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1

Mittwoch, 2. September 2009, 13:39

Welches Musikstück möchtet Ihr zuletzt hören?

Hallo zusammen,

ich höre gerade NDRKultur und da wird Roger Willemsen gefragt, welches Stück er zuletzt hören möchte.
Er antwortet spontan, daß er ein Stück von John Coltrane hören möchte, a la after the rain - reduzierte, abgeklärte Musik.

Es reizt mich, diese Frage Euch hier einmal zu stellen, sofern es nicht zu persönlich ist.

Persönlich muß ich sagen, daß ich darüber noch nicht nachgedacht habe, aber ich werde in mich gehen und mich äußern.

Nein, ich bin nicht in einer Herbstdepression ;+)

Grüße
Achim

Mina

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2

Mittwoch, 2. September 2009, 14:09

Zu persönlich ist das nicht, aber eine schwierige Frage, die wohl niemand mal eben so beantworten kann.
Wer weiß wie es mal sein wird, vielleicht befinde ich mich ja auf einem sinkenden Schiff, es gibt noch reichlich Champagner aber keinen Platz mehr im Rettungsboot. Dann könnte es durchaus Offenbachs Can-Can oder Georgette Dees Version von „All of me“ sein. Falls das Sterben etwas konventioneller ausfallen sollte wird es aber wohl Mozart werden. Zur Zeit tendiere ich sehr zum Finale aus „Le nozze di Figaro“. „Contessa perdono“. Ergreifender ist Vergebung nie erbeten und nie gewährt worden, und wenn es mal soweit ist haben wir sie wohl dringend nötig, die Vergebung.


Ich habe mal eine Liste gemacht welche Musik auf meiner Beerdigung gespielt werden soll. Eigentlich schade, daß ich das nicht mehr mitkriege, das wird ein echt tolles Konzert ;+)
Ein Paradies ist immer da, wo einer ist, der wo aufpasst, dass kein Depp reinkommt...

Erna

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3

Mittwoch, 2. September 2009, 14:13

Meine Wahl fällt auf: Schubert: Der Tod und das Mädchen gesungen von Gerard Souzay.

Lg Erni
Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont.

4

Mittwoch, 2. September 2009, 14:16

Bei mir Johann Christian Bach: Sinfonia concertante in Es für 2 Violinen, zwei Violen, zwei Oboen, zwei Hörner, Violoncello und Streicher.

Es grüßt Peter
(Und sollte es noch zu einer Zugabe reichen: Mozart: Sinfonia concertante in Es KV 364, II)
.
Qu'est ce que cela peut me faire si tous les imbéciles ne jouent pas ma musique.

(Strawinsky)

5

Mittwoch, 2. September 2009, 14:39

Bei mir wohl die Hl. Danksagung eines Genesenden an die Gottheit (Beethoven op. 132 3. Satz)

Für mich das intensivste an Musik was ich je gehört habe.
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche)

Mina

Badewannenprimadonna

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6

Mittwoch, 2. September 2009, 14:42

Eric-Emanuel Schmitt wünscht sich angeblich "Drei Knäbchen, jung, schön, hold und weise, umschweben euch auf eurer Reise..."
Falls es stimmt wäre das ganz sicher nicht die dümmste Wahl.
Ein Paradies ist immer da, wo einer ist, der wo aufpasst, dass kein Depp reinkommt...

7

Mittwoch, 2. September 2009, 15:03

Tja, das setzt wohl voraus, daß man noch leidlich gut beisammen ist und sich tatsächlich noch auf die Musik konzentrieren kann. Wenn es in diesem Fall auf mich allein ankäme, wäre es wohl eher etwas Heiteres, aber man muß ein wenig auch die nachzulassende Umwelt und das Dekorum bedenken - also kämen etwa die "Sphärenklänge" von Josef Strauß in Betracht. Aber vermutlich würde ich trotz aller Liebe es vielleicht vorziehen, musikalisch unbegleitet sterben. Denn wenn ich mir vorstelle, ich fühle das Ende und es erklingt eines meiner Lieblingsstücke, dann würde mir der Gedanke, es vielleicht nicht mehr bis zum Ende anhören zu können, das Sterben eher vermiesen und mich womöglich in unwürdige Stimmung versetzen. Angenommen, der Onkel Doktor gibt mir aber, ohne zu lügen, noch ausreichend Zeit, dann wäre ich wahrscheinlich unbescheiden und würde mir, wenn schon nicht eine ganze Oper (Mozart, Verdi oder Wagner) so doch eine Symphonie von ausreichender Länge wünschen, also etwa die Pastorale (mit Furtwängler). ;+) Also sicherheitshalber lege ich mir jetzt gleich die Version von 1952 ein; man kann ja nie wissen in meinem Alter... :angel:

Liebe Grüße

Waldi
______________________

Homo sum, ergo inscius.

8

Mittwoch, 2. September 2009, 15:03

Ganz klar:

W.A.Mozart: Ein musikalischer Spaß (KV 522)

:thumbsup:

Momus

Gurnemanz

Impressionistischer Spätromantiker

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9

Mittwoch, 2. September 2009, 15:13

Auch für mich keine Frage, etwas Schlichtes in C-dur:

2. Satz (Andante) aus: Mozart, Klaviersonate G-dur, KV 283.
Es grüßt Gurnemanz

---
Sprechen heißt: in Tautologien verfallen.
Jorge Luis Borges

Amfortas09

Mißtöner

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10

Mittwoch, 2. September 2009, 15:17

vermutlich wird vor oder während des Sterbens nicht der Wunsch nach Musik auffkommen (sondern eher nach chemischen Palliativen bzw. Morphium), vor allem da der Vorgang des Krepierens mit körperlichen Schmerzen, Defäkationen, Atemnot und Blutungen (innnere + äußeren) .. und . und .. und ..verbunden ist. Ganz zu schweigen von der - gelinde gesagt - unerfreulichen eigenen mentalen Disposition... => jetzt - vor allem im Zustand der Gesundheit und statistischen Lebenserwartung - ist für diesem Moment der Wunsch nach Musik kaum vorstellbar.. ?( ?( ?( ?( ?( ?( ?(

:wink:
so ziehe ich den Dummköpfen die Narren vor — deren ich einer bin, was, leider ! gewiss ist... C.B.

11

Mittwoch, 2. September 2009, 15:24

Ich würde dem Tod bei ein paar Schnäpsen das Stück ORGAN²/ASLSP von John Cage abtrotzen.


Gruß
Norbert


12

Mittwoch, 2. September 2009, 15:45

Hallo Waldi,

mit der Pastorale liegst Du sicher nicht falsch,
sie wurde in Soilent green zum Sterben aufgelegt. :thumbup:
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche)

Mina

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13

Mittwoch, 2. September 2009, 15:48

Hoffentlich passiert danach nicht, was sonst noch in Soilent Green passiert außer die Pastorale hören... :hide:
Amfortas, danke für die aufmunternden Worte. ;+)
Ein Paradies ist immer da, wo einer ist, der wo aufpasst, dass kein Depp reinkommt...

14

Mittwoch, 2. September 2009, 16:48

stille Variante:
Schubert, 2. Satz aus dem Streichquintett - danach kann mir alles egal sein

unbescheidene Variante:
Bruckner, 8. Sinfonie - nochmal das Mysterium dieser Welt revue passieren lassen

theatralische Variante
Janacek, Glagolitische Messe - schmerzstillende Wirkung, und letzte Tränen werden ausgedrückt

melancholische Variante:
Berg Violinkonzert - "Es ist genug"
In den Sternenhimmel schaut man ja auch ganz gerne mal und versteht ihn auch nicht (Hudebux)

15

Mittwoch, 2. September 2009, 17:06

Ich kann diese Frage leider nicht ganz unbefangen beantworten, da ich nciht wenige Menschen ins Sterben begleitet habe. Ein ästhetisiertes Sterben mit Konzertprogramm gibt es leider sehr sehr selten.

Angesichts dieser Erfahrung möchte ich nichts als die Nähe eines mir vertrauten Menschen hören und spüren-nach allen Wahrscheinlichkeiten der Lebenserwartung wird das katastrophalerweise nicht mein Mann sein.

Wenn Musik in diesem letzten Moment , dann der Schlusschoral aus der Johannespassion "Ach Herr, lass dein lieb Engelein"- das habe ich auch selbst all meinen Toten gesungen, und wenn ich wirklich in einer Situation sein sollte, in der ich titanicmässig bei voller Gesundheit den Tod vor Augen habe: "Qui la voce sua soave" gesungen von Maria Callas.

F.Q.
Gracias a la vida!

HenningKolf

Musik-, nicht Tonträgersammler

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16

Mittwoch, 2. September 2009, 18:07

Das ist eine Frage, die man möglicherweise stellt, weil man zuviel im Kino oder in der Oper war. Manches Sterben habe ich begleitet, leider war nur ein Tod so vergleichsweise friedlich, dass man hätte auf die Idee kommen können, im Hintergrund leise Musik abzuspielen.

( :stumm: Wenn ich soweit bin, jedenfalls nichts Historisch Informiertes auf Originalinstrumenten. Das Sterben als solches ist schon hart und unangenehm genug :stumm: )

Henning
Stattdessen sind Sie Knall und Fall mitten im Unterricht vom Gymnasium abgegangen.
GULDA: Ja, ich hab' gesagt, Herr Professor, darf ich aufs Klo, und bin nicht wiedergekommen. Ich glaub', es war in der Mathematikstunde .
Warum sind Sie nicht in der Pause gegangen?
GULDA: Das wär' ja fad gewesen. Keiner lacht. Die Tür ist eh offen. Ich wollte schon, daß es prickelt.

17

Mittwoch, 2. September 2009, 18:41

Wir haben an anderer Stelle bereits darüber geredet, welches Musikstück wir als Begleitung zum Weltuntergang hören wollen. Ich nannte damals Schumanns Papillons. Begründung: Die scheinbare Banalität dieser Stücke wird dem Ereignis in seiner Bedeutung gerecht. Dies behalte ich gerne bei, auch wenn in diesem Thread nicht die Welt, sondern nur man selbst untergeht.

Falstaff

18

Mittwoch, 2. September 2009, 19:05

So, ich bin ja auch noch eine Antwort schuldig.

Abgesehen davon, daß es (Amfortas !) nicht passend sein wird, stelle ich mir halt einen "malerischen" Abschied vor.
Als teilweise unernster Mensch würde ich ein optimistisches Zukunftslied wählen wollen, wie Rudi Carell - wann wirds mal wieder richtig Sommer :D .

Realistischer sind meine anderen Vorschläge: Ein Bachsches Klavierkonzert oder Bill Evans - Peace Piece.

Mia schrieb über Musiklisten für ihre Beerdigungsfeier.
Ich möchte eigentlich nicht, daß da mehr als ein Stück gespielt wird. Zum einen finde ich langdauernde Beerdigungsfeiern furchtbar, zum anderen möchte ich den Trauernden nicht die Musikstücke "ruinieren". Es gibt so manches Stück, daß ich wegen der aufwallenden Erinnerung nicht mehr hören kann.

Grüße
achim

19

Mittwoch, 2. September 2009, 19:42

Bei mir wäre es wohl, obschon ich aus der Kirche ausgetreten bin, die Kantate BWV 95 "Christus der ist mein Leben" (analog zu Henning in einer historisch uninformierten Version, z.b. der unter Rilling).

Als Alternative käme noch die E-Dur-Fuge aus dem 2. Teil des Wohltemperierten Klaviers in Frage (ebenfalls historisch uninformiert, nämlich mit Edwin Fischer am Flügel).

Viele Grüße

Bernd

20

Mittwoch, 2. September 2009, 19:46

Das ist eine Frage, die man möglicherweise stellt, weil man zuviel im Kino oder in der Oper war. Manches Sterben habe ich begleitet, leider war nur ein Tod so vergleichsweise friedlich, dass man hätte auf die Idee kommen können, im Hintergrund leise Musik abzuspielen.
Zuviel Kino oder Oper trifft auf mich definitiv nicht zu.
Hingegen habe ich oft die Erfahrung gemacht, mich in der Musik ganz aufgelöst zu fühlen.
Aus meiner Familie kenne ich auch eher den friedlichen Tod (zu Hause). Die Verbindung mit Musik drängt sich mir daher, ohne Oper und Kino, ganz von alleine auf (dabei denke ich übrigens gar nicht an reduzierte Lautstärke).

Der Einwand allerdings, daß man einem Musikstück in der Erinnerung der Hinterbliebenen dauerhaften Schaden zufügen könnte, ist wohl berechtigt. Da werde ich mir vielleicht was ausdenken müssen. Hat hoffentlich noch Zeit...

:wink: Khampan
In den Sternenhimmel schaut man ja auch ganz gerne mal und versteht ihn auch nicht (Hudebux)

21

Mittwoch, 2. September 2009, 19:51

Als Alternative käme noch die E-Dur-Fuge aus dem 2. Teil des Wohltemperierten Klaviers in Frage
gute Wahl, wäre mir nur als letztes Stück zu kurz. Als gelegentlicher Organist spiele ich es gerne bei Beerdigungen am Schluß.
In den Sternenhimmel schaut man ja auch ganz gerne mal und versteht ihn auch nicht (Hudebux)

22

Mittwoch, 2. September 2009, 19:53

Amfortas und Henning haben wohl leider recht, aber nun gut, gesetzt den Fall, mir würde eröffnet, das wird jetzt sehr bald sehr häßlich, wieso eigentlich nicht den eigenen Abschied zelebrieren?

Dann mit einigen sehr guten Freunden ein letztes Whisky- Besäufnis mit ausgiebig Highland Park, Laphroig, Lagavulin, Coal Isla, Ardbeg, Port Ellen und Springbank, reichlich versorgt mit Havanna-Zigarren und rotem Libanesen eine letzte lange Hörnacht geniessen mit in der Reihenfolge: den Violinkonzerten von Nikos Skalkottas und Alban Berg, Charles Mingus Workshop Band - Stormy Weather Blues; John Coltrane mit den Alben - Africa Brass, A Love Supreme, Meditations, Charlie Mariano mit Dino Saluzzi und dem Stück "Plum Island", Laura Nyros "And when i´m die" in der Blood Sweat & Tears Live-Version mit dem langen Tuba-Solo von Dave Bargeron, "St.James Infirmary" mit Allan Toussaint und Marc Ribot und, weil manches auch ohne mich weiter gehen soll, zum Abschluss Hanns Eislers Einheitsfront-Lied in der Version des Charlie Haden Liberation Orchestra und "Vorwärts und nicht Vergessen" in der Version von Heiner Goebbels.

Bis dahin sollte meine Whisky-Menge ausreichend genug gewesen sein, so dass, wer noch laufen kann, die Kiste mit "Funeral for a Friend" von der Dirty Dozen Brass Band aus New Orleans fortschaffen kann.

Klingt doch nicht übel? Vielleicht sollte ich mal ein paar gute Freunde zur Probe einladen? :D

:wink: Matthias

23

Mittwoch, 2. September 2009, 19:57

Welches Musikstück möchtet Ihr zuletzt hören ?

"Highway to Hell" von AC/DC

Entschuldigung Achim ich konnt jetzt grad nicht anders.
Nicht böse sein.
:hide:
_______________________________________________________________________

Man braucht zwei Jahre um sprechen zu lernen und fünfzig, um schweigen zu lernen.

Ernest Hemingway

24

Mittwoch, 2. September 2009, 20:04

Pardon, lieber Gawan, aber ich möchte lieber "Starway to heaven", auch wenn im Inferno angeblich die interessanteren Leute sein sollen.

Aber da ich Etlichen von denen weder im Leben noch danach begegnen möchte, hoffe ich mal drauf, dass es im Paradiso interessanter wird, wenn ich angekommen bin! 8+) :fee: :hide:
Gracias a la vida!

25

Mittwoch, 2. September 2009, 20:18

Welches Musikstück möchtet Ihr zuletzt hören ?

"Highway to Hell" von AC/DC

Entschuldigung Achim ich konnt jetzt grad nicht anders.
Nicht böse sein.
:hide:


Hallo Gawan,

warum sollte ich Dir böse sein :wink: .

Ich bin da ganz bei Dir.

Ich habe doch in dieser erlesenen Klassikrunde mit den geringsten Grund pastoral zu sein, da ich notorisch auch Nicht-Jazz und -Klassik höre :D .
Und Atze-Datze, why not for heaven`s sake.

Grüße
Achim

26

Mittwoch, 2. September 2009, 20:23


Klingt doch nicht übel? Vielleicht sollte ich mal ein paar gute Freunde zur Probe einladen? :D

:wink: Matthias


Mein lieber Matthias,

so eine exquisite Feier probt nicht den Abgang, sondern wird das Leben und den Moment preisen.
Mache und geniesse es ! :thumbsup:

Grüße
Achim

27

Mittwoch, 2. September 2009, 20:37

Lieber Peter, mich hast Du ja immerhin noch und wenn wir zusammen das Paradies unsicher machen, gibt's da endlich mal was zu lachen. In Deine Arme komm ich dann auch geflogen, denn körperlos wie wir sind(Übergewicht löst sich in Wohlgefallen auf- ist das keine tolle Aussicht?- nie mehr Diät!), kann uns das kein eifersüchtiger Gspusi übelnehmen.

Wir schreiben dann die Bibel auf wienerisch mit feschen Gschamsterln im Oamer um und ich dirigiere den Chor der Seligen mit meinem Feenstab mit AC/DC Rhytmen und statt Necktar und Ambrosia gibt's Sachertorte und Bellini.

Unser Markenzeichen sind dann natürlich die gestreiften Flûgel. :angel:

Also halt mir unbedingt einen Platz frei und die Arme auf!



Sollen die Anderne sich in der Hölle langweilen......

:fee:
Gracias a la vida!

HenningKolf

Musik-, nicht Tonträgersammler

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28

Mittwoch, 2. September 2009, 21:30

Das ist eine Frage, die man möglicherweise stellt, weil man zuviel im Kino oder in der Oper war. Manches Sterben habe ich begleitet, leider war nur ein Tod so vergleichsweise friedlich, dass man hätte auf die Idee kommen können, im Hintergrund leise Musik abzuspielen.
Zuviel Kino oder Oper trifft auf mich definitiv nicht zu.
Hingegen habe ich oft die Erfahrung gemacht, mich in der Musik ganz aufgelöst zu fühlen.
Aus meiner Familie kenne ich auch eher den friedlichen Tod (zu Hause).



:wink: Khampan
Dann hast du Glück gehabt....je nachdem woran jemand stirbt kann es auch zu Hause alles andere als friedlich sein.....
Stattdessen sind Sie Knall und Fall mitten im Unterricht vom Gymnasium abgegangen.
GULDA: Ja, ich hab' gesagt, Herr Professor, darf ich aufs Klo, und bin nicht wiedergekommen. Ich glaub', es war in der Mathematikstunde .
Warum sind Sie nicht in der Pause gegangen?
GULDA: Das wär' ja fad gewesen. Keiner lacht. Die Tür ist eh offen. Ich wollte schon, daß es prickelt.

29

Mittwoch, 2. September 2009, 21:38

Nach Thomas Bernhard (ihr wisst schon, welchen ich meine...) waren Goethes letzte Worte nicht "Mehr Licht", sondern

"Mehr nicht"

Falstaff

30

Mittwoch, 2. September 2009, 21:41

Also bei mir wäre es entweder das 3. Klavierkonzert von Rachmaninoff oder das Cellokonzert von Dvorak.....

In beide kann ich mich so sehr versenken wie in sonst kein anderes Musikstück...

LG Mia
"Der Bolero an der zweiten Oboe ist der Senf zum Würstchen des Wahnsinns!"

(arundo donax, genannt Bernd, aber nicht das Brot)

Sorry, aber das ist immer noch die beste Signatur von Welt: Danke an arundo für dieses Statement!!

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31

Mittwoch, 2. September 2009, 22:25

Also bei mir wäre es entweder das 3. Klavierkonzert von Rachmaninoff oder das Cellokonzert von Dvorak.....

In beide kann ich mich so sehr versenken wie in sonst kein anderes Musikstück...

LG Mia


Hallo Mia,
bei Musik, in die ich mich so versenken kann (wäre z.B. Dvorak Cellokonzert und Rachmaninows 2. Klavierkonzert), würde ich nicht sterben wollen, sondern mit dem Schicksal hadern, dass ich sowas Schönes nie mehr hören kann. Vielleicht hätte dann dieser Adrenalinschub wiederbelebende Wirkung.
Gute Nacht
Alexa
"Im Augenblick sehe ich gerade wie Scarpia / Ruggero Raimondi umgemurxt wird, und überlege ob ich einen Schokoladenkuchen essen soll?" oper337

32

Mittwoch, 2. September 2009, 22:38

Naja, ich denke pragmatisch: Nur eine Musik, die einen wirklich zu fesseln vermag, wird einen von den weniger erfreulichen Umständen des eigenen Todes (amfortas hat es ja schon anklingen lassen) ablenken können :S

LG Mia
"Der Bolero an der zweiten Oboe ist der Senf zum Würstchen des Wahnsinns!"

(arundo donax, genannt Bernd, aber nicht das Brot)

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33

Mittwoch, 2. September 2009, 23:15

so eine exquisite Feier probt nicht den Abgang, sondern wird das Leben und den Moment preisen.
Mache und geniesse es !


O.k., Achim, bei der Probe bist du dabei! :D Und `ne Flasche Single Pure Malt nicht vergessen.

Zur "Probe" beginnen wir wohl dann besser noch mit einem kräftigen Dinner, sonst geht am Ende noch was schief und es war dann doch aus Versehen die letzte Vorstellung. ;(

(Traktierte man mich hingegen mit Rachmaninow, ich glaube, ich würde mir noch am Sargdeckel wieder zorneslebendig `rumwütend den Kopf einschlagen. :stumm: Bei meiner Rachmaninow-Allergie, ich krieg dann immer so Hulk-artige Anfälle, schicken die mich dann glatt noch back from hell.)

:wink: Matthias

:wink: Matthias (Huch, wo kommt denn der ´Sssweite her? Muß am Whisky liegen. :wacko: )

34

Mittwoch, 2. September 2009, 23:33

Zitat

Traktierte man mich hingegen mit Rachmaninow, ich glaube, ich würde mir noch am Sargdeckel wieder zorneslebendig `rumwütend den Kopf einschlagen. :stumm: Bei meiner Rachmaninow-Allergie, ich krieg dann immer so Hulk-artige Anfälle, schicken die mich dann glatt noch back from hell.)


Solltest du im Nachbarzimmer liegen, lasse ich ihn extra laut spielen, "damit der nette Herr nebenan, der Klassik so gern mag, auch was davon hat" :rolleyes:

...und die Hoffnung auf back from hell ist somit zunichte gemacht, denn um mit Sartre zu sprechen: die Hölle, das sind die anderen! :rolleyes: :rolleyes:


LG Mia
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(arundo donax, genannt Bernd, aber nicht das Brot)

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35

Mittwoch, 2. September 2009, 23:39

Ich will gar keine Musik hören, wenn es soweit ist.
Die Musik ist in meinem Kopf, und da wird sie wohl auch bleiben.

Hoffentlich hält jemand meine Hand, das ist alles.

Alleine mit mir und dem letzten werde ich trotzdem wie alle anderen sowieso sein.

Wesentlich mehr beschäftigen mich die letzten Gedanken nach dem Tode, VOR dem Hirntod.
Und die Hilflosigkeit.

Und bei meiner Beerdigung verbiete ich jede Form von musikalischer Darbietung auf das energischste!
Den Gedanken, daß dann ein genauso abgebrühter Gruftmucken-Musiker wie ich selber dann aufspielt.........neee, das brauche ich nicht.
Ich hasse Leute, die einfach mitten im Satz

36

Mittwoch, 2. September 2009, 23:47

Zitat

Ich will gar keine Musik hören, wenn es soweit ist.
Die Musik ist in meinem Kopf, und da wird sie wohl auch bleiben.

Hoffentlich hält jemand meine Hand, das ist alles.

Alleine mit mir und dem letzten werde ich trotzdem wie alle anderen sowieso sein.


Ich denke, dass man letztendlich auch keine Musik hören möchte, wenn es soweit ist (es scheint mir wohl eher eine utopische Frage zu sein, man hätte auch fragen können, welche Musik man auf eine einsame Inseln mitnehmen würde). Zumindest habe ich diese Erfahrung bei meinen Patienten gemacht. Man zieht sich in sich selbst zurück, selbst die einem am nächsten Stehenden können nicht den letzten Stück des Weges mit einem gehen..... aber sie können mit ihrer Liebe die Schritte leichter machen..

LG Mia
"Der Bolero an der zweiten Oboe ist der Senf zum Würstchen des Wahnsinns!"

(arundo donax, genannt Bernd, aber nicht das Brot)

Sorry, aber das ist immer noch die beste Signatur von Welt: Danke an arundo für dieses Statement!!

Peter

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37

Donnerstag, 3. September 2009, 00:00

Brr, gruselige Vorstellung...aber für Leute, die zum Tode verurteilt wurden und einen letzten (Hör-)Wunsch frei haben?

Ich selbst bin da erst mal ganz bei Fairy und würde den Schlusschoral aus der Johannes-Passion wählen. Ein innigeres und tröstenderes Kleinod kann ich mir nicht vorstellen. Aber weil das Stück so kurz ist, würde ich doch lieber was Längeres hören wollen und mich für das Brahms-Requiem entscheiden.
So ein paar Ideen für meine Beerdigung hatte ich auch schon, müsste ich mal aufschreiben. Was ich gar nicht möchte ist irgendein mickriger Kirchen-Seniorenchor, der dann mit schmalzigen Liedern noch mal so richtig auf die Tränendrüse drückt. :stern:


Gruß, Peter.
Kaum nimmt Guttenberg kein Haargel mehr, geht Schlecker pleite. Das kann kein Zufall sein!

gioachino

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38

Donnerstag, 3. September 2009, 00:09

So lange ich noch bewusst zuhören kann :

1. Adagio aus dem Streichquintett C - Dur von Schubert ( Hallo Khampan ! )

2. Ich bin der Welt abhanden gekommen ( Mahler )

3. Die zwei blauen Augen von meinem Schatz ( Mahler )



Ciao. Gioachino
miniminiDIFIDI

39

Donnerstag, 3. September 2009, 00:15

Neenee.......
Mia hat es auf den Punkt gebracht und so und nicht anders ist es:

Zitat

Zumindest habe ich diese Erfahrung bei meinen Patienten gemacht. Man zieht sich in sich selbst zurück, selbst die einem am nächsten Stehenden können nicht den letzten Stück des Weges mit einem gehen..... aber sie können mit ihrer Liebe die Schritte leichter machen..

So ist es................................
Alles andere ist.....hüstel........duck..........pathetischer...............äh.............laßen wir das.
Es gibt wohl nichts persönlicheres als den Augenblick der Geburt und den Augenblick des Sterbens, auch wenn ich zum Tode verurteilt worden wäre.......

Tröstendes?
Um Himmels Willen bitte nicht, was soll denn trösten?
Das meiste zieht doch noch weiter nach unten.
Wenn es um's allerletzte geht, dann ist jeder ganz alleine mit sich.

Und ohne Musik.....man stirbt einfach.......

Zum Glück ist dann das, was man als letztes gehört hat, meistens Zufall....
Ich hasse Leute, die einfach mitten im Satz

40

Donnerstag, 3. September 2009, 00:19

Solltest du im Nachbarzimmer liegen, lasse ich ihn extra laut spielen, "damit der nette Herr nebenan, der Klassik so gern mag, auch was davon hat"


Liebste Mia, alles, nur das nicht! :cry: Ich lad dich auch zu meiner Probefeier ein.

abgebrühter Gruftmucken-Musiker


Nicht schlecht, der Ausdruck! Merk ich mir.

:wink: Matthias

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