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Mittwoch, 8. September 2010, 19:57

Bücher zum Thema Filmmusik

Dieser Thread soll eine Art Bibliographie für Bücher werden, die sich mit Filmmusik beschäftigen. Bücher können gerne auch besprochen und / oder diskutiert werden.

Ich fang dann gleich mal an:



"Music and Cinema" ist eine knapp 400-seitige Aufsatzsammlung in englischer Sprache (herausgegeben von James Buhler, Caryl Flinn und David Neumeyer - Wesleyan University Press), die sich dem Thema Filmmusik von verschiedenen Seiten nähert, wie auch ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis und die darin aufgeführten Kapitel zeigt:

PART ONE. Leitmotif: New Debates and Questions

- "Star Wars, Music and Myth" von James Buhler
- "Richard Wagner and the Fantasy of Cinematic Unity: The Idea of the Gesamtkunstwerk in the History and Theory of Film Music" von Scott D. Paulin
- "Leitmotifs and Musical Reference in the Classical Film Score" von Justin London

PART TWO. Beyond Classical Film Music

- "Songlines: Alternative Journeys in Contemporary European Cinema" von Wendy Everett
- "Strategies of Remembrance: Music and History in the New German Cinema" von Caryl Flinn
- "Kansas City Dreamin': Robert Altman's Jazz History Lesson" von Krin Gabbard

PART THREE. Style and Practice in Classical Film Music

- "Music, Drama, Warner Brothers: The Cases of Casablanca and The Maltese Falcon" von Martin Marks
- "Tonal Design and the Aestetic of Pastiche in Herbert Stothart's Maytime" von Ronald Rodman
- "Finding Release: Storm Clouds and The Man Who Knew Too Much" von Murray Pomerance
- "The Money Making Moon River Sound: Thematic Organization and Orchestration in the Film Music of Henry Mancini" von Jeff Smith

PART FOUR. Gender, Ethnicity, Identity

- "Ultrasound: The Feminine in the Age of Mechanical Reproduction" von Michelle Lekas
- "Designing Women: Art Deco, the Musical, and the Female Body" von Lucy Fischer
- "Disciplining Josephine Baker: Gender, Race, and the Limits of Disciplinarity" von Kathryn Kalinak

PART FIVE. Methodological Possibilities

- "Inventing the Cinema Soundtrack: Hollywood's Multiplane Sound System" von Rick Altman, unter Mithilfe von Mcgraw Jones und Sonia Tatroe
- "Film Music: Perspectives from Cognitive Psychology" von Annabel J. Cohen

Ich bin zwar noch nicht ganz durch, kann das Buch aber absolut empfehlen.

DiO :beatnik:
Und am Ende der Meisterschaft, weiß man, wer am meisten schafft. Wer der Meister ist der Welt, der kriegt auch das meiste Geld. Für Geld da kann man vieles kaufen, auch Leute, die dem Ball nachlaufen. - Fredl Fesl

2

Donnerstag, 9. September 2010, 00:29

Hallo DiO,

vielen Dank für diesen lobenswerten neuen Thread! :sev:

Fortsetzen möchte ich Deinen Eröffnungsbeitrag mit der Vorstellung einer herausragenden Buchveröffentlichung zum Thema Filmmusik des britisch-US-amerikanischen Filmhistorikers, Fernseh- und Musikproduzenten Tony Thomas (1927-1997).

Sein bereits in den 70er-Jahren publiziertes Buch 'Film Score - The View from the Podium' wurde 1991 in einer verbesserten und erweiterten Ausgabe unter dem Titel 'Film Score' herausgebracht.
Die deutsche Erstausgabe 'Filmmusik - Die großen Filmkomponisten - ihre Kunst und ihre Technik' (in der Übersetzung von Peter Glaser und herausgegeben von Bernhard Matt) erschien im Jahr 1995 im Wilhelm Heyne Verlag München.

Nach einigen allgemein ins Thema einführenden Worten portraitiert der Autor insgesamt 25 Komponisten, die dieser (fast ausnahmslos) persönlich bestens kannte und mit denen ihn darüber hinaus meist lebenslange Freundschaften verbanden.

Einige der für Thomas prägendsten Filmerlebnisse waren die Errol-Flynn-Filme der späten 30er-Jahre, verbunden mit den sie begleitenden Musiken Erich Wolfgang Korngolds und Max Steiners. Dementsprechend bilden auch die bedeutendsten Tonschöpfer der "Score-Symphonien" dieser Goldenen Ära sowie deren nach- bzw. neoromantische "Nachfahren" den Ausgangs- und Schwerpunkt des 380 Seiten starken Werkes.

Die einfache klare Gliederung des Buches stellt sich so dar, daß der Autor zu Beginn eines jeden Komponisten-Kapitels einen kurzen, aber prägnanten Abriß über Leben und Werk des jeweiligen Komponisten bietet, worauf er diesen anschließend in einem ausführlicheren Essay selbst zu Wort kommen läßt.
Diese Essays basieren entweder auf Beiträgen, die die Komponisten für Thomas' Buch eigenhändig verfaßt haben oder auf vom Autor persönlich geführten Interviews, in welchen diese sowohl über die Funktion von Filmmusik im allgemeinen als auch über die eigene Arbeitsweise und Charakterisierung ihres kompositorischen Schaffens Auskunft geben.
Den Abschluß eines jeden Komponisten-Kapitels bildet dann eine meist vollständige Auflistung der einzelnen Filmmusiken mit Jahresangabe.

Die in dieser sehr persönlichen und anrührenden Weise portraitierten Komponisten sind folgende:

Aaron Copland, Miklos Rózsa, Franz Waxman, Ernest Gold, Max Steiner, Erich Wolfgang Korngold, Hans J. Salter, Bronislau Kaper, Dimitri Tiomkin, John Addison, Georges Delerue, Victor Young, Bernard Herrmann, Alex North, David Raksin, Hugo Friedhofer, Alfred Newman, Elmer Bernstein, Henry Mancini, Fred Steiner, Jerry Fielding, Jerry Goldsmith, Laurence Rosenthal, Leonard Rosenman und John Williams.

Tony Thomas (1927-1997):
Filmmusik - Die großen Filmkomponisten - ihre Kunst und ihre Technik
Hrsg.: Bernhard Matt; Übers.: Peter Glaser
Wilhelm Heyne Verlag München, 1995


:sev: :sev: :sev: :sev: :sev:


Von mir also eine nachdrückliche Empfehlung für dieses herausragende Plädoyer für die Filmmusik!


:wink:
Johannes

3

Donnerstag, 16. September 2010, 00:36

Hallo Johannes!

Keine Ursache! Ich freue mich, wenn sich in den Niederungen dieses Unterforums auch mal andere Menschen außer mir und Aquarius verirren und sogar noch posten! :D

Dieses interessante Buch, in das ich durch Ausleihe einmal hineinlesen konnte, ist momentan nur antiquarisch zu bekommen. Bei diversen Online-Buchhändlern steht schon seit Ewigkeiten, dass der Verlag eine Neuauflage plant, aber passiert ist bisher nix - schade!

"Grundlagen der Wirkung von Filmmusik" von Claudia Bullerjahn, 362 Seiten, Wißner-Verlag.



DiO :beatnik:
Und am Ende der Meisterschaft, weiß man, wer am meisten schafft. Wer der Meister ist der Welt, der kriegt auch das meiste Geld. Für Geld da kann man vieles kaufen, auch Leute, die dem Ball nachlaufen. - Fredl Fesl

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