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AlexanderK

Irgendwie irgendwo irgendwann

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Mittwoch, 2. Mai 2012, 20:51

Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert Nr. 16 D-Dur KV 451

Wolfgang Amadeus Mozarts Konzerte für Klavier und Orchester gehören sicher zum Kostbarsten, was die Kunst je hervorgebracht hat. Das Erstaunliche dabei: Jedes steht für sich, und trotzdem sind alle unverkennbar Mozart. Es lohnt sich durchaus auch, die Konzerte chronologisch zu hören. Die drei Konzerte KV 449, KV 450 und KV 451 markieren hier einen, wenn nicht den entscheidenden Schritt Mozarts, auf jeden Fall was die Erweiterung der instrumentatorischen Farbpalette betrifft.

Das Konzert Nr. 16 D-Dur KV 451 entstand im Frühjahr 1784 und hat wie immer drei Sätze (Allegro assai, Andante, Allegro di molto, Kadenzen zu 1 und 3 von Mozart verfügbar). Der wunderbar farbige, teilweise festliche Charakter des ersten und des dritten Satzes ergibt sich daraus, dass Mozart hier erstmals in einem Klavierkonzert die Flöte als Melodieinstrument einsetzt und vor allem Trompeten und Pauken mit aller Pracht ins Geschehen einbezieht. Das Andante des zweiten Satzes steht in G-Dur, und man höre (einmal mehr), was Mozart etwa alles im Zwiegespräch zwischen Klavier und Holzbläsern einfällt. Mozart weiß auch das Finale wieder konzertant reizvoll abzurunden, im griffigen 3/8-Takt. Hört man hintereinander oder innerhalb von ein paar Tagen bewusst die Konzerte KV 449, KV 450 und KV 451, wird, es sei noch mal betont, diese staunenswert inspirierte Erweiterung der Farbpalette wirklich plastisch deutlich. Man staunt dann über das vollere Arrangement und wie sich darin die einzelnen Instrumente melden wie ein zauberisches Musikkaleidoskop, das sich offenbart, so als machte Mozart von Konzert zu Konzert jeweils neue Schachteln auf, neue geniale Ideen dazu zaubernd.

Da ich zur Zeit die Box durchhöre und es zu den meisten Konzerten noch keine eigenen Threads gibt hier halt wieder ein persönlicher Höreindruck mit Rudolf Serkin, dessen beherztes altersweises Mozartspiel mir sehr gut gefällt. (Links die Box, rechts die Einzel CD von 1997.)



Rudolf Serkins letzte Mozart-Klavierkonzertveröffentlichung nach bereits 14 Stück in den 80er Jahren, wieder mit Claudio Abbado, aber nicht mehr mit dem London Symphony Orchestra, sondern mit dem Chamber Orchestra of Europe, wurde bei Konzerten im April und Mai 1988 im Großen Konzerthaussaal in Wien live aufgenommen und erst 1997 erstveröffentlicht. Serkin muss nichts mehr beweisen, er macht einfach mit Herz, Seele und vor allem den Fingern lebendige Mozart-Konzertmusik, die all ihre Wirkung zu entfalten vermag, erfreuend, inspirierend oder tröstend. Serkin spielt (wie immer wenn verfügbar) die Mozart-Kadenzen. Abbado und das Orchester kosten den vollblütigen Orchestersatz und -klang voll aus, in kongenialer Abstimmung mit dem Solisten.

Was gibt es noch zu schreiben? Und welche Aufnahmen bevorzugen die Capricciosi? KV 451 soll seinen Platz hier haben. Mit Flöte, Pauken und Trompeten!
Herzlicher Gruß
AlexanderK

Zwielicht

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Donnerstag, 3. Mai 2012, 09:43

Man kommt ja kaum noch nach mit den Mozart-Klavierkonzerten... ;+) Ich schreib demnächst auch selbst noch etwas zum Werk, zitiere aber erstmal aus einem anderen Thread einen Beitrag von Ralph, in dem er Mozarts kompositorisches Verfahren im Kopfsatz von KV 451 sehr anschaulich erläutert:


Zum Eröffnungsritornell überhaupt und am Beispiel KV451

Bei Mozart dient das eröffnende Orchesterritornell im Wesentlichen der Exposition von thematischem Material. Das Verfahren, dieses in deutlich voneinander abgegrenzten Gliedern zu präsentieren, bietet die Möglichkeit, diese im späteren Satzverlauf, aus ihrer ursprünglichen Umgebung herausgehoben, wieder aufzugreifen. Konrad Küster ("Formale Aspekte des ersten Allegros in Mozarts Konzerten" (1989)) unterteilt das Orchesterritornell in 15 Ritornellzonen, welche theoretisch alle unterschiedliches Material beinhalten können (freilich werden in einem Konzert niemals alle denkbaren Zonen durchlaufen). So findet man im Mozart‘schen Anfangstutti oft eine blühende Vielfalt an musikalischen Ideen.
Dies sei exemplarisch am Orchesterritornell von KV451 dargestellt:

index.php?page=Attachment&attachmentID=274

Mozart präsentiert hier zehn voneinander absolut unterschiedliche Ideen. Der musikalische Fluss und thematische Zusammenhang entstehen dadurch, dass (fast) jede neue Phrase ein oder mehrere Elemente der vorangegangenen übernimmt (im Notenbeispiel mit Ziffern angedeutet). Dabei entsteht keine Hierarchie in dem Sinne, dass es etwa zwei Themen gäbe, die gegenüber den restlichen Taktgruppen besondere Priorität genießen. Vom Kopfmotiv, welches ohnehin nur einen Ton verwendet, wird lediglich der für Mozart typische Marschrhythmus an einigen Stellen wieder aufgegriffen.
Die späteren Konzerte sind oft von größerer motivisch-thematischer Einheit.



Viele Grüße

Bernd
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AlexanderK

Irgendwie irgendwo irgendwann

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Sonntag, 10. Juni 2012, 14:47

Hier ein weiterer persönlicher Höreindruck:



So wie Sándor Végh und die Camerata Academica Salzburg hier mit Pauken und Trompeten loslegen, ist Mozarts Klavierkonzert KV 451 sofort mitreißend und farbenfroh. András Schiff macht im Spielfluss mit, stellt sich aber nur in die Auslage, wenn er muss, er lässt Végh gerne führen. All diese Mozart Klavierkonzerte kann man immer wieder hören, man entdeckt immer wieder neue, andere herrliche Details. Der zweite Satz erklingt einmal mehr wunderschön, wie sich hier Streicher, Klavier und Holzbläser ineinanderfügen, das ergreift ein ums andere Mal. Und das Finale ist wieder übersprudelnd lebensfroh, lebendige Musik. Die schön ausgesteuerte Aufnahme entstand im Rahmen der Gesamtaufnahme aller Mozart Solokonzerte ab KV 175 zusammen mit KV 450 im November 1990 im Großen Konzerthaussaal in Wien (9 CD Box DECCA 448 140-2).
Herzlicher Gruß
AlexanderK

AlexanderK

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4

Montag, 31. Dezember 2012, 15:26



Der Radiosender Deutschlandfunk sendete am 31.12.2012 mittags Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Klavier und Orchester Nr. 16 D-Dur KV 451 mit den Berliner Philharmonikern, Leitung und Klavier Daniel Barenboim, veröffentlicht im Mai 1998 zusammen mit den Konzerten KV 449 und KV 450 auf Teldec CD. Persönlicher Höreindruck: Routiniertes Musizieren des Orchesters, und Barenboim ist einmal mehr der vollblütige Musikant, der die Musik fließen lässt, nicht wirklich geschärft, lieber poetisch, „streichelnd“. Vielleicht ein bisschen zu glatt alles. Will einfach nur schön dahin fließen. Das hat auch was. Gut auch zum Nebenbeihören. Insofern: „Stört nicht.“ Die CD muss ich nicht kaufen. Es war aber schön, diese Aufnahme einmal und dieses Werk wieder einmal gehört zu haben.
Herzlicher Gruß
AlexanderK

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