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Mittwoch, 21. Juli 2010, 13:49

Musen der Neuen Musik - Wenn Interpreten Musikgeschichte schreiben

Interpreten als Muse, Interpreten als Widmungsträger, Interpreten als Auftraggeber - jeder wird zahllose Beispiele aus der "alten Musik" kennen (also vor 1945 ;+) ), seien es Solokonzerte, die durch berühmte Virtuosen ihrer Zeit angeregt wurden, oder Opernpartien, die einer ganz bestimmten Sängerin in die Kehle komponiert wurden. In vielen Fällen kann man davon ausgehen, dass die entsprechenden Werke gar nicht oder ganz anders komponiert worden wären, wenn Komponist und Interpret sich nicht begegnet wären.

Das ist in der Neuen Musik nicht anders - und dies soll hier gesammelt werden. Nicht so sehr um isolierte Einzelfälle soll es gehen, sondern mehr um Interpreten, die auf viele verschiedene Komponisten einen Einfluss hatten und dadurch entscheidend dazu beigetragen haben, dass das Repertoire für ihr Fach weiter entwickelt wurde. Instrumentalsolisten, Sänger(innen), Dirigenten, oder auch Ensembles - welche Beispiele fallen Euch ein?


Michel
Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

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Mittwoch, 21. Juli 2010, 13:51

Siegfried Palm

Zu Beginn gleich ein herausragendes Beispiel: Der Cellist Siegfried Palm (1927-2005), der quasi im Alleingang das Cello als Soloinstrument in der Neuen Musik etabliert hat. Zahllos sind die Werke, die von den Großen der Zunft für ihn geschrieben wurden. Die Literatur für Solo-Cello nach 1945 dürfte zu einem beträchtlichen Teil auf sein Konto gehen (B.A. Zimmermann Sonate für Cello solo, Xenakis Nomos Alpha, Yun Glissées, Penderecki Capriccio per Siegfried Palm, Terzakis Dialog der Seele mit ihrem Schatten u.a.). Und auch zahlreiche Solokonzerte sind für ihn geschrieben worden (natürlich wieder B.A.Zimmermann, aber auch Ligeti, Rihm, Penderecki, Medek usw.)


Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

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Mittwoch, 21. Juli 2010, 13:58

Arditti-Quartett

"Several hundred string quartets and other chamber works have been written for the ensemble since its foundation"
Die sind was für's Buch der Rekorde.
Jedenfalls die erste Geige, die anderen halten ja nicht so lange ...
Ceterum censeo Regietheatrum esse delendum.

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Mittwoch, 21. Juli 2010, 14:52

Die Literatur für Solo-Cello nach 1945 dürfte zu einem beträchtlichen Teil auf sein Konto gehen


Das ist sicher richtig und ich möchte die Bedeutung Palms nicht schmälern. Aber noch mehr Cellomusik dürfte für Rostropowitsch komponiert worden sein - aufzählen mag ich das alles nicht, findet sich bestimmt bei Wikipedia. Vieles von dem Komponierten unterfällt dem Oberbegriff "Neue Musik"

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Donnerstag, 22. Juli 2010, 09:09

Mstislaw Rostropowitsch

Das ist sicher richtig und ich möchte die Bedeutung Palms nicht schmälern. Aber noch mehr Cellomusik dürfte für Rostropowitsch komponiert worden sein - aufzählen mag ich das alles nicht, findet sich bestimmt bei Wikipedia. Vieles von dem Komponierten unterfällt dem Oberbegriff "Neue Musik"
Hängt ein wenig davon ab, was man unter "Neuer Musik" versteht. Wenn man (und mein Eingangsbeitrag legt das nahe) dies als Epochenbegriff betrachtet, also alles nach 1945 oder so, dann hat natürlich Rostropowitsch eine immense Rolle gespielt und das Repertoire für Cello wäre ohne ihn erheblich schmaler. Ganz spontan fallen mir Werke von Prokofiew, Schostakowitsch und Britten ein, die Liste ließe sich leicht fortsetzen. Und später kamen auch Komponisten jüngerer Generationen hinzu. Insofern gebührt auch ihm selbstverständlich die Auszeichnung "Muse der Neuen Musik". :juhu:

Wenn man "Neue Musik" enger gefasst als Gattungsbegriff sieht und auf das Umfeld der Avantgarde der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik beschränkt (wo Palm übrigens in den 60gern unterrichtete), dann ist dort zunächst ein Einfluss Rostropowitschs meines Wissens nach kaum feststellbar. Zu den Zeiten, als dort für Palm komponiert wurde, bestanden beide Musik-Welten nebeneinander, mit wenig Austausch. Und hier hat Palm seinen Teil dazu beigetragen, dass das Cello in so vielen Werken als Soloinstrument Verwendung fand.

In späteren Jahren, als die Darmstädter ihre Isolation zu überwinden anfingen und beide Welten wieder zusammenwuchsen, haben auch Komponisten aus diesem Umfeld für Slawa geschrieben, so ist etwa Messiaens letztes Werk Éclairs sur l'au-delà u.a. ihm gewidmet. Vor allem aber hat Rostropowitsch im Jahre 1976 zum 80. Geburtstag von Paul Sacher Werke bei einigen der ganz Großen bestellt - hier entstanden für ihn u.a. Messagesquisse von Boulez und Il Ritorno Degli Snovidenia von Berio.

Welches Glück für die Cellisten, dass es diese beiden gab! Palm und Rostropowitsch haben, jeder auf seine Weise, die Musik des 20. Jahrhunderts geprägt und auch zum Jahrhundert des Cellos gemacht.

Michel :wink:
Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

6

Donnerstag, 22. Juli 2010, 09:51

Anne-Sophie Mutter

Ob sie wirklich eine »Muse der Neuen Musik« ist, weiß ich nicht (sicherlich nicht im engeren der beiden von Merle angesprochenen Bedeutungen von »Neuer Musik«), doch haben ihr eine Reihe von Komponisten Werke gewidmet, die sie uraufgeführt und eingespielt hat. Aufgrund ihrer Popularität hat sie damit sicherlich eine Art Triggerfunktion für Werke der Gegenwartmusik und erreicht u.U. auch Leute, für die die Geschichte des Violinkonzerts für gewöhnlich ungefähr mit Tschaikowskis op. 35 endet.

Hier mal eine Auswahl:

- Witold Lutoslawski: Chain II für Violine und Orchester (1986)
- Wolfgang Rihm: Gesungene Zeit für Violine und Orchester (1992)
- Krzysztof Penderecki: Violinkonzert Nr. 2, Metamorphosen (1995)
- Krzysztof Penderecki: Sonata per violino e pianoforte Nr. 2 (2000)
- Henri Dutilleux: Sur le même accord für Violine und Orchester (2002)
- Sofia Gubaidulina: In Tempus Praesens für Violine und Orchester (2007)

Und dann naklar noch ein Haufen Zeugs von André Previn (u.a. das Violinkonzert »Anne-Sophie« [2002] :D ).

Adieu,
Algabal
»Dieser Austausch, den wir hier betreiben, ist nichts anderes als ein soziales Spiel.« (Knulp)

Gurnemanz

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7

Donnerstag, 22. Juli 2010, 11:46

Cathy Berberian

Zum Thema gehört vielleicht auch die amerikanische Sängerin Cathy Berberian (1928-84), verheiratet mit dem Komponisten Luciano Berio, der einige Sachen für sie schrieb. Auch John Cage hat für sie komponiert. Soweit nach Wikipedia; selbst erinnere ich mich nur, daß sie in den 1970ern so etwas wie die Vorzeigesängerin der Neuen Musik gewesen sein muß.

:wink:
Es grüßt Gurnemanz

---
-¿Se trata de una cita? -le pregunté.
-Seguramente. Ya no nos quedan más que citas. La lengua es un sistema de citas.

Jorge Luis Borges

8

Donnerstag, 22. Juli 2010, 13:38

Apropos John Cage: Natürlich muss die Aufzählung noch durch den Pianisten (und Komponisten) David Tudor (1926-1996) ergänzt werden, der eng mit Cage kollaborierte und etliche Werke der sog. Avantgarde erstmalig zur Aufführung brachte, u.a. Feldman, La Monte Young, Boulez u.a.

Stockhausen widmete ihm sein Klavierstück VI aus dem Jahre 1955.


:wink:
Wulf
Euer Essen stinkt. (calisto)

9

Donnerstag, 22. Juli 2010, 13:49

der eng mit Cage zusammen kollaborierte


Solange der nicht mit Cage zusammen kollabierte, ist ja alles im grünen Bereich... :D

Adieu,
Algabal
»Dieser Austausch, den wir hier betreiben, ist nichts anderes als ein soziales Spiel.« (Knulp)

10

Donnerstag, 22. Juli 2010, 13:51

Ganz spontan fallen mir Werke von ... Britten ein


Wenn Britten zählt, muss Peter Pears genannt werden. Mehr Muse geht nicht.

11

Donnerstag, 22. Juli 2010, 13:53

der eng mit Cage zusammen kollaborierte


Solange der nicht mit Cage zusammen kollabierte, ist ja alles im grünen Bereich... :D

Adieu,
Algabal
Öhm... :rolleyes: Ok, den kleinen Verdopplungsfeuxpas korrigiert. Schankedön.
Euer Essen stinkt. (calisto)

12

Donnerstag, 22. Juli 2010, 14:38

LaSalle String Quartet

"Several hundred string quartets and other chamber works have been written for the ensemble since its foundation"
Die sind was für's Buch der Rekorde.
Jedenfalls die erste Geige, die anderen halten ja nicht so lange ...

Wer Arditti sagt, muss auch LaSalle sagen :) , die ganz eng zum Darmstädter Kreis gehörten. Das 2. Streichquartett von Ligeti ist für sie, und natürlich Nonos "Fragmente-Stille, An Diotima". Dazu Werke von Kagel, Lutoslawski, Gielen und das ein oder andere, was mir jetzt gerade nicht einfallen will.

Michel
Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

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Donnerstag, 22. Juli 2010, 14:49

RE: LaSalle String Quartet


und das ein oder andere, was mir jetzt gerade nicht einfallen will.


z.B. Pendereckis großartiges 1. Streichquartett. :)
»Dieser Austausch, den wir hier betreiben, ist nichts anderes als ein soziales Spiel.« (Knulp)

14

Donnerstag, 22. Juli 2010, 14:57

Hallo zusammen,

hier kann man sich das Repertoire des Arditti-Quartetts anschauen:

http://www.ownvoice.com/ardittiquartet/repert1.htm

Werke, die sie selber uraufgeführt haben, sind entsprechend markiert.

Die Liste gibt wahrscheinlich einen sehr umfassenden Überblick über die im 20. Jhdt. komponierten Streichquartette. Da bräuchte ich zum Hören ja schon Jahrzehnte :S

Viele Grüße,

Melanie
With music I know happiness (Kurtág)

15

Donnerstag, 22. Juli 2010, 15:06

Vielleicht könnte man auch Dietrich Fischer-Dieskau im Bereich der neueren Vokalmusik dazu rechnen? Seine Intelligenz, die ausgefeilte Nuancierung und seine Anlage des Singens von der Wortbetonung her scheinen eine Reihe von Komponisten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu Werken inspiriert oder zumindest dazu angeregt zu haben, ihn bei der Uraufführung ihrer Vokalwerke als erste Wahl zu betrachten.

Benjamin Britten hat ihm, nachdem er ihn im War Requiem erlebt hatte, die Songs and Proverbs of William Blake gewidmet, zusammen mit Pears hat er außerdem unter Ansermet in der Uraufführung von Brittens Cantata misericordium gesungen.

Inwieweit ihm noch weitere Vokalwerke speziell gewidmet wurden, weiß ich leider nicht, aber außer Britten gibt es noch eine Reihe weiterer moderner Komponisten, die bei mehreren ihrer Werke in der Uraufführung/Premiere auf seine Mitwirkung setzten, z. B. Gottfried von Einem, Werner Henze, Wolfgang Fortner, Ernst Krenek und Aribert Reimann.

Viele Grüße
Federica
The moon looks on them all: the healers and the brilliant talkers, the eccentrics and the silent walkers, the dumpy and the tall.
(W.H. Auden)

16

Donnerstag, 22. Juli 2010, 15:09

An Palm, Rostropowitsch, Berberian und Tudor habe ich natürlich neben dem Arditti String Quartet , für die ja unzähliges geschieben wurde und die echte Akkordarbeiter in der Einstudierung neuer Werke sein müssen, auch gleich gedacht.

Ich mache mal weiter mit zweien, die für die Entwicklung neuer Ausdrucksmöglichkeiten meines Instruments, des Kontrabass , besonders wichtig waren und die beide auch dabei eng an das anküpften und für Komponisten der "klassischen" Musik verwendbar machten, was die Bassisten der Jazz-Avantgarde entwickelt hatten.

Stefano Scodanibbio hat vor allem eng mit Giacinto Scelsi und Luigi Nono zusammengearbeitet. Scelsi hat einiges für und mit ihm geschrieben, Nono hatte seinen Bass im Ohr, wenn er für Bass schrieb, so steht z.B. in der Partitur des Prometeo: “arco mobile à la Stefano Scodanibbio”. Luciano Berios Sequenza XIVb in der Kontrabassversion ist auch für ihn entstanden. Außerdem haben Sylvano Bussotti, Franco Donatoni, Julio Estrada, Brian Ferneyhough, Vinko Globokar, Salvatore Sciarrino, Iannis Xenakis und viele weitere für ihn Werke geschrieben.

Er ist weiterhin als Interpret tätig, meist mit Solowerken oder viel auch mit Rohan de Saram oder Markus Stockhausen, gelegentlich auch im Grenzbereich zwischen Neuer Musik, Freier Improvisation und Free Jazz.

Scodanibbio ist aber auch ein sehr guter Komponist, in der Regel mit Kammermusik für Streicher, z. B. von den Ardittis aufgeührt, auch mit ihm selbst und den Ardittis.

Joëlle Léandre hat ebenfalls sehr eng mit Scelsi zusammengearbeitet, der Werke auch für sie und mit ihr schrieb, ebenso eng auch mit John Cage, woraus ebenfalls Werke für sie entstanden. Auch eine ganze Reihe weiterer Komponisten haben Werke entweder für sie solo oder für sie als Ensemble-Solistin geschrieben, als sie noch 1. Bassistin in Gruppen wie 2E2M, Itinéraire und dem Ensemble Intercontemporain war. Ich habe ihre CDs gerade nicht greiffbar, aber mir fallen z.B. Morton Feldman, Earl Brown und George Lewis ein. Sie hat mehrere CDs mit Werken für Kontrabass solo eingespielt, das meiste davon auch für sie geschrieben. Sie ist aber seit langem vor allem in der Feien Improvisation und dem Free Jazz aktiv.

Weitere herausragende Bassisten, für die Werke geschieben wurden und die einiges uraufgeführt haben, waren Richard Davis, Reggie Workman, J.-F. Jenny-Clark und Aladar Pege, - alle sind bekannter als Jazz-Bassisten, waren aber paralell auch in der neuen Musik tätig, woher sie auch kamen. Das ist wohl kein Zufall. Die Entwicklung des Kontrabass als Soloinstrument im 20. Jahrhundert ist mit seiner enormen Erweiterung des Ausdrucksspektrum und der Spielmöglichkeiten wesentlich von den Bassisten der Jazz-Avantegarde ausgegangen und diesen Grenzgängern zu verdanken. Richard Davis erzählte mit großer Verbitterung, wie er in den 50er und 60er Jahren immer gerufen wurde, wenn es ausnahmsweise mal etwas relativ Schweres für Bass einzustudieren gab und er dann auf einmal auch als 1. Stimmführer der Bassisten in z.B. Verdis Otello aushelfen durfte, er aber als Afro-Amerikaner nie eine Absicherung einer festen Orchester- oder Kammermusikensemblestelle erhielt, obwohl er in Nordamerika zu seiner Zeit auch in der Klassik als der Beste galt..

Vieles, was man zum Teil noch heute, gerade in Deutschland, im klassischen Kontrabassunterricht lernt, z.B. "deutsche Bogenhaltung", Fingersatztechniken der linken Hand, muß man am Besten sofort wieder vergessen, nicht nur um im Jazz auf dem erreichten Niveau überhaupt nur mitspielen zu können, sondern um auch überhaupt eine Chance zu haben, die Solowerke der neuen Musik adäquat einstudieren zu können.

:wink: Matthias

17

Donnerstag, 22. Juli 2010, 16:33

Die Entwicklung der Posaune scheint mit der des Kontrabass vergleichbar: Auch Christian Lindberg nennt Albert Mangelsdorff und Paul Rutherford, hier also zwei europäische Jazzer, als wichtigste Posaunen-Innovatoren im 20. Jahrhundert.

Dazu muß man aber sicherlich auch den Posaunisten und Komponisten Vinko Globokar rechnen. Aber auch er fing mit Jazz an und ist ebenso in der Freien Improvisation zu Hause. Für ihn und im Austausch mit ihm schrieb Berio z.B. seine Sequenza für Posaune. Leibowitz, Stockhausen, Kagel und viele andere schrieben Werke für ihn.

Christian Lindberg ist wahrscheinlich der meistbeschäftigste und einer der versiertesten unter den klassischen Solo-Posaunisten der Gegenwart, für den neben vielen anderen, Xenakis, Berio, Turnage und Schnittke Posaunenkonzerte geschrieben haben.





Auf der Posaunen-solo-CD sind jedoch einige Stücke für Globokar geschrieben.

Ein weiterer wichtiger Anreger auch zahlreicher neuerer Komponisten ist George Lewis, Posaunist, Komponist, Elektro-Akustische-Musik-Tüftler, Free-und Creative-Jazzer, Professor für Philosophie und afro-american Arts, Grenzgänger zwichen den Kunstformen (Musik und Tanz, Raumkunst, Klangskulpturen, Literatur), dem Chicagoer AACM, der Vereinigung von Musikern der "Creative Great Black Music", wie sie ihren Jazz nennen, ebenso angehörend wie an Boulez IRCAM forschend und musikalisch tätig.

Die Brüder Johannes und Konrad Bauer haben ebenfalls immer wieder auch Werke neuer Musik uraufgeführt, die von ihnen angeregt und für sie geschrieben wurden, sind primär aber in der Freien Improvisation und im Avantegarde-Jazz aktiv.

In jüngster Zeit sind einige interessante Werke jüngerer Komponisten, z.B. von Guillermo Gregorio für Jeb Bischop geschrieben worden. Auch Jeb Bischop ist primär in der der experimentellen Jazz-Szene Chicagos aktiv, spielt auch noch Kontrabass und E-Bass und ist auch noch Komponist und studierter Philosoph wie George Lewis.

:wink: Matthias

18

Donnerstag, 22. Juli 2010, 16:52

Fretwork und das Freiburger-Barockorchester

Ein Gamben-Consort und ein HIP-Orchester als Musen der neuen Musik? Ja, beide Ensemble vergeben regelmäßig Komposionsaufträge an Gegenwartskomponisten, führen moderne, für sie geschriebene Werke für alte Instrumente auf und sind auch in neuer Musik sehr versiert.

Fretwork kenne ich mit tollen Kompositionen von George Benjamin und Sir Maxwell Davies, aber wesentlich mehr moderne Komponisten haben für sie komponiert.

Das Freiburger Barockorchester ist mit für sie geschriebenen modernen Werken u. a. von Rebecca Saunders hierdrauf zu hören:



Die interessante Doppel-CD ist immer noch sehr billig zu bekommen. Inzwischen sind das aber lange nicht alle neuen Werke, die für sie geschrieben wurden.

:wink: Matthias

19

Donnerstag, 22. Juli 2010, 17:43

RE: Mstislaw Rostropowitsch

Vor allem aber hat Rostropowitsch im Jahre 1976 zum 80. Geburtstag von Paul Sacher Werke bei einigen der ganz Großen bestellt - hier entstanden für ihn u.a. Messagesquisse von Boulez und Il Ritorno Degli Snovidenia von Berio.


Sind das die Stücke dieser CD?


Paul Sacher ist wohl einer der bedeutendsten Förderer und Mäzene der Musik im 20. Jahrhundert.
Wikipedia:

Zitat

Sacher leitete als Dirigent auch Uraufführungen der von ihm geförderten Werke, so 1937 Bartóks „Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta“, 1940 Ernst Kreneks „Symphonisches Stück für Streichorchester“, 1947 Strawinskys „Concerto en Ré“, 1958 Hans Werner Henzes „Sonata per archi“.
Andere Auftragnehmer waren Conrad Beck, Harrison Birtwistle, Boris Blacher, Willy Burkhard, Elliott Carter, Alfredo Casella, Henri Dutilleux, Wolfgang Fortner, Alberto Ginastera, Cristóbal Halffter, Paul Hindemith, Heinz Holliger, Arthur Honegger, Jacques Ibert, Witold Lutosławski, Gian Francesco Malipiero, Frank Martin, Bohuslav Martinů, Peter Mieg, Wolfgang Rihm, Rolf Urs Ringger, Michael Tippett, Sándor Veress, Wladimir Vogel, Jürg Wyttenbach und weitere. Zu der spätromantischen Musik von Richard Strauss hatte Sacher keine Affinität, gleichwohl hat er, um ihm in seiner wirtschaftlichen und finanziellen Not nach dem deutschen Zusammenbruch zu helfen, ihm den Auftrag für die „Metamorphosen für 23 Solostreicher“ erteilt, die am 25. Januar 1946 mit dem Collegium Musicum Zürich uraufgeführt wurden


Laut dieser Quelle:
http://www.swissinfo.ch/ger/100._Geburts…tml?cid=5143040

hat er über 200 Kompositionsaufträge vergeben.

:wink: Talestri
One word is sufficient. But if one cannot find it?
Virginia Woolf, Jacob's Room

20

Donnerstag, 22. Juli 2010, 17:58

Zitat von »Le Merle Bleu«
Vor allem aber hat Rostropowitsch im Jahre 1976 zum 80. Geburtstag von Paul Sacher Werke bei einigen der ganz Großen bestellt - hier entstanden für ihn u.a. Messagesquisse von Boulez und Il Ritorno Degli Snovidenia von Berio.


Sind das die Stücke dieser CD?


Ja.

:wink: Matthias

21

Donnerstag, 22. Juli 2010, 18:07


Sind das die Stücke dieser CD?



Paul Sacher ist wohl einer der bedeutendsten Förderer und Mäzene der Musik im 20. Jahrhundert.
Zum Teil. Messagesquisse von Boulez ist drauf, das Konzertstück von Berio fehlt (dafür ist ein anderes Stück für Cello solo von Berio drauf), und die Komposition von Henze auf der CD ist von 1981. Ich weiß leider nicht, welche der anderen Stücke auf die Bestellung Rostropowitschs zurück gehen.


Viele Grüße
Michel
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22

Donnerstag, 22. Juli 2010, 18:37

Das Henze Stück ist aber auch für Sacher geschrieben, aber stimmt, so weit ich mich erinnere, für Wolfgang Boettcher. Fortners Stück glaube ich auch. Der Rest aber schon. Muß ich mal nachschauen, wenn ich die CD wieder greiffbar habe.

Wolfgang Boettcher hat zwar nicht die Bedeutung wie Palm und Slawa, ist aber ein weiterer Cellist, für den einiges geschrieben wurde.

Dies ist eine sehr schöne Solo-CD von ihm:



:wink:Matthias

23

Donnerstag, 22. Juli 2010, 19:03

Paul Sacher

Ein haufen Zeugs, das Paul Sacher in Auftrag gegeben oder zumindest angeregt hat, wäre auch in dieser 3 CD-Box zu finden, wenn sie denn nicht gestrichen wäre :cursing: :



Adieu,
Algabal
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24

Freitag, 23. Juli 2010, 09:17

RE: Cathy Berberian

Zum Thema gehört vielleicht auch die amerikanische Sängerin Cathy Berberian (1928-84), verheiratet mit dem Komponisten Luciano Berio, der einige Sachen für sie schrieb. Auch John Cage hat für sie komponiert. Soweit nach Wikipedia; selbst erinnere ich mich nur, daß sie in den 1970ern so etwas wie die Vorzeigesängerin der Neuen Musik gewesen sein muß.

:wink:

Ich glaube, das einschränkende "vielleicht" kann man getrost weglassen... Genau genommen war Cathy Berberian sogar einer der Namen, die ich bei der Threaderöffnung im Hinterkopf hatte. Eine der ganz großen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, meiner persönlichen Meinung nach. :juhu:

Wie viele Werke ihr (zeitweiser) Ehemann Berio für sie geschrieben hat, weiß ich gar nicht so genau. In meiner Sammlung finde ich:
  • Sequenza III
  • Folk Songs (Volksliedbearbeitungen, an deren Entstehung Cathy auch aktiv beteiligt war)
  • Recital for Cathy
  • Circles
  • Omaggio a Joyce
  • Epifanie
Neben dem schon erwähnten John Cage haben auch Sylvano Bussotti, Henry Pousseur und Hans Werner Henze für sie geschrieben. Die englische Wikipedia weiß auch von Kompositionen von William Walton und Igor Strawinsky. Über Walton weiß ich nichts, bei Strawinsky könnte es sich um die Elegy for JFK handeln.




Michel
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Freitag, 23. Juli 2010, 15:38

Karl-Heinz Stockhausen: Chöre für Doris

Hierkann man das Bild der Ausgabe der Stockhausen Edition No. 1 sehen, in der die Chöre für Doris, seine erste Frau, veröffentlicht sind.

Hier gibt es einen Hinweis auf die CD.

Später schrieb Stockhausen v.a. für Katinka Pasver und Suzanne Stephens viele Solostücke, so "Harlekin" oder in der Oper "Licht".

lg vom eifelplatz, Chris.

26

Freitag, 23. Juli 2010, 21:42

Maurizio Pollini

Der große Maurizio Pollini ist nicht nur einer der bekanntesten (und je nach Standpunkt überragenden oder meist überschätzten ;+) ) Interpreten im klassisch-romantischen Repertoire, sondern einer der wichtigsten Interpreten Neuer Klaviermusik. Wer weiß, ob ohne seine Freundschaft zu Nono letzterer jemals für Klavier komponiert hätte? Für Pollini (und Abbado) entstand bis 1972 Como una ola de fuerza y luz (zunächst für Klavier und Orchester, der Vokalpart kam später hinzu), und dann 1976 …sofferte onde serene… für Klavier und Tonband, eines meiner Lieblingsstücke von Nono.

Außer Nono schrieben für Pollini auch (mindestens) Giacomo Manzoni Omaggio a Edgard Varèse, und Salvatore Sciarrino seine Fünfte Klaviersonate.

...

(von Sciarrinos Sonate gibt es anscheinend keine Aufnahme mit Pollini).


Michel
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Samstag, 24. Juli 2010, 01:48

Martin Grubinger

2006 geriet der östrreichische Multipercussionist Martin Grubinger (*1983) durch sein vierstündiges Mammut-Konzert im Wiener Musikverein in die feuilletonistischen Schlagzeilen. Auch wenn das ganze eher an ein dem Zirkus verwandtes Spektakel erinnerte, so darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass Grubinger ein bewundernswerter und hochbegabter Musiker mit weitem Horizont ist. Sein Instrumentarium umfasst Schlaginstrumente aus aller Welt. Er stellt sein Wirken auch in den Dienst von Kursen und Projekten, die sich dem Kampf gegen Rassismus und Intoleranz verschrieben haben.

Uraufgeführt hat er u.a. Werke von Heinz Karl Gruber, Avner Dorman, Rolf Wallin und Anders Koppel.



(Letztere CD enthält Grubers 1983er-Konzert Rough Music, nicht das spätere, das Grubinger geschrieben wurde.)

LG
C.
„Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

28

Samstag, 24. Juli 2010, 19:20

Alfons und Aloys Kontarksy

Die Brüder Kontarsky gehörten zum engeren Kreis der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, wo sie in den 60ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch als Dozenten wirkten. Sie regten zahlreiche Komponisten zu Werken für Klavierduo an, allen voran B.A. Zimmermann (Perspektiven haben sie uraufgeführt, Monologe für 2 Klaviere und das Konzert Dialoge sind ihnen gewidmet), aber auch Ligeti schrieb seine Drei Stücke für zwei Klaviere für die Kontarskys. Wer hat Stockhausens Mantra uraufgeführt? Klar, die Kontarskys. Außerdem mindestens noch Werke von Kelemen, Pousseur, Serocki, Bussoti, Brown, Kagel. Kein Wunder, dass man bei jedem Werk, das zwischen etwa 1955 und 1980 für Klavierduo entstanden ist, automatisch annimmt, es wäre von den beiden Brüdern aus der Taufe gehoben worden... Entgegen anders lautender Gerüchte sind sie Structures von Boulez allerdings nicht von dem Duo uraufgeführt worden - sondern von Boulez/Messiaen für das erste Buch und Boulez/Loriod für das zweite Buch.

Übrigens traten sie mit ihrem Bruder Bernhard auch gelegentlich als Klaviertrio auf - Mauricio Kagel und Wolfgang Fortner haben für sie Werke in dieser Besetzung geschrieben.


Michel
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Samstag, 24. Juli 2010, 19:36

The Kronos Quartet

... darf hier natürlich auf keinen Fall ungenannt bleiben.

Ich kenne länx nicht alle Aufnahmen, aber "Winter was hard" ist schon ein unverzichtbarer Bestandteil der

Diskografie:

1985: Kronos Quartet Plays Music of Thelonious Monk
1985: Mishima: A Life in Four Chapters (Soundtrack, komponiert von Philip Glass)
1986: Kronos Quartet (mit Musik von Peter Sculthorpe, Aulis Sallinen, Philip Glass, Conlon Nancarrow und einem Arrangement von Jimi Hendrix’ Purple Haze)
1986: Music of Bill Evans
1987: White Man Sleeps
1988: John Zorn: Spillane
1988: Terry Riley: Cadenza on the Night Plain
1988: Winter Was Hard (mit Musik von Aulis Sallinen, Terry Riley, Arvo Pärt, Anton Webern, John Zorn, John Lurie, Astor Piazzolla, Alfred Schnittke und Samuel Barber)
1989: Kronos Quartet Plays Terry Riley: Salome Dances for Peace
1989: Steve Reich: Different Trains
1990: Black Angels (including George Crumbs Black Angels)
1991: Witold Lutosławski: String Quartet
1991: Kevin Volans: Hunting:Gathering
1991: Five Tango Sensations (mit Astor Piazzolla)
1991: Henryk Górecki: Already It Is Dusk
1992: Pieces of Africa (Musik sieben afrikanischer Komponisten)
1993: Short Stories
1993: Henryk Górecki: String Quartets Nos. 1 and 2
1993: Morton Feldman: Piano and String Quartet (mit Pianist Aki Takahashi)
1993: At the Grave of Richard Wagner
1993: Bob Ostertag: All the Rage
1994: Night Prayers
1995: Kronos Quartet Performs Philip Glass
1995: Released: 1985-1995
1995: Heat (Filmmusik von Elliot Goldenthal)
1996: Howl, USA (Allen Ginsbergs Gedicht Howl vertont, zusammen mit anderen Stücken aus der Zeit des Kalten Kriegs)
1997: Osvaldo Golijov: The Dreams and Prayers of Isaac the Blind
1997: Tan Dun: Ghost Opera
1997: Early Music
1998: Kronos Quartet Performs Alfred Schnittke: The Complete String Quartets
1998: John Adams: John's Book of Alleged Dances
1999: Kronos Quartet: 25 Years (10 CDs)
1999: Dracula (Filmmusik von Philip Glass)
2000: Requiem for a Dream (Soundtrack von Clint Mansell)
2000: Caravan (mit anderen Künstlern: Zakir Hussain, Taraf de Haïdouks, Kayhan Kalhor, Ziya Tabbassian, Ali Jihad Racy, Souhail Kaspar, Martyn Jones)
2001: Steve Reich: Triple Quartet
2001: Terry Riley: Requiem for Adam
2002: Nuevo (Musik mexikanischer Komponisten)
2003: Alban Berg: Lyric Suite
2003: Harry Partch: U.S. Highball
2003: Peteris Vasks: String Quartet No. 4
2005: Mugam Sayagi: Music of Franghiz Ali-Zadeh
2005: You've Stolen My Heart by Kronos Quartet, Asha Bhosle (Tribut an Rahul Dev Burman)
2006: The Fountain (Soundtrack von Clint Mansell)
2006: Henryk Górecki: String Quartet No. 3 '... songs are sung'
2007: Bloodstone (Kronos Quartet und Amon Tobin) auf Foley Room (Amon Tobin)
2007: Healing the Divide: A Concert For Peace And Reconciliation (Tom Waits und das Kronos Quartet mit Greg Cohen, Dalai Lama, Philip Glass und andere)
2007: Another Version of the Truth (Kronos Quartet und Enrique Gonzalez Muller) auf Y34RZ3R0R3M1X3D (Nine Inch Nails)
2009: Floodplain mit Alim & Fargana Quasimov

Cheerio,

Lavine :wink:
"Argumente sollten vermieden werden. Sie sind stets vulgär - und mitunter überzeugend." (Oscar Wilde)

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Sonntag, 25. Juli 2010, 15:07

Intolleranza 1960



einer der ganz großen Komponisten der zeitgnössischen Moderne Luigi Nono widmetes die Intolleranza 1960 seinem Schwiedervater, den er nie kennenlernte, nämlich dem großen Arnold Schönberg.

Elliott Carters (er wird dieses Jahr 102 Jahre alt) jüngste Komposition aus dem Jahre 2009: What are years (für Kammerorchester + Sopran) ist dem Freund und Pianisten Pierre-Laurent Aimard gewidmet.

Zitat

Der große Maurizio Pollini ist nicht nur einer der bekanntesten (und je nach Standpunkt überragenden oder meist überschätzten ;+) ) Interpreten im klassisch-romantischen Repertoire, sondern einer der wichtigsten Interpreten Neuer Klaviermusik. Wer weiß, ob ohne seine Freundschaft zu Nono letzterer jemals für Klavier komponiert hätte? Für Pollini (und Abbado) entstand bis 1972 [i]Como una ola de fuerza y luz (zunächst für Klavier und Orchester, der Vokalpart kam später hinzu), und dann 1976 …sofferte onde serene… für Klavier und Tonband, eines meiner Lieblingsstücke von Nono.[/i]
neben der Zusammenarbeit mit dem - oft noch unterschätzten ;+) - Maurizio Pollini, ist die Bedeutung von Nonos Zusammenarbeit mit Gidon Kremer und André Richard kaum zu überschätzen...


:wink:
“If somebody was sending rockets into my house where my two daughters sleep at night, I'm going to do everything in my power to stop that.” (2008) „Justice has been done.“ (2011)

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Montag, 26. Juli 2010, 12:21

Elisabeth Chojnacka

Die polnische Cembalistin Elisabeth Chojnacka hat einen erheblichen Anteil daran, dass das Cembalo als Instrument der Neuen Musik überhaupt eine Rolle spielt. Unter den zahlreichen für sie geschriebenen Werken sind sicher diejenigen von György Ligeti die bekanntesten (Passacaglia ungherese und Hungarian Rock - das berühmte Continuum von 1968 allerdings war für Antoinette Vischer entstanden). Noch vor Ligeti hat aber der mit ihr befreundete Iannis Xenakis für sie geschrieben. 1976 entstand zunächst Khoaï für Cembalo. 1981 schrieb Xenakis Komboï für Chojnacka und den Schlagzeuger Sylvio Gualda. Für diese auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombination schrieben auch Mâche und Solal.

......



Michel
Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

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Montag, 26. Juli 2010, 16:40

Brian Ferneyhough komponierte seine Streichquartett "Exordium – Elliotti Carteri in honorem centenarii (2007–08)" für Elliott Carter.
Es wurde am 25.01.08 in Paris vom Arditti String Quartet uraufgeführt (im Zusammenhang eines vollständigen Carter-Streichquartett- Zyklus an dem auch das Pacifica String Quartet und die Julliards beteiligt waren).

Elliott Carter schrieb Riconoscenza für Solovioline (1984) für den 80. Geburtstag des Italienischen Komponisten Goffredo Petrassi



:wink:
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Montag, 26. Juli 2010, 16:42

Brian Ferneyhough komponierte seine Streichquartett "Exordium – Elliotti Carteri in honorem centenarii (2007–08)" für Elliott Carter.

Es geht hier aber um Interpreten als Musen, nicht um andere Komponisten als Musen, stimmt's?
Ceterum censeo Regietheatrum esse delendum.

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Montag, 26. Juli 2010, 16:43

äh ja ich merke es auch gerade...

Elliott Carter ließ sich von seinen Freund Daniel Barenboim dazu überreden, endlich auch mal eine Oper zu komponieren. Sie trägt den Titel "What next" und wurde 1999 durch Barenboim in Berlin uraufgeführt.



:wink:
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Montag, 26. Juli 2010, 17:17

Es geht hier aber um Interpreten als Musen, nicht um andere Komponisten als Musen, stimmt's?
So war's in der Tat eigentlich gedacht ;+) . Genau genommen interessieren mich besonders die Beispiele, wo es gewichtigen Grund zur Annahme gibt, dass die entsprechenden Werke ohne den Einfluss des Interpreten gar nicht entstanden wären.

Michel
Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

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Dienstag, 27. Juli 2010, 21:38

Schönberg: Fantasie für Violine mit Klavierbegleitung op. 47

Arnold Schönberg komponierte 1949 seine beeindruckende Fantasie op. 47 für den US-Geiger Adolf Kodolfsky, der bereits sein Streichtrio op. 45 (das zu den ganz großen Kammermusikwerken zugerechnet werden kann) mit aus der Taufe gehoben hatte. Kodolfsky spielte zusammen mit dem Pianisten Leonard Stein die Uraufführung dieses Meisterwerkes zum 75. Geburtstag Arnold Schönbergs.

"www.youtube.com/watch?v=FbpoAVVvDNk"

:wink:
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Donnerstag, 29. Juli 2010, 16:14

Ivan Fedele: L’orizzonte di Elettra



Ivan Fedeles (geb. 1953, Vertreter der zeitgenössischen Moderne) L’orizzonte di Elettra entstand 1997/2009 + ist dem Geiger Francesco D’Orazio gewidmet, der das Stück auf einer 5-saitigen elektrischen Violine in Verbindung mit Live-Elektronik + Orchester spielt.

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Freitag, 30. Juli 2010, 16:24

Der Soloflötist der Komischen Oper Berlin Werner Tast, welcher der zeitgenössischen Moderne bzw. Avantgarde zugeneigt ist, gab 1976 Friedrich Schenker (geb. 1942) die Anregung eine Flötensinfonie zu komponieren. Es entstand ein fetziges 3-sätziges Werk von ca. 40 Minuten Länge, dass sich jeder Gernhörer der zeitgenössischen Moderne unbedingt reinziehen sollte.



Auch Musiker im großen Kollektiv (Streichquartette bilden kleine Kollektive) fungieren als meisterliche Musen:
Friedrich Goldmann (1941 - 2009 ), den ich inzwischen als Komponisten sehr schätzen gelernt habe, schrieb 1986 seine 3. Sinfonie im Auftrag der Dresdner Staatskapelle, seine 4. Sinfonie 1989 im Auftrag des Radio-Sinfonieorchesters Berlin und sein hammergeiles Klavierkonzert 1979 durch Anregung des Leipziger Gewandhausorchesters. Dieses Klavierkonzert gehört für mich mit zu den gelungensten Werken der Gattung Klavierkonzert der zeitgenössischen Moderne.


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Dienstag, 3. August 2010, 17:31

Milton Babbitt (geb. 1916)– neben z.B. Elliott Carter - einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen US- Avantgarde - komponierte 2004 Concerti for Orchestra, gewidmet dem großen Dirigenten James Levine + auch dem Boston Symphony Orchestra. Leider ist es weder auf CD über Youtube „erhältlich“.

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Mittwoch, 4. August 2010, 14:33

Milton Babbitt: Concerti for Orchestra (2004)

“www.youtube.com/watch?v=TZt6Tfijspo&translated=1”
“www.youtube.com/watch?v=LWGZE1cZfFQ&feature=watch_response”

hatte ich gestern noch über mangelnde Verfügbarkeit dieses Babbitts rumgemault, so ist er ausrechnet während der letzten Nacht in Youtube aufgetaucht.

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