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81

Dienstag, 17. Mai 2011, 19:53


Ich habe keine Ahnung, wie weit das noch als irgendwie historisch informiert rechtfertigbar ist


Lieber Matthias,

es ist zu rechtfertigen. Nur der schnellen Erhellung halber ein wenig nachschlagbare Informationen. Bach hat BWV 82 ursprünglich für Bass komponiert und erstmals am 02.02.1727 aufgeführt. Die Kantate erfreute sich offensichtlich schnell einer gewissen Beliebtheit, sodass sie Bach im Anschluss häufiger aufgeführt hat. In diesem Zuge entstanden Bearbeitungen, und zwar:

1. 1731 (oder 1730) für Sopran. Hier wird die Kantate eine Terz nach oben gesetzt, die Oboe wird durch eine Traversflöte ersetzt, die im Übrigen in nr. 3 "Schlummert ein" mitspielt (im Original schwegit die Oboe hier). Hier und da gibt es kleinere Veränderungen (z.B. in den Koloraturen der letzten Arie).
2. 1735 für Mezzo-Sopran. Jetzt wieder in der Originaltonart und mit Oboe.
3. 1745 oder 1748 wieder für Bass und mit einer Oboe da caccia in Nr. 3.



Zitat

aber Lorraine Hunt-Lieberson singt, nach meinem Empfinden, so ausdrucksvoll, dass es mich nicht weiter stört.


Man müßte in den Schnipseln halt doch noch ein wenig mehr von ihr hören. Allerdings klingt das wenige, was man hört (in der Nr. 1 aus BWV 82 ist es leider gar nichts...) in der Tat ziemlich vielversprechend.


Lieber Bernd,

Lorraine Hunt-Liebersons Einspielung gehört sicher zu den Berührendsten des Werkes, auch wenn ich selbst an sich lieber eine Bass-Stimme höre (schließlich bin ich von Hause aus selbst Bass und habe die Kantate auch schon selbst gesungen 8+) ). Man mag zwar sagen, dass das, womit ich ihre äußerst intensive Gestaltung begründen möchte, zu stark von außen in die Wiedergabe "hineininterpretiert" ist, dennoch scheint es mir wie folgt. Die Aufnahme entstand 2002 in Boston als Zeugnis einer Reihe von szenischen Aufführungen der Kantate in der Inszenierung von Peter Sellars:

Zitat

In the early 2000's Lorraine Hunt-Lieberson also gave a series of shattering performances of two Bach cantatas for solo voice and orchestra, semi-staged by the director Peter Sellars, with the Orchestra of Emmanuel Music conducted by Craig Smith. These concerts were performed in Lincoln Center's New Visions series, in Paris, Berkeley, and at the Barbican in London. In Cantata BWV 82, Ich Habe Genug ("I Have Enough"), she was wearing a flimsy hospital gown and thick woolen socks, her face contorted with pain and yearning, portrayed a terminally ill patient who, no longer able to endure treatments, wants to let go and be comforted by Jesus. During one consoling aria, Schlummert ein, ihr matten Augen ("Slumber now, weary eyes"), she yanked tubes from her arms and sang the spiralling melody with an uncanny blend of ennobling grace and unbearable sadness.


Lorraine Hunt-Lieberson war zu diesem Zeitpunkt schon an Krebs erkrankt und ich meine, dass dies als der Ausgangspunkt für ihre ausgesprochen bewegende Interpretation verstanden werden kann. Im Angesicht des Endes der eigenen Existenz eine Kantate zu gestalten, die sich - dem Canticum Simeonis gemäß - mit den Freuden des Sterbens beschäftigt, hat eine ganz eigene Dimension, die man als Gesunder wahrscheinlich in ihrer Tiefe nicht wirklich ermessen kann. Lorraine Hunt-Lieberson starb 2006.

:wink: Agravain


Liebe Capricciosi,

ich habe Lorraine Hunt 1995 in einem ihrer wirklich wenigen Auftritte in Deutschland bei den Händelfestspielen in Göttingen gehört. Sie ist auch schon über 10 Jahre vor Ihrem Tod ein Exemplum an gestalterischer Intensität gewesem, sie hat damals die Hauptrolle in Händels Ariodante gesungen (die Aufnahme mit McGegan ist noch immer im Programm), es war das einzige Mal, das ich zweimal in eine Opernaufführung gegangen bin- so unsagbar bewegend habe ich wenig Musik erlebt. Und das obwohl ich in den Live- Aufnahmen Gardiners der großen Händel-Oratorien als Zuhörer mithören durfte. Lorraine Hunt ist für mich das, was anderen Leuten vielleicht Kathleen Ferrier ist. Was ich mit ihr gehört habe, mag ich kaum noch mit jemandem anderen hören, weil sie so bewegend nachgestaltet. Neben der hier zitierten Aufnahme mit BWV 82 & 199 gibt es noch zwei Bach-Kantaten-Arien auf ihrer Hercules-Solo-CD- beide sicher nicht HIP, aber sängerisch und interpretatorisch intensiv ... und sehr hörenswert

82

Dienstag, 17. Mai 2011, 20:35

Aus meiner Sicht eine 'Must-Have'-Kantate ist 'Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust' BWV 170, deren Eingangsarie Peter Neumann einmal wegen einer großartigen Altistin, die uns im Chor verstärkt hat, in eine Osternacht in der Kartäuserkirche in Köln aufgenommen hat- ein absolutes Gänsehaut-Erlebnis. Das muss in den Jahren 1997-1999 gewesen sein, ich weiß leider nicht mehr, wie die Sängerin heißt. Aber damals habe ich mich furchtbar geschämt, dieses Wahnsinns-Stück nicht gekannt zu haben.

Kurz darauf habe ich die Andreas-Scholl-CD mit Philippe Herreweghe erworben (jetzt anscheinend nur noch als Teil von zu bekommen. Herreweghes 'Manier' ist oben beschrieben worden, sie erzeuge einen goldenen Glanz. Das passt natürlich wunderbar zu diesem großartigen Stück, aber ich kann es mittlerweile nicht mehr so gut ertragen, dass A. Scholl am oberen Rand seiner Stimme so schlecht sitzende Töne produziert ... Wieviel überzeugender ist da die wunderbare Magdalena Kozena bei Reinhard Goebel

und da ist dann auch noch das großartige 'Ach, dass ich Wasser's g'nug hätt' drauf, dass in dieser Interpretation IMO jeden CD-Kauf rechtfertigt.

Damals haben wir wohl 'Erfreut Euch, Ihr Herzen' BWV 66 gesungen, das absolut wahnsinnig eigen ist, der Eingangschor ist so dermaßen virtuos, dass ich es damals in der Thomaskirche gerne einmal gehört hätte. Ich kenne nur die Aufnahme von Koopman , in der viele virtuose Partien grade mal angedeutet werden ...

Gruß Benno

83

Donnerstag, 18. August 2011, 22:38

Schweizer Bachstiftung

Die Schweizer "http://www.bachstiftung.ch/" Bachstiftung hat sich vorgenommen, bis 2030 das gesamte Vokalwerk J.S.Bachs aufzuführen. Initiiert und finanziert wird das Projekt von einem Schweizer Bankier und Bachliebhaber. Seit 2006 gibt es monatliche Aufführungen, die jeweils mit einer längeren Werkeinführung kombiniert werden. Dazu wird jeweils ein Gast zu einer "Reflexion" der Kantate eingeladen. Ein origineller und interessanter Weg, die Kantaten ins Gespräch zu bringen, meine ich.

Die Stiftung hat auch einen eigenen Kanal bei "http://www.youtube.com/results?search_query=Bachstiftung&aq=f YouTube eingerichtet. Dort kann man einzelne Sätze der bisher aufgeführten Kantaten ansehen und hören. Zur Kantate "Schmücke dich, o liebe Seele, BWV 180 gibt es sogar die komplette "http://www.youtube.com/watch?v=um3IxOsKPcg" Werkeinführung zu sehen - etwa 45 Minuten. Leider wird die anschließende Aufführung dieser wunderschönen Kantate nicht mehr gezeigt. Aber man will schließlich auch noch die ein oder andere DVD verkaufen. Der kommerzielle Aspekt scheint mir aber dennoch nicht im Vordergrund zu stehen. Geld ist offenbar ausreichend vorhanden, das merkt man schon an dem YouTube Kanal.

Gruß, Carolka

84

Donnerstag, 18. August 2011, 23:00

Ein origineller und interessanter Weg, die Kantaten ins Gespräch zu bringen, meine ich.
Freilich, bestimmt ganz interessant, aber ganz so neu ist dieser Ansatz allerdings nicht, wenn ich da an die Gesprächskonzerte der "Internationalen Bachakademie Stuttgart" unter Federführung von Helmuth Rilling denke, die zum Teil auch veröffentlicht worden sind. Rilling gibt, bevor die Kantaten in Gänze aufgeführt werden, eine Einführung und vertieft seine Erzählungen durch live musizierte Musikbeispiele.




Oder auch dieses Projekt

http://www.bach-wiesbaden.de/vespern.htm

wie ich gerade sehe (seit 2004 - geplant bis 2024).

85

Freitag, 19. August 2011, 00:57

RE: Schweizer Bachstiftung

Initiiert und finanziert wird das Projekt von einem Schweizer Bankier und Bachliebhaber.


Schön, dass sich der Bankier für Bachs Werk einsetzt. Nichts dagegen. Aller Ehren wert.
Das erste aber, was mir in den Sinn kam: Noch ein Bankier, noch eine Bach-Reihe. Dass denen nix anderes einfällt, dass die sich am liebsten mit Bach schmücken wollen... Aber das wäre unfair.
"Das Problem mit Zitaten im Internet ist, dass es oft schwierig ist nachzuweisen, ob sie echt sind oder nicht" Abraham Lincoln

86

Freitag, 19. August 2011, 07:49

Bach-Kantaten

Der passende Thread zu meinem persönlichen "Was höre ich gerade?"-Thema:



Zur Zeit bin ich gerade bei Kantate Nummer 47 angekommen.

In meinem Regal lassen sich bereits die Gesamteinspielungen von Harnoncourt/Leonhardt und Leusink finden, zahlreiche Einzel-CDs und Sammlungen ergänzen diese Editionen: Rifkin, Gardiner, Richter, Münchninger, Junghänel, Koopman, Herreweghe etc.

Klar gibts Lieblingskantaten und Lieblingsinterpret/innen und die Spannweite der verfügbaren Interpretationen ist mittlerweile recht breit geworden. Während ich eine zeitlang gerade Rilling überhaupt nicht hören konnte - zu weit war seine Klangvorstellung von z. B. Harnoncourt, aber erst recht von Joshua Rifkin oder Konrad Junghänel entfernt (beide besetzen die Kantaten komplett solistisch) - hat sich da mit dem Abstand von rund 20 Jahren eine Veränderung ergeben. Die Aufnahmen wirken heute fast historisch, bilden eine bestimmte Interpretationshaltung, auch einen Kontrapunkt zu den Originalklangensembles ab, die eben auch in der Gesamteinordnung ihren Stellenwert hat.

Den Thread hier habe ich nur quer gelesen, deswegen möchte ich nur kurz auf ein paar Punkte eingehen. Bei Rilling gibt es immer wieder Solist/innen, wo man die Ohren ein wenig wegklappen muss, aber ein Tenor wie Adalbert Kraus besticht mitunter durch eine bemerkenswert gute Atembeherrschung und in seine besten Momenten schafft der die richtig vertrackten Sachen völlig souverän. Für mich nicht mehr ganz so quälend, wie früher der fahlstimmige Bariton Philippe Huttenlocher, aber vielleicht ist das einfach der Gewöhnungseffekt an die von diesem Sänger gepflegte Vortragsweise. Die starke Hervorhebung des Bassfundamentes (Cembalo/Orgel, Fagott, Kontrabass, Violoncello) stört manchmal die Klangbalance, aber die Holzbläser machen immer wieder viel Freude beim zuhören. Der "Gächinger Kantorei" gelingt nicht alles vorbildlich, aber da sind auch immer wieder gut gelungene Chöre zu erleben, die das Können der Sängerinnen und Sänger belegen.

Bei Leusink finde auch ich die Sopranistin Ruth Holten und den Bass Bas Ramselaar herrausragend (letzterer war für mich eine echte Entdeckung), teilweise wirklich schwach sind die Tenöre in dieser Aufnahme.

Bernd hats schon erwähnt: Richter, Clement und Fischer-Dieskau, das höre auch ich immer wieder gerne - genauso, wie den Tenor Ernst Haefliger mit "Ich armer Mensch", ich finde das klasse, wie der das macht.

Wo für mich alle Kritikpunkte zurückstehen müssen, weil ich die Gesamtinterpreation bemerkenswert finde: Andreas Scholl und Herreweghe - die Solo-Kantaten für Altstimme würde ich jedem empfehlen, der sich für diese Musik begeistern kann.
Fremd bin ich eingezogen

87

Freitag, 19. August 2011, 08:40

Zitat

Bei Rilling gibt es immer wieder Solist/innen, wo man die Ohren ein wenig wegklappen muss


Das kann ich nur bestätigen. Zuletzt habe ich mich intensiver mit BWV 173 "Erhöhtes Fleisch und Blut" beschäftigt. Diese weniger bekannte Kantate enthält eine wunderbare Tenorarie und ein ebenso schönes Duett zwischen Bass und Sopran. Bei Rilling singen Tenor und Bass (Adalbert Kraus und Niklaus Tüller) solide bis ausgezeichnet, aber wenn die Sopranistin Judith Beckmann auf den Plan tritt, ist es aus mit der Freude: Die Stimme wirkt gedrückt bis zum Geheule und man versteht kein einziges Wort vom Text.

Zitat

...aber die Holzbläser machen immer wieder viel Freude beim Zuhören.


Auch das sehe ich ganz genauso. Rilling arbeitet fast durchgängig mit Bläsersolisten, die zumindestens klanglich das Allerfeinste bieten. Mich erstaunt die Diskrepanz zu den stimmlich teilweise mäßigen bis lausigen Gesangssolisten außerordentlich. Hatte Rilling ein hervorragendes Ohr für die Bläserfarben, aber keines für die Sänger?

Beste Grüße

Bernd

88

Freitag, 19. August 2011, 13:54

Sänger/innen

Mich erstaunt die Diskrepanz zu den stimmlich teilweise mäßigen bis lausigen Gesangssolisten außerordentlich. Hatte Rilling ein hervorragendes Ohr für die Bläserfarben, aber keines für die Sänger?


Die Aufnahmen von Rilling stammen zum Teil aus den frühen 70ern und viele Sängerinnen haben eben auch geistliche Musik gesungen - neben ihren Opernverpflichtungen. Bei Rilling finden sich Aufnahmen mit Gabriele Schnaut (vor und nach - ;( - ihrem Fachwechsel), Doris Soffel, Eva Randová, Hanna Schwarz und eben auch diese eine Kantate, wo Judith Beckmann als Sopransolistin mitwirkt. Die Sängerin kenne ich noch von ihren Auftritten an der Frankfurter Oper her, dort sang sie z. B. Agathe oder Gräfin Almaviva, für Bach war die Stimme eher nicht geeignet.

Anscheinend fanden einige Aufnahmen auch im Anschluss an Konzerte oder anstrengende Proben statt. So kann man selbst bei Arleen Augér oder Adalbert Kraus manches hören, was nur mit Mühe bewältigt wird.
Fremd bin ich eingezogen

89

Freitag, 19. August 2011, 16:08

Hallo Alviano,

deine Zeilen erklären für mich einiges, aber nicht alles. Auch in den 70er Jahren gab es genug Sopranistinnen, die in der Lage waren, einigermaßen kultiviert und textverständlich Bach zu singen. Mit der in BWV 173 gezeigten stimmlichen Leistung wäre Judith Beckmann auch als Gräfin oder als Agathe ein Totalflop gewesen. Vermutlich hatte sie einen besonders schlechten Tag, aber dass ein Dirigent von hohem Ansehen eine solche Interpretation durchgehen lässt, ist in meinen Augen schon ungewöhnlich.

Zitat

Anscheinend fanden einige Aufnahmen auch im Anschluss an Konzerte oder anstrengende Proben statt.


Dass man im Anschluss an ein Konzert noch schnell die Aufnahme einer Bach-Kantate hinterhergeschoben hat, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Welcher Profi macht so etwas?

Beste Grüße

Bernd

90

Samstag, 20. August 2011, 19:51

Anschlüsse


Dass man im Anschluss an ein Konzert noch schnell die Aufnahme einer Bach-Kantate hinterhergeschoben hat, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Welcher Profi macht so etwas?


Natürlich nicht direkt hinterher, sondern im Anschluss an eine Aufführungsserie. Leinsdorf hat z. B. so gearbeitet (jetzt nicht bei Bach, klar...)
Fremd bin ich eingezogen

91

Samstag, 20. August 2011, 20:59

Zu den Postings Nr. 87 - 89:

Könnte es nicht einfach auch so sein, dass Helmuth Rilling (obwohl er es damals wahrlich nicht nötig gehabt hätte) und/bzw. sein Label nach den Gesetzen des Marktes gehandelt haben? Namen, die gerade (zum Zeitpunkt der Aufnahme) in aller Munde sind (bzw. waren), verkaufen sich einfach besser. Warum krallt sich eine Bank Dirk Nowitzki, ein Deo-Hersteller Sebastian Vettel oder die BILD-Zeitung David Garret als Werbeträger? Und warum sollte es im Bereich der Musik anders sein?
Unter musikalischen Gesichtspunkten ist es allerdings nicht zu rechtfertigen, wenn offensichtlich missratene Interpretationen manchmal sogar mehrmals neu aufgelegt und dann teilweise regelrecht „verramscht“ werden. Aber das ist angesichts des gnadenlos wegbrechenden CD-Markts sicher auch ein Zeichen von Hilflosigkeit und ein Akt der Verzweiflung seitens der Labels, wenigstens die ältere Generation, die diese Namen noch kennt und in Erinnerung hat, zum Kauf zu animieren. In die „Jungen“ braucht die CD-Industrie jedenfalls keinerlei Hoffnung zu setzen – auch nicht im Pop-/Rock-Bereich.
Dass Musik bei uns spätestens nach dem 2. Weltkrieg – in anderen Ländern, z.B. USA, mit Sicherheit schon früher – zu einer Ware geworden ist, mit der man handelt wie mit Waschpulver, ist eine traurige Realität.

Viele Grüße aus dem schönen Odenwald,
harry

92

Samstag, 20. August 2011, 22:06

Zitat

Könnte es nicht einfach auch so sein, dass Helmuth Rilling (obwohl er es damals wahrlich nicht nötig gehabt hätte) und/bzw. sein Label nach den Gesetzen des Marktes gehandelt haben? Namen, die gerade (zum Zeitpunkt der Aufnahme) in aller Munde sind (bzw. waren), verkaufen sich einfach besser.


Harry, Sänger mit Namen, die in aller Munde waren, finden sich eher in Karl Richters Kantateneinspielungen - und dort hört man auch in vielen Fällen, warum diese Sänger so bekannt waren! Bei Rilling dagegen sind häufig Gesangssolisten aus der 2., 3. und 4. Reihe am Werke. Eine Eva Csapò, ein Aldo Baldin oder ein Lutz Michael Harder waren sicherlich auch in den 70ern nicht so sonderlich berühmt. Insofern scheint mir deine These nicht zuzutreffen.

Zitat

Unter musikalischen Gesichtspunkten ist es allerdings nicht zu rechtfertigen, wenn offensichtlich missratene Interpretationen manchmal sogar mehrmals neu aufgelegt und dann teilweise regelrecht „verramscht“ werden.


Im konkreten Falle des Bachschen Kantatenwerks bin ich sehr froh, dass man die Rilling-Aufnahmen noch bekommt! So schwach die Sänger teilweise (beileibe auch nicht immer!) wirken, so frappierend schön spielen - wie oben schon beschrieben - die Bläser. Wenn ich z.b. BWV 131 - eine Kantate, bei deren Aufführung ich jetzt im Oktober beteiligt sein werde - mit Passin an der Oboe höre, bekomme ich regelmäßig eine Gänsehaut! Und offengestanden stört es mich auch nicht wirklich, dass diese Interpretationen besonders preiswert erworben werden können :D !

Zitat

Dass Musik bei uns spätestens nach dem 2. Weltkrieg – in anderen Ländern, z.B. USA, mit Sicherheit schon früher – zu einer Ware geworden ist, mit der man handelt wie mit Waschpulver, ist eine traurige Realität.


Unter fundamentalistischen Gesichtspunkten ist die allgemeine Kommerzialisierung auch des Klassikbereichs sicherlich beklagenswert - da gebe ich dir gerne Recht.

Beste Grüße

Bernd

93

Sonntag, 21. August 2011, 17:54

Christ lag in Todesbanden

Man sollte bei Rilling nicht vergessen, dass auch er vielfach Sängerinnen und Sänger verpflichtete, die in die erste Reihe der damaligen Bach-Interpret/innen gehörte: neben der vielbeschäftigten und immer wieder mit ihren vokalen Möglichkeiten punktenden Sopranistin Arleen Augér wären da z. B. Kurt Equiluz, Peter Schreier oder auch Dietrich Fischer-Dieskau zu erwähnen.

Tenor Lutz-Michael Harder - lange Zeit an der Oper in Hannover engagiert - gehört allerdings in genau jene Kategorie von Mitwirkenden bei Rillings Bach-Kantaten-Projekt, bei denen nicht erklärlich ist, warum man diese überhaupt verpflichtet hat. Zugegebenerweise ist Harder in einer insgesamt grottenschlechten "Giovanni"-Produktion unter der Leitung von Wolfgang Gönnenwein noch schwächer, als beim Bach unter der Leitung von Rilling.

Vor etwa 20 Jahren lernte ich Bach-Kanaten in rein solistischer Besetzung kennen. Vor allem Bernhard Emmer (von dem ich erstmals überhaupt eine "Johannes-Passion" mit nur 8 Solist/innen hören konnte) eröffnete mir einen anderen Zugang zu dieser Musik. Aber auch der Amerikaner Joshua Rifkin, der schon etwas früher mit solchen Besetzungen experimentierte, faszinierte mich. Perfektioniert hat diese Möglichkeit der Aufführung von Bach-Kantaten Konrad Junghänel mit seinem "Cantus Cölln". Besonders zwei Kanaten gehören da für mich zu meinen Lieblingsaufnahmen: BWV 4 "Christ lag in Todesbanden" und BWV 12 "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen". Nicht nur der homogene Klang der Gesangsstimmen, auch die enorm präzise Wortbehandlung gehört für mich zu den herausragenden Eigenschaften, die diese Aufnahme ausmacht:

Fremd bin ich eingezogen

Agravain

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94

Dienstag, 13. September 2011, 11:13



Es ist schon eine Freude, wenn man eine Aufnahme erwirbt wie diese. Sicher, bei der Besetzung glaubt man auch nicht viel falsch machen zu können, sind hier doch offenkundig Spezialistinnen im Feld der Barockmusik am Werk. Nancy Argenta, eine der favorisierten Sängerinnen Gardiners, seit Jahrzehnten höcht erfolgreich, gestaltet den Vokalpart der Kantaten und Monica Huggett, selbst Barockviolinistin, die mit allen großen HIP-Ensembles musiziert hat, leitet das Ensemble Sonnerie, das wiederum ein hochspezialisiertes britisches Ensemble für Alte Musik ist.
Doch allein das macht's ja nicht, denn bei aller Perfektion fehlt manchen ebenso hochkarätig besetzten Produktionen gerade aufgrund ihrer Perfektion bisweilen der zündende Funke. Da klingt es gerne einmal zu professionell, zu routiniert, kühl und leidenschaftlos. Nicht so hier. Aus dieser Aufnahme strömt nicht nur die Kenntnis der Materie, sondern auch eine Begeisterung für diese, die sich in einer durchweg gehaltenen Intensität des Musizierens ausdrückt, ein Musizieren, das nicht nur den Geist befriedigt, sondern auch das Herz ergreift. So bspw. in BWV 82a, der Sopranversion der Kantate "Ich habe genug", die eine schlicht meisterliche Interpretation erfährt. Gleiches gilt für den gesamten Rest, ob es nun BWV 84 ("Ich bin vergnügt mit meinem Glücke") oder die berühmte BWV 51 "Jauchzet Gott in allen Landen" ist. Möchte man die für Sopran gesetzten Kantaten Bachs im Schrank stehen haben, so bietet sich diese Aufnahme vorbehaltlos an.

:wink: Agravain
Was ein richtiger Musiker sein will, der muß auch eine Speisekarte komponieren können. (Richard Strauss)

95

Dienstag, 13. September 2011, 23:51

Gestern und heute habe ich mich zum ersten Mal etwas eingehender mit der weniger bekannten Kantate "Mein Gott, wie lang, ach lange" BWV 155 auseinandergesetzt und festgestellt, dass die beiden in ihr enthaltenen Arien zu denjenigen gehören, die mich in Bachs Kantatenwerk ganz besonders ansprechen. "Wirf, mein Herze, wirf dich noch" musste ich in der Rilling-Version mindestens zwanzigmal laufen lassen - so sehr hat mich die Musik begeistert.
Rilling nimmt den punktierten Rhythmus mit einem gelassenen, noblen Schwung eher ruhig, die warmen, strahlenden Streicher vermitteln den Eindruck von großer klanglicher Tiefe, im Bass läuft ein Fagott mit, welches den auftaktigen schnellen Läufen in dieser Stimme ein besonderes Gewicht verleiht. Die mir ansonsten nicht bekannte Sopransolistin Ingeborg Reichelt besitzt ein leuchtendes Timbre und macht ihre Sache richtig gut.

Vegleichsweise habe ich mir diese Arie dann eben noch in zwei weiteren Versionen angehört. Unter Leusink singt Ruth Holton mit schlankerer Stimme, aber ebenfalls recht überzeugend. Nur wählt der Dirigent ein deutlich rascheres Tempo als Rilling, und in Kombination mit der kurzen, scharf punktierten Artikulation ensteht so ein marschartiger Charakter, der mich leider arg an meine Bundeswehrzeit erinnert. Damit ist von dem Zauber dieser Musik nicht mehr so viel übrig.

Für meine Ohren absolut gar nicht geht die bei Youtube abgerufene Version unter Harnoncourt. Der Kabensopran, der sich dort abmüht, ist mit der Arie deutlich erkennbar überfordert, und Harnoncourt lässt - aus welchen Gründen auch immer - keine Punktierungen spielen, womit der ganze rhythmische Reiz zum Teufel ist. Zudem agieren die Streicher grob und ruppig mit immer wieder schulmeisterlich hingekloppten Betonungen der Eins im Takt. Es ist verflixt schade um den herrlichen Satz, der hier völlig kaputtinterpretiert wird.

Beste Grüße

Bernd

96

Freitag, 7. Oktober 2011, 22:41

Bwv 173

Zuletzt habe ich mich intensiver mit BWV 173 "Erhöhtes Fleisch und Blut" beschäftigt. Diese weniger bekannte Kantate enthält eine wunderbare Tenorarie und ein ebenso schönes Duett zwischen Bass und Sopran. Bei Rilling singen Tenor und Bass (Adalbert Kraus und Niklaus Tüller) solide bis ausgezeichnet, aber wenn die Sopranistin Judith Beckmann auf den Plan tritt, ist es aus mit der Freude: Die Stimme wirkt gedrückt bis zum Geheule und man versteht kein einziges Wort vom Text.



Gestern war es soweit, ich kam bei BWV 173 in der Gesamtausgabe der Bach-Kantaten unter der Leitung von Helmut Rilling an und die Sopranistin Judith Beckmann ist grauenhaft. Alles, was über dem System liegt, bereitet fast körperliche Qual, zumal die Sängerin auch vom Volumen her in die Vollen greift und damit sowohl den Tenor-Partner Adalbert Kraus als auch den Bariton Niklaus Tüller gandenlos übertönt, die rhythmischen Probleme spielen da schon fast keine Rolle mehr.

Schade, dass hier der Sopran ein Totalausfall ist, Tenor Adalbert Kraus legt hier eine seiner besseren Aufnahmen vor, er singt die erwähnte Tenor-Arie richtig gut und auch Nikolaus Tüller überzeugt mit seinem beweglichen Bariton den Hörer.
Fremd bin ich eingezogen

97

Freitag, 7. Oktober 2011, 23:01

Mit meiner Kritik habe ich mich nicht völlig vergriffen, gelle? Und ich frage mich immer noch, warum ein Helmut Rilling eine solch grottenmiserable Leistung bis zur Veröffentlichung durchgehen ließ :?: .

Bei meinen Provinz-Kirchenmuggen habe ich schon noch schlimmere Sopranistinen erlebt, aber auch etliche, die deutlich besser gesungen haben, als es Judith Beckmann in dieser Aufnahme tut.

Beste Grüße

Bernd

98

Donnerstag, 19. Juli 2012, 11:38

Bei JPC gibt es die Rilling-Gesamtaufnahme seit heute für knapp 70 € (Amazon 74 €).



Wenn die Box bei 50 € angekommen ist, werde ich vielleicht mal über einen Kauf nachdenken. Wegen Fischer-Dieskau zum Beispiel. Oder als Kontrast zu meiner Koopmann-Aufnahme. Oder weil sie ein wichtiger Teil der Rezeptionsgeschichte ist. Aber bisher ist mir für so schwache Argumente der Preis noch zu hoch.

Gruß, Carola

Agravain

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99

Donnerstag, 7. Februar 2013, 11:34




Bachs Kantate "Jesus schläft, was soll ich hoffen?" (BWV 81) gehört auch zu meinen Favoriten. Es ist in der Tat ein kleines geistliches Drama, was Bach hier aus der Geschichte von der "Stillung des Sturms" macht. Sehr lesenswert hier zu ist - neben Dürr im übrigen der vorzügliche kleine Abschnitte im Bach-Handbuch, das ich jedem Kantatenfreund dringend ans Herz legen möchte.

Es hat sich über die Zeit eine Reihe von Aufnahmen des Werkes bei mir angesammelt. So beispielsweise die unter Sigiswald Kuijken, die ich anlässlich des Hinweises auf die Kantate zuerst wiedergehört habe. Kuijken besetzt natürlich klein; seine Solisten sind Petra Noskaiova, Christoph Genz und Jan van der Crabben, es spielt La Petite Bande. Petra Noskaiova singt die Eingangsarie ganz wundervoll, ihr Alt ist eher hell und schön geführt, lediglich in hoher Lage hat sie ein kleines Flimmern in der Stimme, sonst ist das eine schöne, glatte Stimme. Ob sie die in der Arie vorgestellte Hoffnungslosigkeit gut transportiert? Ich denke eher nicht, da bleibt doch bei der Umsetzung des Interpretationsansatzes die Zerknirschung, das mich als Hörer berührende Moment auf der Strecke. Bei Genz das Gleiche: schön, aber leer. Es ist einfach nicht alles, Koloraturen leicht singen zu können. Jan van der Crabben nun gelingt es, hippen Gesang mit der Transportt des Affektes zu verbinden.

In Stephen MacLeods Aufnahme mit dem wunderbar musizierenden Ensemble Gli Angeli Geneve singt den Countar Pascal Bertin die Eingangsarie - und zwar mich nicht überzeugend. Nicht nur das mich sein etwas quäkendes Timbre anstrengt, auch die Interpretation der Eingangsgarie ist leider vom Text nicht wirklich beeinflusst. Jan Kobows darstellung der Tenorarie indes gelingt sehr gut. Das ist affektbetonter Barockgesang at its best - auch wenn ich mir persönlich eine etwas körpervollere Stimme gewünscht hätte. Mit Stephen MacLeods Bass kann ich nicht viel anfangen. Leichtes Flackern durchweg, natürlich sehr flexibel, in tiefer Lage etwas substanzlos.
Eine mE nicht unersetzliche Aufnahme.

Ganz anders Masaaki Suzukis Einspielung, die mich in der Gesamtanlage und der Art der Orchesterbehandlung am meisten überzeugt. Da zeigt Robin Blaze, wie man diese Arie als Counter singt, auch wenn das helle Timbre vielleicht nicht jedermanns Sache sein mag und hier und da die Konsonanten nicht so richtig stimmen wollen ("Totes" statt "Todes"). Aber das ist Gejammer auf hohem Niveau. Den Gehalt der Arie bringt Blaze wunderbar zum Ausdruck. Susuki nimmt die Tenorarie dann ausgesprochen dramatisch (Cembaloeinsatz!), wobei sich das auch ausgesprochen eindrucksvoll anhört, bis James Gilchrist einsteigt. Das liegt dann allerdings nicht am Sänger, sondern an den aufgrund des Tempos schon fast unmenschlich schnellen Koloraturen, die man noch anders als ratternd bringen kann. Es gibt ein "zu schnell" und hier ist es. Schlicht grandios ist Peter Kooys Gestaltung der Bassarie.

Schließlich ist da noch Karl Richter, mit dem man mE - krallt man sich nicht starr an ein Interpretationsprinzip - schon seine Freude haben kann, denn dies ist wahrhaft eine der Gemmen unter Richters Bach-Aufnahmen. Was Anna Reynolds unter Richters Leitung an Trauer, Furcht, Verlassenheitsgefühl aus der episch angelegten Alt-Eingangsarie herausholt (sie dauert schon ein Minütchen länger als üblich), ist schon erstaunlich. Die Tenorarie scheint wie für Peter Schreier gemacht, der die anspruchsvollen, die schäumenden Wellen malenden Koloraturen mit herrlicher Präzision, dabei aber nicht bloß machanisch, sondern kraftvoll und leicht zugleich singt. Ausgesprochen zupackend gelingt in Folge des Basses große Arie "Schweig, aufgetürmtes Meer!", für deren ruppigen Charakter sich auch ein Theo Adam als Sänger gut eignet. Rundum eindrucksvoller Bach in Richterscher Manier.

:wink: Agravain
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100

Donnerstag, 7. Februar 2013, 20:15

Obwohl ich BWV 81 sicherlich schon mal gehört habe, konnte ich mich gar nicht mehr richtig an diese Kantate erinnern und habe daher heute nachmittag beschlossen, sie während der Arbeit zu hören.

Puh, für mich ist das schon harte Kost! Wenn es einen Thread mit dem Titel "Die 10 sperrigsten Bach-Kantaten" gäbe, wäre das einer meiner ganz heißen Kandidaten. Mit der Musik kann ich durchgängig wenig bis nichts anfangen, und vor allem die Bassarie finde ich bei allem Respekt vor dem großen Johann Sebastian melodisch elend dröge.

Im Player liegen hatte ich zunächst die Einspielung unter Richter; Agravains Ausführungen zur interpretatorischen Qualität finden meine volle Zustimmung!

Danach kam Rilling an die Reihe (wobei ich bei der Bassarie dann schon Mühe hatte, überhaupt dranzubleiben). Die Solisten Julia Hamari, Adalbert Kraus und Sigmund Nimsgern machen ihre Sache gut, aber das enorme Niveau der Richter-Besetzung erreichen sie (eventuell mit Ausnahme von Nimsgern) nicht. Was den Orchesterklang und die Tempi angeht, tun sich beide Aufnahmen für meine Begriffe nicht viel; die Münchener Version klingt vielleicht etwas wärmer und ausdrucksstärker.

Aber das Werk selber... wie gesagt.... :shake:

Beste Grüße

Bernd

Agravain

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101

Donnerstag, 7. Februar 2013, 21:28

LIeber Bernd,

Puh, für mich ist das schon harte Kost! Wenn es einen Thread mit dem Titel "Die 10 sperrigsten Bach-Kantaten" gäbe, wäre das einer meiner ganz heißen Kandidaten.

ich bin schockiert. :D
Erst BWV 106 nicht mögen, dann BWV 81 auch nicht. Wo soll das enden? :D

:wink: Agravain
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102

Samstag, 16. März 2013, 04:23

gewissermaßen in der höhe des personellen bewußtseins, die emotionalen lichtlinen sind dabei fast ganz vorstellend, trotz einstweiliger bescheidenheit ihrer freiheit, ein vorgehen bis an jene innere grenze der verflechtung (die missverständlich bleiben, in diesen überlegungen, als einschnitt im kontinuum), mir fließen die tränen, mir fließen die tränen, nichts ist, nichts ist im verstand mehr und lässt einen zweifel während gleichzeitig raum geschieht von dem man nicht mehr weiß was er ist, so ist dieses als ein unendliches urteil zu verstehen, dieses gehörte sprechen, vom rillingschen bwv 2

103

Samstag, 16. März 2013, 09:03

Sprichst Du eigentlich auch so mit den Leuten? Was machst Du, wenn Du beim Bäcker ein Brötchen kaufen willst?
"...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

104

Samstag, 6. April 2013, 16:10

Erstaunlich, poppaunlich! Da ist eine neue Reihe mit Bachkantaten (aus St. Gallen) am Start, sowohl auf DVD wie CD.



Die DVDs (EINE Kantate pro DVD !?) offenbar mit Einführungsvortrag
"Das Problem mit Zitaten im Internet ist, dass es oft schwierig ist nachzuweisen, ob sie echt sind oder nicht" Abraham Lincoln

105

Samstag, 6. April 2013, 16:27

Mit den Werkeinführungen aus St. Gallen sieht das dann so aus:

"http://www.youtube.com/watch?v=um3IxOsKPcg"


vgl. im übrigen den YT Kanal der Bachstiftung St. G., sowie deren Internetauftritt.

106

Samstag, 13. April 2013, 20:24

Was machst Du, wenn Du beim Bäcker ein Brötchen kaufen willst?


exakt?
exakt:

zwei stunden sind seither zer/vergangen: (ein) raum, am platz, im bäcker: einen kaffee zum mitnehmen: nein schwarz. schönwettergespräch im fortlaufenden Ist, dessen wirklichwerden in mir handelte, dessen wirklichwerden mich spaltete: noch auf der straße, jenen bäcker schon hinter häuserschluchten verloren.

wo soll ich fliehen hin? wo soll ich fliehen hin? wo soll ich fliehen hin?

einerlei in welche(r) sphäre, in welchen(/m) modus, in welche(r) notwendigkeit: die wunden sind ein offnes meer.

bwv 5

107

Samstag, 13. April 2013, 22:38

einen kaffee zum mitnehmen: nein schwarz.

Darauf könnte man sich als Bäcker einigen. Mit wem bleibt dahin ge-stellt.
"...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

108

Dienstag, 16. April 2013, 11:00

wo soll ich fliehen hin?

Wälderwärts ziehn ???
Alles vergebens !

pcc: Johann Wolfgang von Goethe
Alles, wie immer, IMHO.
Bleiben Sie kapriziös !

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