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Zitat
Seine Sonaten für verschiedene Instrumente in Corellischer Manier, die Sammlung Armonico tributo
Ich habe (nur) zwei Aufnahmen:
Und die mit Ensemble 415 unter Chiara Banchini, die auch sehr-sehr gut ist, mehr auf französischer Art gespielt (ich fand kein verlinkbares Bild).


Zitat
) Weißt du mehr drüber?
)
Lieber Deio,
Wie ist das mit Auserlesene ... Instrumentalmusik? Ist die HBS Aufnahme eine Gesamtaufnahme? Sind da nicht 12 Concerti eigentlich? Ich meine mich zu errinern, dass die Sammlung erst später auf 12 erweitert wurde. (Oder verwechsle ich das mit dem Bezug zu Armonico tributo? ...) Weißt du mehr drüber?
Zitat
(Weist du eigentlich dass dein Nick ungarisch ausgesprochen ("de jó!") so ugf. "Das ist aber gut!" - bedeutet?)
Zitat
LG
Dein in der Liebe zur Barockmusik vollkommen gleichgesinnter Forumsfreund
Tamás
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Guten Abend
Die Sammlung "Außerlesene Instrumental-Music" veröffentlichte Muffat 1701 in Passau im Druck als überarbeitete, erweiterte und besser besorgte Ausgabe seiner Sammlung "Arminico Tributo".
In der "Vorred" schrieb Muffat:
"Demnach habe ich meine zwey Blumen-Band /
oder Florilegia lieblicher Ballet-Stuck /
den Ersten zu Augspurg Anno 1695, den anderen aber zu Passau Anno 1698 in Druck außgeben lassen /
überreiche ich Dir / geneigter Leser /
dies erste Versammlung meiner mit Ernst- und Lustgemengter Instrumental-Concerten von einer außerlesener Harmoni deswegen inititulirt /
weilen sie nicht allein die muntere / und auß dem Lullianischen Brumm geschöpfe Lieblichkeit in den Balet-Arien, unverletzt, sondern auch etliche tieffsinnig außgesuchte Affecten der Italiänischen Manier /
unterschiedlich-schertzige Einfäll der Kunst /
und auff mancherley mit sonderbaren Fleiß eingemischte Abwechslungen deß großen Chors mit den einfach besetzten Terzetl in sich hält.
Welche Concerten werden sie wegen der darunter begriffenen Ballet- und anderen Arien, weder zum Kirchendienst /
noch wegen den clarinnen da und dort bald langsam /
und trauchig / bald lustig / und hurtigeingemengten anderen Concepten /
zum Dantzen taugen /
in dem sie nur zur absonderlichen Erquickung des Gehörs Componirt worden /
vornehmlich unter Belustigung großer Fürsten und Herrn /
zur Unterhaltung vornehmer Gäste /
bey herrlichen Mahlzeit / Serenaden / und Zusammenkunfften
der Music-Liebhaber und Virtuosen am füglichsten können produziert werden."
Lese auch viel Silesius - vor allem seine Streitschriften)Die ist wirklich eine Spitzenaufnahme!
Zitat


Auf der Seite von Hyperion Records ( http://www.hyperion-records.co.uk ) fand ich die Antwort auf meine Frage.
Im Armonico Tributo sind 5 Sonaten erhalten, die noch nur mit Solo - Tutti - Angaben zu Concerti werden. Die Auserlesenen sind schon ausgeschriebene Concerti - viele ausgaben beinhalten aber 12 davon, bei der Holland Baroque Societí gint's aber nur 7. Sie lassen da einige weg, oder...?
Weißt du vielleicht welche Nummern der Auserlesenen auf Armonico basieren?
Zitat
Tatsächlich entstanden seine als Armonico Tributo erschienenen fünf Sonaten in Italien,
und infolge von Probeaufführungen in Corellis eigenem Haus sah sich Muffat tief in der
Schuld des italienischen Meisters ob dessen zahlreichen nützlichen Hinweisen in Bezug
auf diesen Stil, „die er mir gnädigerweise übermittelte“.
Der Salzburger Erzbischof starb am 8. Mai 1687, und obwohl Biber und Muffat beide in
den Dienst seines Nachfolgers (Johann Ernst, Graf Thun) übernommen wurden, war
Muffat bald unzufrieden und verabschiedete sich schließlich. 1690 reiste er zur Krönung
von Erzherzog Joseph (dem ältesten Sohn von Kaiser Leopold I.) zum römischen König
nach Augsburg, um dort sein Concerto VIII („Coronatio Augusta“, geschrieben in Salzburg
im Jahr zuvor) aufzuführen, und außerdem überreichte er dem kaiserlichen
Widmungsträger dort persönlich seine Sammlung von zwölf Tokkaten nebst anderen
Orgelwerken (Apparatus musico-organisticus). Später im gleichen Jahr trat er seine letzte
Stellung an, als Kapellmeister am Hof des Bischofs von Passau, Johann Philipp von
Lamberg, in der er bis zu seinem Tod am 23. Februar 1704 verblieb. Während dieser
Passauer Jahre veröffentlichte Muffat fünfzehn Orchestersuiten – Florilegium I (sieben
Suiten, 1695) und Florilegium II (acht Suiten, 1698) – sowie neben seinen zwölf Concerti
grossi (Ausserlesene Instrumental-Musik, 1701) eine Abhandlung zur Generalbasspraxis
(Regulae concentuum partiturae, 1699). Das Vorwort zu dieser letzten Publikation schloss
mit der Ankündigung einer weiteren Sammlung von Orchestersuiten (Florilegium III) –
dieses Werk kam leider nicht mehr zustande.
Die fünf Sonaten des Armonico Tributo wurden 1682 in Salzburg veröffentlicht und sind mit
zwei Violinen, zwei Bratschen und Generalbass besetzt. Auf seine übliche praktische Art
bezeichnete Muffat sie als „Kammersonaten, geeignet für wenige oder viele Instrumente“,
und obwohl die Partitur mit den Buchstaben „T“ und „S“ bezeichnet ist, die auf Tutti bzw.
Solopassagen verweisen, scheinen diese erst nachträglich eingefügt worden zu sein, und
die Musik eignet sich durchaus für Einzelinterpreten. Die vorliegenden Darbietungen
beziehen demzufolge eine scheinbare „Sologruppe“ von zwei Violinen, Cello und
Continuo ein, dazu ein „Tutti“, bestehend aus zwei Bratschen, Bass und Continuo.
Muffat erkundete in späteren Fassungen dieser Stücke offenbar die Möglichkeiten desKonzertprinzips, denn die meisten Sätze finden sich, wenn auch neu bearbeitet, in seinen
zwölf Concerti grossi wieder. (Die Sonate I kommt im Concerto V vor, die Sonate II im
Concerto IV, die Sonate III im Concerto II, die Sonate IV im Concerto XI und die Sonate V
in den Concerti X und XII.)
[...]
Die Sonate I setzt mit einer zweiteiligen Sonata im italienischen Stil ein – eine Passage
erhabener Harmonik geht in eine üppig ausgearbeitete Fuge über. Es folgen drei Tänze im
französischen Stil, unterbrochen durch kurze Grave-Passagen, wie sie bei Corelli häufig
vorkommen.
Die Sonate II beruht auf einem ähnlichen Muster, das hier jedoch etwas erweitert wird.
Händel muss diese Sonate gekannt haben; er verwendete Melodie und Bass der Aria in
einer Anzahl von Werken, unter anderem in Agrippina, einer Blockflötensonate und zwei
Orgelkonzerten.
Auch die Sonate III kombiniert abstrakte Sätze im italienischen Stil mit französischen
Tänzen – auf ein kurzes einleitendes Grave in Blockakkorden folgt eine locker gefügte,
aber glänzend effektvolle Fuge über drei Subjekte, die in fast allen möglichen
Kombinationen und Umkehrungen erklingen. Von den folgenden Sätzen ist insbesondere
das kurze Adagio vor der Gavotta ob seiner kühnen Harmonik bemerkenswert.
Die Sonate IV beginnt wiederum mit einer zweiteiligen Sonata mit einem „Laufbass“ unter
üppigen Vorhalten der Art, wie sie Corelli bekannt machte. Nach einem lebhaften Balletto
ist ein weiterer Lieblingskunstgriff Corellis zu hören – das Alternieren von Adagio-Passagen
für das gesamte Ensemble mit brillanten Soli für die beiden Violinen und Continuo allein.
Auf ein Menuet und ein kurzes Adagio folgt ein als Aria bezeichneter Presto-Satz, der im
Zweiertakt notiert ist, aber als Gigue in 12/8 gespielt werden soll – eine Notierungskonvention,
die oft von deutschen Klavierkomponisten wie Froberger und Böhm benutzt
wurde.
Die Sonate V unterscheidet sich von der Anlage her insofern von den anderen, als sie
nicht mit einer zweiteiligen Sonata, sondern mit einer ausdrucksvollen Allemanda beginnt.
Eine komplexe Fuge wird danach zwischen zwei Adagios eingebettet, die beide wiederum
einen „Laufbass“ und wunderbare harmonische Vorhalte aufweisen. Die Satzfolge endet
mit einer großartigen Passacaglia, die fünfundzwanzig Variationen über einen gängigen
Generalbass enthält – er ist verwandt mit dem, den Bach in den „Goldberg“-Variationen
benutzt. Muffat war auf diesen Satz offenbar besonders stolz, denn er verwendete ihn am
Schluss seiner zwölf Concerti grossi von 1701 erneut in modernisierter Form.


Ob da sich noch etwas im Hintergrund abgespielt hat, worüber wir nichts wissen - möglich, bestätigen kann man das wiederum auch nicht.)

Die Möglichkeit, dass die Missa Salisburgensis vielleicht eine Gemeinschaftsarbeit mehrerer Komponisten (Hofer, Biber, Muffat, sogar vielleicht auch Weichlein?), jetzt mal ausgeklammert: wäre es nicht möglich (obwohl meinen lieben Biber dieses fantastische Werk nicht gerne abspreche) dass es sich dabei um einer der verlorenen Messen Muffats handelt?
Möglich, dass gerade nur, weil Muffat ja weniger wegen seiner geistlichen Musik berühmt geworden ist (Biber ist ja uch erst dann ins Blickfeld geraten, als seine Messen (vor allem die Requiem) wieder ins Hand genommen wurden). Auch Musikwissenschaftler haben Vorurteile (sogar relativ oft!).
Die Möglichkeit, dass die Missa Salisburgensis vielleicht eine Gemeinschaftsarbeit mehrerer Komponisten (Hofer, Biber, Muffat, sogar vielleicht auch Weichlein?), jetzt mal ausgeklammert: wäre es nicht möglich (obwohl meinen lieben Biber dieses fantastische Werk nicht gerne abspreche) dass es sich dabei um einer der verlorenen Messen Muffats handelt?
Das hatte ich auch schon gedacht, aber das scheint niemand ernsthaft in Erwägung zu ziehen ...
Auch Musikwissenschaftler haben Vorurteile (sogar relativ oft!).
Heute morgen hab auch ich die Kelemen-Einspielung erworben:![]()
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Wirklich sehr-sehr gut! Spektakulär und abwechslungsreich registriert, schön interpretiert, mit wunderbarer Soundqualität!![]()
Unbedingt zu empfehlen!
Liebe Grüße
Tamás
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wobei ich die zupackendere Interpretation von Becker-Foss meist vorziehe.
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