Lieblings-Rolleninterpreten (3 + 3)

  • Fricka:

    1. Wilja Ernst-Mosuraitis (1993/95, G.Neuhold)

    2. Aga Joesten (1950, K.Schröder)

    3. Brigitte Fassbaender (1981, H.v. Karajan)

    Einspruch, Euer Ehren, es geht um Walküre, so daß Fassbaender leider außen vor bleiben muss. Und ist das von Schröder nicht auch Rheingold?

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • "Da Wotan, der hülfat am Siegund so gern

    Doch sei Gattin, die Fricka will nix davon hearn" (von Miris, Der Ring in Schnadahüpferln)

    Im Studio natürlich erst Hanna Schwarz, die Stimme und Autorität hatte.

    Live Marjana Lipovsek, war Hale und Morris absolut ebenbürtig. Weitere muß ich mal nachlesen und nachhören, da waren schon gute dabei. Kann also sein daß ich da noch nachlege.

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Pardon, das hatte ich überlesen, ich war tatsächlich noch im Banne des Rheingolds. Bitte das also für später vormerken.

    Walküren-Fricka:

    1. Rosette Anday (1949, R.Moralt)

    2. Rita Gorr (1961, E.Leinsdorf)

    3. Ira Malaniuk (1953, Cl.Krauss)

    ______________________

    Homo sum, ergo inscius.

  • Zur Walküren-Fricka fällt mir spontan nur eine Lieblings-Interpretin ein, nämlich Hanna Schwarz. Ob ich sie im Berliner Tunnel-Ring live erlebt habe, weiß ich nicht mehr, aber ich kenne sie natürlich aus der Aufzeichnung des Chereau-Rings, und da finde ich sie in der Rolle ganz wunderbar.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Ich habe das Programmheft gefunden: Ich war in der "Walküre" am 10.10.1984. Da hat leider nicht Hanna Schwarz die Fricka gesungen, sondern Diane Curry. Ganz vergessen hatte ich, dass Simon Estes den Wotan sang. Den würde ich glatt noch als Lieblings-Interpreten nachnominieren.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • gibt es aber einen eingespielten "Walküren"-Wotan?

    ich war tatsächlich noch im Banne des Rheingolds.

    So macht es Sinn . 1949 sang Kronenberg den Wotan im hessischen Rheingold mit Zillig am Pult .

    Good taste is timeless "Ach, ewig währt so lang " "But I am good. What the hell has gone wrong?" A thing of beauty is a joy forever.

  • Die letzten Tage waren wieder ein wenig wagnerisch, deswegen gibt es von mir für morgen something completely different. Ich bitte um eure Favoriten für den Frosch in der "Fledermaus"

    Bei mir historisch:

    1. Hans Moser. Der ist am nächsten an der Tradition der Straußzeit dran. (Bei dem muß es der Film von 1937 sein, der von 1962 hat mit der Operette nur noch den Namen gemeinsam).

    2. Josef Meinrad. Deutlich verfeinert, den Frosch ließ er sich auch nach der Verleihung des Ifflandrings nicht nehmen.

    3. Helmuth Lohner, der rückt die Figur deutlich näher an Nestroy.

    Live:

    Die Münchner Produktion von Leander Haussmann war eine ziemliche Pleite, aber sie etablierte in der Rolle Jörg Hube. Nix mit Wiener Gemütlichkeit, der hatte durchaus etwas Gefährliches und Bösartiges...


    (Ein Jammer, daß es mit Heinz Rühmann nichts zu finden gibt, muß nach allen Berichten phänomenal gewesen sein...)

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Eine ungewöhnliche erste Operettenrolle für diese Rubrik, weil es streng genommen eine reine Sprechrolle ist, auch wenn natürlich trotzdem immer wieder mal was gesungen wird.

    Übermäßig liebe ich die "Fledermaus" nicht und der Frosch kann einem mitunter ganz schön auf den Geist gehen. Ich lege mir das Stück nur sehr selten auf - und wenn doch, dann höre ich entweder nur die ersten beiden Akte oder springe zumindest den Beginn des 3. Aktes. Daher kann und will ich "historisch" eigentlich gar nichts beisteuern, lediglich einen nenne ich, den ich kürzlich im Mitschnitt einer Konzertversion der "Fledermaus" unter Herbert Kegel hörte und der die Musiknummern mit Zwischentexten verband.

    1. Herbert Prikopa

    Ein echter Österreicher, ein echter Schauspieler.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Meine erste "Fledermaus"-Gesamtaufnahme war (noch auf LP) Harnoncourt mit André Heller als Frosch, aber da bin ich irgendwie auch nie im 3. Akt angekommen, bei Fricsay (meine erste auf CD) war es ganz ähnlich, Fritz Hoppe ist hier der Frosch. Natürlich hätte ich auch die großen Namen nennen können, die Armin nominiert hat, allein: Außer Prikopa habe ich bei dieser Rolle keine wirklichen Lieblingsrolleninterpreten, nur live erlebte. Daher bleiben die Plätze 2 und 3 unbesetzt.

    Kommen wir also gleich zu meinen live erlebten.

    Mein erster Live-Frosch war an der Staatsoper Berlin Gerd Grasse und wird nicht nominiert, obgleich mehrfach erlebt. Mein zweiter live erlebter Frosch, 1993 in Potsdam, wird sehr wohl nominiert, aber erst später...

    Meine prägende "Fledermaus"-Insznenierung war die von Harry Kupfer an der Komischen Oper Berlin, die ich etwa 30x live erlebt habe (wegen einiger Sängerlieblinge). Die Premierenbesetzung sollte 1995 Harald Juhnke sein, aber der betrank sich nach ein paar Proben tüchtig, hatte also somit einen Alkohol-Rückfall und trat nie wieder auf. Also wurde die geplante Zweitbesetzung zur Premierenbesetzung:

    2. Otto Sander

    Mindestens 10x erlebt, der wohl preußischste Frosch ever. Grins1

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    In der Inszenierung erlebte ich auch einige Male den DT-Schauspieler Dieter Mann, den ich sehr mochte, den ich in dieser Produktion aber doch sehr zurückhaltend (um nicht zu sagen: blass) fand, weshalb er nicht nominiert wird.

    Als Sander und Mann zu Silvester 1999 dann beide nicht konnten, übernahm eine Legende des Hauses den Frosch in dieser von ihm ungeliebten Inszenierung:

    3. Werner Enders

    Er hatte den Frosch schon Ende der 1960er Jahre am Haus gemacht - in der Bonnet-Inszenierung, die aber recht schnell wieder weg war (laut Joachim Herz soll Felsensteins Frau Maria bei den Proben durch die Gänge geschlichen sein und zu den Sängern gesagt haben: "Das könnte ihr doch meinem Mann nicht antun, mit Bonnet die FLEDERMAUS zu machen." :D). Ich hatte Enders vor diesen denkwürdigen Silvester-Tag bereits 1993 in Potsdam als (recht klassischen) Frosch erlebt. Enders sagte überhaupt nur als Pflichtgefühl gegenüber seinem geliebten Haus zu - und weil man ihm versicherte, dass es bei den beiden Vorstellungen an Silvester 1999 und Neujahr 2000 bleiben würde - es wurden dann Dutzende weitere Vorstellungen, ich war bestimmt 10x drin, wenn nicht öfter, als er den Frosch machte. Man gestand ihm zu, als Einlagen die Couplets des John Styx und des Königs Bobèche, seiner Leib- und Magenrolle in der legendären Felsenstein-Inszenierung des "Ritter Blaubart", zu singen. Später bestand man darauf, dass er als Einlage genau das Couplet singen musste, das schon Otto Sander gesungen hatte, allerdings dichtete man ihm eine zusätzliche Strophe hinzu: "Ich kenne mich hier aus, weil ich jahrein, jahraus durchgeistere das Haus wie eine Fledermaus. Ich bin hier Urgestein sein Walter Felsenstein. Der sei nicht mehr modern, behaupten manche Herrn. Das klingt dann zwar recht stark und doch ist alles Quark." Und dann als Refrain: "Der Unterschied, wie man das Leben sieht, ist, ob man Wärter ist oder aus dem Blechnapf frisst."

    Hier sein Silvester-Monolog 1999 mit den beiden Offenbach-Couplet-Einlagen:

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    So, wen nominiere ich noch? Sicherlich nicht Michael Maertens, den ich ca. 2006 an der Staatsoper Berlin als Frosch erlebte (und den ich in den 1990er Jahren am DT sehr schätzte, aber hier gefiel er mir in dieser Rolle nicht wirklich) und auch nicht Wolfgang Stumpf, mein vorletzter live erlebter Frosch (im Januar 2023 an der Semperoper Dresden), sondern meinen letzten live erlebten Frosch, den bekannten Film- und Fernseh-Schauspieler

    4. Thorsten Merten

    Ihm gelang in dieser Spielzeit am Staatstheater Meiningen das Kunststück, den Text der Rolle zu aktualisieren (besonders den Monolog, der sich nicht zuletzt um eine Wärmepumpe drehte) und dennoch wahnsinnig komisch zu sein. Ich habe wirklich sehr viel gelacht.

    In diesem Trailer der Produktion ist auch ein klein wenig Monolog enthalten:

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Dass er nicht einmal das Wort "Sliwowitz" in den Mund nahm, dafür bin ich ihm sehr dankbar! Ich mag dieses Getränk nicht, ich mag die klassischen Frosch-Kalauer nicht besonders, ich mag ja nicht mal diese Rolle besonders, aber ich mag meine drei live erlebten "Anti-Frösche" Otto Sanders, Werner Enders und Thorsten Merten ganz besonders, weil sie eben gerade, jeder aus seine ureigene Weise, keine "typischen" Interpreten dieser besonderen Rolle waren. :clap:

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

    2 Mal editiert, zuletzt von stimmenliebhaber (18. April 2024 um 10:49)

  • Gerade weil der Frosch nicht singt habe ich ihn genommen und es weit extremere Spannweite gibt als bei Gesangsrollen. Beispielsweise war Rühmann einer der stillen Töne (er bezeichnete sich selbst als „Gastarbeiter“), ganz weit weg von den Standardgags, und muss gerade deswegen so gewirkt haben, wie ich es lese.

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Also gibt es keinen Walküren-Wotan von Kronenberg, richtig? Dann muss ich ihn aus meiner Datei wieder rausnehmen.

    Richtig. Zumindest nach den mir zugänglichen Quellen. Bei Operadis wurde er allerdings einmal mit Ferdinand Frantz verwechselt, also kann man die - geringe - Möglichkeit nicht ganz ausschließen, daß noch irgendwo etwas im Verborgenen ruht.

    ______________________

    Homo sum, ergo inscius.

    Einmal editiert, zuletzt von Waldi (20. April 2024 um 10:53)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!