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Areios

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Freitag, 27. August 2010, 00:02

POULENC: "Dialogues des Carmèlites" vs. Gertrud von LE FORT: "Die Letzte am Schafott" - Ein Vergleich

„Alles, was man gemeinhin Vergangenheit nennt, ist im Grunde nur eine leiser und dunkler gewordene Art von Gegenwart.“ Gertrud von Le Fort

Liebe Capricciosi!

Schon lange schwebt mir ein solcher Thread vor, jetzt setze ich ihn ganz einfach um: Allenthalben kann man lesen, dass Poulencs schöne Oper "Dialogues des Carmèlites" nach dem Drama "Die begnadete Angst" von Georges Bernanos komponiert worden sei (wobei das im französischen Original gleich heißt wie die Oper), was auch stimmt; schon seltener wird aber Bernanos' Vorbild, Gertrud von Le Forts Novelle "Die Letzte am Schafott" genannt. Da sich eine Auseinandersetzung mit diesem Werk jedoch lohnt, gerade auch kontrastiv zur Oper Poulencs, möchte ich hier Anregung und Raum dazu geben.

Gertrud von Le Fort, 1876 in Minden in eine protestantische Familie geboren, studierte in Heidelberg und Marburg Theologie, Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte und Literatur und wandte sich nach einer Italienreise 1927 der katholischen Kirche zu. Ihre literarischen Werke, die zum Großteil erst nach der Konversion entstanden, sind Beispiele für die geistige Strömung des "Renouveau catholique", der von Frankreich ausgehend in der ersten Hälfte des 20. Jh. auch im deutschsprachigen Raum Verbreitung fand (Stefan Andres, Gertrud Fussenegger, Franz Werfel u.a.; auch die schwedische Nobelpreisträgerin Sigrid Undset, deren Biographie Parallelen zu jener Gertrud von Le Forts aufweist, wäre als Vertreterin zu nennen). Zu ihrer Zeit gern gelesene Autoren, sind alle Genannten heutzutage eher Geheimtipps, wozu auch die heutzutage nicht mehr gefragte christliche Geisteshaltung der Bücher beigetragen haben dürfte. Das ist freilich schade, denn es handelt sich dabei nicht um billige katholische Propaganda, sondern um sprachlich wie inhaltlich qualitätvolle Literatur, die viele v.a. ethische Fragen aufwerfen kann und in den allermeisten Fällen nicht aus verbohrter Frömmelei, sondern aus Gottsuche und innerem Ringen um Wahrheit verfasst worden ist, und keineswegs stimmen die Überzeugungen und künstlerischen Entscheidungen der Autoren immer mit dem katholischen Lehramt überein.

Eine wichtige Konstante im Werk Gertrud von Le Forts ist das Komplementärpaar menschliches Dulden - göttliches Gnadengeschenk, und gerade das ist auch ein Kernpunkt der "Letzten am Schafott", der sich auch in Poulencs "Dialogues des Carmèlites" wiederfindet: Nur wer sich selbst ganz zurücknimmt und annimmt, was auch immer kommt, kann auch die Gnade annehmen, wenn sie kommt. Noch darüber steht - das lässt sich wohl verallgemeinern - in allen Werken des "Renouveau catholique" das wichtigste Gebot für jeden Christen: die Nächstenliebe.

Die Novelle "Die Letzte am Schafott" wurde 1931 veröffentlicht, in einer Zeit, die für die Autorin wohl zunehmend ungemütlich wurde. Zunächst hielt sie noch Vorträge gegen den Nationalsozialismus und für ein christlich dominiertes Deutschland, 1939 zog sie sich dann in einen kleinen Ort in den bayrischen Alpen zurück und begab sich in innere Emigration und Publikationspause. Es ist jedoch bemerkenswert, wie klar Gertrud von Le Fort bereits 1931 sieht: Auch wenn „Die Letzte am Schafott“ zur Zeit der Französischen Revolution spielt, bezieht sie sich doch auf die Gegenwart, vielleicht unmittelbarer als jedes andere Werk der Autorin. Nach ihren eigenen Angaben wollte sie mit dieser Erzählung die „Todesangst einer ganzen zu Ende gehenden Epoche“ darstellen – die ihrer eigenen. Die Schreckensherrschaft der Jakobiner antizipiert den Nationalsozialismus. Und die Autorin hatte Recht: Hier wie dort kam es zur Verfolgung Andersdenkender und -glaubender, hier wie dort waren Mut und Opferbereitschaft im Widerstand gefordert. Trotzdem hat die Heldin der Novelle stets Angst vor dem Tod: Gertrud von Le Fort zeigt exemplarisch die Kraft, die in der Schwachheit verborgen liegt.

Ich möchte nun Schritt für Schritt die Novelle mit Poulencs Oper vergleichen. Für alle, die mitmachen wollen, gibt es die Novelle sehr preiswert bei Reclam. (edit: Leider habe ich das Buch bei keinem unserer Partner finden können, aber Reclam hat es noch im Katalog. Vielleicht sollte man sich in dieser Sache an den ortsansässigen Fachhandel seines Vertrauens wenden.)



Für Poulencs Oper zwei Empfehlungen, einmal CD, einmal DVD:



Ich hoffe, ein paar Gefährten beim Vergleichen zu finden!

Liebe Grüße,
Areios
"Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.

Gurnemanz

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2

Freitag, 27. August 2010, 15:51

Leider habe ich das Buch bei keinem unserer Partner finden können [...]
Bei den Amazonen gibt es das Reclamheft anscheinend problemlos:



Werd's mal bestellen [Nachtrag: Eben geschehen]. Auf der Bühne erlebt habe ich die Oper noch nicht, besitze dafür eine Aufnahme, die ich für gut halte:


(Orchestre de l'Opéra de Lyon; J. van Dam u. a.; Ltg.: Kent Nagano; Virgin, aufg. 1990; mit Libretto frz./engl./dt.)

Sobald ich mich etwas vertieft habe (kann allerdings noch dauern), kann ich versuchen, halbwegs Erhellendes hier beizutragen. Jedenfalls ein spannendes Thema, lieber Areios!

:wink:
Es grüßt Gurnemanz

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Jorge Luis Borges

Areios

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3

Freitag, 3. September 2010, 21:34

Liebe Capricciosi!

Naja, das Interesse hier hält sich aber schon irgendwie in Grenzen. Ich versichere euch, die Novelle ist a) kurz, b) gut und c) günstig.
Wenn mich nicht alles täuscht, hat Amelia Grimaldi einmal behauptet, die Novelle zu kennen. Lasst uns also noch ein bisschen warten, bis sie aus ihrem wohlverdienten Urlaub zurückkehrt und auch Gurnemanz genesen ist.

Inzwischen kurz zu Aufbau und Konzept der Novelle:

Die gesamte Novelle ist in Briefform gehalten. Ein Adeliger, ehemaliger Sympathisant des Grundgedankens der Revolution, der in Paris verblieben ist, schreibt kurz nach Ende der Jakobinerherrschaft an seine adlige Geliebte im Exil. Sie hat in ihrem vorigen Brief auf die Tapferkeit diverser Frauen dieser Tage im Angesicht des Todes hingewiesen (Charlotte Corday, Marie-Antoinette, Blanche de la Force u.a.). Von letzterer weiß sie nur ihre letzte Tat: dass sie das "Veni creator" der Karmelitinnen von Compiègne zu Ende gesungen hat, aber nicht einmal, dass sie selbst einmal Mitglied dieses Konvents war. Ihr Freund nun erzählt ihr die Lebensgeschichte Blanches, deren Familie er eng verbunden war, und die (jedenfalls deute ich die Schlussworte so) gleichzeitig die Geschichte seiner Rückwendung vom Atheismus der Aufklärung zum christlichen Glauben ist.

Ich habe mir vorgestellt, dass wir zuerst der Reihe nach die Handlung der Novelle mit der Handlung der Oper vergleichen und anschließend verschiedene Charaktere genauer beleuchten, die zwischen Novelle und Oper auch bisweilen eine Wandlung durchgemacht haben.

Liebe Grüße,
Areios
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4

Freitag, 3. September 2010, 23:47

Lieber Areios!


Am Interesse mangelts nicht, nur das Rüstzeug fehlt. Ich wars nicht, die sich über "Die Letzte am Schafott" geäußert hat- und muss mit Schande gestehen, dass ich die Novelle nicht kenne.

Im Poulenc-Thread ("Berichte von Opern- und Konzertaufführungen") findet man in Beitrag 10 von Zwielicht eine Einschätzung von Le Forts Novelle. Vielleicht will er sich hier intensiver dazu äußern.


Liebe Grüße,
:wink:
Renate
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Zwielicht

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Samstag, 4. September 2010, 17:29

Im Poulenc-Thread ("Berichte von Opern- und Konzertaufführungen") findet man in Beitrag 10 von Zwielicht eine Einschätzung von Le Forts Novelle.


Stimmt, ich hatte die Novelle im Vorfeld der Münchner Aufführung gelesen. Im Thread zu dieser Produktion habe ich ja versucht, den ideologischen Kontext der Oper und ihres Erfolgs in den 50er Jahren zu benennen und zu diesem Zweck auch einen Seitenblick auf die Novelle geworfen:

Zitat

Die ungebrochene Affirmation des katholischen Märtyrergedankens durch Bernanos/Poulenc kann man - je nach weltanschaulicher Disposition - als sehr problematisch empfinden. Mir geht das jedenfalls so. In der zugrundeliegenden Novelle von Gertrud von le Fort ist diese Problematik durchweg präsent und wird durch diverse Kunstgriffe (z.B. Brechung der Erzählerfigur) reflektiert. In Poulencs Libretto ist kaum etwas davon übriggeblieben, allenfalls die Konflikte zwischen Madame Lidoine und Mère Marie [...]


Daraus geht hervor, dass ich die Die Letzte am Schafott künstlerisch interessanter finde als das Libretto zu Poulencs Oper (allerdings weit uninteressanter als die Oper in ihrer Gesamtheit aus Wort und Musik). Trotzdem habe ich zu der Novelle nicht nur wegen ihrer ideologischen Ausrichtung und einiger Stereotypen ein distanziertes Verhältnis, sondern auch aufgrund ihrer eher traditionellen, wenngleich durchaus komplexen ästhetischen Machart. Der Gedanke an eine Re-Lektüre liegt mir z.Zt. also eher fern, muss ich zugeben.


Viele Grüße

Bernd
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Areios

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6

Samstag, 4. September 2010, 17:40


Daraus geht hervor, dass ich die Die Letzte am Schafott künstlerisch interessanter finde als das Libretto zu Poulencs Oper (allerdings weit uninteressanter als die Oper in ihrer Gesamtheit aus Wort und Musik). Trotzdem habe ich zu der Novelle nicht nur wegen ihrer ideologischen Ausrichtung und einiger Stereotypen ein distanziertes Verhältnis, sondern auch aufgrund ihrer eher traditionellen, wenngleich durchaus komplexen ästhetischen Machart. Der Gedanke an eine Re-Lektüre liegt mir z.Zt. also eher fern, muss ich zugeben.


Naja, aber du kannst vielleicht trotzdem hin und wieder auch aus dem Gedächtnis noch ein paar Gedanken in diesen Thread einbringen. Ich muss allerdings sagen, dass ich die Novelle mindestens genauso interessant finde wie die Oper. Das Libretto (und das liegt wahrscheinlich schon am Drama von Georges Bernanos, das ich allerdings nicht kenne) liegt auch für mich weit unter der Novelle, und Poulencs Musik leistet hier wirklich Außerordentliches. - Aber genau um solche Fragen soll es hier ja gehen: Wie sind die Personen in der Novelle, wie im Libretto gezeichnet? Und welche zusätzlichen Informationen bietet Poulencs Musik?

Natürlich habe ich hier den Vorteil, dass mir die Novelle auch in ihrer Geisteshaltung (von Ideologie möchte ich hier ungern sprechen, auch, weil Gertrud von Le Fort die Sache sehr differenziert anpackt) recht nahe steht.

Liebe Grüße,
Areios
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Gurnemanz

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7

Donnerstag, 30. September 2010, 21:42

Ich muss allerdings sagen, dass ich die Novelle mindestens genauso interessant finde wie die Oper.
Was mich angeht: Wesentlich interessanter! Vor wenigen Woche habe ich Die Letzte am Schafott gelesen. Die differenzierte Zeichnung der Personen (vor allem Marie de l'Incarnation in ihrer Mischung von Unbeugsamkeit, Klarheit und tiefer Selbstreflexion, aber auch Blanche de la Force in ihrer Angst und mit ihren Versuchen, daraus bzw. damit einen Weg zu finden - beides faszinierende Gegenfiguren) finde ich bei Gertrud von Le Fort gelungener als in der französischen Theaterfassung. Obwohl der offensichtlich programmatisch vertretene Katholizismus der Novelle mich wenig bewegt, finde ich es spannend, mich auf die mir fremden Bewußtseinswelten einzulassen.

Im nächsten Jahr hoffe ich bei einer Premiere von Dialogues des Carmèlites in Stuttgart dabeisein zu können; spätestens dann will ich mich mit der Oper und der Novelle noch näher befassen.

:wink:
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Donnerstag, 30. September 2010, 22:57

Lieber Gurnemanz!

Ja, da stimme ich dir zu. Der differenzierte Charakter, den Marie de l'Incarnation in der Novelle hat, wurde von Bernanos völlig versiebt, da hilft nicht mal mehr Poulencs Musik. So kommt es in der Oper zu der sehr unglücklichen Situation, dass jene Person, die am meisten Aktionen setzt, gleichzeitig die mit Abstand blasseste ist. Aber Madame Lidoine wäre es ja um ein Haar nicht viel besser gegangen, die reißt auch nur ihre letzte Szene im Gefängnis mit der wunderschönen Arie "Mes filles, voilà que s'achève notre première nuit de prison" heraus. Das mögen zwar unvermeidliche Kollateralschäden sein, wenn man einen narrativen Text in ein Libretto umformt, aber so kollateral wie im Fall von Marie de l'Incarnation hätten sie dann auch nicht sein müssen.

Genau solche Probleme wollte ich in diesem Thread auch thematisieren; inwieweit nämlich sich Novelle und Oper unterscheiden und welche Auswirkungen die Änderungen haben. Grundsätzlich bin ich wie du der Meinung, dass die Novelle das bessere Werk von beiden darstellt, und das, obwohl mir auch Poulencs Oper sehr gut gefällt.

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Areios
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Donnerstag, 30. September 2010, 23:13

Grundsätzlich bin ich wie du der Meinung, dass die Novelle das bessere Werk von beiden darstellt, und das, obwohl mir auch Poulencs Oper sehr gut gefällt.
:thumbup: Vermutlich auch sprachlich besser - jedenfalls wenn ich die deutsche Übersetzung des Librettos heranziehe. Gerade in dieser Hinsicht finde ich Gertrud von Le Fort beeindruckend!

:wink:
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Hebre

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Freitag, 1. Oktober 2010, 19:15

Hallo,
ich kenne auch sowohl die Oper als auch die Novelle und bin in jedem Fall neugierig auf die Diskussion.
Der Stoff fasziniert mich, weil der Umgang mit Angst eines der großen Menschheitsthemen ist, war und bleibt; geschichtlich einerseits und für jeden einzelnen von uns auch.
Heike
„Wahrscheinlich werden künftige Generationen sich erinnern, dass dieses Jahrhundert das ,Century of Recordings’ war, in dem die Menschen auf die seltsame Idee verfielen, man könne Musik in kleine Plastikteile einfrieren. Mich erinnert das an die Idee der Ägypter vom Leben nach dem Tod. Eine ungesunde Idee. Studiomusik ist eine Verirrung des 20. Jahrhunderts. Das wird verschwinden.“ (F. Rzewski, Komponist, in der FAZ vom 21.4.2012)

11

Samstag, 13. November 2010, 09:46

Eine Expertenfrage, die nicht wirklich in diesen Thread passt:

Derzeit erarbeite ich mir die Karmeliterinnen mittels der Nagano-Einspielung und des Klavierauszuges von Ricordi (und um beim Thema zu bleiben: Le Forts Novelle ist bereits auf dem Postweg zu mir). Auf der CD haben mehrere Einzelszenen jeweils ein kurzes Orchestervorspiel. Diese sind im Klavierauszug jedoch nicht abgedruckt. Kann jemand etwas hierzu beitragen?

Beste Grüße,
Falstaff

Gurnemanz

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Samstag, 13. November 2010, 10:40

Kann jemand etwas hierzu beitragen?
Ich leider nicht; aber Deine Meinung zur Novelle würde mich schon interessieren (sobald Du so weit bist natürlich).

:wink:
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Sonntag, 14. November 2010, 01:09

Derzeit erarbeite ich mir die Karmeliterinnen mittels der Nagano-Einspielung und des Klavierauszuges von Ricordi (und um beim Thema zu bleiben: Le Forts Novelle ist bereits auf dem Postweg zu mir). Auf der CD haben mehrere Einzelszenen jeweils ein kurzes Orchestervorspiel. Diese sind im Klavierauszug jedoch nicht abgedruckt. Kann jemand etwas hierzu beitragen?


Sowohl bei der Mailänder Uraufführungsserie als auch bei den ersten Pariser Aufführungen 1957 existierten noch keine Zwischenspiele. Poulenc hat sie in erster Linie komponiert, um die langen Umbaupausen zwischen den Szenenwechseln der Pariser Inszenierung auszufüllen. Davon abgesehen sind die nachkomponierten Stücke sicher nicht zum Schaden der Oper, enthalten sie doch z.T. großartige Musik. Zum Zeitpunkt der Entstehung war der Klavierauszug bereits gedruckt, deshalb fehlen dort die Zwischenspiele. Heutzutage werden sie aber m.W. immer mit aufgeführt.


Viele Grüße

Bernd
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14

Sonntag, 14. November 2010, 10:38

Vielen Dank für die Informationen, Bernd. Die Musik der Karmeliterinnen finde ich überaus faszinierend. Stark zurückgenommen, dezent, aber dennoch immer wieder melodiös, zunächst mit scheinbar schlichten Formen aufwartend. Weitere Werke von Poulenc kenne ich noch nicht.

@Gurnemanz: Zur Novelle will ich hier gerne ertwas schreiben, sobald ich sie gelesen habe.

Beste Grüße,
Falstaff

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Freitag, 1. Juli 2011, 23:43

Ich frage mal in diesem thread, weil es noch keinen eigenen zur Oper selbst gibt:

Kann mir jemand sagen, auf welche Art die Schläge der Guillotine in der Partitur beschrieben sind?
Danke,
Heike
„Wahrscheinlich werden künftige Generationen sich erinnern, dass dieses Jahrhundert das ,Century of Recordings’ war, in dem die Menschen auf die seltsame Idee verfielen, man könne Musik in kleine Plastikteile einfrieren. Mich erinnert das an die Idee der Ägypter vom Leben nach dem Tod. Eine ungesunde Idee. Studiomusik ist eine Verirrung des 20. Jahrhunderts. Das wird verschwinden.“ (F. Rzewski, Komponist, in der FAZ vom 21.4.2012)

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Samstag, 2. Juli 2011, 01:32

Ich frage mal unseren Dirigenten, wir haben das Werk diese Saison ja auch gespielt und ich denke, daß es da irgendeine Anweisung in der Partitur geben muß, welche ich in meinem Cellopart natürlich nicht sehe.
Ich hasse Leute, die einfach mitten im Satz

Hebre

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Samstag, 2. Juli 2011, 11:27

Danke schön Michael, das wäre super, wenn du das machen könntest!
Heike
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18

Montag, 4. Juli 2011, 15:47

Hallo Heike,
in der Partitur ist in der Schlagzeugsektion an jeder Guillotinenstelle ein "X" mit der Bezeichnung "Guillotine" vermerkt.
Es ist dem Dirigenten überlassen, welchen Klangeffekt er dafür einsetzt. Bei uns kam das vom Band, es war ein unheimlich guter Sound, wie wenn ein überdimensionales Fallbeil heruntersaust.

:wink:
Michael
Ich hasse Leute, die einfach mitten im Satz

Hebre

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Montag, 4. Juli 2011, 16:49

Danke vielmals für die Info! Jetzt kann ich mir auch erklären, warum es so viele verschiede Arten der Darstellung der Schläge gibt!
Heike
„Wahrscheinlich werden künftige Generationen sich erinnern, dass dieses Jahrhundert das ,Century of Recordings’ war, in dem die Menschen auf die seltsame Idee verfielen, man könne Musik in kleine Plastikteile einfrieren. Mich erinnert das an die Idee der Ägypter vom Leben nach dem Tod. Eine ungesunde Idee. Studiomusik ist eine Verirrung des 20. Jahrhunderts. Das wird verschwinden.“ (F. Rzewski, Komponist, in der FAZ vom 21.4.2012)

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