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1 841

Samstag, 14. August 2010, 20:50

Endlich mal wieder genug Muße für eine Oper gehabt: Dank eines freundlichen Forenmitglieds konnte ich einen Mitschnitt aus Bregenz hören:

Mieczyslaw Weinberg (1919-1996):
Die Passagierin - Oper in 2 Akten und 1 Epilog, opus 97 1967/68
Libretto: Alexander Medwedew nach der gleichnamigen Novelle von Zofia Posmysz

Besetzung:
Martha, Polin, Gefangene in Auschwitz 19 J., auf dem Schiff 34 Jahre alt - Elena Kelessidi
Tadeusz, Marthas Verlobter, Gefangener, 25 Jahre alt - Artur Rucinski
Katja, russische Partisanin, Gefangene, 21 Jahre alt - Svetlana Doneva
Krzystina, Polin, Gefangene, 28 Jahre alt - Angelica Voje
Vlasta, Tschechin, Gefangene, 20 Jahre alt - Elzbieta Wróblewska
Hannah, Jüdin, Gefangene, 18 Jahre alt - Agnieszka Rehlis
Ivette, Französin, Gefangene, 15 Jahre alt - Talia Or
Alte, Gefangene - Helen Field
Bronka, ältere Gefangene, ca. 50 Jahre alt - Liuba Sokolova
Lisa, Deutsche, in Auschwitz 22 J., auf dem Schiff 37 Jahre alt - Michelle Breedt
Walter, Lisas Mann, Diplomat, 50 Jahre alt - Roberto Saccà
1., 2., 3., SS-Mann - Tobias Hächler, Wilfried Staber, David Danholt
Älterer Passagier / Steward - Richard Angas
Oberaufseherin / Kapo - Heide Capovilla

Chor: Prager Philharmonischer Chor, Lukáš Vasilek
Orchester: Wiener Symphoniker
Leitung: Teodor Currentzis

Das ist ein Meisterwerk!

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

:wink: Matthias

ThomasBernhard

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1 842

Samstag, 14. August 2010, 22:51

Das booklet ist ziemlicher Stuss, zum Glück ist die CD dennoch sehr schön: geistliche Vokalwerke von Rheinberger und Brahms.
Saint Clement´s Choir, Philadelphia / Peter Richard Conte

"Es gibt halt so Sachen die sind problematisch, und Autobahn geht gar nicht, finde ich." (J. B. Kerner)

1 843

Samstag, 14. August 2010, 22:58

Musik vom us-amerikanischen Komponisten Joseph Schwantner (*1943)



Velocities für Marimba solo (1990)

schön, mit einer fantastischen Evelyn Glennie.

:juhu: :juhu: :juhu:

Konzert f. Schlagzeug u. Orchester (1992/93)

mit Evelyn Glennie , National Symphony Orchestra - Leonard Slatkin

:juhu: :juhu: :juhu:

Gemäßigt modern, aber gut aufgebaut und mit tollen und abwechslungsreichen Schlagzeugsolopassagen, die gut mit dem Orchester verbunden sind.

New Morning For The World (1982)

Vernon E. Jordan Jr. (Sprecher), National Symphony Orchestra - Leonard Slatkin

Martin Luther Kings "Daybreak of Freedom" -Rede ("I have a Dream....") musikalisch effektvoll, aber nicht zu pathetisch orchestral unterlegt.

:wink: Matthias

1 844

Sonntag, 15. August 2010, 00:07

Zur Nacht noch ein bisschen britische Kammermusik:

John Foulds (1880 - 1939)

Sonate für Violoncello und Klavier op. 6 (1905, rev. 1927)

Jo Cole, Violoncello
John Talbot, Klavier




York Bowen (1884 - 1961)

Streichquartett Nr. 2 d-moll op. 41 (1918)

Archaeus Quartet



Davidoff
Verachtet mir die Meister nicht!

1 845

Sonntag, 15. August 2010, 00:08

Habe mich heute mal wieder durch die Sonnen-Quartette Haydns gehört:



Ich liebe die Quartette sehr, auch diese Aufnahme. Ich hätte dennoch gerne eine Alternative (dann aber kein HIP). Durch diverse Hörschnippsel habe ich mich gearbeitet: Die Auryns finde ich ein bisschen zu leichtgewichtig, die Kodalys vielleicht zu brav, von den ABQs gibt es op. 20 wohl leider gar nicht, die Hagens sind vergriffen. Vom Daedalus Quartet gibt es eine Neuaufnahme, die eine positive Rezension auf classicstoday bekam – klingt mir aber irgendwie zu modern.

Hat jemand einen Tipp für mich? ?(

Gruß, Cosima
Steh still, mein Freund, geh nicht vorbey. (Grab des Nicolaus Mente, 1714)

Agravain

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1 846

Sonntag, 15. August 2010, 07:59

Bei mir laufen als Start in den Tag Orchesterwerke von Sir Edward German (1862 - 1936):



Edward German (eigentlich German Edward Jones), der in unseren Breiten weitgehend unbekannt geblieben ist, war zu seiner Zeit in Großbritannien durchaus erfolgreich. Nachdem er von Richard D'Oyly Carte ausgewählt worden war, um Sullivans letzte unvollendet gebliebene "comic opera" The Emerald Isle für das Savoy Theatre zu vervollständigen, verfasste er in Folge selbst eine Reihe von komischen Opern, deren populärste Merrie England und Tom Jones waren.

Die oben abgebildete CD umfasst einige Orchesterwerke Germans aus verschiedenen Phasen seines Schaffens. Die düstere Ouvertüre zu Shakespeares Richard III aus dem Jahre 1889 stammt aus seiner Zeit als musikalischer Leiter und Dirigent des Londoner Globe Theatre, in der er eine ganze Reihe von Bühnenmusiken verfasste.

Seine "symphonische Suite" The Seasons wurde für das Norwich Festival 1899, das Theme and Six Variations 1919 komponiert, wobei er zu diesem Zeitpunkt kaum noch komponierte, sondern sich vornehmlich auf das Dirigieren konzentrierte,

Noch heute wird German - wenn überhaupt - als Komponist von "light music" rezipiert, wobei er sich selbst, der kompositorisch von der deutschen und französischen Tradition und auch von Tschaikowsky nicht unbeeinflusst geblieben war, so nicht festgelegt wissen wollte und gegen Ende seines Lebens aufgrund der Tatsache, dass man ihn kaum als ernsthaften Komponisten erkannte, zunehmend verbitterte.

Insgesamt ist seine Musik im positiven Sinne gefällig, auch in seinen Kompositionen für Orchester. Man hört die Verbundenheit seines Stils mit seiner Zeit und der Tradition des Landes, in dem er lebte. Was German komponierte, es klingt nach den Vergnügungen des Empire, nach Savoy, nach Music Hall, nach dem upper-class London Viktorias und Edwards VII.

:wink: Agravain
Was ein richtiger Musiker sein will, der muß auch eine Speisekarte komponieren können. (Richard Strauss)

Gurnemanz

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1 847

Sonntag, 15. August 2010, 08:29

[...] die Hagens sind vergriffen.
... doch nicht unerreichbar:



Liebe Cosima, wenn ich mich recht erinnere, hat Algabal mal heftig für diese Einspielung geschwärmt (kenne sie selbst nicht). Ich habe op. 20 mit Auryn und Kodaly und finde sie ganz ordentlich (ohne zu schwärmen).

Bei mir nicht Joseph Haydn, sondern Johann Sebastian Bach: Ich höre mich auch heute wieder, wie schon in den letzten Tagen, durch die Präludien und Fugen des Wohltemperirten Claviers, und zwar in der grandiosen Einspielung durch Ottavio Dantone auf dem Cembalo:



:wink:
Es grüßt Gurnemanz

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1 848

Sonntag, 15. August 2010, 09:31

Sonntägliches:



:wink: Agravain
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1 849

Sonntag, 15. August 2010, 10:03

Bei mir auch Bach:


.

Evgeni Koroliov spielt die Inventionen und Sinfonien BWV 772-801.



"Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
Joris-Karl Huysmans

1 850

Sonntag, 15. August 2010, 10:18

Mahler vor weiterem Wagner:

Gustav MAHLER - Sinfonie Nr. 2 ("Auferstehung")

Eva Marton (Sopran)
Jessey Norman (Alt)

Ein nicht näher genannter Chor (wahrscheinlich die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor)

Wiener Philharmoniker
Lorin Maazel (Dirigent)



Hat man auch schon mal packender gehört....

C.

1 851

Sonntag, 15. August 2010, 11:18

[...] die Hagens sind vergriffen.
... doch nicht unerreichbar:



Lieber Gurnemanz,

vielen Dank, aber rund 60 Euro für die Neuware und 37 Euro für eine Gebrauchtware nenne ich dann doch "unerreichbar". ;+) Okay, ein Download wäre noch möglich, aber das kommt für mich nicht in Frage.
Schade, aber vielleicht wird der Haydn (so wie kürzlich der Bartók) auch wieder neu aufgelegt. Ich habe auch nur Positives über die Aufnahme gehört.

Ansonsten: Sonntag = Bach-Zeit, Alexis Weissenberg spielt.



Gruß, Cosima
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Agravain

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1 852

Sonntag, 15. August 2010, 11:30

Bei mir andere Bäche:



Johann Christoph Bach (1642 - 1703), Johann Bach (1604 - 1673), Johann Michael Bach (1648 - 1694) und Johann Ludwig Bach (1677 - 1731)

:wink: Agravain
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Gurnemanz

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1 853

Sonntag, 15. August 2010, 12:01

Schade, aber vielleicht wird der Haydn (so wie kürzlich der Bartók) auch wieder neu aufgelegt.
Hoffe ich ebenfalls. :yes:

Und erneut der große Kantor:

Johann Sebastian Bach: Musicalisches Opfer


Das Ensemble Sonnerie präsentiert eine rundum begeisternde Version in wechselnder kammermusikalischer Besetzung undzeigt auf, wie kühn Bach die harmonischen Möglichkeiten seiner Zeit erkundete, bis in Grenzbereiche, wo es fast nicht mehr aufzugehen scheint. Eine beeindruckende Interpretation!



:wink:
Es grüßt Gurnemanz

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1 854

Sonntag, 15. August 2010, 12:03

Flor Alpaerts (1876 - 1954)

Capriccio für Orchester (1953)

Pallieter - Symphonische Dichtung (1921 - 1924)

Flämisches Rundfunksinfonieorchester
Michel Tabachnik



Pallieter ist die Hauptperson des gleichnamigen Romans des Schriftstellers Felix Timmermans von 1916. In seinem Roman erzählt der flämische Autor die Geschichte des "Lebensgenießers" Pallieter. Obwohl dies nicht in Timmermans´ Sinn war, wurde die Figur zum Symbol für das flämische Volk. Pallieter wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt.

Quelle: Wikipedia

Davidoff
Verachtet mir die Meister nicht!

1 855

Sonntag, 15. August 2010, 12:10

Ich mache weiter mit Haydn-Klaviertrios:



Vielleicht wirkt dies etwas aufmunternd... was für ein trüber Tag heute. ;(
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1 856

Sonntag, 15. August 2010, 12:40

Gerade einen Artikel zu Chopin gelesen. Darin geht es um die Entwicklung des Chopin-Spiels in den letzten Jahrzehnten, u.a. um den Verlust an Eleganz und Verfeinerung – die Qualitäten, die der Autor als Inbegriff des Chopin'schen Schaffens ansieht. P. Feuchtwanger schreibt: Des Weiteren verdanken sich unsere Schwierigkeiten im Begreifen seines in der Tat schwer fassbaren Stils dem Untergang des Belcanto – dieser ruhmreichen und hohen Schule des Gesangs hat Chopin zeit seines Lebens in seinem eigenen Spiel zu folgen gesucht.

Berlioz ging noch weiter: Leider ist außer Chopin selbst niemand befähigt, seine Musik zu spielen. Er allein kennt das Geheimnis.

Schade, dass man keinen Eindruck mehr von Chopins Klavierspiel bekommen kann. Hinweise darauf findet der Autor jedoch u.a. in Ignaz Friedmans Interpretation der Mazurken: War doch sein Spiel, folgen wir den Darstellungen der Zeitgenossen Chopins, dem Stil des Meisters entschieden näher als die sterile Prüderie geläufiger gegenwärtiger Interpretationen.

Lange Vorrede, kurzer Sinn: Ich höre nun Friedmans Chopin. Das ist schon tolles Chopin-Spiel, in der Tat klar, elegant und verfeinert. Wenn man es nur in guter Klangqualität hören könnte,

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Agravain

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1 857

Sonntag, 15. August 2010, 12:47

Buxtehude war ein solcher Ausnahmemusiker, dass der junge Bach 1705 entschied, den genialen Greis von Arnstadt aus zu besuchen, "und zwar zu Fusse", wie uns der Nekrolog sagt. Wie schön, dass eine 400 km Wanderung heutzutage nicht mehr nötig ist, um Buxtehude zu hören... :D

Bei mir nun die Membra Jesu Nostri:



:wink: Agravain
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1 858

Sonntag, 15. August 2010, 13:14

Ernst von Dohnányi (1877 - 1960)

Symphonie Nr. 2 E-Dur op. 40 (1944, rev. 1956)

BBC Philharmonic
Matthias Bamert



Davidoff
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1 859

Sonntag, 15. August 2010, 13:37

Wie schön, dass eine 400 km Wanderung heutzutage nicht mehr nötig ist, um Buxtehude zu hören... :D


:D Wohl wahr! :yes:

Weil das eben so hinreißendes Chopin-Spiel war :juhu: (wo gibt es so etwas heute noch?), jetzt noch mehr von den „großen Alten“. Diese Zusammenstellung ist – auch klangtechnisch – ganz wundervoll: Friedman, Paderewski, Kapell, Cortot, Busoni etc. spielen Études, Nocturnes, Polonaises und Mazurkas.

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Agravain

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1 860

Sonntag, 15. August 2010, 13:54

So, nun ein Ausflug ins Mittelalter, genauer ins Paris des 12. und frühen 13. Jahrhunderts, genauer an die Kathedrale Notre Dame, an welcher zu jener Zeit unter Leitung von Perotin ("Notre-Dame-Schule") das Magnus liber organi entstand, die erste Sammlung drei- und vierstimmiger Organa:



Agravain
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1 861

Sonntag, 15. August 2010, 14:40



Wolfgang Amadeus Mozart: Apollo et Hyacinthus

Es ist schon lange her, dass ich dieses Jugendwerk (ist man mit 11 schon Jugendlicher?) Mozarts gehört habe. Wie so oft, spiegeln sich in den Urteilen mehr die Richter wieder als das Werk. Bei wikipedia findet man etwa

Zitat

Apollo et Hyacinthus ist Mozarts erstes vollständiges Bühnenwerk. Mozart ist natürlich noch weit entfernt von seinen viel später komponierten berühmten Werken. In den zehn Musiknummern finden sich aber bereits die für Mozart typischen wunderbar auskomponierten Melodien und lassen erahnen, dass von dem elfjährigen Schüler noch viel Größeres zu erwarten ist.


Beim Staatstheater Darmstadt meint man

Zitat

Und tatsächlich steht man angesichts der sorgfältigen Instrumentation und der musikalischen Schönheit der Stücke sprachlos vor dem Talent des kindlichen Komponisten.


Arnold Werner-Jensen (Wolfgang Amadeus Mozart, 1990, Bd 2) schreibt:

Zitat

Musikalisch verraten die beiden Teile des Werkes die Handschrift des lernenden kindlichen Komponisten [...] Insgesamt ist die Melodik kleinräumig motivisch gegliedert, noch ohne die späteren, so charakteristischen weiten Bögen Mozarts.


Je mehr Aussagen man liest, umso verwirrter wird man. Nähme man das Werk für sich (ohne die Information, dass es vom 11jährigen Mozart ist), verschwünden wohl die Schalldämpfer vor dem Ohr.

Die Komposition ist weitgehend unselbständig, es sind rhetorische und melodische Formen, wie man sie in zeitgenössischer Musik findet, allerdings mit großem Geschick verwendet. Ein Zeitübel sind die -mE- langen und uninspirierten Secco-Rezitative. Wer denen lyrisches Empfinden ablauscht, hört mit anderen Ohren als ich. An der Instrumentation kann ich nun auch nichts Besondere entdecken. Die Hörner verschaffen dem Klangbild, wo es angestrebt wird, einen herrschaftlich-repräsentativen Gestus.

Es gibt allerdings tatsächlich Stellen, die einem die Ohren abfallen lassen: Das Duett (Nr. 6) hat tatsächlich weite Bögen, auch gibt es sorgsam ausgehörte instrumentale Stellen (als biografisch interessierter würde ich hier vermuten, dass da die erfahrene Hand von Vater Leopold im Spiel war, wie auch bei der Verbesserung des Lateins und seiner Kongruenz zu melodischen Formeln).

Eigentlich gehörte das lateinische Schaupiel um Croesus zu einer historisch informierten Aufzeichnung, denn es gibt eine Vielzahl von Beziehungen zwischen der Hauptstück des Abends und die Intermedien von Mozart. Aber das ist wohl zu viel verlangt.

Liebe Grüße Peter
.
Qu'est ce que cela peut me faire si tous les imbéciles ne jouent pas ma musique.

(Strawinsky)

1 862

Sonntag, 15. August 2010, 14:43

Nun noch Mahlers 9. unter Ancerl: :juhu:



Wünsche noch einen angenehmen Sonntag! :wink:
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1 863

Sonntag, 15. August 2010, 15:01

Vielleicht nicht ganz so gewichtiger Beitrag zur Gattung, dennoch schön:



Edvard Grieg: Symphonie c-moll

Philharmonisches Orchester Bergen
Ole Krisitian Ruud

Ein Frühwerk des romantischen Meisters, ein quasi springdansender Schumann/Mendelssohn, der weitestgehend die so typischen Grieg-Harmonien und Volkstanzrythmen vermissen lässt. Trotz allem ein sehr hörenswertes Werk, das mich zu eingedenk des Entstehungsdatums zu begeistern weiß.

Anschließend wird ein Fragment der geplanten, aber nie über Ansätze hinausgekommenen Oper Olaf Trygvasson op. 50 erklingen. Die zur 3. Szene noch erhaltene Musik ist von einem ganz besonderen Zauber.

:wink:
Wulf
It is a common fault of criticism to pay more attention to the
influences of other composers in a young man's work than to its own
character as music.
(Robert Simpson)

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1 864

Sonntag, 15. August 2010, 15:47

Erst hiermit gelangweilt



und nun damit



X( :sleeping:
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Agravain

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1 865

Sonntag, 15. August 2010, 17:06

Gar nicht gelangweilt mit Purcells Fantasias for strings (Z 732 - 747)



Jetzt hoffentlich auch keine Langeweile mit Morley:



:wink: Agravain
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1 866

Sonntag, 15. August 2010, 17:17

Heute lief Mahler 4 erst mit der L.A. Philharmonic und Esa-Pekka Salonen mit Barbara Hendricks



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Sehr klar und kontrastreich, sehr kraftvoller Kopfsatz.

Dann weiter zurück zu Paul Kletzki, der auch ein wichtiger Mahler-Pionier der Nachkriegszeit war. Hier, 1958, mir dem Philharmonia Orchestra und Emmy Loose.

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Als Download gibt es sie noch, bei mir als "Royal Classics"-CD mit sehr guter TQ für 58, nach Reinhören zum Vergleich, besser als beim EMI-Original.

Meine Erstbegegnung mit Kletzki: Das ist sehr gut, sehr innig, "himmlische Behaglichkeit" voll auskostend, aber dabei überhaupt nicht sentimentalisch und dabei gar noch verwaschen, sondern mit klarem, gut austariertem Klangbild und viel präziser als gerade viele 4. auch heute noch.

Da freue ich mich schon auf die 1.und das LvE mit Kletzki, die auch noch neu und ungehört bei mir rumliegen.

:wink:Matthias

1 867

Sonntag, 15. August 2010, 17:41

Heute lief Mahler 4
Dann weiter zurück zu Paul Kletzki, der auch ein wichtiger Mahler-Pionier der Nachkriegszeit war. Hier, 1958, mir dem Philharmonia Orchestra und Emmy Loose.

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Als Download gibt es sie noch, bei mir als "Royal Classics"-CD mit sehr guter TQ für 58, nach Reinhören zum Vergleich, besser als beim EMI-Original.

Meine Erstbegegnung mit Kletzki: Das ist sehr gut, sehr innig, "himmlische Behaglichkeit" voll auskostend, aber dabei überhaupt nicht sentimentalisch und dabei gar noch verwaschen, sondern mit klarem, gut austariertem Klangbild und viel präziser als gerade viele 4. auch heute noch.

Da freue ich mich schon auf die 1.und das LvE mit Kletzki, die auch noch neu und ungehört bei mir rumliegen.

:wink:Matthias


Ja, die ist toll! Du hast mich drauf gebracht, sie auch einmal wieder anzuhören. Die gibt es aber regulär noch (falls wir die selbe Aufnahme meinen, aus 1957):



Ich würde sie auch so beschreiben, wie Du oben. Die Aufnahme klingt interpretatorisch und klangtechnisch (ich finde den EMI-Klang sehr gut) kein bisschen "alt", im Gegenteil: jung und frisch, schön klar und richtig "mahlerisch".
Meinst Du das "Lied von der Erde" mit Fischer-Dieskau? Bei mir ist sie mit auf der o.g. Doppel-CD - auch eine sehr gute Aufnahme! FiDi gefällt mir hier viel besser als in der Aufnahme unter Bernstein. Musst Du unbedingt anhören. :juhu:
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1 868

Sonntag, 15. August 2010, 17:54

Diese:



Peter Ruzicka: Celan Symphonie
Anne-Carolyn Schlüter (Sopran), Thomas Mohr (Bariton), NDR Sinfonieorchester, Leitung: Peter Ruzicka

:juhu: :juhu: :juhu:

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

1 869

Sonntag, 15. August 2010, 18:17

Die gibt es aber regulär noch (falls wir die selbe Aufnahme meinen, aus 1957):


Habe ich übersehen unter den ganzen Downloads, aber die meine ich, 1957 eingespielt, 1958 erstveröffentlicht.

Meinst Du das "Lied von der Erde" mit Fischer-Dieskau? Bei mir ist sie mit auf der o.g. Doppel-CD - auch eine sehr gute Aufnahme!


Ja, das meine ich, bei mir in älterer Ausgabe mit Mahler Orchesterliedern gekoppelt. Aber es gibt sogar noch eine zweite Einspielung von ihm:



Kennt die jemand?

:wink: Matthias

Agravain

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1 870

Sonntag, 15. August 2010, 18:18

Wieder Lokalpatriotisches.

Von Leibniz an den hannöverschen Hof empfohlen, komponierte Agostino Steffani hier seine Welfenoper "Enrico Leone", die 1689 in Hannover im neu errichteten Schlossopernhaus zur Uraufführung kam:



:wink: Agravain
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1 871

Sonntag, 15. August 2010, 18:41





Auf diese Doppel-CD warte ich via amazon leider schon einige Wochen. Möglicherweise nicht mehr lieferbar :(

Unterdessen die dritte CD dieser Box, die mir immer mehr ans Herz wächst.

Werke von Maxim Berezowsky und Dmitri Bortnyansky (ich belasse es mal bei der englischen Transkription)

:juhu:
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1 872

Sonntag, 15. August 2010, 19:12

Auf diese Doppel-CD warte ich via amazon leider schon einige Wochen. Möglicherweise nicht mehr lieferbar :(


Och, die wird schon noch kommen. :troest: Das Warten lohnt sich aber wirklich! Mal abgesehen von Kletzki, der auch richtig gut ist: Ich finde FiDi als Mahler-Sänger sowieso sensationell. Und allein wie er hier am Ende das „Ewig... Ewig“ interpretiert, das ist zum Heulen schön!

Apropos Mahler und FiDi: Ich höre jetzt die 'Vier Lieder nach Gedichten von Friedrich Rückert':



Auch so eine fantastische Interpretation. Sowohl von FiDi als auch der Berliner Ph. unter Böhm. 'Ich bin der Welt abhanden gekommen'... mein Gott, grandios! Ich bekomme jedes Mal wieder eine Gänsehaut! Dass es so etwas Schönes gibt, unfassbar! :juhu: :juhu: :juhu:
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1 873

Sonntag, 15. August 2010, 19:34

In den letzten Tagen




...und am Ende wieder von vorne... Auch wenn meine Vorliebe für klassische Musik in letzter Zeit vornehmlich der Vokalmusik gilt faszinieren die Zwischenspiele am meisten.

Dann, nach der Auslieferung:


und im anschliessenden 2stündigen Interpretationsvergleich auf DRS2 elektrisierte auf Anhieb eine Aufnahme von Plasson und ich bin gespannt auf den (kompletten) Vergleich wenn die eben bestellte Aufnahme eintrifft.

Zuletzt, am Wochenende, ein sechsstündiger Wagner auf die Ohren der auch Lust macht auf einen neuen Versuch mit der Lektüre von Rienäckers` Buch "Richard Wagner und sein Gewebe".

Und in Köln bleibt alles anders, unser Lokalblättchen schreibt getreu dem Motto `was interessiert mich das Geschwätz von gestern" :wut2:
"http://www.ksta.de/html/artikel/1281431616519.shtml"

1 874

Sonntag, 15. August 2010, 19:44



Hermann Reutter: Andalusiana - Arien und Intermezzi für Sopran und Orchester nach Gedichten von Federico Garcia Lorca

Von Reutter kenne ich nur wenige biografischen Daten, von Lorca eine Menge mehr.

Liebe Grüße Peter
.
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(Strawinsky)

1 875

Sonntag, 15. August 2010, 19:45

Nun noch einer meiner Lieblings-Cellisten: Janos Starker spielt Kodály. IMO ist diese Scheibe fantastisch! Auch der Klang ist toll - hört sich an, als ob Starker hier direkt im Zimmer sitzt und spielt (und schnauft). :)

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1 876

Sonntag, 15. August 2010, 19:53

Hallo,



daraus die 7.Sinfonie von Weinberg.
Hmmm, ich mag Weinberg und ich mag Cembalo. Allerdings lässt mich die Kombination hier ratlos zurück. ?(

Ich habe den Eindruck, man könnte das Cembalo auch komplett weglassen und man würde nichts vermissen.
Na mal sehen, vielleicht gewöhn ich mich ja noch dran.

Gruß
Ralf

1 877

Sonntag, 15. August 2010, 19:57



Reynaldo Hahn: Chansons Girses


Donc, ce sera par un clair jour d'été
Le grand soleil, complice de ma joie,
Fera, parmi le satin et la soie,
Plus belle encor votre chère beauté ;

Le ciel tout bleu, comme une haute tente,
Frissonnera somptueux à longs plis
Sur nos deux fronts [heureux]1 qu'auront pâlis
L'émotion du bonheur et l'attente;

Et quand le soir viendra, l'air sera doux
Qui se jouera, caressant, dans vos voiles,
Et les regards paisibles des étoiles
Bienveillamment souriront aux époux.


Liebe Grüße Peter
.
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(Strawinsky)

1 878

Sonntag, 15. August 2010, 21:14

Zitat

[...] die Hagens sind vergriffen.
... doch nicht unerreichbar:




Eine Aufnahme, bei der einem der Hut weg fliegt (auch wenn die Hagens es mit den Wiederholungen nicht so ernst nehmen) :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Gibt es bei JPC und direkt bei der DG noch als Download, falls das eine Option sein sollte. Hier bei DG sogar in FLAC - d.h. in CD-Qualität

Michel
Kunst ist vom Geist beherrschte Magie. Kunst als erfahrene Möglichkeit von Freiheit. Plötzlich spüren Sie beim Hören etwas fast naturhaft - wie ein Blitz: Und Sie hören als ein Veränderter, sind auf ganz neue Weise dabei. (Helmut Lachenmann)

1 879

Sonntag, 15. August 2010, 21:28


Von Reutter kenne ich nur wenige biografischen Daten, von Lorca eine Menge mehr.


Das wird dem Rest der Welt wohl ähnlich gehen ...

Bei mir läuft diese:



Nicolas Etienne Méhul: Klaviersonaten op. 1, 1-3 + op.2, 1-3
Brigitte Haudebourg, Pianoforte (C. Maene [1989] nach Dulcken, 1794)

:juhu: :juhu: :juhu:

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

1 880

Sonntag, 15. August 2010, 22:13





Nicolas Etienne Méhul: Klaviersonaten op. 1, 1-3 + op.2, 1-3
Brigitte Haudebourg, Pianoforte (C. Maene [1989] nach Dulcken, 1794)


Die Einspielung (und natürlich die Werke und den Komponisten) liebe ich auch. Ein guter Grund, die CD auch einzulegen. Bis eben

Bernd Alois Zimmermann: Rheinische Kirmestänze
BBC Symphony Orchestra
Oliver Knussen


Von meinem Lieblingskomponisten dirigiert von einem anderen Lieblingsdirigenten- & -komponisten ein Lieblingswerk. Schön finde ich den Kommentar vom Boulezian:

Zitat

Last but not least, I come to Bernd Alois Zimmermann’s Rheinische Kirmestänze. It was worth the visit to the Royal Albert Hall just for these. Never having heard them before, I was taken aback by their wicked sense of fun, freely distorting traditional dances for the Cologne carnival in recompositions for seventeen instruments (wind and four double basses). If Petrushka sprang to mind in the first, it was the Stravinskian ghost of Pulcinella that cheekily hovered over the rest, though there was perhaps a dash of the spirit of Webern’s Schubert arrangements too. Bizarre though the claim may sound, the dance in which piccolos sound against oom-pah tuba even reminded me – at a distance – of Vaughan Williams. If we must have a Last Night of the Proms, might we at least hear these pieces, perhaps with works such as the Overture (either of them, or both) to Peter Cornelius’s Barber of Baghdad and Busoni’s Tanzwalzer? Such would go a long way to redeem the ghastly chauvinism that still infects the occasion.


Quelle: hier

Ich habe die Tänze einmal vor Jahren in einem WDR-Konzert gehört, auf Tonband aufzeichnen können - und seitdem freue ich mich über jede Aufführung. Dass Zimmermanns Werk in eine Reihe gestellt mit Stockhausen und Birtwistle von Oliver Knussen aufgeführt wird, ist schon höchst erfreulich, dass es dann aber dieser fantastische Klangkörper des BBC Symphony Orchestra ist, kommt für mich schon ans Optimum eines freudig Erwartetem. Es war das 15. Konzert der diesjährigen Proms.

:vv: auf sechs Minuten BAZI

Liebe Grüße Peter
.
Qu'est ce que cela peut me faire si tous les imbéciles ne jouent pas ma musique.

(Strawinsky)

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