem Wetter; im Sommer gehts oft garnicht...

Gruss
herr Maria
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5

Dienstag, 17. Januar 2012, 09:33

Also: Finger (Daumen, längerer Fingernagel ist durchaus von Vorteil) seitlich an die Saite, bei den ganzzahligen Saitenteilungen - es ist ein Naturtoninstrument! – und gestrichen wird oberhalb des Daumens, zwischen Finger und Wirbel. Der Teil der Saite, der über den Steg läuft, schwingt frei mit. Das Instrument liegt dabei entweder verkehrt herum auf der Schulter (Wirbel nach vorne, wie bei der Violine) oder wird wie ein Kontrabaß gehalten, d.h. vorne irgendwo aufgelegt. Die Haltung auf dem bekannten Memling-Gemälde mit den musizierenden Engeln ist etwas anstrengend bis unmöglich…

Der Steg ist (hoffentlich!) asymetrisch und hat (sollte haben!) einen Faden, der zu einem auf gleicher Höhe positionierten Wirbel senkrecht von der Saite weg führt (Wie bei der Schnarrsaite der Drehleier, die nach gleichen Prinzip funktioniert). Damit kann man die Ansprache regulieren.

Notabene „Trumscheidt“ nennt man gerne die ältere Bauform mit dreieckigem Querschnitt und „geraden“ Kanten (wie bei Praetorius, Syntagma musicum), „Tromba marina“ die spätere Form mit oft sechskantigem Querschnitt und trompetenähnlicher Korpusform, wird aber nicht wirklich einheitlich gehandhabt. Die spätere Bauform hat oft auch Aliqoutsaiten, die auch innerhalb des Korpus verlaufen können.

Ansonsten: http://www.oriscus.com/mi/tm/index.htm
Eine bessere Einführung gibt es kaum.
viele Grüße

Bustopher


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6

Dienstag, 17. Januar 2012, 11:03

meistens schlägt sie es (die Saite) mit einer dünnen Trommelgerte

Kann man machen, ohne Frage. Aber ist es sinnvoll mit diesem Instrument? Mit dem doch hochsensiblen Schnarrsteg? Dazu wäre ein Tambourin de Béarn (Saitentamburin oder span. Chicotén oder Salterio, in Italien Altobasso) deutlich geeigneter. Traditionelles baskisches Perkussionsinstrument, das zur Einhandflöte gespielt wird (Flöte in der einen Hand, Tambourin de Béarn in die Armbeuge/Schulter derselben Hand geklemmt und mit der anderen Hand geschlagen). Dieses Teil hat mehrere Saiten, die im Grundton der Flöte und in der Quinte dazu gestimmt sind.
Siehe hier:
http://www.es-aqui.com/payno/inst/chicoten.htm#
viele Grüße

Bustopher


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7

Mittwoch, 18. Januar 2012, 08:45

Hallo Bustopher,
vielen Dank für den Link, seeeeehr interessant!
Bussi
Aranea

philmus

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8

Mittwoch, 18. Januar 2012, 14:47

meistens schlägt sie es (die Saite) mit einer dünnen Trommelgerte

Kann man machen, ohne Frage. Aber ist es sinnvoll mit diesem Instrument? Mit dem doch hochsensiblen Schnarrsteg?
Den ersetzt sie in dem Fall durch einen stabiler sitzenden.

Gruss
Herr Maria
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