Komponisten über Komponisten - ein kleines Zitateraten

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Grove erschien erstmals 1879.
    Entsprechend muss A nach 1879 geschrieben haben.
    War es Wagner? Der bewunderte Bach irgendwie und ab und an („Wundermann“).


    :wink: Agravain

  • Nein Berlioz ist es nicht.


    Hier erstmal das Zitat mit Namen


    Auch in anderer Hinsicht ist Bachs Kunst höher als die Händels. Als ein Komponist für die Bühne hatte Händel immer die Stärke, mit einem charakteristischen und oft auch herausragendem Thema zu beginnen. Aber danach, ausgenommen die Wiederholungen des Themas, folgt ein Niedergang, bei dem nur noch Abfall geliefert wird, wie es der Herausgeber des Grove's Dictionary nennen würde - leere, bedeutungslose, etüdenhafte gebrochene Akkordfiguren. Im Gegensatz dazu sind selbst Bachs überleitende und untergeordnete Abschnitte immer voller Charakter, Einfallsreichtum, Vorstellungskraft und Ausdruck. Obwohl seine untergeordneten Stimmen nie zur Belanglosigkeit verkümmern, schafft er es, fließende und wohl balancierte Melodien zu komponieren, die mehr Schönheit, Reichtum und Ausdruck haben, als man sie in der Musik all dieser Keysers, Telemanns und Philipp Emanuel Bachs findet, die ihn als veraltet bezeichneten.


    A schreibt weiter: Diese (Keyser usw.) waren natürlich nicht fähig zu erfassen, dass Bach auch der erste war, der eine Technik eingeführt hatte, die für den Fortschritt ihrer Neuen Musik so wichtig war, die Technik der sich entwickelnden Variation ("developing variation").


    Damit ist A klar, oder?

  • Soweit ich es überblicke: Gleichstand Quasi, Zwielicht und Felix Meritis. Ich schlage F. M. für das nächste Rätsel vor, wenn die anderen nichts dagegen haben.

  • Schönberg hat ja das B-Dur Concerto aus op.6 bearbeitet, um es von seiner Simplizität zu befreien und zu bachi- oder schönbergisieren. Einerseits sind solche Kommentare (die man so ähnlich auch bei Adorno findet, vgl. neulich die Plattenrezension; oder noch polemischer wie die Anmerkung über Barockfreunde, die Bach sagten, aber Vivaldi meinten) nachvollziehbar. Andererseits wundert man sich, dass zB Mozart und Beethoven "Bach und Händel" in Briefen o.ä. Bemerkungen oft wie ein Kürzel für einen gemeinsamen Stil zu verwenden scheinen und auch Mendelssohn und Brahms Händels Musik ähnlich hoch geschätzt haben. Das waren ja alles auch einigermaßen fähige Komponisten, die man ebenfalls in die Entwicklung der "entwickelnden Variation" einordnen könnte, daher fand ich immer etwas seltsam, dass ihnen diese nach Schönberg u.a. überdeutlichen Unterschiede entgangen oder (wahrscheinlicher) weitgehend egal gewesen sind.

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)

  • Es ist schwer, Schönbergs Urteil nachzuvollziehen, weil er ja keine konkreten Beispiele gibt. Auf die Feuerwerksmusik z.B. kann sich das ja schon mal nicht beziehen...

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Neues Rätsel

    So, neues Rätsel: kurz und knackig, mittelschwer.


    A über B:


    "Was B anbelangt: Hat man jemals verstanden, dass er sein reines Genie von diesem eleganten und gefälligen Notar namens C beeinflussen lassen konnte?"

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Schneller Versuch: Ist der so leicht Beeinflußbare B Anton Bruckner?


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • "Elegant und gefällig", das klingt nach den üblichen Vorurteilen über Mendelssohn. B könnte dann Schumann sein. Zu A habe ich noch keine Idee.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Na denn: A = Wagner ?


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Ja, Bernd hat recht: A macht das Rätsel mittelschwer. A ist deshalb auch nicht Wagner. Übrigens hielt Wagner von Schumann noch weniger als von Mendelssohn.


    Aber ich gebe mal einen wichtigen Tipp: A schreibt nicht auf Deutsch.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • A schreibt nicht auf Deutsch.

    ich überlegte, ob ichs mit Pfitzner probieren sollte ... ok, dann sag ich mal A = Debussy?

    ---
    Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
    (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


    Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
    (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).

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