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. Deutsche Grammophon eben 
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In der Woche wird auch Lulu gespielt, und ich habe auch dafür eine Karte gekauft, in der Hoffnung, durch das Live-Erlebnis dem Werk näher zu kommen. Ich bin gespannt, in welcher Sprache das aufgeführt wird. Besetzung: Agneta Eichenholz (Lulu), Jennifer Larmore (Geschwitz), Gerd Grochowski (Dr. Schön), Paul Groves (Alwa), Franz Grundheber (Schigolch).
Aber leider kann ich mich auch mit den Personen nicht identifizieren. Mit Lulu schon gar nicht. Die "Urgestalt des Weibes, geschaffen, Unheil anzustiften." Für mich ist die einfach primitiv. Und das gleiche gilt für die männlichen Protagonisten in dem Stück.
Aber ihr seht das sicher anders, ich erwarte also euren Widerspruch.
) Geschlechtes. Die Lulu ist das Projektion und letztendlich das Produkt dieser Männer, und sie verhält sich lediglich so, wie es von ihr erwartet wird.Haben mich alle orchestral leider enttäuscht. Obwohl ich den drei genannten Dirigenten tolle Mitschnitte verdanke. Aber diese Lulu-Wiedergaben gehörenb nicht dazu....... Schade.. Schade ...
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Wer kann etwas zu den Aufnahmen unter Tate, Maazel, Schirmer sagen? Jeweils auf 3 CD´s, also auch immer die von Cerha vervollständigte Fassung?
Lieber PenthesileaIch bin der Meinung, dass dramaturgisch so wenig im dritten Akt bis zur Finale passiert. Daher tendiere ich z. Z. mehr zu 2aktiger Fassung.
Aber leider kann ich mich auch mit den Personen nicht identifizieren. Mit Lulu schon gar nicht. Die "Urgestalt des Weibes, geschaffen, Unheil anzustiften." Für mich ist die einfach primitiv.
Lieber Thomas, könntest du bitte näher erklären, was warum da primitiv ist?![]()
Vielleicht ist das ja Gewöhnungssache. Ich habe Lulu mittlerweile etwas häufiger gehört, vielleicht 15 Mal oder so. Aber schon relativ schnell haben sich mir viele Passagen so stark eingeprägt, dass ich sie quasi jederzeit "abrufen" und mit dem inneren Ohr hören kann. "Du hast eine halbe Million geheiratet" zum Beispiel (da singt vor meinem inneren Ohr übrigens DiFiDiDie Musik. Ich hörte die Oper zum 6. Mal bewusst, habe aber nur ganz wenige Stellen wiedererkannt (das lag nicht am Orchester)
), oder der Monolog der Lulu "Wenn sich die Menschen um meinetwillen umgebracht haben...", oder der Tod der Geschwitz, oder die Zwischenmusik zum Film, und viele andere.
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Ach ja, zu meiner Kritik an der Figur der Lulu: Diese bleibt bestehen, man kann zustimmen oder widersprechen.
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Manon (die von Massenet) ist nun auch nicht gerade ein Vorbild. [..] Sie bemüht sich wenigstens.
Marie (Wozzeck): Hier wird es besonders klar. Marie ist auch schwach, sehr schwach. Nur: Sie hat es wirklich schwer. Sie ist eine sehr einfache Persönlichkeit und lebt in einem Umfeld, aus dem sie kaum herauskommt. Und doch: Sie nimmt nicht nur, sie gibt auch. Wenn sie länger leben würde, könnte sie am Ende durchaus auf gewisse Leistungen zurückblicken.
Kommt es DARAUF an? Daß eine virtuelle Figur, deren Verhalten in einer isolierten, u.U. sogar hochgradig konstruierten Situation reflektiert wird, sich "bemüht", oder gar außerhalb dieser Situation "gewisse Leistungen" vermuten(!) lässt? Kommt es überhaupt darauf an, daß man sich mit einer der Figuren identifizieren kann?
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Ich habe jedenfalls noch nicht richtig verstanden wie die Vorstellung Lulus im Prolog als Schlange gemeint ist.
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Ich habe jedenfalls noch nicht richtig verstanden wie die Vorstellung Lulus im Prolog als Schlange gemeint ist.
Das war um die Jahrhundertwende ein gängiges Motiv für die femme fatale...
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von thdeck
Allerdings plane ich vorerst nicht, mir weitere Aufnahmen von Opern des 20. Jahrhunderts zuzulegen. Das strengt einfach zu sehr an.
maticus Das ist aber ein ziemlich heftiges Missverständnis. Das Stück propagiert diese Haltung nicht, sondern führt sie vor. Und zwar durchaus sehr kritisch. Schau Dir mal Lulus große Arie an. Da wird das sehr deutlich ausgesprochen. Und Berg fand diese Passage offensichtlich so wichtig, dass er sie in die aus der Oper zusammengestellte Suite aufnahm. Das sollte doch zu denken geben.Und genau das kritisiere ich. Die Frau wird nicht als Mensch mit Stärken und Schwächen gesehen, sondern reduziert auf die Verführerin des Mannes. Auf dem Stand waren schon die Autoren der Bibel.
Danke, Polonius. Das bringt mich schon ein ganzes Stück weiter. Denn einfach ein Motiv zu benennen und historisch einzuordnen, ist zwar schön und gut, wobei mir der Ausdruck femme fatale durchaus bekannt war. Aber welche Rolle dieses Motiv bei Wedekind bzw. Berg spielt, versuche ich noch zu begreifen.Das ist aber ein ziemlich heftiges Missverständnis. Das Stück propagiert diese Haltung nicht, sondern führt sie vor. Und zwar durchaus sehr kritisch. Schau Dir mal Lulus große Arie an. Da wird das sehr deutlich ausgesprochen. Und Berg fand diese Passage offensichtlich so wichtig, dass er sie in die aus der Oper zusammengestellte Suite aufnahm. Das sollte doch zu denken geben.Und genau das kritisiere ich. Die Frau wird nicht als Mensch mit Stärken und Schwächen gesehen, sondern reduziert auf die Verführerin des Mannes. Auf dem Stand waren schon die Autoren der Bibel.
Die Gebetsmühle mit dem Text vom schlechten Libretto ist zwar schon etwas abgenutzt und quietscht ganz schön heftig beim Drehen, aber sie geht immerhin ja noch. Hier ist sie allerdings fehl am Platze. Zumindest ist der Adressat der falsche. Denn Wedekind hat kein Libretto geschrieben, sondern ein Schauspiel. Man kann dieses mittelmäßig finden (was ich nicht recht nachvollziehen kann), aber damit ist nicht begründet, dass das Libretto mittelmäßig ist, dass Berg daraus gemacht hat. Der ist nämlich der Librettist, und er hat das Libretto erstellet, indem er den Schauspieltext entsprechend umgearbeitet hat.Es beginnt mit den Figuren: Alle sind völlig eindimensional: Lulu ist verführerisch und mordet, die Männer werden verführt und ermordet; am interessantesten scheint mir noch die Geschwitz, aber das dürfte wohl eine lesbische Frau sein, wie sie sich der kleine Maxi vorstellt. Außerdem finde ich, daß Wedekind ein übles Spielchen mit dem Namen treibt (Geschwitz = was man /aus/geschwitzt hat). Aber schon so manche Oper hat ein mittelmäßiges Libretto und ist dennoch ziemlich gut. Berg hingegen scheint mir die Schwäche des Librettos zu potenzieren.
ist ja auch sicherlich als Witz gemeint, denn diesen Vergleich kann ja niemand ernstlich ziehen. Ich verstehe nur nicht, worin der Eitz liegen und wohin er führen soll.
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das "Lied der Lulu", ist schwer, sehr schwer zu singen, hat aber nicht im Entferntesten jenen sinnlichen Luxus und jene leicht kokette Noblesse, die etwa der hinter den berg'schen Klängen hervorlugende Strauss in der Zerbinetta-Arie gezaubert hat.
Es ist wohl die Figur, die dem Kaleidoskopartigen und Eindimensionalen am wenigsten, wenn überhaupt, entspricht, jedenfalls bei Berg (daß ich Wedekinds Stücke gelesen habe, ist wohl an die 30 Jahre her). Insofern ist sie gewissermaßen die einzige "Figur" (in Deinem Sinn des Wortes) in der Oper.am interessantesten scheint mir noch die Geschwitz,
Wie stellt sich der kleine Maxi denn eine lesbische Frau vor?
Zitat von »Edwin«
aber das dürfte wohl eine lesbische Frau sein, wie sie sich der kleine Maxi vorstellt.
Welches Spielchen soll das denn sein? Nee, das mußt Du mit der Betonung auf der ersten Silbe lesen, und vor "-witz" trennen; dann ist das kein untypischer ostmitteldeutscher Name. Tatsächlich gab es südlich von Leipzig einen Ort, der so hieß; ist dem Braunkohlenabbau zum Opfer gefallen.
Zitat von »Edwin«
Außerdem finde ich, daß Wedekind ein übles Spielchen mit dem Namen treibt (Geschwitz = was man /aus/geschwitzt hat).
Sicher ist das keine heitere Oper. So wenig wie Wedekinds Schauspiel eine Komödie ist. Dennoch sind gewisse komische Züge, die eben mit diesen Schablonisierng der Figuren zusammenhängen, in beiden Fällen nicht zu übersehen.Zitat Polonius
Die scheinbare Flachheit der Figuren und der Dialoge ist natürlich der Witz des Stückes und kein Makel.
Ja, wenn "Lulu" eine heitere Oper ist... Schade, dass sie nicht so klingt.
Ja, wer weiß? Man muss da aber nicht spekulieren. Man kann das Werk so nehmen, wie es ist. Wenn aber die Schwäche des dritten Akts herhalten muss um zu zeigen, wie schwach das ganze Werk ist, hat man nur gesagt, dass man in den beiden fertigen Akten keine wirklich starken Argumente findet, um die Wunschaussage (das Werk ist schwach) belegen zu können.
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Ein Argument, das auf den ersten Blick gut ist, auf den zweiten aber nichtssagend. Denn: "Lulu" ist nicht fertig. Stimmt. Wer weiß, welche Entscheidungen Berg in Hinsicht auf das Gesamtwerk getroffen hätte? Ich kenne eine Quelle (der verstorbene Walter Pass), laut der Berg das Werk nach Abschluss des Dritten Akts nochmals auseinandernehmen und möglicherweise von Grund auf umformen wollte.
Dramaturgenargumente sind nicht unbedingt die schlechtesten. Immerhin haben Dramaturgen das Argumentieren gelernt. Und auch die dramaturgische SAnalyse beherrschen sie meistens ganz gut. Warum ein Dramaturgenargument schlechter oder weniger wirksam sein soll als ein geschmäcklerisches Dilettantenurteil, kann ich nicht erkennen.
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Cerha ein Versagen vorzuwrfen, kann bestenfalls ein "Dramaturgen-Argument" sein,
Ich finde zum Beispiel, dass noch das schlechteste Dramaturgenargument besser ist als diese sehr ungeschickte Verdrehung der Tatsachen. Denn ich habe bestritten, dass der Text schwach ist, kann also nie die Absicht gehabt haben, zu behaupten, Berg habe eine schwachen Text gewollt. Um das Missverständnis gleich auszuräumen: Ich fühle mich nicht verpflichtet, der Meinung, der Text sei schwach, zustimmen, nur weil Sie die geäußert haben. Ich habe mir sogar die Mühe gemacht, mit Argumenten zu begründen, warum ich ihn für stark halte. Wie wäre es mit einer Reaktion auf diese Argumente statt der Wiederholung der Behauptung, die vorläufig erst einmal als widerlegt gelten muss (nämlich bis ihre Widerlegung widerlegt ist)?
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wie Polonius auch bei dem schwachen Text verfährt - fehlt eigentlich nur noch die Behauptung, Berg wollte, daß der Text schwach ist.
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Zitat Quasimodo
Wie stellt sich der kleine Maxi denn eine lesbische Frau vor?
Permanent nach anderen Frauen schmachtend und unter diesem Aspekt alles bis zur Selbstaufgabe unternehmend. Zumindest kenne ich etliche, die das glauben - auf mich wirkt die Geschwitz wie eine Verkörperung solchen Denkens.
Warum ein Dramaturgenargument schlechter oder weniger wirksam sein soll als ein geschmäcklerisches Dilettantenurteil, kann ich nicht erkennen.
nur weil Sie die geäußert haben.
Ich bitte um Vorsicht bei der Wortwahl. Wir sind uns sicherlich einig darüber, dass mit "geschmäcklerisches Dilettantenurteil" nichts gemeint gewesen sein kann, das in diesem Thread geäußert wurde, sondern rein hypothetisch ein irgendwo und irgendwann einmal möglicherweise geäußertes Solches. Trotzdem bitte ich, wie gesagt, um etwas Vorsicht, denn solche Vokabeln können als persönlicher Angriff missdeutet werden.
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Das Duzen, lieber Polonius, ist eine schöne Sitte in diesem Forum
Zitat Quasimodo
Wie stellt sich der kleine Maxi denn eine lesbische Frau vor?
Permanent nach anderen Frauen schmachtend und unter diesem Aspekt alles bis zur Selbstaufgabe unternehmend. Zumindest kenne ich etliche, die das glauben -
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auf mich wirkt die Geschwitz wie eine Verkörperung solchen Denkens.
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Dann treibt Wedekind also keine Namensspiele? Hm.... Du siehst mich überrascht.![]()
Mir ist das Verhältnis Dr. Schön zu Lulu nicht 100 % klar![]()
Lulu (1. Akt, 2. Szene) zu Dr. Schön: „.. Sie haben mich bei der Hand genommen, mir zu essen gegeben, mich kleiden lassen, als ich Ihnen die Uhr stehlen wollte. – Glauben Sie, das vergisst sich ? Wer außer Ihnen auf der ganzen Welt hat je etwas für mich übrig gehabt..“ . „?
Dr. Schön: „wie sie eigentlich hieß, weiß ich nicht ..“
Alwa ((1. Akt, 2. Szene) zu seinem Vater Dr. Schön): „ Hättest Du, als meine Mutter starb, an dem Mädchen anständig gehandelt“.
Warum heißt es bei Alwa „meine Mutter, statt Mutter“
Lulu war und ist Dr. Schöns Geliebte; seit ihrem 12. Lebensjahr oder später ?. Dr. Schön scheint ihrer überdrüssig; auch seiner eigenen Reputation wegen. (Erinnert entfernt an Tozkij und Nastassja Filippowna im „Idiot“)
Lulu versucht mit allen Mittel Dr. Schön zu Ehe mit ihr zu zwingen. Warum verrät dann Dr. Schön dem Mahler ausgerechnet Lulus Seitensprünge und ihre Vergangenheit ? Er muss sich doch im Klaren sein, dass durch diese gezielte Indiskretion die Ehe Lulus mit dem Maler zerstört und das Vorhaben Lulus unweigerlich begünstigt wird![]()
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das ist auch eine interessante Perspektive. Ich habe aber Schwierigkeiten einen Zugang zu dieser Lesart ("Todestrieb") zu finden... Vielleicht die Schlussakkorde der einzelnen Akte, auch der berühmte "Todesakkord" im 3. Akt (die dem Parlando, dem Rezitativstil, dem "Chanson"- bzw. "Musiknummernartigen", der "Unterhaltungssphäre" einen so eigentümlichen Kontrast geben) könnten zu mindestens ein Fingerzeig sein ?
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Noch schärfer gesagt: sie weckt den Todestrieb (in ihnen allen).
Ach ja, noch eine Frage: Warum wird Lulu in den Opernprogrammmheften so häufig als "männermordend" bezeichnet. Nach meinem Eindruck trägt sie für den Tod des Dr. Goll, des Mahlers und des Dr. Schön keine Verantwortung. Und der Athlet ist für sein gewaltsames Ende im 3. Akt irgendwie selbst verantwortlich, weil dieses Arschloch doch Lulu erpresste.
Und noch eine Frage: in welcher Beziehung stehen Lulu und Schigolch zueinander. Gibt es da irgendwelche Familienbande ?
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