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merkatz

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1

Sonntag, 17. Juni 2012, 21:06

Was zeichnet eine gute Partitur aus? oder: Lange Titel erschweren die Lesbarkeit

Hallo!

Da ich gerne Partituren lese oder nachschlage, hätte mich einmal interessiert, welche Kriterien eine GUTE Partitur erfüllen muss.

Man hört immer wieder Sachen wie "die Partitur hat keine korrekten Lautstärkebezeichnungen" oder "es fehlt vom Dialog etwas" etc.

Braucht man jetzt immer ein Faksimile zum Vergleich, ob eh jede Note, jede Anweisung, jede Dynamik korrekt übernommen wurde?

Deswegen interessiert mich, welche Eigenschaften eine Partitur UNBEDINGT haben muss, damit sie gut ist. Und was "eine gute Partitur" überhaupt bedeutet.

Liebe Grüße,
merkatz (der schon sehr gespannt ist auf eure Antworten!)
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2

Sonntag, 17. Juni 2012, 23:04

Die mit Noten sind gut.
"...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

Lionel

Akkordhörer

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3

Sonntag, 17. Juni 2012, 23:32

Ich denke, dass bei einer Partitur wichtig ist, dass die Druckqualität sehr gut ist , d. h. dass man alles gut lesen kann. Das fängt schon bei der Auswahl des Papiers an, denn schon Johannes Brahms stellte dies fest, als ihm ein Komponist eine Arbeit zur Prüfung vorlegte. Nachdem Brahms ruhig seine Zigarre rauchte und die Arbeit durchsah, fragte er ganz versonnen: "Menschenskind, wo haben sie denn nur das schöne Notenpapier her ?"
(Angeblich soll es sich bei dem anderen Komponisten um Max Bruch gehandelt haben aber ich konnte das nicht weiter verifizieren.)

Lionel

4

Montag, 18. Juni 2012, 05:18

Zitat

Braucht man jetzt immer ein Faksimile zum Vergleich,

UNBEDINGT!

Alles andere ist Gaslicht.
"Lassen Sie es nicht so enden. Sagen Sie, dass ich etwas gesagt hätte."
Pancho Villa (1878 - 1923)

Gurnemanz

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5

Montag, 18. Juni 2012, 13:16

Hallo merkatz, wenn Du es ganz genau wissen willst, solltest Du zu einer historisch-kritischen Ausgabe des Notentextes, der Dich näher interessiert, greifen.

:wink:
Es grüßt Gurnemanz

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-¿Se trata de una cita? -le pregunté.
-Seguramente. Ya no nos quedan más que citas. La lengua es un sistema de citas.

Jorge Luis Borges

merkatz

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6

Montag, 18. Juni 2012, 13:30

Hallo merkatz, wenn Du es ganz genau wissen willst, solltest Du zu einer historisch-kritischen Ausgabe des Notentextes, der Dich näher interessiert, greifen.
Danke, aber ich habe hier schon genügend fundierte und hilfreiche Antworten bekommen.

Nächstes Mal schaue ich genau, ob Noten drin stehen, und ob auch Schlüssel und Vorzeichen stimmen. :stern:
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Zwielicht

La saison nouvelle

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7

Montag, 18. Juni 2012, 17:44

Und was "eine gute Partitur" überhaupt bedeutet.


Das kommt darauf an, in welcher Funktion Du die Partitur verwenden willst. Als Dirigent, der daraus dirigieren will (bzw. als z.B. Pianist, der aus den Noten spielen will). Als Wissenschaftler, der sich mit dem Werk beschäftigt. Oder wie in Deinem und meinem Fall - als interessierter Laie, der beim Hören mitlesen will und auch sonst gerne mal einen Blick in die Noten wirft.

Wie schon von Gurnemanz erwähnt: Eine historisch-kritische bzw. Urtextausgabe ist sehr sinnvoll. In der Regel kannst Du dann sicher sein, dass Du den vom Komponisten intendierten Notentext vollständig und ohne spätere Hinzufügungen in den Händen hältst (wobei das ist nicht immer so eindeutig ist, aber das würde jetzt zu weit führen).

Man kann darüber streiten, ob man als "interessierter Laie" tatsächlich immer eine Urtextausgabe braucht. Das ist vor allem eine Kostenfrage: Wen Du eine Partitur von Wagners Tristan haben wolltest, müsstest Du als beste Edition sicher auf die bei Schott erscheinende Wagner-Werkausgabe zurückgreifen: für jeden der drei Aufzüge ein stattlicher gebundener Band, Kosten: insgesamt mehrere hundert Euro. Den Nachdruck einer älteren Tristan-Partitur, wenn auch schlechter gebunden, bekommst Du schon für 38 Euro (bzw. gebraucht noch billiger). Hier wage ich zu behaupten: bei Wagner sind die Unterschiede zwischen einer älteren, vielleicht minimal korrumpierten Ausgabe und einer Urtextausgabe nicht so groß, dass Du letztere brauchen würdest.

Anders verhält es sich z.B. mt Bachs Wohltemperierten Klavier: Ich weiß noch genau, wie ich zum erstenmal Noten des WTK in den Händen hielt und sehr erstaunt war, dass der Pianist der gehörten Aufnahme (Gould) sich überhaupt nicht an die zahlreichen Anweisungen in Dynamik, Phrasierung usw. hielt. Natürlich war das eine Ausgabe des 19. Jahrhunderts mit zahlreichen Zutaten des Herausgebers. Die ist aber in der Regel unbrauchbar (es sei denn, Du willst etwas über die Bach-Aufführungspraxis des 19. Jahrhunderts wissen). Heutzutage bekommst Du manchmal schon auf dem Wühltisch den Nachdruck einer Urtextausgabe des WTK für wenige Euro. (Ich nehme aber an, Du interessierst Dich ohnehin nicht für Bachs WTK - schade eigentlich ;+)).

Das sind jetzt Extremfälle. Wir haben schon einmal anhand der del-Mar-Urtextausgabe der Beethoven-Sinfonien kontrovers diskutiert, ob man die als interessierter Laie wirklich braucht:

Beethoven-Sinfonien: Literatur


Über Taschenpartituren allgemein haben wir uns schon hier ausgetauscht:

Taschenpartituren


Wie gesagt: bei Opern - darum geht's Dir ja wohl vor allem - kann der Erwerb einer Urtextausgabe, meist als Teil einer Werk-Gesamtausgabe, sehr schnell sehr teuer werden (wenn's überhaupt eine gibt).

Das in den letzten Jahren quantitativ expolodierende Angebot von Online-Partituren z.B. bei IMSLP kennst Du sicher schon. Aufgrund des Urheberrechts gibt's dort fast nur ältere Ausgaben.


Ansonsten kannst Du beim Erwerb von Partituren natürlich Kriterien in Anschlag bringen, die auch sonst beim Buchkauf wichtig sind: Qualität des Einbands, der Bindung, des Druckbilds, des Papiers usw.

Was mir mit zunehmenden Alter immer wichtiger wird: die Größe des Notenbilds. Solange ich zu eitel oder zu faul oder zu geizig bin, mir eine Lesebrille zu kaufen, werden für mich z.B. kleinformatige Taschenpartituren mit einer groß besetzten Mahler-Sinfonie zunehmend zu einer Qual. 8|


Viele Grüße

Bernd
Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)

merkatz

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8

Montag, 26. November 2012, 16:41

Ahhhhhhh!!!!

HABEN WOLLEN!!

"http://doverpublications.stores.yahoo.net/0486242080.html#productdetails"


Meine Partitur von Hänsel und Gretel sowie vom Freischütz sind ja vom Dover-Verlag. Also wollte ich mir jetzt auch die Salome besorgen, und gehe auf deren Seite ... und sehe dieses (für mich) superschöne Cover, und ausserdem, dass die Größe der Seiten die gleiche ist wie bei HuG, also kein kleines Format.

Leider lese ich da auch, dass aufgrund irgendwelcher Copyright-Problemen kein Versand in Länder der EU erfolgt (ob damit nur Privatpersonen, oder auch Geschäfte gemeint sind, weiß ich nicht).

Gemein! Ich will das haben! Jetzt! Sofort! :cry: :cry:
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9

Montag, 26. November 2012, 16:47

Gemein! Ich will das haben! Jetzt! Sofort!

"...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

merkatz

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10

Montag, 26. November 2012, 17:11

Danke.

Wusste nicht, ob man das Bild hier posten darf.
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11

Montag, 26. November 2012, 17:19

Das ist ein Link zu Amazon, wo Du das Ding kaufen kannst.
"...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

merkatz

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12

Montag, 26. November 2012, 17:54

Habs mir jetzt von einem englischen Shop als "neu" bestellt.

Hoffentlich haut da alles hin ... ist auch die Frage, was "neu" dort bedeutet ... liegt offen im Geschäft herum? Ist verpackt?

Auf jeden Fall waren die 37 Euro vom Preis her am realistischsten.

;+)
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