Lieblings-Rolleninterpreten (3 + 3)

Vom 7. Juni bis 14. Juni 2024, 17:00 Uhr, findet die 14. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme hier zu registrieren.
  • Von deinem Profilbild her zu urteilen, hätte ich eher gedacht, die Aufführung kam 20 Jahre zu spät für dich! :D

    Du glaubst doch nicht, dass mein Profilbild sich so etwas angeschaut hätte. 8o

    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • Ich sehe trotzdem einen qualitativen Unterschied zu Puccini, dessen musikdramatische Kraft so stark ist, dass man seine Werke auch mit zwei- oder gar drittklassigen Sängern in der Provinz aufführen kann. Bei Cilea braucht man hingegen erstklassige Sänger, sonst bleibt nicht viel übrig.

    Ich für mein Teil bedauere jedenfalls sehr, dass Armin nicht an Canios Grab vorbeigefahren ist...

    (Der ist nicht von Puccini, ich weiß, aber Puccini wäre diese Woche eh nicht möglich gewesen und der Genannte entfaltet in seiner Oper dann doch auch eine wesentlich stärkere musikdramatische Kraft als Freund Maurizio.)

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

    Einmal editiert, zuletzt von stimmenliebhaber (17. Mai 2024 um 23:16)

  • Ich sehe trotzdem einen qualitativen unterschied zu Puccini, dessen musikdramatische Kraft so stark ist, dass man seine Werke auch mit zwei- oder gar drittklassigen Sängern in der Provinz aufführen kann. Bei Cilea braucht man hingegen erstklassige Sänger, sonst bleibt nicht viel übrig.

    Ich für mein Teil bedauere jedenfalls sehr, dass Armin nicht an Canios Grab vorbeigefahren ist...

    (Der ist nicht von Puccini, ich weiß, aber Puccini wäre diese Woche eh nicht möglich gewesen und der Genannte entfaltet in seiner Oper dann doch auch eine wesentlich stärkere musikdramatische Kraft als Freund Maurizio.)

    Tja, die Reise führte nach Straßburg und nicht nach Montalto… Aber Canio oder Chenier hatte ich schon mit auf dem Zettel.

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • So, bevor ich es vergesse und morgen nicht dazu komme, hier schon die Rolle des Tages für morgen. Es ist aus Hector Berlioz' Oper Les Troyens aus dem ersten Teil La prise de Troie die

    Cassandre

    Meine Kassandras von Aufnahmen stammen aus Radio- bzw. Streaming-Übertragungen:

    Deborah Polaski (Münchner Opernfestspielen 2001, Mehta)
    Stéphanie d'Oustrac (Paris 2019, P. Jordan/Tscherniakov)

    Leider beide scheinbar nicht mehr zu finden (und meine selbstgebrannte CD von der Münchner Aufführung hat sich leider verabschiedet). Hier aber ein kurzer Auszug aus Paris mit Stéphanie d'Oustrac:

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    Live erlebt:

    Evelyn Herlitzius (DüsseldorfDuisburg 2005, Fiore/Loy) [EDIT: La prise de Troie war in DU, Les Troyens à Carthage in D]
    Isabelle Druet (Köln 2022, Roth/Erath)

    Bernd

    Fluctuat nec mergitur

  • Uff, noch so ein harter Brocken! Immerhin habe ich diese Oper 3x live gesehen (2x Berlin, 1x Dresden) nur erinnere ich mich kaum noch an einen Namen. Muss ich mal recherchieren. Ein paar wenige Aufnahmen habe ich auch gehört, vielleicht nicht immer komplett durch, aber die Cassandre kommt ja glücklicherweise relativ am Anfang. ;)

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Ok, dann wollen wir mal.

    Meine live erlebten Lieblingsrolleninterpreten der Cassandre aus "Le Troyens"

    1. Berit Lindholm - in der ersten Studioaufnahme von Colin Davis (1969/1970), die ich als LP hatte und auch gehört habe (mindestens die 1. Platte...)

    2. Gisela Schröter

    Ich habe einen Mitschnitt einer Vorstellung aus Genf 1974, wo sie (sehr apart) die Cassandre singt - und genau wegen ihr habe ich mir den 1. Teil einige Male angehört. Ich kann sie sogar verlinken, wobei der Videoersteller behauptet, dass da Evelyn Lear sänge, aber die Videokommentare stellen das richtig:

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    Eine nicht live erlebte Lieblingsrolleninterpretin habe ich hier nicht.

    Live erlebt:

    Die Premierenbesetzung an der Deutschen Oper Berlin 2010 war, wie ich inzwischen recherchiert habe:

    3. Petra Lang

    Es war glücklicherweise noch nicht die Petra Lang nach 2015...

    Berlin, Deutsche Oper: Les Troyens / Online Musik Magazin

    Sie hat die Rolle in der späten David-Aufnahme eingespielt:

    Ein Jahr später sang dann in der zweiten Serie:

    4. Anna Caterina Antonacci

    https://www.npr.org/sections/nprberlinblog/2011/03/15/134563404/deutsche-oper-berlin-a-trojan-tale-for-modern-times

    Sie gefiel mir besser als Petra Lang und ihre Rolleninterpretation ist sogar auf DVD festgehalten:

    2019 in der Premiere an der Semperoper Dresden erlebte ich in dieser Rolle:

    5. Jennifer Holloway

    In dieser nicht sehr glücklichen Inszenierung gefiel sie mir ziemlich gut, besser als Christa Mayer als Dido.

    Opern-Kritik: Semperoper Dresden – Berlioz: Les Troyens
    (Dresden, 3.10.2017) Militärische und sexuelle Übergriffe aus Troja: Lydia Steier kreiert starke Bilder der Verrohung
    www.concerti.de

    Sie kann ich in dieser Rolle nicht verlinken, daher ersatzweise was anderes Französisches:

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    Berlin war langweilig (obgleich ich noch ein zweites Mal drin war), Dresden war ärgerlich. Mehr habe ich zu dieser Rolle nicht beizusteuern. ;)

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Ein Monumentalschinken, der nur in homöopathischen Dosen was für mich ist. Live hatte ich ihn noch nicht. Aber wenn, nehme ich die Aufnahme von Pretre mit Marilyn Horne.

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Uff, noch so ein harter Brocken!

    Es geht; ich finde die populären Opern manchmal viel schwieriger. Entweder stehe ich vor der Qual der Wahl, oder ich kann mich nicht mehr an alle Aufführungen erinnern. Was die Cassandre angeht, so präferiere ich zwei Tonträgeraufnahmen:

    1. Jessye Norman unter Levine

    2. Marie-Nicole Lemieux unter Nelson

    5054197388767.jpg

    Live erlebt:

    1. Anna Caterina Antonacci im Théâtre du Châtelet in Paris (gab es - und gibt es vielleicht noch - auch als DVD)

    2. Tanja Ariane Baumgartner in Frankfurt/Main

    3. ebenfalls Isabelle Druet in Köln

    Zur Auswahl gehabt hätte ich auch noch Susanne Schimmack 1997 in Dortmund zu der Zeit, als der damalige Intendant John Dew dort das französische Repertoire pflegte. Das war schon ein besonderes Opernereignis in der Region. Aber ich habe mich jetzt wie genannt entschieden.

  • Es ist aus Hector Berlioz' Oper Les Troyens aus dem ersten Teil La prise de Troie die

    Cassandre

    Ein Monumentalschinken, der nur in homöopathischen Dosen was für mich ist.

    Also wenn schon, dann die volle 4 Stunden-Dröhnung :D.

    Ich muss allerdings gestehen, dass meine bisherígen Versuche der Annäherung an dieses Werk auch nicht sehr erfolgreich waren. Nichts gegen lange und monumentale Opern, bei der "Götterdämmerung" möchte ich auf keine Sekunde verzichten. Aber irgendwie packt mich bei "Les Troyens" die Musik nicht so richtig. Live habe ich die Oper noch nie erlebt, daher nur zwei Lieblings-Interpretinnen von Videos:

    1. Jessye Norman in der schon verlinkten Aufnahme aus der MET
    2. Ana Caterina Antonacci in der ebenfalls schon verlinkten Aufnahme aus Covent Garden.


    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Es ist wohl wahr, dass Berlioz noch die eine oder andere Kürzung vornehmen hätte können, aber er war wohl nicht der Typ dafür. Der einzige Akt, wo die Proportionen wirklich stimmig sind, ist der kurze zweite.

    Trotzdem hat Les Troyens einige der herrlichsten Passagen der gesamten Operngeschichte aufzuweisen: das Finale des ersten Aktes, den ganzen zweiten Akt, das Finale des vierten Aktes (habe ich als Jugendlicher rauf und runter gedudelt) und den Tränendrüsenbeginn des fünften („Vallon sonore“).

    Als Cassandre kann es aber nur eine geben (leider nicht live erlebt): Anna Caterina Antonacci. Die ist für die Cassandre, was die Callas für Manon Lescaut und Lady Macbeth war.

    "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
    Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.

  • Gesehen habe ich 'Les Troyens' mal vor gut 30 Jahren, damals sang Karan Armstrong die Cassandre, die allerdings nie mein Fall war. Von daher auch nur zwei von Aufnahmen her.

    Historisch:

    1 - Marilyn Horne
    2 - Petra Lang

    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • Lieber Armin Diedrich, meine Frage betrifft jetzt nicht unmittelbar das Thema dieser Rubrik, aber ich stelle sie trotzdem einmal. Was sind denn die Kriterien, um ein Opernhaus als "erstes Haus" einzustufen?

    Bitte wirklich gerne in einer anderen Rubrik. Danke!

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • In jedem Falle über "Bearbeiten", aber am besten deine Frage einfach nochmal in einer anderen, dafür besser geeigneten Rubrik im Opernforum stellen.

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Mozart: Così fan tutte – Fiordiligi ( in den genannten Aufnahmen )

    Sena Jurinac - 1951 Fritz Busch ( Glyndebourne live 5/7/1951 ; nicht die Guild-Ausgabe , sondern die remasterte Immortal Performances )

    Elisabeth Schwarzkopf - 1956 Cantelli

    Teresa Stich-Randall - 1957 Rosbaud


    Pditzner - Palestrina

    Julius Patzak - 1952 Kraus

    Max Lorenz - 1955 Kempe

    Fritz Wunderlich - 1964 Heger


    Verdi - La Traviata - Violetta

    Adriana Guerrini - 1946 Belleza


    Wagner - Holländer ( in genau den Aufnahmen )

    Hans Hotter - 1950 Reiner

    Hermann Uhde - 1955 Keilberth

    Theo Adam - 1968 Klemperer ( Live 19/3/1968 - Testament )



    Good taste is timeless "Ach, ewig währt so lang " "But I am good. What the hell has gone wrong?" A thing of beauty is a joy forever.

  • Rossini - Barbiere ( Historisch in den Aufnahmen )

    Riccardo Stracciari - 1929 Molajoli

    Ivan Burlak - 1953 Samosud

    Tito Gobbi - 1957 Galliera


    Smetana : Verkaufte Braut - Marenka historisch

    Milada Musilová - 1952 Vogel ( Ich kann sie nicht auslassen , lieber Philbert )

    Good taste is timeless "Ach, ewig währt so lang " "But I am good. What the hell has gone wrong?" A thing of beauty is a joy forever.

  • Ich habe nun angeregt durch diesen Thread eine Bildungslücke geschlossen und mir Pfitzners "Palestrina" angehört. Eine meiner Lieblingsopern wird das zwar nicht, aber ich habe es nicht bereut, mir die Bluray mit der Aufzeichnung aus München angeschafft zu haben. Auch wenn mir der Vergleich fehlt, nominiere ich Christopher Ventris als Lieblingsrolleninterpreten nach. Am besten hat mir allerdings der recht amüsante zweite Akt gefallen, in dem die Titelfigur überhaupt nicht vorkommt, was ich schon etwas seltsam finde.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

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