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Sonntag, 31. Juli 2011, 16:50

LEHÁR: Die lustige Witwe - Kommentierte Diskographie

Meine Lieben,

Im Zug der Tüftelei über Riddleamus' Fragen stellte ich mit Verwunderung und Beschämung fest, daß in der Operettenabteilung Franz Lehár bisher unbegreiflicherweise vernachlässigt wurde. Nun habe ich über "Die lustige Witwe" schon seinerzeit bei Tamino ziemlich viel gesagt, was auch nicht ohne Widerspruch blieb, und was ich eigentlich ganz gern hierher stellen würde, aber das ist eine mühsame und langwierige Sache, zu der ich wohl nicht so bald die Zeit finde.
Daher greife ich Rideamus' Hinweis auf seine Lieblingsversion auf und deponiere einmal meine Einschätzung dazu:



Deutsche Grammophon, die Aufnahme entstand in Wien 1994. Die Tonqualität ist, no na net, super.

John Eliot Gardiner ist mir, namentlich zu Beginn, zu eilig, läßt die Melodien zu wenig ausschwingen, bleibt ein bißchen steril, wenngleich auf sehr hohem Niveau. Läßt auch die Rubati zu sehr vermissen. Aber: Später zeigt er immer wieder, daß er es doch kann, und dann bringt er die Musik genau richtig und zeigt, daß er die Operette nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen hat. Aber insgesamt ergibt es einen uneinheitlichen Eindruck.
Cheryl Studer in der Titelrolle hingegen ist absolute Spitze und überrascht durch subtile Ironie und den richtigen Ton. Ihr Vilja-Lied gestalten sie und Gardiner zu einem Traumerlebnis! Bo Skovhus hingegen, ihr Danilo, beginnt recht steif, gar nicht sinnlich oder verführerisch. Eine gepflegte Stimme reicht für diese Rolle bei weitem nicht aus. Das Auftrittslied ist eine Enttäuschung. Doch auch er wird zusehends besser und wächst dann einigermaßen in die Partie hinein.
Bryn Terfel singt natürlich schön, aber läßt jede Buffoqualität vermissen. Damit steht er neben der Rolle. Das ist schmerzlich, zumal Heinz Zednik natürlich einen ausgezeichneten Njegus abliefert. Die zwei kommen wie aus verschiedenen Welten. Das zweite Erlebnis neben der Studer ist Rainer Trost als Rossillon. Er verfügt nicht nur über ein sehr sympathisches Timbre, sondern singt sicher und so betörend, daß Barbara Bonney als Valenciennes nicht an ihn herankommt, obwohl auch sie eine gute Besetzung darstellt. Ein bißchen mehr Ausdruck hätte ihr nicht geschadet.

Alles in allem eine hörenswerte Aufnahme, der man aber einen zweiten Anlauf gewünscht hätte, um die unüberhörbaren Mängel auszubessern und jene Vollkommenheit zu erreichen, die greifbar schien.

Liebe Grüße
Waldi
______________________

Homo sum, ergo inscius.

2

Sonntag, 31. Juli 2011, 18:02

Lieber Waldi,

Du hast Recht: ein Thread zur LUSTIGEN WITWE ist hier überfällig, und ich bin schon gespannt, ob Deine Bewertungen aus Tamino-Zeiten noch die gleichen sind. Damit Du Dich nicht selbst kommentieren musst, kopiere ich hier mal meine von Dir angesprochene Rätsellösung hierher, in der ich auch auf meine bevorzugten Aufnahmen der Witwen eingehe und vervollständige die mal noch etwas:

Wer DIE LUSTIGE WITWE wirklich optimal genießen will, kann das leider nicht anhand einer DVD oder Fernsehaufzeichnung tun, sondern muss sich mit dem Hören begnügen. Angesichts heutiger Operettentraditionen ist das allerdings vielleicht sowieso ratsam, wenn ich etwa an die total verhunzte Dresdner Aufführuing in der Regie von Jerome Savary denke. Neben der von Peter in seinem Opernführer zu Recht herausgestellten Aufnahme mit Hilde Güden würde ich vor allem zwei Aufnahmen empfehlen, nämlich die von Robert Stolz, die den Wiener Schmäh der Operette am besten wieder gibt, und die von John Eliot Gardiner.



Die Einspielung von Robert Stolz ist die traditionelle Alternative zur Gardiner-Aufnahme, welche ich persönlich lieber höre, weil mich die - sehr gute, aber auch mit typisch gekünstelten Operettendialekten "angereicherte" - Dialogführung dieser Aufnahme zu oft an Klamotte erinnert. Aber die Aufnahme ist sehr idiomatisch und wird stilistisch konsequent und auf sehr hohem Niveau dargeboten. Insgesamt eine empfehlenswerte "Volksausgabe", die jeden zufrieden stellen dürfte, der mehr Wert auf das Milieu des Werkes legt als die optimale Darbietung der Musik. Margit Schramm ist eine sehr authentische Witwe mit leider etwas viel Vibrato. So war es eine gute Entscheidung, das 'Vilja'-Lied als schlichtes Volkslied zu interpretieren. Der Danilo von Rudolf Schock ist ein etwas ältlich-steifer Bonvivant, dem die Schmiere nicht fremd ist, aber das trifft den Text der Operette haargenau. Unbedingt erwähnen muss man auch die herrliche Valencienne von Dorothea Chryst. Mir ist absolut unverständlich, dass sie nie zu den ganz Großen zählte. Schade, dass die Aufnahme derzeit nur antiquarisch zu haben ist.

Die für mich maßstäbliche Aufnahme ist aber immer noch diese:



Die Wiener Philharmoniker bieten wahrhaftigen Ohrenschmaus. Gardiner ist endlich mal ein Dirigent, der diese Musik ernst nimmt - fast schon zu sehr, so dass etwas die sprühende Laune fehlt. Cheryl Studers Hanna Glawari ist ebenfalls eine Vertreterin der Operettendiven und keine normale Pontevedrinerin, die reich geheiratet hat, aber sie singt ihre Rolle vorzüglich und ohne die aufgesetzte Koketterie einer Elisabeth Schwarzkopf, die mir in der Ackermann-Aufnahme einfach zu gekünstelt wirkt. Gleiches gilt für den Danilo von Boje Shovhus, der in späteren Aufnahmen wesentlich lockerer wurde. Auch hier fehlt mir nur ein Tick Operettenidiomatik und Komik. Ideal, auch neben der soeben gepriesenen Dorothea Chryst, finde ich die Valencienne Barbara Bonneys, die ich wohl besser finde als Waldi. Ich gebe allerdings auch gerne zu, dass ich bin ein Fan dieser Sängerin bin, aber sie macht das auch zu schön und hat zudem einen optimalen Partner in Rainer Trosts Camille de Rosillon. Nimmt man noch die Luxusbesetzung Bryn Terfels, den ich als Baron Mirko keineswegs fehlbesetzt finde, und Heinz Zedniks Negus hinzu, rundet das die fast ideale Aufnahme ab.

Musikalisch ist dies mit Sicherheit die kostbarste Aufnahme, zumal trotz der internationalen Besetzung auch die Dialoge sehr erfreulich vorgetragen werden. Die dabei zu konstatierenden, überraschend leichten, Akzente stören mich bei einer Operette unter lauter Ausländern in Paris nicht wirklich. So fehlt mir gelegentlich nur der heitere Operettenfunke, was nicht ganz dadurch ausgeglichen wird, dass Gardiner das Werk nicht weniger ernst nimmt als seine französischen Operetteneinspielungen und deshalb die mich oft störenden "Operettentraditionen" hier gänzlich fehlen. Wer nicht unbedingt eine "echte Wiener" Operette haben muss, sondern lieber eine musikalisch optimal realisierte Aufnahme der Partitur haben möchte, ist hier bestens bedient.


Wer die Operette auch gerne sehen will, sollte oder muss sich für die - nach meiner Kenntnis immer noch relativ beste - DVD der Operette aus Zürich entscheiden, die eine Regiearbeit Helmut Lohners mit Dagmar Schellenberger, Rodney Gilfry und Piotr Beczala vorstellt.



Während sich das Zürcher Opernorchester unter Franz Welser Möst mit viel Erfolg Mühe gibt, die Partitur schwungvoll zu halten und sich auch Rodney Gilfry (trotz Akzent) und Piotr Beczala als Luxusbesetzung weit besser als wacker schlagen, kann Dagmar Schellenberger einfach nie die Operettendiva ablegen und wirkt so alles andere als rollendeckend. Ute Gferer als Valencienne spielt dagegen aschlechteste Operettentradition. Immerhin ist ihre Stimme den Aufgaben gewachsen. Insgesamt also eine akzeptable Aufführung, die aber um etliche Qualitätsstufen hinter Helmut Lohners vorzüglicher BELLE HELENE aus Zürich zurück steht, auch wenn Franz Welser-Möst sich Mühe gibt, die Operette funkeln zu lassen. Er ist aber wohl besser bei den ernsten Untertönen, wie etwa dem SIMPLICISSIMUS.

Ich gestehe aber, längst nicht alle verfügbaren Aufnahmen der WITWE zu kennen und bin deswegen sehr gespannt auf weitere Empfehlungen oder Kommentare zu den genannten Aufnahmen.

:wink: Rideamus
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3

Sonntag, 31. Juli 2011, 18:54

Meine Lieben!

Da gibt es eine Aufnahme die ich zu den Besten zähle und Johannes Heesters war nicht umsonst in dieser Partie berühmt.



Ich habe zu Johannes Heesters ein äußerst gespanntes Verhältnis, manchmal hatte er zuviel Schmalz in der Stimme und im Aussehen, aber als Danilo wird er bestimmt unerreicht bleiben.

Maria Fedorowa singt in diesem großemn Querschnitt eine bezaubernde Hanna, nur dass die Prasa von Olga Togny gesprochen wird, ist störend. Magda Steiner als Valencienne ist rollendeckend und Franz Borsos als Camille de Rossilon ist auch gut, Max Schönherr dirigiert das Große Wiener Rundfunkorchester, und Max Schönherr war ein Meister, in Bezug auf Operette.

Schade ist nur, dass es eben nur ein Querschnitt ist.

Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter. :wink: :wink:

4

Sonntag, 31. Juli 2011, 19:10

Lieber Rideamus,

Meine Bewertungen aus Tamino-Zeiten haben sich nicht geändert. Nach wie vor finde ich die Robert-Stolz-Aufnahme mit Schramm und Schock am überzeugendsten, und nach wie vor kann ich mich mit Erich Kunz als Danilo nicht anfreunden. Als Wiener lege ich wahrscheinlich größeren Wert auf idiomatische Dialoge und entsprechenden Schmäh. Heesters gefällt mir, lieber Peter, in anderen Operettenrollen komischerweise fast besser, obwohl er natürlich ein sehr guter Danilo war. Doch er war kein doppelbödiger wie Rudolf Schock, der hinter der vorgetäuschten Maske des lockeren Lebemanns den romantischen und im Grund treuen Liebhaber verbirgt.

:wink: :wink: Waldi (der übermorgen schon wieder eine Staubwolke Richtung Osten ist)
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5

Sonntag, 31. Juli 2011, 20:30

Lieber Waldi!t

Jetzt habe ich bei meine vielen "Lustigen Wiwen" nachgeschaut - nur Rudolf Schock habe ich leider nicht, :cry: :cry:

es geht von René Kollo über Per Grunden zu Eberhard Wächter, ja warum habe ich diese Aufnahme nicht. Hilfe!

Liebe Grüße sendet Dir Peter.

6

Montag, 1. August 2011, 08:58

Lieber Peter,

Eine echte Lücke! Ich habe auch nur die LPs und warte seit langem auf eine CD-Neuauflage. Weiteres können wir dann so Anfang September besprechen.

Liebe Grüße
Waldi
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7

Montag, 1. August 2011, 14:50

Lieber Waldi!

Danke ich habe auch etwas, Du weißt schon.

Meine Lieblings "Witwe" ist und bleibt aber diese hier, auf einer 2er LP Kasette:



mit Hilde Güden als wundervolle Glawari, der von Birgit Nilsson so geschätzte Operettentenor der Wiener Volksoper Pér Grunden als Danilo, Emmy Loose als entzückende Valencienne und Waldemar Kmentt, mit seiner unverwechselbaren Stimme, als Rossilon. Die Wiener Philharmoniker unter Robert Stolz.

Nur habe ich hier die Gesamtaufnahme mit gesprochenen Dialogen der Sänger - ohne dem Grafen von Luxemburg, den habe ich extra - auch mit Hilde Güden und Waldemar Kmentt, allerdings auch nur auf LP.

Eine Sternstunde einer Operettenaufnahme.

Liebe Grüße sendet Dir Peter.

8

Dienstag, 2. August 2011, 00:21

Es gibt weit über 20 in meinem Schrank,

darunter außer den oben genannten

EMI, Wallberg
DGG, Herbert von Karajan (eine meiner liebsten)
EMI, Boskowsky (Qu.)
EMI, Ackermann
EMI, Schmidt-Boelcke
Polydor, Marszalek (Qu.)
Philips, Marszalek (Qu.)
EMI. Welser-Möst
EMI, Matacic
EMI, Bauer-Theussl
EMI, Mattes
Walhall, Stephan
Document, Stephan

NDR-Rndfunkaufnahme mit Hoppe, de Ridder, Pütz, Anheisser u.a.

LG, Eva Maria

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9

Dienstag, 2. August 2011, 07:14

Hier möchte ich auf eine Gesamtaufnahme nicht vergessen, die ich aber nur auf einer 2er LP habe.

Elisabeth Schwarzkopf als kapriziöse Hanna Glawari, Eberhard Waechter als charmanten Danilo, Nicolai Gedda als Rossilon und Hanny Steffek als Valencienne. Der Dirigent des Philharmonia Orchestra ist Lovro von Matacic. Sie wird zu einem "starken" Preis, beim amerik. Partner, angeboten.


10

Freitag, 12. August 2011, 15:55



Früher sah diese EMI-Edition so aus (nur ohne das kleine Bildchen). Mein Exemplar litt bzw. leidet unter einer sehr mäßigen Tonqualität (da man für die MP3s neu remastered hat, scheint das doch kein Einzelfall gewesen zu sein). Aber auch sonst reißt mich diese Aufnahme nicht vom Stockerl. Lovro von Matacic fehlt hier die leichte Hand für die Operette, es kommt alles zu erhaben und opernmäßig. Immer wenn denkt: Na endlich, jetzt scheint er's zu begreifen (es gibt solche Momente, das sei zugegeben), muß man selber bald begreifen, daß Matacic es doch nicht tut. Schwarzkopf und Wächter bemühen sich vergeblich, da etwas wienerischen Schwung zu entfalten. Gegen Matacic kommen sie nicht auf. Wächter resigniert ziemlich früh, die Schwarzkopf kämpft tapfer, ist der Rolle aber sowieso endgültig entwachsen. Vom Balkanmädel ist nicht einmal mehr ein Fuzerl übergegblieben, sie ist nur noch große Dame. Hanny Steffek ist eine erstaunlich fade Valenciennes, Nicolai ein kaum mehr als durchschnittlicher Rossillon. Die zwei haben wohl auch rasch die Flinte ins Korn geworfen.
Der Preis, um den die Aufnahme angeboten wird, ist nach meinem subjektiven Empfinden völlig unangemessen. Von allen "Witwen", die ich kenne, befriedigt diese am wenigsten.

Liebe Grüße
Waldi (für ein paar Stunden in Wien)
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11

Freitag, 12. August 2011, 20:22

Lieber Waldi!

Da hast nicht ganz unrecht, Lovro von Martacic hatte die Oper mehr "im Blut". Jedoch ist diese Aufnahme immer noch besser als die zehn Jahre ältere mit Erich Kunz als Danilo, der so "balkanisch" spricht.

Hanny Steffek hatte immer schon Schwierigkeiten richtig zu singen, wenn ein Partner sie aus dem Konzept brachte - ich denke hier an Murray Dickie - da war alles vorbei. Als sie die Pamina in Wien sang, mit ihm als Tamino, war es oft schrecklich, jedoch hier geht es schon ganz gut, es ist eben eine "Witwe" mit opernhaften Anstrich. Beim Preis hast Du aber unbedingt recht.

Liebe Grüße sendet Dir Peter. :wink: :wink:

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12

Donnerstag, 1. September 2011, 21:07

Lieber Waldi!

Du hast wirklich Recht, diese "Lustige Witwe" ist besonders gut, zumal Margit Schramm die Hanna Glawari in Berlin an die 400 Mal, en suite, gesungen hat. Auch Rudolf Schock ist als Danilo überraschend gut. Da ich die Gesamtaufnahme jetzt höre bin ich ganz begeistert. Robert Stolz dirigiert Operette immer gut [nur habe ich ein anderes Cover]. Liebe Grüße sendte Dir Peter.


13

Freitag, 9. Dezember 2011, 05:36

Nachdem ich inzwischen ein Exemplar der alten Gesamtaufnahme erhalten habe (vielen herzlichen Dank noch mal!), möchte ich diesen Thread unbedingt um die dringende Empfehlung einer Aufnahme ergänzen, die zwar schon erwähnt wurde, bislang aber etwas kurz kam. Es ist die Aufnahme mit der unübertrefflichen Hilde Güden, deren makellos klare Stimme mich in nahezu jeder Rolle begeistert, derer sie sich angenommen hat, dem grandiosen Danilo des, mir bis dato viel zu wenig bekannten, Operettentenors Per Grunden, sowie den weit mehr als nur verlässlichen Emmy Loose und Waldemar Kmentt. Leider gibt es sie derzeit nur als Querschnitt, was schade ist, da Robert Stolz hier m. E. ein noch besseres Dirigat liefert als in seiner späteren Aufnahme mit Rudolf Schock und auch die Dialoge sehr sauber und weitgehend ohne unangemessene Karikaturen dargeboten werden:



Wer aber ohnehin nur die musikalischen Höhepunkte dieser Meisteroperette hören möchte, wird hier auf das Allerbeste bedient. Ich zögere jedenfalls nicht, sie gleich neben die – natürlich in jeder Hinsicht opulentere – Aufnahme von John Eliot Gardiner als die zweite - wenn nicht sogar erstrangige - Spitzenaufnahme dieser Meisteroperette zu stellen.

:wink: Rideamus
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Freitag, 9. Dezember 2011, 20:31

Die Begeiterung für die Stolz-Aufnahme mit Hilde Güden, Emmy Loose und einigen anderen nahmhaften Vertretern des Wiener Ensembles der 1950er Jahre kann ich nur voll und ganz unterstützen. Ich habe diese Aufnahme auch und liebe sie sehr. Die Sänger sind allenfalls erreich- nicht aber überbietbar, vom süßlichen Schlagerkitsch vieler älterer Operettenaufnahmen ist hier nichts zu hören. Das ist für meine Ohren eine rundum gelungene Sache und eine im besten Sinne klassische Aufnahme.
Die Angabe "Highlights" auf dem Cover der eloquence-CD ist übrigens ein Bisschen irreführend. Die Musikstücke sind alle drauf, es fehlen lediglich die Dialoge. Bei Karajans Wiener "Figaro"-Aufnahme fehlen auch alle Rezitative und sie wird trotzdem als Gesamtaufnahme verkauft. Wer also auf das Hörspiel zwischendurch verzichten kann, ist hier gut bedient und bekommt ziemlich preiswert die komplette Musik.
Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

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15

Freitag, 9. Dezember 2011, 21:58

Lieber Cherubino!

Aber gerade die Dialoge sind hier besonders gut, Hilde Güden und Per Grunden, Emmy Loose und Waldemar Kmentt sprechen sie selbst - und das ist was bei vielen Operettenaufnahmen dieser Zeit "verbrochen" wurde, es sprechen andere Schauspieler die Prosastellen, hier nicht.

Ich habe diese LP Gesamtaufnahme mir auf CDs gebrannt, denn die kann man[n] / frau ruhig zweimal haben, so gut ist sie.

Liebe Grüße sendet Dir Peter. :wink: :wink:

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Samstag, 10. Dezember 2011, 15:12

Lieber Peter,
diese gruselige Praxis, Dialoge von zusätzlichen Sprechern sprechen zu lassen statt von den Sängern selbst, kenne ich natürlich auch und ich kann nicht nachvollziehen, warum sie so weit verbreitet war und man an ihr so lange festgehalten hat. Auf der Bühne müssen die Sänger die Dialoge ja auch selbst sprechen, dann kann man ihnen das auch bei einer CD-Aufnahme zumuten.
Dass eine Aufnahme, die nur die Musik enthält, bei einer Operette nicht den Anspruch erheben kann, eine "Gesamtaufnahme" zu sein, gebe ich gerne zu - mehr als "Highlights" ist das aber dann auch, was man hört. Bei der zu recht ebenfalls sehr gelobten Aufnahme der "lustigen Witwe" unter Gardiner sind die Dialoge, vermutlich um die ganze Operette auf einer CD unterzubringen, allerdings so stark zusammengestrichen, da kann man sie dann auch gleich ganz weglassen.
Liebe Grüße nach Wien und in den Rest der Welt,
Lars
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Mittwoch, 4. Januar 2012, 17:49

Hallo zusammen,


mir liegt besonders eine aufnahme am Herzen, die es mittlerweile auch CD gibt, die ich bisher nur als LP habe, es singen Anneliese Rothenberger, Nicolai Gedda, Erika Köth und Robert Ilosfalvy unter der Leitung von Willy Mattes. Dieses Sängergespann sucht sicherlich seinesgleichen und überzeugt nicht nur durch die schiere Stimmschönheit und technische Brillianz, sondern auch durch die differenzierte Charakterisierung.
Interessant auch der Einführungstext der LP-Hülle, aus dem ich zitieren darf:
"Danilo beträgt sich mit der lässigen Eleganz eines Weltmannes in Paris. Mit leicht mokantem Lächeln macht er sich über die Gesellschaft und sich selbst lustig. Und so muss er vom leicht beschwipsten Auftrittslied bis zum offenen Wutausbruch in "Es waren zwei Königskinder" und der innig erblühenden Liebe in "Lippen schweigen", eine reichhaltige Skala menschlicher Gefühle und Temperamente glaubhaft zum Ausdruck bringen.
Eines Tages saßen wir mit Nicolai Gedda zusammen und diskutierten das "Problem Danilo". Merkwürdig, Gedda stellte an Danilo die größten Ansprüche. Das und das und das könnte man auf der Platte kaum verwirklichen, behaupteten wir. Es müsse aber verwirklicht werden, konterte der vermeintliche Rosillion. Eigentlich schon entschlossen, eine andere Léhar-Operette für das Gedenkjahr zu wählen, traf ein paar Tage später ein Brief von Gedda ein: Er habe es sich überlegt. Seit Jahren schon habe in der Danilo gereizt, er habe sich wieder und wieder damit beschäftigt und würde sich die Partie jetzt zutrauen."

Soweit Helmut Storjohann.

Jedenfalls merkt man m. E. diese intensive Auseinandersetzung sehr genau und macht das Zuhören zu einer Wonne.


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18

Mittwoch, 1. Februar 2012, 14:51

Meine Lieben!

Jetzt habe ich eine Doppel CD aus dem Teatro Colon bekommen und die hat es in sich, hier singt man nicht nur auf Deutsch, sondern die herrliche Federica von Stade ist die Hanna Glawari, ihr übertrumpfender Danilo ist Sir Thomas Allen, was der kann macht ihm kaum jemand nach, mir hat er fast alle Danilos zerstört. Dieser Charme und die herrliche Stimme,

die Valencienne ist Carion Höxter, die mit ihrem Rossilon - Paul Groves nicht nur Mittelmaß ist.

Die Aufnahme ist aus dem Jahr 2001 unter Julius Rudel der Lehár so nimmt, wie es sich gehört [und in Europa kaum mehr gespielt wird].

Wirklich zu empfehlen, in youtube sind Ausschnitte drin, es gibt leider kein Cover.

Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus Wien. :wink: :wink:

19

Mittwoch, 1. Februar 2012, 16:33

die herrliche Federica von Stade ist die Hanna Glawari, ihr übertrumpfender Danilo ist Sir Thomas Allen
Lieber Peter,

ja es ist wirklich nicht zu glauben und das in Südamerika und auf Deutsch. Ich habe auch großen Spaß an der Aufnahme. Schön wäre ja noch ein Video (nicht nur YouTube) aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben.

Liebe Grüße aus München

Kristin :wink: :wink:

20

Sonntag, 26. Februar 2012, 12:47

Tut mir leid, meine Lieben, wenn ich Euch da ausnahmsweise ein bisserl widerspreche. Aber Federica von Stade ist ungeachtet ihrer schönen Stimme keine ideale Witwe. Man glaubt manchmal, eine - sagen wir - gereifte Marlene Dietrich zu hören. Unter einer Hanna stelle ich mir etwas anderes vor. Doch die Dietrichine gelingt der Stade natürlich blendend. Thomas Allen paßt da viel besser, aber an die besten Danilos kommt er auch nicht ganz heran. Julius Rudel enttäuscht mich ein bißchen, vielleicht konnte er mit diesem Orchester und manchen Sängern nicht anders, aber wiederholt wird es zu zackig und zu steif. Für die wichtigen Nebenpartien fehlen auch passende Sänger. Paul Groves als Rosillon wirkt weder verführerisch noch besonders schmiegsam in der Höhe (er verhaut anfangs auch einen wichtigen Ton und plagt sich hörbar immer wieder). Carina Höxter als Valenciennes hat sichtlich wenig Ahnung, wie man Lehár singen soll. Carlos Fellers Zeta gerät zu künstlich und zu starr. Sicher spielen bei den Besetzungsmängeln auch die sprachlichen Hürden herein. Man bemüht sich wirklich sehr um die deutsche Sprache, aber nicht jeder hat eben ein solches Sprachtalent wie Thomas Allen.
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21

Sonntag, 26. Februar 2012, 14:20

gereifte Marlene Dietrich
Lieber Waldi,

na ich weiß nicht so recht. Ich versuche, mir gerade die Stimme der gereiften Dietrich vorzustellen aber da komme ich nicht weiter und höre auch keine Ähnlichkeit. Jedenfalls klingt von Stade reifer, das stimmt schon, war sie auch schon. Darf sie in dieser Rolle, finde ich, auch sein, zumal ihr Danilo - Sir Thomas Allen - ja schon auch ca. Mitte seiner 50er war, siehe YouTube-Ausschnitt. Wenn es altersgemäß zusammenpasst habe ich kein Problem. Nun bin ich wirklich kein Witwen-Experte, mich freut es eher diese Sängerin hier zu hören und bin mir sicher, daß es bessere Witwen gab. Der Beste hier ist auch für mich mit Abstand Sir Thomas Allen, mir gefällt er sehr, aber einer der allerbesten in dieser Rolle (?). das kann ich auch nicht sagen. Ich bin z.B.alles andere als ein Johannes Heesters-Fan, aber nach der CD, die ich habe (Querschnitt) ist er für mich unerreicht, jedem seine Ehre. Er hat den Danilo mit 70 noch gesungen und ich habe ihn nicht deplaciert in Erinnerung.
Ansonsten bei dieser argentinischen (stimmt doch?) Aufnahme: Alle anderen Sänger sangen mehr oder weniger mit spanischen Akzent, mich hat es nicht gestört. Sang doch seinerzeit sogar Erich Kunz einen (schrecklichen) Danilo mit einem Akzent, den ich der Walachei :mlol: :mlol: :mlol: zuordnen würde.

Liebe Grüße

Kristin :wink: :wink: :wink:

22

Sonntag, 26. Februar 2012, 17:05

Ja, ein echter Balkan-Akzent ist nicht nur erlaubt, sondern geradezu gewünscht - solange er nicht übertrieben wird. Das ist wie dem Böhmakeln oder dem ungarischen Operettendeutsch. Aber Kunz war nicht mein Danilo. Der darf ja nicht zu alt sein, denn er und Hanna sind eigentlich noch jung. Hanna war nur 8 Tage verheiratet, rechnen wir das Trauerjahr und ein bisserl Pufferzeit dazu, dann ist sie nach wie vor noch äußerst knusprig. Danilo ist erst seit ein paar Monaten in Paris. Der leidet nicht seit ein paar Jahrzehnten wegen des Verlustes von Hanna, sondern das Geschehene ist noch frisch in ihm wie seine Liebe. Wenn also ein älterer Sänger den Danilo gibt (und das ist ja meistens so), dann muß er einfach jugendlichen Charme ausstrahlen. Heesters war musikalisch nicht so aufregend, hatte aber ein verführerisches Timbre und eine starke Ausstrahlung. Allen könnte in einem anderen Team sicher ein noch besserer Danilo sein. Für die Rolle braucht man schließlich die passende Resonanzsphäre um einen herum.

:wink: Waldi
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23

Sonntag, 26. Februar 2012, 17:20

Lieber Waldi!

Ich buin zwar kein allzu großer Heestersfan, aber er hat mit 80 Jahren an der Volksoper, mit Sigrid Martikke als Glawari, den Danil gesungen. Die beiden passten recht gut zusammen, wobei ich bemerken muss, Kms. Sigrid Martikke war keine 80 Jahre alt, und er war großartig.

Die Aufnahme vom Teatro Colon hat natürlich ihre Mängel, aber Sir Thomas Allen wiegt so viel auf, wenn ich bedenke das Felicity Lott mit Thomas Hampson auch eine Einspielung gemacht hat, da sieht man die Witwen werden älter - und es sei allen Witwen vergönnt.

Über den, von mir so geschätzten, Kms. Erich Kunz will ich mich, zumindest in dieser Schwarzkopf Aufnahme nicht äußern, er ist schreckerbar im Akzent, wie gut er als Koloman Szupan ist [war], das weiß ich noch von Aufführungen an der Volksoper, da hat er mit Ljuba Welitsch, glatt, im "Dompfaffduett", den beiden die Show gestohlen.

Liebe Grüße sendet Dir Peter. :wink: :wink:

24

Sonntag, 26. Februar 2012, 18:26

Irgendwie habe ich mich innerlich schon daran gewöhnt und damit das Libretto verändert, lach. Fast alle Witwen und Danilos, die ich so kenne, waren auf jeden Fall schon über die erste Jugend hinaus.

Sir Thomas Allen hat mit Dame Felicity Lott zusammen auch an der ROH ein älteres Paar, siehe Youtube und auf Englisch, dargestellt und das toll. Felicity Lott ist so eine Witwe, die mir besonders sympathisch ist. Überhaupt ne tolle Sängerin, ihre schöne Helena" z.B. :juhu: :juhu: :juhu:

Erich Kunz, den liebe ich als Koloman Zsupan, unvergleichlich gut, für mich der Beste. Aber sein Danilo, oh je, da stört mich der walacheische oder sonst was Akzent fürchterlich.


Liebe Grüße

Kristin :wink: :wink:

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25

Montag, 27. Februar 2012, 09:41

Meine Lieben!

Die Glawari kann nicht eine allzu junge Sopranistin singen, die erst vom Konservatorium rauskommt, die helle Stimme, die sich im Laufe der Jahre von selbst vergrößert [Clemens Krauss] verlangt hier ein Evchen, um eine Evchen zu singen hat man halt schon seine Jahre im Fach.

Es gibt eine LP [CD?] wo Wilma Lipp mit Per Grunden das Duett "Lippen schweigen" singt, die, damals, auffallend helle Stimme klingt wohl nicht schlecht - aber es ist ja nicht nur das Duett, es ist die ganze Rolle und da sollte man eine passende Mittellage haben, die einem entgegenkommt. In späteren Jahren, als Wilma Lipp das Evchen schon sang, hätte sie die Glawari recht gut singen können, nur hat man sie nicht eingeladen [einmal zwar in Bregenz, aber es wurde daraus nichts, wie sie in einem Interview mit Dr. Peter Dusek meinte]. Gerade die Diva Partien - Rosalinde, Glawari, Giuditta u.s.w. verlangen eine Stimme, die schon etwas ausgereift ist [hier meine ich nicht das Alter der Sängerin], diese Partien gehören von den Ersten Sängerinnen gesungen zu werden, sie sind anspruchsvoll und verlangen eben viel. Dafür singen schon, mehr oder weniger, ältere Sängerinnen diese Partien. Auch eine Hilde Güden sang die Rosalinde erst in späteren Jahren und nicht gleich am Anfang - da war sie die Adele, die leichter klingen soll - das ist meine Meinung, da gehe ich mit, meiner hochgeschätzten, Kms. Wilma Lipp konform.

Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus Wien. :wink: :wink:

26

Montag, 27. Februar 2012, 10:13

Librettisten sind ja bekanntlich immer etwas ambitionierter als ihre Komponisten, wenn es darum geht, das Alter ihrer Heldinnen zu bestimmen, die sie fast immer gerne deutlich jünger hätten, als die Partituren es erfordern. Hofmannsthal stellte sich die Marschallin in seinem ROSENKAVALIER ja auch noch Anfang 30 und das junge Liebespaar als offenbar noch nicht volljährig vor.

Dabei erlaubt doch gerade die Hannah Glawari durchaus ein paar Järchen nach oben, was ja nicht heißt, dass die Attraktivität der Dame gleich jenseits von Gut und Böse liegen muss. Ich finde also ausgereifte Stimmen wie die von Elisabeth Schwarzkopf, Hilde Güden oder Cheryl Studer bei Gardiner vollkommen richtig, solange nur ihr Danilo mithalten kann. Leider kenne ich die Aufnahme mit Frederica von Stade nicht, aber ich kann sie mir sehr gut in dieser Rolle vorstellen, wenn ihr Mezzo wirklich noch den Spielraum nach oben hatte, den die Rolle der Glawari braucht. Neben einem geübten Roué wie Thomas Allen kann ich mir jedenfalls eine Sängerin, von der Walter Legge, selbst immerhin Ehemann der Schwarzkopf, einst schrieb, dass er mit ihr am liebsten das Kamasutra vorwärts und rückwärts buchstabieren würde (das steht wirklich in seinen Memoiren!), sehr gut vorstellen.

Aber die Nagelprobe wäre natürlich erst der eigene Höreindruck, und den habe ich leider nicht.

:wink: Rideamus
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oper337

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27

Montag, 27. Februar 2012, 21:35

Meine Lieben!

Eine recht gute Aufnahme auf 2 CDs gibt es auch noch aus der Wiener Volksoper / Japan Gastspiel 1985 mit, der von mir sehr geschätzten, Mirjana Irosch als Hannah Glawari, Peter Minich als recht guten Danilo, Dagmar Koller als Valencienne. Entgegen anderer Stimmen, Dagmar Koller war in der Operette und im Musical daheim, also ist sie besonders gut. Richard Karczykowski als Camille de Rossilon hat einen schönen Tenor und Rudolf Bibl der ja die Operette im kleinen Finger hatte dirigiert das Volksopernorchester.

Manche Texte sind auf Japan gemünzt, also recht unsinnig, aber ansonsten eine gute "Lustige Witwe".

Ich finde leider kein Cover, ich habe zwar eines, aber diese Aufnahem, die ichauch auf 2er LP habe, hat es noch nicht zu unseren Partner gebtracht.

Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus Wien. :wink: :wink:

AlexanderK

Irgendwie irgendwo irgendwann

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28

Montag, 27. Februar 2012, 21:44

Das ist vielleicht diese Produktion (?)...



Laut Angaben bei einem ebay Angebot mit diesen Credits:
Vienna Volksoper Orchestra & Chorus, Rudolf Bibl, Recorded Live:June 17, 1982 Tokyo, Bunka Kaikan
Erscheinungsjahr 1991
Made in Japan
Label/Bestellnummer Denon PCM Digital/DC-8103-4

Dieser Mitschnitt ist also von 1982, dann wird es doch eine andere sein...
Herzlicher Gruß
AlexanderK

oper337

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29

Dienstag, 28. Februar 2012, 06:53

Lieber Alexander!

Ich habe mir eben das Cover von meiner LP Ges. angesehen, es ist diese Aufnahme, und ich habe sie mir gestern wieder einmal, auf CD, angehört und sie ist nicht schlecht, aber Durchschnitt, es gibt schon bessere Aufnahmen.

Lieeb Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :wink:

oper337

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30

Dienstag, 10. April 2012, 22:03

Ich habe heute eine DVD der Gesamtaufnahme der "Witwe" in Englisch bekommen und zwar mit Dame Felicity Lott als Glawari und Sir Thomas Allen als Danilo und die beiden sind, trotz kahlem Bühnenbild einzig gut, gesanglich und gestalterisch. Der Walzer im 2. Akt ist von Dietfried Bernet und dem Royal Philharmonia Orchestra so schwebend gespielt und von Sir Thomas Allen und Dame Felicity Lott so herrlich getanzt, dass manches Wiener Paar Danilo / Glawari sich nur einen Kurs im Walzertanzen nehmen können, mir ist kalt geworden so schön war es.

Juliette Gaston als Vallencienne ist in hier auch traumhaft gut und voller Temperament, sowie Lukas Amanici als Rossilon nur hat er zwar eine schöne Stimme aber kann es mit den anderen Dreien nicht aufnehmen.

Im Youtube sind zum Glück auch Ausschnitte drin.

Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus Wien, der zu Sir Thomas Allen gesagt hatte, er sei für mich der beste Eisenstein und Danilo, dies am 6.3. nach dem Wiener Konzert. :wink: :wink:

31

Dienstag, 10. April 2012, 23:21

Ich habe heute eine DVD der Gesamtaufnahme der "Witwe" in Englisch bekommen und zwar mit Dame Felicity Lott als Glawari und Sir Thomas Allen als Danilo und die beiden sind, trotz kahlem Bühnenbild einzig gut, gesanglich und gestalterisch. Der Walzer im 2. Akt ist von Dietfried Bernet und dem Royal Philharmonia Orchestra so schwebend gespielt und von Sir Thomas Allen und Dame Felicity Lott so herrlich getanzt, dass manches Wiener Paar Danilo / Glawari sich nur einen Kurs im Walzertanzen nehmen können, mir ist kalt geworden so schön war es.

Juliette Gaston als Vallencienne ist in hier auch traumhaft gut und voller Temperament, sowie Lukas Amanici als Rossilon nur hat er zwar eine schöne Stimme aber kann es mit den anderen Dreien nicht aufnehmen.

Im Youtube sind zum Glück auch Ausschnitte drin.

Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus Wien, der zu Sir Thomas Allen gesagt hatte, er sei für mich der beste Eisenstein und Danilo, dies am 6.3. nach dem Wiener Konzert. :wink: :wink:
Lieber Peter,
ich kann es jetzt auf die Schnelle nicht nachschauen, aber ich meine, der Rossllion sei Luca Canonici

, der ja eine - wenn auch, meine ich, recht kurze - Opernkarriere gemacht hat.
Das Video ist wirklich wundervoll, trotz der "falschen" Sprache.

Ebenfalls auf englisch gibt es übrigens einen Met-Broadcast mit Frederica von Stade und Domingo als Danilo! Nicht unbedingt echt Wiener Operette, aber er hat einen fast schon unverschämten Charme in der Stimme.

Lg
FafnerHH

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32

Mittwoch, 11. April 2012, 06:58

Lieber Fafner HH.

Du hats bei Luca Canonici Recht, ich habe den Abspann nicht so schnell lesen können [da ich kei Cover habe], die "Lustige Witwe" hat aber, meiner Meinung, seit ihre Entstehen, eigentlich keine "falsche Sprache" gehabt, natürlich ist für uns Deutschsprachige die deutsche Sprache richtig - jedoch wurde, weltweit, die "Lustige Witwe" in allen Landessprachen gesungen. Die "Witwe" gehört zu den meist gespielten Operetten der Welt, gleich gefolgt von Oscar Straus "Der Chocolat Soldier" - "Der tapfere Soldat", welcher sich kaum mehr auf den Programmzetteln in Europa findet, auf Opern oder Operettenhäusern schon gar nicht.

Ich kann mich erinnern, dass Hilde Güden in London, Seinerzeit, sowohl die Rosalinde als auch die Glawari gesungen hat - natürlich in Englisch, wie sie mir erzählte und mir auch einen Programmzettel zeigte.

Bei Dame Felicity Lott und Sir Thomas Allen kommt aber enorm viel Charme rüber, die Aufnahme mit D. kenne ich nicht, nur seine "Ausflüge" ins Baritonfach [wobei er bis heute keinen Bariton hat] haben mich etwas enttäuscht, denn das Vorhaben jetzt 4 neue Baritonpartien zu kapern, eigentlich verärgert. Fedrica von Stade sang ja schon, ebenfalls mit Sir Thomas Allen im Teatro Colon in deutscher Sprache, die Glawari, wo ich die Doppel CDs habe.


Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :wink: :wink:

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33

Dienstag, 25. September 2012, 09:58

Als im Jahre 1994 eine Aufnahme der "Lustigen Witwe" herauskam, diese hier



entschloss sich die Wiener Staatsoper, im Haus am Ring, mit einer etwas anderen Besetzung, jedoch im Grunde gleich, zu einer Neuinszenierung, die leider nur 42 Mal gebracht wurde, und ich habe einen Mitschnitt als DVD, der 2. Aufführung vom 6. Februar 1999, welche auch im, damals mehr kulturbeflussenen, ORF 2 via TV, gezeigt wurde.

De Handlung spielt Ende der 1920er Jahre, es wurde gründlich entstaubt und es könnte eigentlich nicht nur in Paris spielen. Die frühere Neuinszierung war noch an der Staatsoper an der Volksoper am 17.4.1953, und sie spielte 1905, diese hier eben nicht.

Das Bühnenbild und die Kostüme waren von Wilhelm Holzbauer, kahl und immer gleichbleibend und deshalb immer richtig - und die Regie von Andrei Serban und es wurde eine wirklich gute Fassung der "Lustigen Witwe", ganz ohne Operettenstaub.

Schon der Baron Mirko Zeta wurde nicht von einem dümmlichen schon alten, der pensionsnahen Sänger, gespielt und gesungen - Franz Hawlata. Seine Frau Valencienne war die wirklich charmante Angelika Kirchschlager, die nicht nur ihre Partie gut sang sondern Charme versprühte. Ihr "geheimer Hausfreund" Camille de Rossilon war Paul Groves,ein Tenor den man sich, in deser Partie, wünscht. Das Ereignis des Abends war aber der Graf Danilo - gesungen und hervorragend gespielt, von Bo Skovhus, wenn er seine Hanna Glawari umtänzelt und doch umgarnt sprüht sein Charme geradezu. Diese ist hier [im Gegensatz zur CD, wo sie die Valencienne gibt] Barbara Bonney, die nicht nur gesanglich ideal ist, sondern auch schauspielerisch. Ihr Vilja Lied musste wiederholt werden, ganz zu Recht, sie liegt auf einem weißen Stutzflügel und ist ist nicht in der Tracht eines pontevedrinischen Landmädchens, sondern eben 1920er Jahre. Schick und bezaubernd, und der Regieeinfall, dass ihr Danilo näher kommt ist ideal, sie denkt ja an ihre Jugendliebe, ist wirklich gut. Wie schon geschrieben ist das einfache, praktische, Bühnenbild gänzlich ohne Operettenstaub, der sich durch Jahre bei anderen Inszenierungen - auch an der Volksoper - angesammelt hat, geradezu ideal, weil entrümpelt. Hanna und Danilo spielen bezaubernd und in der "Eifersuchtsszene" geradezu umwerfend gut. Den Njegus gab Fritz Muliar ganz natürlich mit Humor und Spielfreude - und nicht als alten Deppen.

Mich persönlich hat es gefreut, endlich wieder einmal, Ilonka Szép als Silviane zu sehen, die ich schon an der Volksoper immer gern sah und hörte [ich erinnere mich nur an ihre Serienaufführung der Vier Frauengestalten im "Hoffmann" mit Nicolai Gedda in französischer Sprache, die sie, ich glaube, achtmal sang].

Sir John Eliot Gardiner ist wie auf der CD der Dirigent der Aufführung gewesen - und ich wundere mich nur, hier denke ich an die Vorstellung an der ROH, wie eindringlich und gut, ohne Operettenkitsch, er mit den Wiener Philharmonikern denkt und Lehár spielen lässt .

Dass diese Inszenierung bis 2001 nur 42 Mal auf der Bühne am Ring stattfand ist nicht geradezu ein Meilenstein oder Ruhmesblatt in der Geschichte des Hauses, wo in der Folge, späterhin, auch Ildiko Raimondi u.a. die Hanna Glawari [außer der Rosalinde] sang und temperamentvoll spielte.

Silvester wäre doch ein Zeitpunkt diese Inszenierung wieder zu bringen, es muss ja nicht immer "Die Fledermaus" sein.

:wink:

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34

Donnerstag, 11. Oktober 2012, 20:13

Meine Lieben!

Ich höre mir eben diese Gesamtaufnahme der "Lustgen Witwe" an:



Ich habe da noch ein hübscheres Cover., aber EMI Columba hat jetzt schon recht einfache Covers.

Eine meiner zahleichen Gesamtaufnahmen. Jedoch finde ich dass Hermann Prey aber schon gar kein Danilo ist, er muss ja nicht ganz pontevedrenisch sprechen, aber Hochdeutsch ist auch nicht das Ideale, gesanglich geht er ja schon - eingermaßen. Edda Moser ist eine glänzende, aber sehr unterkühlte Hanna Glawari, der wieder das gewisse Extra fehlt. Ich weiß nicht warum sang Frau Moser immer so, als wäre sie die Königin der Nacht? Zwar singt sie das "Vilja Lied" und auch das Duett "Lippen schweigen" wirklich makelllos schön, aber Hermann Prey war, damals, derart ungeeignet Operette zu spielen.

Das 2. Paar Valencienne / Helen Donath und Siegfried Jerusalem als Camille de Rossilon sind eindeutig besser, sie haben Charme und gerade Helen Donath hat die Stimme de man sich wünscht [übrigens hat Helen Donath - in meinen Jahren, als Helen Erwin eine bezaubernde Pamina gesungen].

Heinz Wallberg dirigiert das Münchner Rundfunkorchester brav und solid - und es soll nur kein Feuer aufkommen, auch der Chor des Bayrischen Rundfunks singt es so brav runter, dass man denkt, die wären / waren alle froh, als die Aufnahme aufgenommen war - was auch nicht das Gelbe vom Ei ist.

Es wird alles Notengenau gespiel und gesungen - aber ich bin, leider - oder auch nicht, - durch Dame Felicity Lott und Sir Thomas Allen, zwar in Englisch, total verdorben worden.

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