

Bei den Amazonen gibt es das Reclamheft anscheinend problemlos:Leider habe ich das Buch bei keinem unserer Partner finden können [...]


Im Poulenc-Thread ("Berichte von Opern- und Konzertaufführungen") findet man in Beitrag 10 von Zwielicht eine Einschätzung von Le Forts Novelle.
Zitat
Die ungebrochene Affirmation des katholischen Märtyrergedankens durch Bernanos/Poulenc kann man - je nach weltanschaulicher Disposition - als sehr problematisch empfinden. Mir geht das jedenfalls so. In der zugrundeliegenden Novelle von Gertrud von le Fort ist diese Problematik durchweg präsent und wird durch diverse Kunstgriffe (z.B. Brechung der Erzählerfigur) reflektiert. In Poulencs Libretto ist kaum etwas davon übriggeblieben, allenfalls die Konflikte zwischen Madame Lidoine und Mère Marie [...]
Daraus geht hervor, dass ich die Die Letzte am Schafott künstlerisch interessanter finde als das Libretto zu Poulencs Oper (allerdings weit uninteressanter als die Oper in ihrer Gesamtheit aus Wort und Musik). Trotzdem habe ich zu der Novelle nicht nur wegen ihrer ideologischen Ausrichtung und einiger Stereotypen ein distanziertes Verhältnis, sondern auch aufgrund ihrer eher traditionellen, wenngleich durchaus komplexen ästhetischen Machart. Der Gedanke an eine Re-Lektüre liegt mir z.Zt. also eher fern, muss ich zugeben.
Was mich angeht: Wesentlich interessanter! Vor wenigen Woche habe ich Die Letzte am Schafott gelesen. Die differenzierte Zeichnung der Personen (vor allem Marie de l'Incarnation in ihrer Mischung von Unbeugsamkeit, Klarheit und tiefer Selbstreflexion, aber auch Blanche de la Force in ihrer Angst und mit ihren Versuchen, daraus bzw. damit einen Weg zu finden - beides faszinierende Gegenfiguren) finde ich bei Gertrud von Le Fort gelungener als in der französischen Theaterfassung. Obwohl der offensichtlich programmatisch vertretene Katholizismus der Novelle mich wenig bewegt, finde ich es spannend, mich auf die mir fremden Bewußtseinswelten einzulassen.Ich muss allerdings sagen, dass ich die Novelle mindestens genauso interessant finde wie die Oper.
Grundsätzlich bin ich wie du der Meinung, dass die Novelle das bessere Werk von beiden darstellt, und das, obwohl mir auch Poulencs Oper sehr gut gefällt.
Ich leider nicht; aber Deine Meinung zur Novelle würde mich schon interessieren (sobald Du so weit bist natürlich).Kann jemand etwas hierzu beitragen?
Derzeit erarbeite ich mir die Karmeliterinnen mittels der Nagano-Einspielung und des Klavierauszuges von Ricordi (und um beim Thema zu bleiben: Le Forts Novelle ist bereits auf dem Postweg zu mir). Auf der CD haben mehrere Einzelszenen jeweils ein kurzes Orchestervorspiel. Diese sind im Klavierauszug jedoch nicht abgedruckt. Kann jemand etwas hierzu beitragen?
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