Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Capriccio Forum für klassische Musik. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.
Gardiner dirigiert übrigens nicht - nein, er zelebriert die Vesper. Die Tempi sind sehr langsam; immerhin bringt es die Einspielung auf 100 Minuten Laufzeit für den Standardsatz (alle 13 Teile ohne zusätzliche Antiphone), und Gardiner kostet jede Sekunde davon aus. Er variiert das Tempo: mal wird es sehr langgezogen, mal wird es straff gespielt. Auch die Lautstärke wird gehandhabt wie eine dramatische Komponente: ich kenne keine Einspielung bisher, die so dynamisch mit ihren klanglichen Möglichkeiten arbeitet wie diese hier. Es wird kein Trick der klanglichen Dramaturgie ausgelassen, um der Vesper ihre Geheimnisse zu entreißen.
die Verzierungen der Tenöre im Duo Seraphim klingen, als möchte man der Königin der Nacht in der Zauberflöte Konkurrenz machen; im Audi coelum wird manchmal auch dergleichen zuviel getan.
Die Sopranistinnen schmettern ebenfalls etwas zu dick und wuchtig.
So bleibt die Gesangsleistung auf einem technischen Spitzenniveau,...
Fetter Chor, fette Stimmen, Vibrato und opernhaftes Agieren gehören nicht zu meinen Favoriten!
Meine Lieblingsaufnahme ist immer noch ungeschlagen die von Savall.

Versuch es mit dieser Ausgabe:Ich hätte das jetzt gerne mal an Klangbeispielen nachgehört, aber die gibt es leider, wie so häufig bei älteren Aufnahmen, nicht.

Genau das! An der Qualität dieser Einspielung gibt es nichts zu rütteln - die ist großartig! Sie ist nur eben nicht HIP. Ich muß allerdings sagen: wenn mit fetter Besetzung, dann so.ich denke Josquin wollte nur sagen, dass die Sänger nicht in der Art der super-schlanken "HIP-Stimmen" agieren.

Kennt jemand diese (solistisch besetzte und relativ neue) Aufnahme?


scheint Christina Pluhar bei ihrer Interpretation vom gleichen Ansatz auszugehen. Auch in dieser Aufnahme ist das Ensemble rein solistisch besetzt.



p.s.: die Antiphonen sind leider nicht enthalten.
Ich denke auch, daß es in dieser Richtung läuft. Bei der Vesper kommt ja noch hinzu, daß im originalen Druck auch eine Messe vorkommt - die Missa "In illo tempore". Man darf nicht vergessen, daß das vertonte Ordinarium liturgisch gesehen auch kein Sinn ergibt, weil ja das Proprium fehlt, welches ebenso Teil einer liturgischen Messe ist.Darin sind sich mE die Vespro und die h-moll Messe absolut ähnlich: beide keine richtige Zyklen, sondern nur Druckkonzepte, die eigenständige, für sich stehende Stücke in einer sinnlichen, quasi-liturgischen Form nacheinanderreihen.
(
)
Die Concerti sind mehrstimmige Werke, die anscheinend liturgisch einsetzbar waren, die aber nicht zwingend die Antiphonen ersetzten.


Ups, da habe ich wohl Schwachsinn geschrieben...Ersetzen konnten sie die Antiphonen nimmer: die Antiphonen durften - laut römischer Regelung - nie weggelassen werden, HÖCHSTENS durch Orgel (also als Choralbearbeitung) realisiert werden. Sie hätten vielleicht zwischen den Psalmen gesungen werden können, dafür gibt es Quellen, die eine solche Praxis belegen. Monteverdi selbst betont auf der Titelseite, die concerti seien sowohl für die Kirche, als auch für die prinzlichen Kämmer "akkomodiert"...Die Concerti sind mehrstimmige Werke, die anscheinend liturgisch einsetzbar waren, die aber nicht zwingend die Antiphonen ersetzten.
LG
Tamás
![]()
(
) Ich hatte es falsch in Erinnerung.
]
Ups, da habe ich wohl Schwachsinn geschrieben...(
) Ich hatte es falsch in Erinnerung.
![]()
PS
[Aber habe ich nicht geschrieben: "...die aber die Antiphonen nicht zwingend ersetzten."? Wer sagt hier denn, daß sie überhaupt ersetzt wurden, Tamas?![]()
![]()
]
jd![]()
Ne, das war übrigens auch kein so großer "Schwachsinn", da die these, die Wiederholung der Antiphonen dürften ersetzt werden, galt einige Zeit in der Interpretationsgeschichte der vespro als führend. Wurde erst kürzlich wiederlegt.


rein solistisch mit gerade mal fünf Solisten (!)
Wem Kuijken zu lasch daherkommt, dann sollte man es mit dem Paule versuchen...
Es ist passiert:Alessandrini habe ich noch nicht - wird aber noch passieren...![]()

(
)
...hier ein Klassiker:
Alessandrini hat hier nicht mehr und nicht weniger die definitive solistische Einspielung vorgelegt. Transparent, klar, brillant interpretiert, mit einem schnellerem Tempo (87 Minuten) und recht genau vollzogenen Tempiwechseln in den Stücken hat er die Intimität der Vesper mit einer wirkungsvollen Größe gepaart. Ganz ehrlich: für den Top-Platz in der Bestenliste ist sie ein verdammt heißer Garant!!!
Im Jahre 1975 veröffentlichte die Archiv Produktion ihre erste Einspielung der Marienvesper. Hanns-Martin Schneidt durfte dabei aus dem Vollen schöpfen und spielte praktisch den kompletten Druck von 1610 ein - mit beiden Magnificaten und der Missa "In illo tempore". Aufgenommen wurde in St. Emmeram in Regensburg.
Ja, vermutlich schon. Nur - die Auflage von 1995, die ich habe, hat noch dieses ausführliche Booklet mit den ganzen Infos über die Besetzung der einzelnen Stücke, über die Instrumente (wann gebaut usw.), die Texte von Andreas Holschneider, die von der LP übernommen wurden, alles natürlich dreisprachig, mit einer breiten Doppel-CD-Hülle, die aus stabilem Plastik gefertigt ist...und all das würde bei einer Neuauflage schlicht und einfach fehlen.Schade nur, dass sie kaum mehr auf CD greifbar ist (ich habe lediglich ein LP). Eine Wiederauflage wäre klasse.
Ja, vermutlich schon. Nur - die Auflage von 1995, die ich habe, hat noch dieses ausführliche Booklet mit den ganzen Infos über die Besetzung der einzelnen Stücke, über die Instrumente (wann gebaut usw.), die Texte von Andreas Holschneider, die von der LP übernommen wurden, alles natürlich dreisprachig, mit einer breiten Doppel-CD-Hülle, die aus stabilem Plastik gefertigt ist...und all das würde bei einer Neuauflage schlicht und einfach fehlen.Schade nur, dass sie kaum mehr auf CD greifbar ist (ich habe lediglich ein LP). Eine Wiederauflage wäre klasse.![]()
Wie würde es heutzutage aussehen: eine schmale Doppel-CD-Hülle mit einem 16seitigem Booklet mit Tracklisting auf zwei Seiten, und der Rest mit allgemeinem Geschwafel über Monteverdi und seine Vesper in drei Sprachen, von einem Unbekannten verfaßt.![]()
jd![]()
...:





1 Besucher
Forensoftware: Burning Board® 3.1.7, entwickelt von WoltLab® GmbH