Die erste Hälfte einer (hoffentlich) komischen Kurzgeschichte, die zweite Hälfte ist noch in Arbeit...
Manchmal entscheidet sich das Schicksal spontan, etwas Skurriles passieren zu lassen. So auch um 15:22 Uhr an einem für diese Erzählung unwichtigen Datum, als im Handballspiel der weiblichen U18-Mannschaften TSV Herbrechtingen und SG Heidenheim das siebenunddreißigste Tor geworfen wurde, das das Spiel mit 15 zu 22 klar für den SG Heidenheim entschied.
Um 15:22:02 Uhr entschieden sich 47 % der Zuschauer dazu, dem SG standing ovations darzubieten, darunter auch Klaus van Van-den-Sokken. Leider ergoss sich dabei der Inhalt seines Colabechers, den er natürlich nicht erst sorgfältig aus der Hand gelegt hatte, um 15:22:03 Uhr über den Kopf seines Vordermannes Franz Öhse, der sich, da im Fanblock geirrter Anhänger der unterlegenen Mannschaft, entschlossen hatte, vorerst sitzen zu bleiben. Unter Schock stehend vergaß der Mensch diesen Beschluss und schnellte um 15:22:04 Uhr ebenfalls von seinem Sitz. Sein Nebensitzer Andreas Dreher-Ass, gleichfalls Fan der unterlegenen Mannschaft, empörte sich derart darüber, dass ihm der Mund offen stehen blieb, was sich zu seinem Nachteil auswirken sollte, denn um 15:22:06 hatte sich eine euphorische Frau aus der Siegermannschaft dazu entschlossen, den Ball, der ihnen den Sieg eingebracht hatte, ins Publikum zu werfen. Um 15:22:07 kam der Ball bei Andreas an und schlug ihm einen Zahn aus.
Etwa zur gleichen Zeit hatte Franz seinen Schock nun soweit überwunden, dass er imstande war, Klaus anzubrüllen, der, eine Menge von Entschuldigungen, die im Lärm der Menge jedoch untergingen, murmelnd, gerade seinen Pullover auszog, in der Absicht, ihn Franz zum Trocknen seiner Haare zur Verfügung zu stellen. Der drehte sich ob des lauten Schmerzensschreis seines Nebenmannes - der übrigens abrupt in ein Gurgeln überging, als dieser seinen Zahn verschluckte - aber gerade um. Andreas schmetterte den übelwollenden Ball wütend zu Boden, was ihm aber dank dessen physikalischen Eigenschaften, die ihn zum senkrechten Abprallen vom Boden bemächtigten, zusätzlich noch eine blutige Nase bescherte.
Um 15:22:10 hatte Klaus seinen Pullover ausgezogen, war jetzt aber ratlos, ob er diesen dem colatriefenden Franz oder dem naseblutenden Andreas anbieten sollte. Als er bemerkte, dass sich die Menschen rechts neben ihm zum Gehen anschickten, und Franz und Andreas im Moment sowieso nicht auf ihn achteten, zog er den Pullover spontan wieder an und folgte den Gehenden. Um 15:22:15 war er bei der Treppe zwischen den Sitzreihen angekommen, stolperte aber über einen Colabecher und legte sich auf die Schnauze. Noch während des Fallens fragte er sich, wie ungeschickt man sich eigentlich anstellen musste um über einen Colabecher zu stolpern, und das war der letzte Gedanke, bevor er das Bewusstsein verlor. Die Menschen um ihn begannen, nach einem Sanitäter zu rufen; der war gerade aber mit Andreas' Nase beschäftigt. Er hatte sich glücklicherweise in der Nähe befunden und auf einen Ruf Franz' hin gleich zur Stelle sein können.
Alois Nissen, ein ekstatischer Mensch, der den Sanitäter nicht als solchen erkannte, versuchte währenddessen, diesen umzurennen, um an den Ball zu kommen, den die geliebte Spielerin ins Publikum geworfen hatte. Dies gelang ihm sogar, woraufhin um 15:22:18 der zweite Mensch zu Boden ging. Die fatale Situation nach und nach begreifend begann Alois nun gleichfalls, nach einem weiteren Sanitäter zu rufen. Leider gab es einen solchen in der Halle nicht. Ein völlig entnervter Andreas, in der Aufregung keinen Schmerz fühlend und zu allem fähig, gab Alois einen Fausthieb auf den Hinterkopf. Der dritte Mensch ging zu Boden.
Der Sanitäter, welcher noch bei Bewusstsein war, stand um 15:22:24 wieder auf und befand sich nun in einem Gewissenskonflikt, welchem der drei Verletzten er nun helfen solle.