Eine neuere Aufnahme ist diese:BWV 51 „Jauchzet Gott in allen Landen“


Alle? Sofort? Ist das ein Befehl?Soderle, ich habe mich bemüht, ein möglichst breites Spektrum, sowohl was die Art der Kantate als auch was die Besetzung angeht, abzudecken. Ich schlage vor, du kaufst sie dir alle.![]()
Im Ernst: Vielen Dank, lieber Thomas, für die vielen Tips; ich werd's in Ruhe bedenken.
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Den Unterschied, HIP und Non-HIP mache ich gar nicht mehr, nachdem mich Rilling oder Richter sowas von überhaupt nicht ansprechen. Bei mir ist jetzt eher die Frage, ob die Chöre solistisch gesungen werden oder nicht. Aber da kann ich beiden Varianten extrem viel abgewinnen.
. Man muss das vielleicht als eine Art Berufskrankheit sehen; bei Peter, der selber in einem Chor singt, sieht das natürlich schon wieder ganz anders aus.
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aus der Erinnerung heraus kann ich nur "berühmte" Kantaten als Empfehlungen nennen, in denen mir Leusink sehr gut gefällt:
BWV 56 /82 mit Bas Ramselaar ( " Kreuzstab" und " Ich habe genug")
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Übrigens: Ich finde Leusinks Aufnahme wesentlich besser als ihr Ruf es behauptet. Sie könnte sogar die Einsteigerreferenz für den kleinen Geldbeutel sein - wenn, ja wenn die Altus- Partien nicht oft mit Sytse Buwalda besetzt wären. Sein Timbre gefällt mir leider gar nicht.
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Den Unterschied, HIP und Non-HIP mache ich gar nicht mehr, nachdem mich Rilling oder Richter sowas von überhaupt nicht ansprechen. Bei mir ist jetzt eher die Frage, ob die Chöre solistisch gesungen werden oder nicht. Aber da kann ich beiden Varianten extrem viel abgewinnen.
Da sieht man, wie unterschiedlich die Schwerpunkte gesetzt werden. Ich bin zugegebenermaßen ziemlich orchesterfixiert, danach kommen bei mir dann die Gesangssolisten (es sei denn, sie wären ganz ungewöhnlich gut oder schlecht - dann können sie in der Prioritätenliste schon nach oben rücken) und das letzte Kriterium ist für mich die Leistung des Chors. Man muss das vielleicht als eine Art Berufskrankheit sehen; bei Peter, der selber in einem Chor singt, sieht das natürlich schon wieder ganz anders aus.
Er hat mich regelrecht vom Sessel gerissen, der Altus - aber nicht, weil er so schön singt! Die blechig-jaulerige Manier, mit der er diese Arie gestaltet, ist kaum zu beschreiben; man muss das einfach selber gehört haben. Abgrundtief scheußlich - so eine Stimme habe ich auf einer käuflich erworbenen CD schon lange nicht mehr erlebt. Wenn der Mann immer so singt, ist es mir ein Rätsel, warum man in einer Gesamtaufnahme, deren Ambitionen dann doch ein wenig über die Kreisliga B hinausgehen, viele Partien mit ihm besetzt hat......![]()
Agravain
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....so sind Richter und Rilling natürlich recht weit weg vom Originalklang. Am nächsten dran sind dann eben doch Leusink oder Harnoncourt/Leonhardt, die Knaben besetzen, ganz getreu dem Motto: wenn schon HIP, dann nicht nur mit alten Instrumenten, sondern auch mit den richtigen Stimmfarben.
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Ich kann aber auch das Interesse an solistischer Besetzung verstehen....
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Wie Leusink und das Label auf Buwalda verfallen sind? Es ist mir vollkommen unklar. Es ist ein Grausen und das eigentlich durchgehend....
Mir ist es nicht wichtig, dass eine Interpretation möglichst nahe dran am Originalklang ist. Entscheidend ist, dass mich die Musik abholt und mitnimmt - wenn sie das nicht tut, kann sie im musealen Sinne noch so erstklassig interpretiert sein - und umgekehrt.
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Ich kann aber auch das Interesse an solistischer Besetzung verstehen....
Wie ich im d´amore-Thread schrieb, finde ich die im Chor solistisch besetzte h-moll-Messe unter Andrew Parrot ganz vortrefflich. Diese Aufnahme, die ich mit einem Freund auf einer nächtlichen Rohrholz-Einkaufsfahrt nach Südfrankreichr auf und runter gehört habe, hat mir das große Werk erst richtig erschlossen.
Agravain Als nächstes werde ich mir die hier gelobte Ruth Holton anhören. Schaun mer mal...
Agravain Die genannten Sängerinnen sind wirklich fabelhaft. Mein Favorit ist bei "Jauchzet Gott in allen Landen" diese Aufnahme mit Emma Kikrby:
, aber doch nicht völlig abgestresst und außer Puste! Nein, da kommt mir angesichts des Charakters der Musik Richters molto schlepptando noch eher entgegen....
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...und dass sich Bach bisweilen (ich müsste jetzt nachsehen wo genau) über die Qualität seiner Sänger beschwert....
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Ruth ist schon nicht übel. Ihre größten Minuten hat sie in BWV 127, und zwar in der Arie für Sopran:"Die Seele ruht in Jesu Händen". Vielleicht mal reinhören - auch des Obeoensolos halber?!
- noch BVW 106 ("Actus tragicus") und BWV 161 ("Komm, du süße Todesstunde") unter Leusink genehmigt. Abgesehen vom bekannten Buwalda-Problem (das in BWV 106 für meine Ohren stärker zu Tage tritt als in BWV 161) und einigen anderen sängerischen Schwächen spricht mich der Grundduktus dieser Interpretationen durchaus an. Rilling folgt morgen noch zum Vergleich - mal schauen, was sich dann ergeben wird.
Regel werde ich sicherlich auch noch stoßen.
In der Arie stören mich zunächst die sehr gleichförmig und extrem *brut* hingehackten Blockflötenachtel enorm. Was unter Rilling glockenartig flexibel klingt, erscheint hier wie gleichförmig mit der Machete abgehauen. Ruth Holtons Stimme wirkt - bei grundsätzlich feinem Timbre - auf mich dann doch etwas dünn-kleinmädchenhaft. Streckenweise gelingt ihr keine überzeugende Linie (was aber angesichts der abgerissenen Flöteneinwürfe auch kein Wunder ist), und die Intonation scheint mir - das kann aber auch an meinen Hörgewohnheiten liegen - manchmal leicht daneben.
Agravain
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Mich stören die brut gespielten Blockflöten mitnichten. Ich assoziiere hier weniger den (vielleicht intendierten) Totenglöckchenklang, sondern empfinde das vielmehr wie das monotone Ticken eines Pendels, das die letzten Minuten des verfließenden Lebens ungerührt zu Ende schlägt. Insofern muss für mich das nichts glockig schwingen.
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Ruth Holtons Anlage der Arie scheint auch mit recht kindlich, allerdings nicht mit dem von Dir negativ empfundenem kleinmädchenhaften Ton. In der schon fast knabenhaft anmutenden Gestaltung Holtons liegt für mich ganz positive Naivität, das Urvertrauen darauf, dass die Seele tatsächlich in Gottes Händen ruht und dass dem Tod so sein Schrecken genommen wird. Das finde ich ausgesprochen gelungen und sehr nah am Text.
Gern geschehen! Ich profitiere hier ja selber nicht wenig - Bachs Kantatenkosmos scheint unerschöpflich. Heute ist das Buch von Wolff und Koopman eingetroffen und ich hoffe, irgendwann Substanzielleres zum Thema beitragen zu können.Jedenfalls bedanke ich mich noch einmal bei Gurnemanz, dessen Thread-Eröffnung bei mir zu einer neuerlichen und vertiefenderen Reise in Bachs Kosmos geführt hat!


Matthias 


BWV 82 mit einer Frau als Solistin? Das kommt mir zumindestens gewöhnungsbedürftig vor.
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Ich habe eben mal bei JPC in die Schnipsel, welche durchaus mein Interesse wecken konnten, hineingehört und daraufhin versucht, via Google herauszufinden, ob das *Orchestra of Emmanuel Music* auf historischen oder modernen Instrumenten spielt, denn die Oboe klingt etwas nach Stuhlbein, die Streicher machen aber einen eher unHIPpen Eindruck. Allzu lange wollte ich nicht suchen, und die vielen Resultate auf Englisch verstehe ich nur mit großer Mühe. Weißt du da Näheres?

Matthias
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Aber, nachdem ich jetzt noch mal kurz reingehört habe, schönere Oboen findest du wirklich wohl eher anderswo.
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aber Lorraine Hunt-Lieberson singt, nach meinem Empfinden, so ausdrucksvoll, dass es mich nicht weiter stört.
Ich habe keine Ahnung, wie weit das noch als irgendwie historisch informiert rechtfertigbar ist
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aber Lorraine Hunt-Lieberson singt, nach meinem Empfinden, so ausdrucksvoll, dass es mich nicht weiter stört.
Man müßte in den Schnipseln halt doch noch ein wenig mehr von ihr hören. Allerdings klingt das wenige, was man hört (in der Nr. 1 aus BWV 82 ist es leider gar nichts...) in der Tat ziemlich vielversprechend.
). Man mag zwar sagen, dass das, womit ich ihre äußerst intensive Gestaltung begründen möchte, zu stark von außen in die Wiedergabe "hineininterpretiert" ist, dennoch scheint es mir wie folgt. Die Aufnahme entstand 2002 in Boston als Zeugnis einer Reihe von szenischen Aufführungen der Kantate in der Inszenierung von Peter Sellars:
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In the early 2000's Lorraine Hunt-Lieberson also gave a series of shattering performances of two Bach cantatas for solo voice and orchestra, semi-staged by the director Peter Sellars, with the Orchestra of Emmanuel Music conducted by Craig Smith. These concerts were performed in Lincoln Center's New Visions series, in Paris, Berkeley, and at the Barbican in London. In Cantata BWV 82, Ich Habe Genug ("I Have Enough"), she was wearing a flimsy hospital gown and thick woolen socks, her face contorted with pain and yearning, portrayed a terminally ill patient who, no longer able to endure treatments, wants to let go and be comforted by Jesus. During one consoling aria, Schlummert ein, ihr matten Augen ("Slumber now, weary eyes"), she yanked tubes from her arms and sang the spiralling melody with an uncanny blend of ennobling grace and unbearable sadness.
Agravain
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Lorraine Hunt-Lieberson war zu diesem Zeitpunkt schon an Krebs erkrankt und ich meine, dass dies als der Ausgangspunkt für ihre ausgesprochen bewegende Interpretation verstanden werden kann. Im Angesicht des Endes der eigenen Existenz eine Kantate zu gestalten, die sich - dem Canticum Simeonis gemäß - mit den Freuden des Sterbens beschäftigt, hat eine ganz eigene Dimension, die man als Gesunder wahrscheinlich in ihrer Tiefe nicht wirklich ermessen kann. Lorraine Hunt-Lieberson starb 2006.
aber mir war bislang unbekannt, dass es auch noch Varianten mit Traverso gibt.

Agravain
. - Falls es interessant sein soll: Peggy Pearson spielt die Oboe d´amore auf der Aufnahme. 
Agravain hat ja brav im Booklet nachgelesen und war schneller mit den Informationen als ich, dafür möchte ich ihm danken, da ich mir jetzt Worte sparen kann![]()
Agravain
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Falls es interessant sein soll: Peggy Pearson spielt die Oboe d´amore auf der Aufnahme.
) aufgelistet und bei unserer Peggy steht da eindeutig (habe gerade zum dritten Mal nachgesehen): Oboe d´amore.
):
Agravain
, da Bach den Instrumentalisten hier vor außergewöhnliche atemtechnische Probleme stellt.
) kenne ich aber leider noch gar nicht, und deine Beschreibung macht mich schon sehr neugierig!
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Ich habe beim Hören dieser Scheibe immer das Gefühl, nicht der Sänger singt, sondern "es" singt aus dem Sänger heraus.
! Mir ging es jetzt nur um das Phänomen des "es", welches plötzlich singt oder spielt. Meiner Erfahrung nach kann diese Erscheinung schon auf unterschiedlichen Ebenen der Perfektion auftreten. -
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Lieber Bernd, im Booklet sind alle Instrumentalisten (und der Personnel Manager ) aufgelistet und bei unserer Peggy steht da eindeutig (habe gerade zum dritten Mal nachgesehen): Oboe d´amore.
). Auf der d´ amore hieße cis-moll dann gegriffen e-moll mit nur einem Feind, klar, warum nicht? Ich schließe aber nicht aus, dass ich mich hier nach wie vor gewaltig irre.. Absoluthörer an die Front!
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(http://www.bach-cantatas.com/BWV54.htm)
There are some considerable problems here that make a definite assignment impossible. We are left with the possibilities indicated in the revised (English) Dürr. Klaus Hofmann (1993) in one of the Bach journals is primarily responsible for the 1715 date. The problem with the March 4, 1714 date is that it would have occurred two days after Bach’s appointment as Kapellmeister at the Weimar court. The only reason that Oculi has been assigned is because printed text book has this Sunday assigned. This is a good reason, but because the references to the Epistle and Gospel readings on Oculi Sunday are rather vague and because Bach composed a similar early cantata as “in ogni tempo”, Schulze considers the 7th Sunday after Trinity 1714 as a possibility because some possible references to the readings for that Sunday. Dürr (English + update) state: ‘most likely in summer or autumn’ of 1714. Küster dates this cantata to before 1714. The NBA KB states that it could have been composed as early as 1713 possibly for Oculi or another suitable point in the year (in ogni tempo). Schulze also explains that the 1st mvt. was used by Bach with a different text as part of the St. Mark Passion.
Agravain 





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