Lieblings-Rolleninterpreten (3 + 3)

  • Da in diesem Sänger-Unterforum schon seit längerem verdammt wenig los ist, möchte ich diese neue Rubrik starten, die sich den Lieblings-Rolleninterpreten der "Capriccio"-Mitglieder widmet.

    Diese Rubrik soll sich wie folgt entwickeln: Ich nenne hier jeden Tag eine Rolle aus dem Opern-Repertoire und nenne meine Lieblingsinterpreten dieser Rolle - und zwar maximal 3 + 3 = 6, nämlich 3 "historische" (= nicht mehr von mir live erlebte) und 3 live erlebte Interpreten. Zu jedem dieser genannten Interpreten versuche ich eine JPC-Aufnahme (oder zwei) und/oder ein Youtube-Video zu verlinken.

    Anschließend kann jeder Forianer seine eigenen Lieblingsinterpreten dieser Rolle dagegensetzen (ebenfalls maximal 3 + 3 und mit JPC und/oder YT).

    Begründungen sind willkommen, aber keine Pflicht, zumal sich ja über Geschmack bekanntlich nicht streiten lässt.


    Da ich in den letzten Tagen viel "Walküre" gehört habe, wähle ich als heutige Rolle (und damit als erste Rolle überhaupt):

    Wotan in "Die Walküre" (Wagner)

    Meine Lieblings-Rolleninterpreten sind:

    (historisch)

    1. Ferdinand Frantz

    Die göttliche Autorität in jedem Ton, die Stimme vermittelt mir auch die Emotion und Verzweiflung des Gottes, dabei verstehe ich bei ihm jedes Wort Text.

    Ich beziehe mich dabei sowohl auf die RAI-Walküre von 1953 als auch auf die Wiener Studioaufnahme von 1954 jeweils unter Furtwängler (1950 an der Scala finde ich ihn etwas schwächer). Es gibt weitere Aufnahmen von seinem "Walküren"-Wotan, die ich aber nicht alle kenne.

       

    2. Friedrich Schorr

    Es gibt wunderbare Studioaufnahmen von Schorr, aber zumeist Einzelarien - und es gibt Mitschnitte von Radioübertragungen. In dieser habe ich ihn als "Walküren"-Wotan kennen und schätzen gelernt, selbst wenn mal der eine oder andere hohe Ton wegbricht, weil er seinen stimmlichen Zenit (eher 20er und 30er Jahre als 40er Jahre) schon etwas überschritten hatte, aber er beweist doch, dass auch ein Gott wie Wotan ganz menschlich und sympathisch gesungen werden kann (wie ich das derzeit bei keinem aktuellen Interpreten, den ich kenne, finde):

    3. Herbert Janssen

    Auch von ihm habe ich einen berührenden "Walküre"-Wotan-Mitschnitt im Regal, den ich mir dank seiner warmen und zugleich emotionalen Stimme schon gerne merhfach angehört habe. Leider lässt sich dieser aktuell bei JPC nur mit einem abgedunkelten Cover-Foto finden (warum auch immer), weshalb ich noch eine weitere Aufnahme des 3. Aktes verlinke:

     


    (und nun zu den live erlebte Lieblingsrolleninterpreten)

    4. Robert Hale

    Mein prägender live-Wotan, in der "Walküre" etwa 10x erlebt im Friedrich-Tunnel-"Ring" der Deutschen Oper Berlin zwischen 1999 und 2001. Er verband quasi die stimmliche göttliche Autorität eines Ferdinand Frantz mit der Bühnenautorität eines Hans Hotter. Hier der Münchner Audio-"Ring"-Mitschnitt Sawallisch, die Videos lohnen freilich auch.

    5. Falk Struckmann

    Auch er war in den 1990er Jahren ein prägender Berliner Wotan, der B-Wotan im Barenboim-Kupfer-"Ring" an der Staatsoper Berlin (und dabei so viel besser als der A-Wotan...), ich erlebte ihn zwischen 1994 und 2001 einige Male in dieser Rolle. Auch versendete das Göttliche der Rolle sowohl stimmlich als auch drastellerisch, konnte aber auch die Zerrissenheit Wotans im 2. Akt durch große Emotionalität besonders gut zum Ausdruck bringen.

    In Ermangelung von Alternativen verlinke ich mal diese (zu) späte Hamburger Aufnahme:

    Nach Hale und Struckmann gab es nur noch wenige Wotane, die mich live voll überzeugt haben, die meisten vermochten dies nicht. Eine rühmliche Ausnahme war er:

    6. Terje Stensvold

    Im Volumen etwas schmaler als Hale oder Struckmann sang er doch so gut fokussiert, mit tollem, "göttlichen" Timbre, emotional und zugleich textverständlich, dass die beiden Vorstellungserlebnisse (ich glaube 2007 und noch einmal einspringend 2014 oder so in dem Dreh) mit die letzten Sternstunden waren, die ich live bei dieser Rolle erleben durfte.

    Ich verlinke mal folgendes Frankfurter Video mit ihm:

    Und nun kann jeder, der möchte, seine Lieblingsinterpreten des "Walküren"-Wotan in ähnlicher Weise dagegensetzen. Aber nur maximal 3 + 3! ;):wink:

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Als historische Wotane ist meine Präferenz George London in der Leinsdorf-Aufnahme. Schorr in seiner Blüte hört man im „Potted Ring“, und um zu verstehen, warum Hotter so berühmt war, den zweiten Akt unter Seidler-Winkler und in den Wiener Fragmenten, wo von der späteren Unstetigkeit noch keine Spur zu finden ist. Live war Hale in München der Standard-Göttervater, und ganz ausgezeichnet mein letzter, James Rutherford.

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Historisch: Friedrich Schorr! Hans Hotter unter Seidler-Winkler würde ich auch nennen. Frantz habe ich irgendwie nicht mehr im Ohr und den Leinsdorf-Ring mit London kenne ich noch gar nicht. Daher würde ich Thomas Stewart in der Karajan-Walküre noch nennen (auch wenn er so ziemlich das einzig brauchbare an der Aufnahme ist...)

    Live: Alfred Muff im Bonner Ring (nur Walküre) fand ich recht gut. Alan Titus in Köln war nicht so dolle. Bei einer Kölner Wiederaufnahme sprang Ralf Lukas in der Walküre ein, den habe ich ganz positiv in Erinnerung. An Robert Hale kommen die aber alle nicht heran; leider habe ich den live nur in einem konzertanten Rheingold gehört.

    Bernd

    Fluctuat nec mergitur

  • Eben die. Leider blieb es bei der, ein kompletter daraus erwachsender Ring hätte wirklich hervorragend werden können

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  • Friedrich Schorr, Ferdinand Frantz und der frühe Hans Hotter sind auch meine Favoriten im historischen Bereich, wobei ich bei Hotter auch noch den '53iger Ring unter Keilberth hinzunehmen würde. Von Alexander Kipnis kenne ich nur 'Wotans Abschied', weiß auch nicht, ob er die gesamte Partie jemals gesungen hat. Sonst wäre er sicherlich auch einer meiner Favoriten.

    Bei 'live' ist es schwieriger. Struckmann und Titus zählen für mich nicht dazu und ansonsten waren es immer nur Robert Hale oder Simon Estes, die ich hörte, die ich aber beide stets sehr geschätzt habe. Ein dritter Wotan kommt nicht dazu, weil ich Donald McIntyre nur in einem Konzert mit 'Wotans Abschied' erleben durfte.

    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • Ich habe mit der Abgrenzung zu "historisch" und der Definition von Stimmenliebhaber dafür ein Problem. Ferdinand Frantz oder Friedrich Schorr hat sicher niemand von uns live erlebt. Aber auf Grund meines Alters habe ich etwa Theo Adam noch auf der Bühne sehen/hören können (Hans Hotter auch noch, wenngleich nicht als Wotan) und den kennen viele jüngere Opernfreunde auch nur noch von Konserven. Und genau so geht es mir, um bei der "Walküre zu bleiben, mit Leonie Rysanek, Birgit Nilsson, James King, Wolfgang Windgassen, ....., die ich alle noch gehört und gesehen habe.

    Der legendäre 1.Akt der Walküre unter Bruno Walter ist natürlich historisch; aber dem Mitschnitt des "Ring" unter Karl Böhm aus Bayreuth 1973 würde ich die Bezeichnung "historisch" noch nicht geben. (und jetzt widerspreche ich mir schon selbst - eine 50 Jahre alte Aufnahme hat vermutlich den berechtigten Anspruch als historisch zu gelten)

  • Ich habe mit der Abgrenzung zu "historisch" und der Definition von Stimmenliebhaber dafür ein Problem.

    Es ist ja immer so, dass immer irgendjemand mit irgendetwas ein Problem hat. Hier kann man maximal 3 Interpreten nennen, die man in einer Rolle noch selbst live erlebt hat, und maximal drei weitere, die man nicht mehr live erlebt hat. Dies ist bei jedem anders - und das ist meines Erachtens kein Problem. Deswegen habe ich ja "historisch" gerade in Anführungszeichen gesetzt, um darauf hinzuweisen, dass das hier einfach nur "nicht mehr live erlebt" bedeutet. Bei Theo Adam ist bei bei mir ähnlich, als "Rheingold"-Wotan habe ich ihn noch live erlebt, als "Walküre"-Wotan und Wanderer nicht mehr. Also könnte ich ihn bei "Rheingold"-Wotan unter live erlebt einsortieren und bei "Walküre"-Wotan eben nicht. Aber auch das erscheint mir nicht wirklich ein Problem zu sein. Also: 3 + 3 = 3 nicht mehr live erlebte + 3 live erlebte.

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Als Rolle des heutigen Tages wähle ich die Cio-Cio-San aus "Madama Butterfly" von Giacomo Puccini

    Meine Lieblingsrolleninterpretinnen sind:

    (zuerst wieder meine "historischen", also nicht mehr von mir live erlebten)

    1. Pilar Lorengar

    Meine Erstinterpretin dieser Rolle auf Schallplatte (Opernquerschnitt in deutscher Sprache mit Fritz Wunderlich als "Linderkon") wurde für mich zum Inbegriff dieser Rolle: lyrische Empfindsamkeit, Anmut und Schönheit im Gesang, durchaus auch mit Emphase, aber einen bestimmten Rahmen nie sprengend, eine typische Vertreterin von "Puccinis kleinen Frauen", eben die "kleine Frau Schmetterling". Für die großen Diven in dieser Rolle (Callas, Tebaldi, Scotto, Tomowa) hat mich das in gewisser Hinsicht "verdorben, aber die Lorengar gefällt mir als Butterfly eben wesentlich besser, nicht nur in besagtem deutschsprachigen Opernquerschnitt, sondern auch in mehreren originalsprachlichen Mitschitten aus der Deutschen Oper Berlin.

    Ich verlinke hier besagten deutschsprachigen Opernquerschnitt und noch einen originalsprachlichen Mitschnitt aus der MET, den ich zugegebenermaßen aber nicht wirklich kenne:

     

    Von den bekannten Platten-Diven erreicht mich in dieser Rolle diese am meisten:

    2. Victoria de los Ángeles

    An ihrer Studio-Gesamtaufnahme schätze ich, wie sie Anmut und innerlichkeit einerseits mit einer gewissen Expressivität andererseits zu verbinden versteht. Sie geht an einigen Stellen mehr aus sich heraus als die Lorengar, bleibt aber trotzdem eine "kleine Frau Schmetterling" und wird nie zur vordergründigen Diva. Für mich ist sie DIE Puccini-Interpretin ihrer Generation.

    Bei Nummer 3 musste ich länger überlegen und habe mich dann doch, trotz einiger Bedenken, für sie entschieden:

    3. Mirella Freni

    Es gibt diese Jahrhundert-Studio-Aufnahme der "Bohème" mit Freni und Pavarotti unter Karajan. Also freute ich mich auf die Studio-"Butterfly" in derselben Besetzung und erwartete mir ein ähnliches Fest - und wurde bitter enttäuscht. Beim bewussten Ersthören schreckte mich diese Aufnahme regelrecht ab. Pavarotti wirkte völlig lustlos, Karajan enpfand ich als extrem breiig und "untheatralisch" und selbst Freni erreicht mich nicht so wie als Mimì in der Jahrhundert-"Bohème". Nach mehrmaligem Hören wurden meine Vorbehalte allerdings immer geringer. es bleibt dabei, dass sie mich hier nicht so sehr erreicht wie als Mimì, aber besser als Callas, Tebaldi, Scotto oder Tomowa gefällt sie mir in dieser Aufnahme allemal (und ich kann nur die Aufnahmen vergleichen, weil ich diese Diven alle nicht mehr als Butterfly erlebt habe - bis auf 1x Tomowa 1994, was so ziemlich das Schlimmste war, was ich jemals in der Oper erlitten habe - was zwar eigentlich nicht hierher gehört, aber zumindest zu meinen live erlebten Lieblingsinterpretinnen).

    Hier die besagte Studioaufnahme:

    (und nun meine live erlebten Lieblingsinterpretinnen der Butterfly)

    4. Miriam Gauci

    Als ich 17 war, gab es an der Staatsoper Berlin eine Neuinszenierung "Madama Butterfly" mit Miriam Gauci als Premierenbesetzung. Sie sang das auch in den Folgejahren immer wieder und erreicht mich weit mehr als alle alternierenden Kolleginnen. Ich habe die Gauci vielleicht 5x live als Butterfly erlebt. Als dann auch bald die NAXOS-Studioaufnahme der "Butterfly" mit ihr erschien, kaufte ich mir diese natürlich und hörte sie auch sehr gerne:

    Jetzt wird es schon schwieriger: Rein stimmlich war meine ideale Live-Butterfly wahrscheinlich die so jugendlich klingende Inga Nielsen in gleicher Inszenierung, aber sie konnte diese Jugendlichkeit in ihrer Stimme optisch leider nicht mehr beglaubigen (um die Jahrtausendwende herum), das Publikum kicherte bei "quindici anni" und am Ende gab es eher matten Applaus für sie, was ich einerseits total ungerecht fand, mir andererseits aber eben doch vor Augen führte, dass es ein zweischneidiges Schwert war.

    Daher nominiere ich stattdessen eine ganz sichere Bank in diesem Fach:

    5. Hui He

    Sie habe ich mehrfach in dieser Rolle erlebt, an beiden großen Berliner Opernhäusern und meiner Erinnerung nach auch 1x in Verona. sie war immer total souverän, die Stimme klang stets völlig intakt und sie verstand es, auch dramatische Attitüde so zu servieren, dass es bei dieser Rolle nicht störte, dass der Gesamteindruck also doch eine "kleine Frau" blieb.

    Beim "Werbepartner" finde ich zwar keine Gesamtaufnahme, aber doch diese beiden Dokumente ihrer "Butterfly":

     

    Und bevor mir jetzt jemand Klischees vorwirft, möchte ich anmerken, dass ich hiu He auch in anderen Rollen sehr mochte, zum Beispiel als Tosca.

    Ganz uns gar nicht gängigen Klischees entsprechend war meine dritte live erlebte Lieblings-Butterfly:

    6. Sabine Paßow

    Sie erlebte ich als Butterfly um die Jahrtausendwende am Staatstheater Cottbus. Die unorthodoxe (originalsprachliche) Inszenierung von Bernd Mottl mit ihr als Zentrum gefiel mir so gut, dass ich mir das gleich 4x ansah: 3x in Cottbus und 1x beim Gastspiel in Frankfurt/Oder. Die Paßow, die ich durch zahlreiche Rollenverkörperungen an der Komischen Oper Berlin kannte, war eine selbstbewusste, emanziperte Cio-Cio-San, die allerdings an ihrer eigenen Verblendung und Wirklichkeitsverdrängung scheiterte. Ein atembraubendes Rollenportrait und ihre Stimme schien mir hier auch noch runder zu klingen als in mancher deutschsprachigen Partie an der Komischen Oper. Als ich vor etwas 5 Jahren nochmal in einen Audio-Mitschnitt, den ich bekam, reinhörte, war das Glück zugegeben nicht ganz ungetrübt, aber live war es ein Ereignis und diese 4 Vorstellungserlebnisse gehören zu meinen glücklichsten im Berliner Umland.

    Da sich bei JPC inzwischen nicht mehr mehr ihre bei arte nova aufgenommene Solo-CD findet, verlinke ich ein YT-Video mit ihr in einer anderen Rolle, in der ich sie leider nur 1x live erlebt habe und gerne noch viel öfter erlebt hätte:

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    So, nun bin ich auf eure Lieblingsrolleninterpretinnen der Cio-Cio-San gespannt, denn ich habe durchaus Lust, mir eure Favoritinnen erstmals oder erneut anzuhören (solange sie nicht Anna Tomowa-Sintow heißen)...

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

    Einmal editiert, zuletzt von stimmenliebhaber (29. Februar 2024 um 17:12)

  • Butterfly:

    historisch

    1. Victoria de los Ángeles unter Santini

    2.Toti dal Monte unter de Fabritiis

    3.Renata Scotto unter Barbirolli

    live erlebt:

    1. Ludmila Slepneva am Nationaltheater Mannheim

    2. Ilona Tokody in den 90ern an der Deutschen Oper Berlin

    3. Liana Aleksanyan an der Rheinoper

  • Bei den historischen stehen für mich sehr alte Aufnahmen im Vordergrund von Sängerinnen, die nur die Arie bzw. Teile aufgenommen haben. Da wäre zunächst einmal, noch akutisch aufgenommen und in entsprechender Klangqualität", Rosa Ponselle.

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    . Dann käme Clara Petrella wegen dieser Aufnahme (mit Ferruccio Tagliavini als Pinkerton):
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    . Für die dritte Nominierung schließe ich mich stimmenliebhaber an: Victoria de los Ángeles! Hier mit Jussi Björling:
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    .

    Live habe ich am 6. Mai 1998 das Rollendebut von Nina Stemme miterleben können, eins der größten Highlights in meiner "Karriere" als Opernbesucher! Es war eine fürchterlich abgespielte und abgeranzte Ponnelle-Inszenierung aus den frühen 80ern und eine äußerst spärlich besuchte Repertoirevorstellung (weswegen ich in der ersten Parkettreihe sitzen konnte), und ihr Spieltalent (ihre Mimi war auch in dieser Beziehung phantastisch!) konnte sie nicht zur Geltung bringen, das war aber egal! Das Haus hat gewackelt!
    Stemme hat zu der Zeit in Köln auch Tosca, Mimi und Suor Angelica gesungen. Dieses Repertoire scheint sie aber nicht aufgenommen zu haben (allerdings Fanciulla und Turandot).

    Aušrinė Stundytė hat Jahre später die Butterfly in einer Neuinszenierung gesungen. Sie war weiß Gott nicht schlecht, aber von Stemme Lichtjahre entfernt. Davon gibt's aber tatsächlich Ausschnitte:

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    Eine dritte würde ich nicht nominieren, da wäre der Abstand zu groß!

    Bernd

    Fluctuat nec mergitur

  • 1. Victoria de los Ángeles unter Santini

    Lieber "Hans Pork",

    darf ich nachfragen, ob du auch die 1954er Aufnahme unter Gavazzeni kennst und - wenn ja - warum du die 1959er Aufnahme unter Santini vorziehst? Hat das vor allem Tenor-Gründe (also Björling) oder gibt es für dich auch signifikante Unterschiede bei der Leistung der Interpretin der Titelpartie?

    Eine dritte würde ich nicht nominieren, da wäre der Abstand zu groß!

    Noch größer als die

    Lichtjahre

    zwischen Stemme und Stundyte? :D

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Nicht mehr live gehört:

    Maria Callas
    Pilar Lorengar
    Victoria de los Angeles

    Live lebt und von ihnen sehr beeindruckt:

    Catherine Malfitano
    Sandra Pacetti
    Mietta Sighele

    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • 1. Victoria de los Ángeles unter Santini

    Lieber "Hans Pork",

    darf ich nachfragen, ob du auch die 1954er Aufnahme unter Gavazzeni kennst und - wenn ja - warum du die 1959er Aufnahme unter Santini vorziehst?

    Ja. Die kenne ich auch. Höre die Santini Aufnahme viel häufiger. Zum einen ist die in Stereo und auch Björling finde ich herausragend. Einen großen Unterschied bezüglich de los Angeles habe ich nicht in Erinnerung.

  • Walküren-Wotan historisch:

    1. George London unter Leinsdorf und natürlich die Ausschnitte unter Knappertsbusch


    2. Hans Hotter unter Keilberth 1955 aus Bayreuth


    3. Theo Adam unter Karl Böhm aus Bayreuth


    ----


    Live:


    1. Robert Hale an der Deutschen Oper Berlin

    2. Terje Stensvold an der Deutschen Oper, in Wien und konzertant bei den Berliner Philharmonikern

    3. Tomasz Konieczny - live erlebt in Düsseldorf, Wien und in Bayreuth - hat sich enorm entwickelt in dieser Partie und ist aus meiner Sicht heute der führende Wotan

  • Wotan (Walküre):

    historisch:

    - Ferdinand Frantz unter Furtwängler
    - Hans Hotter unter Keilberth
    - George London unter Leinsdorf

    live (in gewissem Sinn auch historisch, da ich seit 20 Jahren keine Walküre mehr gehört habe...)

    - Hubert Hofmann (Stuttgart 1973-1975)
    - Theo Adam (Bayreuth 1974 und München 1980)
    - John Tomlinson (Bayreuth 1992)

    -----------------------------------------------------------------------------------------------
    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Besten Dank allen Beteiligern.

    Die neue Rolle des heutigen Tages ist der Loge in "Das Rheingold" von Richard Wagner

    (Der "Ring" war ja in diesem Forum zuletzt ein wichtiges Thema, da könnte noch Beteiligungspotential schlummern. Der Loge ist zudem eine besonders schillernde Tenor-Partie, die ganz unterschiedlich besetzt werden kann, mit einem Siegfried ebenso wie mit einem Mime.)

    Meine Lieblingsrolleninterpreten sind:

    (historisch, also nicht mehr live erlebt)

    1. Set Svanholm

    Ich bin eigentlich gar nicht der ganz große Svanholm-Fan, sondern der ganz große Melchior-Fan, aber von Melchior gibt es keinen Loge und Svanholm gefällt mir im Studio-"Rheingold" unter Solti wirklich ganz ausgezeichnet, heldisch grundiert, kaum Akzent, schillernd im Ausruck.

    2. Erich Witte

    Es dürfte kaum einen Tenor geben, der so viele unterschiedliche Wagner-Rollen gesungen hat wie Erich Witte (Rienzi, Erik, Tannhäuser, Lohengrin, Tristan, Stolzing, David, Loge, Froh, (beide) Mime, Parsifal u.a. - Siegmund und Siegfried wohl nicht) - zum Loge passt seine Stimme am besten, ebenso sein Intellekt und seine Sprachgewandtheit.

    3. Heinz Zednik

    Ich bin an für sich nicht der große Zednik-Fan, aber sein Loge im Boulez-Chereau-"Ring" ist schon sehr, sehr gut, stimmlich souverän mit charaktervollem Schneid, ausdrucks- und artikulationsmäßig bleiben ebenfalls keine Wünsche offen.

    Ich hätte auch zahlreiche andere Loge-Interpreten nennen können, die mich auf Aufnahmen überzeugen, Stolze unter Karajan ist auch sehr schillernd, vielleicht ein bissl extrem, ganz anders, aber nicht minder gut macht der reife Ludwig Suthaus seine Sache in Bayreuth, auch Wolfgang Windgassen kann ich als als Loge (trotz mitunter mauliger Artikulation) in verschiedenen Aufnahmen (von Furtwängler bis Böhm, aber eher die des jüngeren Sängers aus den 1950er Jahren) einiges abgewinnen. Mein prägender Platten-Loge ist hingegen noch gar nicht genannt, was daher kommt, dass ich ihn auch noch live erlebt habe:

    (live erlebte Interpreten)

    4. Peter Schreier

    Ihn habe ich als Loge in den 1990er Jahren noch 2x live erlebt, an seinem Stammhaus, der Staatsoper Berlin. Ich fand ihn immer noch gut, wenn auch nicht mehr so ideal wie auf der Janowski-Plattenaufnahme. Andere hörten das offenbar kritischer, Buh-Stürme waren die Folge. Live hatte er damals schon einige Schwächen, aber im Studio unter Janowski und auch im kürzlich gesehenen Karajan-Film ist er für mich der ideale Loge.

     

    5. Siegfried Jerusalem

    Dieser Sänger ist nun wahrlich nicht mein Lieblingstenor, sondern eher das Gegenteil, als Lohengrin, Tristan und in beiden Siegfried-Rollen habe ich Dramen miterlebt (für das Bayreuther Stolzing-Drama war ich zu jung), aber der Loge war live seine überzeugendste Rolle, ich hatte ihn damit an beiden großen Berliner Opernhäusern und er war da wirklich sehr gut (und bekam im Gegensatz zu Schreier oder Riegel als Loge oder auch im Gegensatz zu Jerusalem selbst in anderen Rollen keine Buhs.)

    Vorgestern habe ich mir gerade nochmal das MET-"Rheingold" angesehen, da klingt die Stimme vom Timbre her zwar nicht besonders toll, aber er bleibt dieser besonderen Rolle (die nicht schön klingen muss) absolut nichts schuldig.

    Der sechste und letzte Platz ist nicht so einfach zu vergeben, da gibt es einige Kandidaten, von Wolfgang Müller-Lorenz konzertant in Potsdam über Jorma Silvasti an der Deutschen Oper Berlin und Günter Neumann in Braunschweig bis hin zu Wolfgang Schmidt in Dresden und einige mehr.

    Ich entscheide mich für

    6. Wolfgang Müller-Lorenz

    Er sang diese Rolle Ende November 1991 in einer konzertanten "Rheingold"-Aufführung in Potsdam (neben Theo Adam als Wotan) und faszinierte mich sehr, während mir seinerzeit Kenneth Riegel an der Deutschen Oper Berlin gar nicht gefiel.

    Und da sich bei Youtube eine komplette Videoaufzeichnung des Grazer "Rheingold" mit seinem kompletten Loge findet, stelle ich dieses hier ein:

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