Komponisten über Komponisten - ein kleines Zitateraten

  • Scherzo hat Vorrang!

    War übrigens auch eine genußreiche Nuß, dieses Zitat.

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    Homo sum, ergo inscius.

  • Da Funkstille herrscht, ignoriere ich den Vorrang:


    Komponist A über Komponist B:


    Mit deutscher Gediegenheit und italienischer Schönheit ausgerüstet warf sich B in den französischen Enthusiasmus..., wir haben...erfahren, wie auch auf der Bühne Religion gepredigt werden kann, wenn unter diesen Massen von Pracht und Leidenschaft ein so edler, einfacher und jungfräulicher Sinn erhalten blieb, wie er in B als der Quell aller seiner berauschenden Schöpfungen zu Grunde liegt. ... B schrieb Weltgeschichte, Geschichte der Herzen und Empfindungen, er zerschlug die Schranken der National-Vorurtheile, vernichtete die beengenden Grenzen der Sprach-Idiome, er schrieb Thaten der Musik...

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    Homo sum, ergo inscius.

  • B = Liszt ?


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
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    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Mauerblümchen hat es getroffen! :verbeugung1:

    Algabal auch! :verbeugung1:


    Wagners Lobeshymne ist natürlich erstunken und erlogen, wie auch aus einer anderen Äußerung von ihm hervorgeht: "...europäisch können wir Opern-Componisten nicht sein, - da heißt es - entweder deutsch oder französisch! Man sieht es ja, was so ein Hans-Narre, wie der Meyerbeer uns für Schaden macht; - halb in Berlin, halb in Paris bringt er nirgends etwas zu Stande, am allerwenigsten in Berlin".


    Wagners Undankbarkeit und hinterfotzige Schmeichelei erreichen hier einen traurigen Höhepunkt. Meyerbeer hatte ihn mehrfach gefördert, und Wagner hoffte, daß er durch Meyerbeer auch weiterhin in Berlin protegiert würde. Er übersandte ihm daher den hymnischen Aufsatz, aus dem das erste Zitat stammt, zur beliebigen Verwendung. Meyerbeer war jedoch zu klug, um dieses übertriebene Lob ernst zu nehmen, und ließ das Manuskript in einer Schublade verschwinden. Es wurde erst ein paar Jahre nach Richard Wagners Tod veröffentlicht.

    (Sekundär-)Quelle: Heinz Becker: Giacomo Meyerbeer, Reinbek bei Hamburg 1980

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    Homo sum, ergo inscius.

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