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Freitag, 20. Mai 2011, 15:15

Ralph Benatzky - der mißverstandene Satiriker

"Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein" - "Das weiße Rößl", eine gnadenlose Kitschorgie? Oder eine Satire auf den Kitsch? Und überhaupt: Was hat der Benatzky sonst noch geschrieben? Ein Komponist am Ende, aus dem man nicht ganz schlau werden kann oder doch nur ein Diener am schlechten Geschmack? Einfach macht er es wirklich nicht!

Biografisches
Ralph Benatzky wird am 5. Juni 1884 in Mährisch Budwit geboren und auf den Namen Rudolph Josef František Benatzky getauft. Seine Staatsbürgerschaft ist österreichisch. Er tritt 1899 in die k.u.k. Kadettenanstalt in Wien ein und macht beim Militär eine bescheidene Karriere, ehe er 1909 krankheitsbedingt in den Ruhestand versetzt wird.
Er studiert in Prag und Wien Germanistik, Philosophie und Musik, Komposition u.a. bei Antonín Dvořák. 1910 promoviert er mit einer Arbeit über Goethe und das Volkslied in Wien zum Doktor der Philosophie.
Als Komponist tritt er erstmals im Wiener Kabarett „Hölle“ in Erscheinung, wo seine Chansons gesungen werden. Er nennt sich ab jetzt Ralph Benatzky. Ab 1912 leitet er das Kabarett „Bonbonniere“ in München, bis er 1914 Co-Direktor der „Bunten Bühne Rideamus“ in Wien wird. Benatzky versorgt das Kabarett mit witzigen Chansons zu denen er auch die Texte liefert. Am 4. Oktober 1909 heiratete er die Sängerin und Schauspielerin Fédi Férard, die Ehe wird fünf Jahre später wieder geschieden.

1914 lernt er Josma Selim kennen. Er wird deren Hauptkomponist, Klavierbegleiter und am 15. November 1914 Ehemann.

Nach einigen Operetten und vielen Chansons beginnt mit der Revue "An alle" im Großen Schauspielhaus in Berlin Benatzkys Zusammenarbeit mit dem Regisseur Erik Charell. Für ihn komponiert er drei sogenannte „Revueoperetten“: "Casanova" (1928), "Die drei Musketiere" (1929) und jenes Werk, das ihm Weltruhm sichert: "Im weißen Rößl" (1930). 1932 verläßt Benatzky Berlin und zieht mit seiner mittlerweile dritten Ehefrau in die Schweiz. Er hat vor dem aufstrebenden Nationalsozialismus Angst, den er kommentiert: „‚Urgermanen‘ mit Wampe und Nackenspeck, mit rückwärts rasiertem und oben hahnenkammartig durch eine Scheitelfrisur gekrönte Schädel, arisch-arrogant, provinzlerisch gackernd.“

Benatzky hakt die große Revueoperette mit ihrer glanzvollen Ausstattung ab und macht sich an intimere musikalische Lustspiele, deren Texte er selbst verfasst: "Adieu Mimi" (1926), "Meine Schwester und ich" (1930), "Bezauberndes Fräulein" (1933) und "Das kleine Café" (1934). "Axel an der Himmelstür" im Theater an der Wien (1936) sichert einer Schwedin namens Sara Stina Hedbergden, die sich Zarah Leander nennt, den ersten Erfolg außerhalb Skandinaviens. Als sie für Filmrollen engagiert wird, besteht sie auf Benatzky als Komponisten. Er schreibt für sie "Yes, Sir!" und "Ich steh im Regen".

Nachdem er einen Vertrag mit Metro-Goldwyn-Mayer abgeschlossen hat, verläßt Benatzky 1938 die Schweiz und geht nach Hollywood. Die Arbeitsbedingungen erweisen sich für ihn jedoch als dermaßen frustrierend, daß er den Vertrag auflöst: "Es war Alles umsonst! Ich passe nicht herein in dieses Milieu von Theater-Gangstern und billigen, skrupellosen Nur-Job-Haschern." Er will zurück in die Schweiz, doch die Staatsbürgerschaft wird ihm verweigert. So emigriert er 1940 endgültig in die USA und hält sich mit Live-Dirigaten für den Radiosender Whom über Wasser. Er übersetzt Werke amerikanischer Autoren, u.a. "Porgy and Bess" und William Somerset Maughams Memoiren "Rückblick auf mein Leben" ins Deutsche.

1948 läßt sich Benatzky in Zürich nieder. 1953 entsteht sein autobiografisch gefärbter Roman "In Dur und Moll". Er stirbt am 16. Oktober 1957 in Zürich und wird auf eigenen Wunsch in Sankt Wolfgang im Salzkammergut, dem Spielort seiner Operette "Im weißen Rößl", begraben.

Kurioses
Ralph Benatzky war für die Nationalsozialisten ein rotes Tuch. Bereits 1933 liefen die NS-Zeitungen gegen "den Juden" Benatzky Sturm. Allerdings irrten sie sich: Benatzky hatte zwar mit jüdischen Künstlern zusammengearbeitet, und auch seine dritte Frau war Jüdin, doch er selbst war kein Jude. Nach einiger Zeit merkten es auch die Nationalsozialisten, und Benatzky durfte für den Ufa-Film "Zu neuen Ufern" (1937) die Musik schreiben - freilich nur, weil Zarah Leander es so wollte, und die Nationalsozialisten schon in diesem Film ganz auf die Schwedin setzten. Dann erhielt Benatzky das Angebot, weiterhin für die Ufa zu arbeiten, aber nur, wenn er einen Ariernachweis erbrächte. Benatzky reagierte nicht und verließ Europa in Richtung Hollywood. Als die Nationalsozialisten das merkten, kam es zu einem endgültigen Aufführungsverbot von Benatzkys Werken in Deutschland, wo das "Weiße Rößl" bereits wegen seiner jüdischen bzw. im Fall von Robert Stolz, NS-feindlich eingestellten Mitautoren verboten war.
Einen Fan hatte Benatzky bis zu diesem Zeitpunkt in Propagandaminister Joseph Goebbbels, der sich im Juli 1933 mehrfach rühmte, Benatzkys Rehabilitierung durchgesetzt zu haben.

Die Musik
Ausgerechnet ein Werk, das Benatzky selbst nicht einmal besonders schätzte, wird zu seinem größten Erfolg: "Das weiße Rößl". Fortschrittliche Kritiker verurteilen es heute noch als Kitschorgie. Und verkennen dabei, oft in Unkenntnis anderer Werke Benatzkys, den wahren Charakter dieser Operette. Benatzky war ein Meister der Satire, seine Chansons sind frisch und frech, die Musik in seinen Operetten ist pointiert und geistreich, man achte etwa auf die Überspitzungen von Melodietypen. Obwohl "Das weiße Rößl" bereits einen eigenen Thread hat, möchte ich hier kurz auf dieses Werk eingehen, um zu zeigen, wie Benatzky arbeitet. Nehmen wir den Schlager "Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein": Benatzky beginnt mit einer Pseudo-Volksmusik von gnadenloser Banalität. Doch dann geschieht ein kleines Wunder: "Es blüht der Holunder / Den ganzen Sommer mitunter,/ Jedoch die Liebe,/ Die blüht s'ganze Jahr" entwickelt sich zur schwärmerischen Kantilene, und nur der Rhythmus im Orchester festigt den Hinweis, daß wir es mit einer Operette zu tun haben. Dann kippt das Ganze wieder in die groteske Volksmusik um, als wolle Benatzky den Zuhörer mit der Nase darauf stoßen, was echter volkstümlicher Ausdruck und was verlogene Volkstümlichkeit ist, und daß die Zweitgenannte die Nase vorn hat, weil sie einfach lauter und deftiger auftritt.
Einen anderen Fall haben wir in "Es muss was Wunderbares sein": Benatzky schreibt hier eine schwungvolle, rhythmisch pointierte Melodie, deren Besonderheit darin besteht, daß wohl jeder andere Komponist die Betonung auf "Wunderbares" gelegt hätte - nicht so Benatzky, bei dem "Wunderbares" in kleinen Notenwerten daherkommt, fast ein Understatement, etwas, das man der Geliebten so nebenbei sagt, halb hoffend, daß sie es hört, halb hoffend, daß sie es nicht hört. Genau diese Kleinigkeit verleiht dem Lied seine Eleganz und seinen Charme.
Dritter Fall: "Es ist einmal im Leben so". Das singt niemand Geringerer als der Kaiser Franz Joseph. Ein Liedchen, das zu einem Kaiser absolut nicht paßt, und schon gar nicht in einer Operette. So still und resigniert tritt kein Kaiser auf. Was will Benatzky? - Den Menschen hinter dem Kaiser zeigen? Oder einen schlaff gewordenen Monarchen, der sich in Gemeinplätze rettet und diese pseudovolkstümlich maskiert? Wie gesagt: Benatzky war ein Satiriker der Musik...
Wie ja auch das ganze "Weiße Rößl" ziemlich satirisch ist. Da kippen Stile ineinander, ein Bruch folgt auf den anderen, die Instrumentierung ist spitz und scharf und höhlt die traditionelle Operettenmusik ebenso aus wie sie den neu hinzugekommenen modernen Tanztypen Zund verleiht. (Wie ja auch das Stück die Klischees der deutsch-österreichischen Rivalitäten karikiert.) Leider kriegt man das im meist gespielten 50er-Jahre-Arrangement freilich nicht mit, und Eduard Künnekes Instrumentierung für die Uraufführung war wunschgemäß bombastisch, aber weit weg von Benatzkys ursprünglichen Intentionen, die erst 2009 an der Staatsoperette Dresden realisiert wurden. Und da fiel es so Manchem wie Schuppen von den Augen: "Das Weiße Rößl" ist ein enger Verwandter der "Dreigroschenoper"! Vor allem dann, wenn man es von den von anderer Hand hinzukomponierten Nummern ("Mein Liebeslied muss ein Walzer sein" und "Die ganze Welt ist himmelblau" von Robert Stolz sowie" Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist?" von Robert Gilbert und Zuschau’n kann i net" von Bruno Granichstaedten) befreit. Diese Nummern sind für sich genommen nämlich durchaus hübsch, passen aber nicht in das doppelbödige Spiel, das Benatzky mit seinen musikalischen Versatzstücken treibt.
Wie Benatzky mit Stilen spielt und sie mitunter lustvoll genau dann in Banalitäten zerfließen läßt, wenn man den Höhepunkt erwartet, zeigt er übrigens in "Axel an der Himmelstür", einer mit Jodlern und modernen Tanzrhythmen gespickten Hollywood-Satire, die eine ganz erstaunliche gebrochene Nummer mit dunklen Untertönen hat, nämlich "Gebundene Hände".

Fazit
Ralph Benatzky, der ganz klassisch ausgebildete Komponist, näherte sich der Operette nicht, wie so viele ihrer Vertreter, speziell der sogenannten silbernen Ära, von der Oper her, sondern aus der Richtung Kabarett-Chanson. Das Ergebnis sind Operetten, die sich stilistisch gar nicht erst an der Oper anzulehnen versuchen, im Tonfall aber vielleicht gerade deshalb sehr ähnlich so mancher der sogenannten Zeit-Opern der 20er-Jahre sind. Ganz bestimmt sind Benatzkys Operetten eines nicht: Kitschig. Höchstens besteht, wenn doch einmal der Kitsch in ihnen auftaucht, akuter Satire-Alarm!
:wink:
Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)

oper337

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2

Freitag, 20. Mai 2011, 21:16

Lieber Edwin!

Danke für Deine Erinnerung an Ralph Benatzky. Hier habe ich zwei Vorschläge, die nicht das "Weiße Rössl" betreffen sondern Lieder und Chansons, eine mit seiner Gattin Josma Selim.

+

Viele Texte der Chansons haben einen Schnitzler Hintergrund vom süßen Wiener Mädel und dem Leutnant der eine Zeitung liest und auf einen Zettel schreibt, beim Glockenton des Stephansdoms "Ich weiß auf der Wieden ein kleines Hotel", wenn ich auch jetzt erschlagen werde, Zarah Leander hat mit "Axel an der Himmelstür" im Theater an der Wien ihre Karriere gemacht [drüben ist man über mich hergefallen, wegen ihrer, berechtigt, nicht ganz einwandfreien Arbeiten in der Zeit der Braunen Diktatur]. Ich kann mich noch gut erinnern, das Raimundtheater machte zum Geburtstag eine Matinee mit Marcel Prawy und Ortrud Wenkel sang die Leander Lieder [die sind nämlich wirklich gut] und Michael Heltau Chansons, vom "Mädel das nur eine Verkäuferin ist" u. a. Natürlich hat "Das weiße Rössl" nicht gefehlt, aber es hätte ruhig fehlen können, denn es waren eben die Einlagen dabei und die waren nicht notwendig.

Wer sich nur vom "Weißen Rössl" beeindrucken lässt, verliert das "Bezaubernde Fräulein", dem "König mit dem Regenschirm" usw. aus den Ohren und Augen, auch die "Mehlspeis" und "Was jede Köchin summt" und "Ich möcht'wieder einmal in Grinzing sein". Ich habe hier zum Glück die Gesamtaufnahmen.

Diese Singspiele, Vor-Musicals - gehören auf alle Fälle nicht vergessen. Die Lieder übrigens auch nicht.

Liebe Grüße sendet Dir Peter.

3

Samstag, 21. Mai 2011, 11:14

Ralph Benatzky - der erste deutsche Musicalkomponist

Lieber Edwin, lieber Peter,

zunächst einmal vielen Dank dafür, dass Ihr den Scheinwerfer auf diesen schillernden Komponisten gerichtet habt, der wirklich schwer zu fassen ist. Einerseits hat er, auch schon zu seinen Zeiten als Chansonnier, abgrundtiefen Kitsch geschrieben, dem man nur mühevoll die Zuspitzung der Satire zubilligen kann. Nicht von ungefähr ist sein Schlager "Ich muss einmal wieder in Grinzing sein" ein Lieblingsstück von André Rieu und Karl Mojk (s. "http://www.youtube.com/watch?v=64-IbA5gGyc"). Andererseits ist er einfalls- und abwechslungsreich wie kaum jemand sonst. Man höre nur einmal seine Chansons, die zum Glück zahlrech auf YouTube vertreten sind, etwa die von Max Hansen, der auch zu dem Erfolg seiner frühen Operetten beitrug. Dabei sollte man nicht vergessen, dass Benatzky, ähnlich wie zur gleichen Zeit jenseits des Atlantik ein gewisser Irving Berlin, eigentlich Texter war, der sein Doppeltalent nutzte und seine eigenen Texte vertonte, etwa diesen sehr doppelbödigen aus dem "Weißen Rössl" (s. "http://www.youtube.com/watch?v=8MIHCQGx49k"):

Es entspann sich ganz still
So ein kleines Idyll!.
Sie war schüchtern noch bis April!

Und als der Herrgott Mai gemacht
Da hab' ich es ihr beigebracht!
Ein Vöglein hat gepfiffen,
Da hat sie es begriffen!

Der Frühling hat ihr Mut gemacht
Und deshalb hat sie's gut gemacht!
Und heute, ja, man wundert sich,
Kann sie's besser noch als ich!


Vielleicht liegt hier die Ursache für die Schwierigkeit, Benatzky einzuordnen. Zum einen sind so gut wie alle seine frühen Operetteneinakter verloren, während viele seiner Chansons, die er für seine damalige Frau Josma Selim schrieb, noch erhalten sind. Die Platte mit den beiden, auf die Peter verwies, ist eine wahre Fundgrube von Zeugnissen einer (Klein-) Kunst, die einst im deutschsprachigen Raum schönste Blüten trieb, bevor sie mit brauner Soße übergossen und verklebt wurden.

Benatzky war sich übrigens seiner Schwächen in der Komposition größerer Bögen und Partituren durchaus bewusst. So bekannte er Ende der 10er Jahre in seinem Tagebuch, dass er gerade sehr viel von Leo Fall lerne (übrigens ein weiterer großer Komponist, der hier dringend eingehender gewürdigt werden sollte), indem er nunmehr die ganze komponierte Szene und nicht mehr nur die einzelne Nummer im Blick habe, sparsamer mit Motiven umginge und Trivialitäten zu vermeiden suche. Bekanntlich gelang ihm das nicht immer, denn er gehörte zu den Komponisten, die nur ungern einen Einfall verwarfen, sondern lieber einen kurzlebigen Hit daraus machten, was seinen Einnahmen sicher besser tat als seinem Nachruhm.

Diese Unstetigkeit war es auch, die es Anderen erlaubte, ihre eigenen Schöpfungen dem WEISSEN RÖSSL aufzupropfen ohne dass es gravierend auffiel, obwohl Edwin schon zu Recht darauf verwies, dass es entscheidende Unterschiede in dem satirischen Niveau der Erfolgsnummern gab. Was ist das schließlich für eine himmelweite Spanne zwischen "Die ganze Welt ist himmelblau" und "Als der Herrgott den Mai gemacht" oder dem herrlichen ersten Finale "Wenn es mal richtig regnet" der Geschwister Pfister aus der mustergültigen Aufführung in der berliner Bar der Vernunft: "http://www.youtube.com/watch?v=6-nySIBUahQ". Erst da kann man im Salzkammergut wirklich mal richtig lustig sein.

Dennoch behaupte ich, dass Benatzky nie ein richtiger Operettenkomponist war. Zwar wollte er liebend gerne für Leo Fall als Librettist arbeiten und schrieb für ihn sogar ein Libretto namens DIE SCHÖNE SÜNDERIN, das Fall aber zugunsten des Teams ablehnte, das ihm später die MADAME POMPADOUR, eine der wenigen perfekten Operetten, verfasste. Andererseits war er sich bewusst, dass er dem damals schon sehr ausgeprägten Hang der Operette zur großen Oper nicht entsprechen konnte. Statt dessen schrieb er Stücke wie MEINE SCHWESTER UND ICH ("Mein Mädel ist nur eine Verkäuferin") und AXEL VOR DER HIMELSTÜR und andere Nummern für Zarah Leander (s. "Kinostar" "http://www.youtube.com/watch?v=RzoHVr58iy4"), die zum deutschen Gegenstück eines Musicalstars amerikanischer Prägung wurde. In diesem Fall peilte Benatzky sogar ausdrücklich das Milieu des Musicals an, nämlich HollyhollyHollywood: "http://www.youtube.com/watch?v=hwQZl_TToNA&feature=watch_response".

Um so bezeichnender ist es, dass Benatzky trotz solcher Riesenerfolge in den USA scheiterte. Seine Stärke war eben nicht allein die Melodie, die in Hollywood so stark gefragt war, dass ein Friedrich Holländer oder auch Bronislau Kaper reüssieren konnten, die sie auf höchstem Niveau beherrschten, sondern das perfekte Amalgam aus Text und Musik. Da aber fehlte Benatzky doch ganz erheblich das Gefühl für die englische Sprache. Edwin hat schon darauf hingewiesen, wie stark der Text die Melodien Benatzkys prägt, die sich bei ihm so gut wie nie über den Sinn des Textes erheben (man vergleiche das mal mit Léhars späterem Einheitsklang).

Bei Operettenkomponisten ist ein solches Doppeltalent die große Ausnahme. Das Musical hat dagegen von dem bereits erwähnten Irving Berlin und Cole Porter bis hin zu einem Stephen Sondheim immer wieder solche Begabungen zum Glänzen gebracht, während die Operette immer dem Primat der Melodie huldigte. Ich behaupte also, dass Ralph Benatzky der erste große deutsche Musicalkomponist war und bis heute einer der selten Erreichten und hierzulande nie übertroffenen Vertreter dieser seltenen Spezies geblieben ist.

:wink: Rideamus
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oper337

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4

Samstag, 21. Mai 2011, 15:31

Meine Lieben!

Eine relativ neuere Aufnahme des "Bezaubernden Fräuleins" ist dieses hier, nur wenn Renate Pitschneider nicht große Oper zu singen versuchen würde, wäre es schon besser. Uwe Kröger hat bei "Elizabeth" als Luccheni / Tod schon gezeigt, dass er etwas kann [für mich war er da der Beste].



Die Aufnahme stammt vom ORF Klangbogen aus dem Jahr 2002, aus dem Wiener Ronacher.

Liebe Grüße sendet Euch Peter aus Wien. :wink: :wink:

5

Samstag, 21. Mai 2011, 21:13



gibt einen schönen Einblick in Benatzkys Leben und Arbeiten

auf eine "ungeschnittene" Edition der Tagebücher müssen wir geduldig warten.....
hier fehlen z.B. die ausführlichen Beschreibungen der Opern- und Konzertbesuche; gerade die wären doch spannend.
"Im Augenblick sehe ich gerade wie Scarpia / Ruggero Raimondi umgemurxt wird, und überlege ob ich einen Schokoladenkuchen essen soll?" oper337

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