Konzertprogrammierung zu Hause und anderswo und wieso ich alles schlecht finde

  • Wiener Symphoniker & Leonidas Kavakos im Festspielhaus Baden‐Baden / Marie Jacquot

    21.Januar 2024:

    Peter I. Tschaikowski – Violinkonzert D‐Dur op. 35

    Erich Wolfgang Korngold – Sinfonietta für großes Orchester H‐Dur op. 5

    Und so wird für Tschaikowski und Korngold (die Sinfonietta ist von 1911-1912 entstanden) mit viel Vorschuss-Lorbeeren geworben:

    " Die bezaubernden Melodien der klassischen Musik der berühmten Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowsky und Erich Wolfgang Korngold in dem mit Spannung erwarteten Konzert im renommierten Festspielhaus in Baden‐Baden. Dieses außergewöhnliche Ereignis vereint die unvergleichliche Virtuosität des griechischen Geigers Leonidas Kavakos und der gefeierten Dirigentin Marie Jacquot mit den großartigen Wiener Symphonikern."

    Und:

    "Marie Jacquot, eine begabte Französin, tauchte einst in die Welt des Tennis ein und nahm sogar an den berühmten French Open teil. Doch dann entdeckte sie eine neue Berufung in ihrem Leben, denn sie fühlte sich von der Musik angezogen. Jacquot spielte gleichzeitig Posaune und verfolgte ihre musikalischen Ambitionen, bis sie schließlich den Entschluss fasste, sich ihrer wahren Berufung zuzuwenden — dem Dirigieren. Nach ihrer Ausbildung bei Kirill Petrenko und ihrer Tätigkeit als Erste Gastdirigentin der Wiener Symphoniker hat Jacquot mit ihrem herausragenden Talent und ihrer Leidenschaft für Musik bemerkenswerte Erfolge erzielt."

    Mit solchen Boulevard-Hinweisen soll wohl auch junges Publikum angesprochen werden.

  • Erich Wolfgang Korngold ⎮ Sinfonietta H-Dur op. 5 ⎮ Gürzenich-Orchester Köln ⎮ James Conlon

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    Ich zitiere von YouTube:

    "James Conlon, der das Gürzenich-Orchester von 1990 bis 2002 leitete, war im im Dezember 2021 wieder in Köln bei »seinem« Orchester zu Gast, mit Musik von Alexander von Zemlinsky und Erich Wolfgang Korngold. Gerade mal 15 Jahre alt war Erich Wolfgang Korngold, als er im August 1912 die Partitur zur seiner »Sinfonietta« vollendete. Die Komposition ist sein erstes eigenhändig instrumentiertes großes Orchesterwerk. Dabei ist die Bezeichnung »Sinfonietta«, also »kleine Sinfonie«, schlichtweg eine Untertreibung, denn das viersätzige Werk mit seiner Spieldauer von einer knappen Dreiviertelstunde ist sowohl von seiner Anlage her wie auch in der üppigen spätromantischen Orchesterbesetzung eine ausgewachsene Sinfonie. Was Erfindungsgabe, die delikate harmonische Verarbeitung des Materials und die handwerkliche Souveränität anbelangt, zeigt sich der 15-Jährige nicht nur als Meister ohne Fehl und Tadel, sondern auch mutig auf der Höhe seiner Zeit. Unwillkürlich fühlt man sich stellenweise an den vorwärtsstürmenden Elan und die klangliche Delikatesse einer sinfonischen Dichtung von Richard Strauss erinnert. Die Aufnahme entstand am 16. November 2021 in der Philharmonie Köln."

  • Für mich auch eher abschreckend, wozu die Schönberg-Bearbeitung? Als Alibi, weil man keinen richtigen Schönberg spielen will … :thumbdown:

    Eventuell geht es eher um die Kopplung eines Orgelwerks mit einer (angeblich) orgelartig orchestrierten Bruckner-Sinfonie.

    Gut, aber warum dann die 7.? Da wäre 5 oder 8 passender.

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Gut, aber warum dann die 7.? Da wäre 5 oder 8 passender.

    Der langsame Satz der 7. passt ausgezeichnet, meine ich ...

    ... außerdem ist es ja nur eine Spekulation. Vielleicht steht ja etwas im gedruckten Programm dazu, was den Dirigenten zu dieser Kombination bewog.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Vielleicht steht ja etwas im gedruckten Programm dazu, was den Dirigenten zu dieser Kombination bewog.

    "2024 feiert die Musikwelt den 200. Geburtstag Anton Bruckners. Auch Dirigent Manfred Honeck und das SWR Symphonieorchester würdigen den Komponisten in diesem ersten Abonnementkonzert im neuen Jahr. Mit Bruckners 7. Sinfonie erklingt ein imposantes Großwerk, das schon bei seiner Uraufführung für Begeisterung sorgte und Bruckner den langersehnten Publikumserfolg einbrachte. Zuvor hatten vor allem seine Orgelimprovisationen für Beifallsstürme gesorgt. So ist Schönbergs Bearbeitung von Bachs Präludium und Fuge Es-Dur zu Beginn dieses Konzerts auch eine Verneigung vor dem Organisten Anton Bruckner."

  • So ein Schwachsinn.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • ?

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  • So ein Schwachsinn.

    In der Tat. Wieso ist es "eine Verneigung vor dem Organisten Bruckner", wenn man ein Orgelwerk Bachs in einer Bearbeitung Schönbergs für Orchester spielt?

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Das ist halt die Logik der Programmplanung. Ich glaube nach wie vor, dass man einfach auf billige Art den Jubilar Schönberg abhaken wollte.

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  • So ein Schwachsinn.

    In der Tat. Wieso ist es "eine Verneigung vor dem Organisten Bruckner", wenn man ein Orgelwerk Bachs in einer Bearbeitung Schönbergs für Orchester spielt?

    Das ist halt die Logik der Programmplanung. Ich glaube nach wie vor, dass man einfach auf billige Art den Jubilar Schönberg abhaken wollte.

    Und es hätte sich eine sinnvolle Kopplung angeboten: Bruckners 7. in der Bearbeitung für Kammerorchester, die in Schönbergs Verein für musikalische Privataufführungen aufgeführt wurde. Da hätte man Bruckner wie auch Schönberg angemessen würdigen können.

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Auch in Mainz wird "kombiniert",

    wie mir vorhin ein Kollege aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt mitgeteilt hat. Die Zusammenstellung des Violinkonzertes von Brahms und der Alpensinfonie von Strauss ist freilich sicher kein Risiko. Und dennoch, wie mein Kollege seinen Brahms-Freund zitierte: "Das ist mir zu wenig! Wegen Strauss gehe ich nicht in die Rheingoldhalle." Diese Aussage wird gewiss nicht für die Anhänger der Meister aus Hamburg und München typisch sein.

    „Ich hab einmal komponieren wollen, wie die Kuh die Milch gibt“, sagte der Ur-Bayer Richard Strauss augenzwinkernd über seine "Alpensinfonie", die 1915 in Berlin unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt wurde.

    Brahms und Strauss

    25.Februar 2024

    Rheingoldhalle Mainz

    Johannes Brahms
    Violinkonzert D-Dur op. 77
    Richard Strauss
    Eine Alpensinfonie op. 64

    Isabelle Faust Violine
    Andrés Orozco-Estrada Dirigent
    SWR Symphonieorchester

  • Die Zusammenstellung des Violinkonzertes von Brahms und der Alpensinfonie von Strauss ist freilich sicher kein Risiko.

    Der innere Zusammenhang der beiden Werke erschließt sich mir offen gesagt nicht. Nur, weil Brahms das Konzert in Pörtschach begonnen hat? Die Karawanken sind ja nicht unbedingt der Typ Alpen, den Strauss komponierte ...

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Was ist jetzt das Besondere an diesem Programm? Oder warum wird es hier vorgestellt?

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  • "Schostakowitschs Rückzug"

    „Schostakowitsch erfordert ein kraftvolles, scharfes, schneidendes Spiel“, sagt hr-Chefdirigent Alain Altinoglu.

    Und man müsse sich trauen, „an die Grenzen der instrumentalen Möglichkeiten zu gehen“.

    Alte Oper Frankfurt

    Donnerstag, 29. Februar 2024

    19 Uhr, Großer Saal

    HR-SINFONIEORCHESTER, ALAIN ALTINOGLU

    ALEXANDER MALOFEEV Klavier

    SERGEJ RACHMANINOFF

    Rhapsodie a-Moll über ein Thema von Paganini op. 43

    DMITRI SCHOSTAKOWITSCH

    Sinfonie Nr. 4 c-Moll op. 43

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