Lieblings-Rolleninterpreten (3 + 3)

  • Was ist die 'Aida' doch für eine tolle Oper.

    Das ist sie, und ich muss gestehen, ich habe noch nie eine Aida gehört, die ich nicht gut gefunden hätte. Nicht nur die Oper, auch ihre Titelrolle ist dank- und unkaputtbar. Zum Glück ist ja nicht nach den besten, sondern nach den liebsten Rollenvertreterinnen gefragt, so dass ich die nennen kann, mit denen ich die Oper kennen gelernt habe, oder zu denen ich zurückkehre, wenn ich sie hören möchte, und das sind nach kurzem Überlegen Maria Chiara, Leontyne Price und Nina Stemme. Und ich hätte genau so gut Ljuba Welitsch, Renata Tebaldi oder Katia Ricciarelli nennen können, sie hätten es auch verdient.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Im Rahmen der Themenwoche "Vielgespielter Komponisten Opern, die noch fehlen" und am Geburtstag des Komponisten bringe ich heute als neue Rolle des Tages den Rienzi aus der gleichnamigen Oper von Richard Wagner ein.

    Meine Lieblingsrolleninterpreten sind:

    (historisch)

    Lauritz Melchior singt ein großartiges Gebet, aber mehr von ihm als Rienzi kenne ich nicht, was natürlich nicht zur Kenntnis einer Rolleninterpretation ausreicht (bin mir nicht mal sicher, ob er die Rolle live gesungen hat), sodass ich ihn nicht als meinen Lieblingsrolleninterpreten des Rienzi nominieren kann.

    Der stimmlich beste Rienzi, den ich von Aufnahme her kenne, ist:

    1. Set Svanholm

    Leider ist der Mitschnitt unter Krips auch stark gekürzt, was an sich nicht schlimm wäre, aber die gewählten Kürzungen (z.T. taktweise in den großen Tableaus) finde ich sehr unglücklich. Dennoch gefällt mir Svanholm in dieser Rolle mit seinem bronzenen Timbre ausgesprochen gut.

    2. Max Lorenz

    Ich kenne zwar nur diesen Querschnitt unter Johannes Schüler, bin aber der Meinung, dass da genug drauf ist, um mir ein Bild von seiner Rolleninterpretation zu machen (nur der für die Titelrolle nicht so wichtige 4. Akt fehelt komplett, der wichtige 5. Akt ist hingegen quasi komplett, von den ersten drei Akten sind wichtige Szenen enthalten) - und ich muss sagen, dass mir Lorenz in dieser Rolle besser gefällt als in allen anderen Wagner-Partien, in denen ich ihn gehört habe.

    3. René Kollo

    Die Aufnahme unter Hollreiser war meine Erstbegegnung mit diesem Werk, zuerst als Querschnitt und dann auch als Gesamtaufnahme. Vorher kannt ich nur die Ouvertüre und das Gebet von einer Arienplatte - "René Kollo singt Wagner", also auch zuerst von ihm. Und da ich diese Oper von Anfang an mochte, ist das auch sein Verdienst.

    Einige andere wie Treptow, Windgassen und Brenneis gefallen mir in dieser Rolle weniger.

    (So voll und ganz lernte ich dieses Werk dann aber erst live richtig lieben)

    4. Günter Neumann

    Ihn erlebte ich in den 1990er Jahren in der packenden Mielitz-Inszenierung an der Komischen Oper Berlin stolze 22x Mal als Rienzi - und ging so oft rein, wie ich konnte (insgesamt wurde diese Produktion 27x gespielt). Ich war fasziniert von dieser Produktion - und diesem Protagonisten. Und wenn ich jetzt, mehr als ein Vierteljahrhundert später, Aufnahmen von damals höre, bin ich es immer noch (trotz fehlender szenischer Seite). Ich denke, dass ich niemanden öfter in einer Wagner-Rolle erlebt habe als ihn als Rienzi.

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    "Rienzi" war zwar zu Wagners Lebzeiten sein Durchbruchs- und Erfolgswerk, dennoch gilt es als nicht "bayreuthwürdig" (obgleich Wagners Ausspruch von seiner "Jugendsünde" gar nicht auf den "Rienzi", sondern auf das "Liebesverbot" bezogen war) - trotzdem habe ich diese Oper schon in Bayreuth erlebt. :D Und zwar mit:

    5. Robert Dean Smith

    Im Wagner-Jahr 2013 erlebt ich ihn als Rienzi in der Bayreuther Oberfrankenhalle unter Thielemann. Leider war auch diese Produktion furchtbar gekürzt (von den 5 Akten wurden gleich zwei nicht von Anfang an gespielt! Die Mielitz-Produktion an der Komischen Oper Berlin war auch gekürzt, aber besser, sinnvoller gekürzt.), aber Smith sang den Rienzi damals mit schon gereifter Heldentenorstimme wirklich sehr gut, wenn auch weniger eindringlich und ausdrucksvoll als Neumann.

    Leider scheint es davon keinen Mitschnitt zu geben, schon gar keinen offiziellen, aber zumindest sein Rienzi-Gebet im Rahmen eines Konzerts findet sich als Video bei Youtube:

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    Platz 6 bleibt unbesetzt, obwohl ich den "Rienzi" auch noch einmal an der Deutschen Oper Berlin erlebte - in einer unerträglichen Inszenierung mit einem unerträglichen, auch stimmlich überforderten und ganz schlecht artikulierenden Hauptdarsteller - ein furchtbarer Kerl...

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Mit Wagners "Schreihals" kam ich auf der Bühne noch nicht in Berührung. Von den Interpreten auf Platten sind René Kollo (besser noch in Sawallischs Livemitschnitt) und John Mitchinson (der einzig wirklich ungestrichene) eine Nominierung wert, den Svanholm muß ich mir wohl mal vornehmen, von Völker gibt es leider nur Schnipsel.

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Ich kenne nur die beiden auf Bluray vorliegenden Aufnahmen von Rienzi aus Toulouse und Berlin. Beide Male singt Torsten Kerl die Titelrolle, insofern nominiere ich ihn hier auch (ob furchtbar oder nicht :D). Wirklich nahegebracht haben mir beide Aufnahmen diese Oper nicht.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Vom "Rienzi" kenne ich nur die Aufnahme mit Winfried Zillig, 1950. Die ist so richtig auf der Heldentenorseite. Wenngleich das meiner Auffassung von diesem Werk nicht ganz entspricht, so ist es doch eindrucksvoll vorgetragen und ich kann Günther Treptow daher nominieren.

    ______________________

    Homo sum, ergo inscius.

  • Rienzi:

    1. völlig einverstanden mit René Kollo

    2. Im Wagner-Jahr 2013 brachte Krefeld eine sehr gelungene Produktion mit Jon Ketilsson in der Titelrolle heraus.

    3. Torsten Kerl müsste 'mein' Rienzi an der DOB gewesen sein.

  • Im Wagner-Jahr 2013 brachte Krefeld eine sehr gelungene Produktion mit Jon Ketilsson in der Titelrolle heraus.

    Die Alternativbesetzung war Carsten Süß, den ich im selben Jahr in Mönchengladbach sah und hörte (Mihkel Kütson/Matthias Oldag). Und darauf beschränkt sich (abgesehen von der Arie) meine Bekanntschaft mit diesem Stück denn auch schon.

    Bernd

    Fluctuat nec mergitur

  • Die neue Woche (27.5. – 2.6.) wird dann eine Partnerrollenwoche sein – in dieser Woche dürfen dann nur Rollen aus Opern eingebracht werden, die durch frühere Rolleneinbringungen schon dabei sind. Dabei können natürlich Liebespaare ergänzt werden, aber das ist kein Muss, es können ebenso andere Bühnenpartner-Rollen ergänzt werden, also z.B.

    Schwestern Grins1. Ich bin dabei...

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Die neue Woche (27.5. – 2.6.) wird dann eine Partnerrollenwoche sein – in dieser Woche dürfen dann nur Rollen aus Opern eingebracht werden, die durch frühere Rolleneinbringungen schon dabei sind. Dabei können natürlich Liebespaare ergänzt werden, aber das ist kein Muss, es können ebenso andere Bühnenpartner-Rollen ergänzt werden, also z.B.

    Schwestern Grins1. Ich bin dabei...

    Dann hoffe ich mal, dass das nicht auf die Frauen-Schreihals-Oper hinausläuft und du stattdessen die Zdenka oder die Olga meinst. :D

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Mütter und Töchter... wen kann man denn für die Adelaide nehmen...

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Die neue Rolle des heutigen Tages ist nun (endlich) der Canio in "Pagliacci" (offensichtlich nicht "I Pagliacci", sondern nur "Pagliacci" - der gebräuchliche deutsche Titel ist "Der Bajazzo", Singular statt Plural, meint also nur Canio, der Originaltitel meint hingegen die ganze Komödiantentruppe) von Ruggero Leoncavallo:

    Meine Lieblingsrolleninterpreten des Canio sind:

    (nicht live erlebt)

    1. Mario Del Monaco

    Eigentlich nicht mein Lieblingssänger (ich mag den Klang seiner Stimme nicht übermäßig), aber in dieser veristischen Rolle schon ganz richtig unterwegs, zudem einer der präsentesten Rollenvertreter seiner Generation auf Aufnahmen.

       

    Sein Antipode in dieser Rolle war damals sicherlich

    2. Franco Corelli

    Ich habe mir die Verfilmung mit ihm gerade im letzten Monat nochmal angesehen: Sängerisch gewiss eindrucksvoller als Del Monaco, aber bezüglich der Rollendurchdringung mit Defiziten: eher "nur" ein großer Sänger als wirklich ein großer Rollengestalter.

     

    3. Plácido Domingo

    Bei allem, was man dieser Zeffirelli-Verfilmung zu Recht vorwerfen kann (besonders den sehr freien Umgang mit der Partitur), kann man Domingo dort doch als zutiefst eindrucksvollen, stimmlich UND darstellerisch überzeugenden Canio erleben.

     

    Es gibt sogar zwei Video-Alternativen, dazu natürlich auch noch einige Audio-Alternativen von ihm in dieser Rolle, da ich diese aber nicht kenne, weise ich zwar darauf hin, verlinke sie aber nicht.

    (live erlebt)

    4. Günter Neumann

    Mein prägender, packender Live-Canio in einer eindrücklichen deutschsprachigen Inszenierung von Christine Mielitz an der Komischen Oper Berlin. Das war vielleicht seine allerbeste Rolle. Ich habe diese Inszenierung 16x erlebt, davon 15 Mal mit ihm.

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    Das eine Mal, wo ich einen anderen Canio in dieser Mielitz-Inszenierung erlebt habe, war ich ziemlich sauer über den mir damals noch völlig unbekannten Sänger: Das war Ende Januar 1994 das Berlin-Debüt von Johan Botha (!) - die Produktion ging noch im gleichen Jahr auf Japan-Gastspiel und musste daher doppelt besetzt werden. Botha sang gut, wirkte aber völlig unbeteiligt, und das war damals für mich als Stammbesucher dieses Hauses absolut unverzeihlich. Überzeugt, ja begeistert hat er mich dann das erste Mal bei meiner Zweitbegegnung mit ihm, als Pfalzgraf Rudolph in der konzertanten "Silvana" unter Hartmut Haenchen im November 1994 im Konzerthaus Berlin. Ab da war ich ein Botha-Fan, aber als Lieblingsrolleninterpreten des Canio nominiere ich ihn nicht.

    Da ich ähnlich wie bei "Cavalleria rusticana" auch den "Bajazzo" originalsprachlich viel seltener erlebt habe als wünschenswert, ist meine weitere Live-Auswahl gering und ich nominiere halt die beiden, die ich noch live damit erlebt habe:

    5. Sergej Larin - Mitte der 1990er Jahre in der Premierenserie an der Staatsoper Berlin (in dieser Rolle überzeugender denn als Cavaradossi, wo mir etwas der Schmelz in der Stimme fehlte)

    Hier ein Vorstellungsmitschnitt aus Wien mit ihm:

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    6. José Cura in der Premierenserie an der Deutschen Oper Berlin 2005 - stimmlich nicht überragend, sondern eher etwas durchwachsen, aber als veristisches Gesamtpaket schon überzeugend.

    Ihn gibt es in dieser Rolle ganz offiziell:

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Canio:

    1. Jussi Björling (1953, Renato Cellini)

    2. Sándor Kónya (1961, Franz Marszalek)

    3. Placido Domingo - mehrfach

    ______________________

    Homo sum, ergo inscius.

  • Eigentlich zu früh, Canios Auftritt ist a Venti-tre ore…

    Historisch:

    1. Björling, noch mehr live als in der erstklassigen Studioaufnahme
    2. Rosvaenge, auf deutsch

    3. Vickers, der wie fast immer eine Leistung ab der gewohnten Wege bietet.

    Live hatte ich Pagliacci nicht oft. Erwähnenswert eine Produktion am Gärtnerplatz, da ist Volker Bengl eine Nominierung wert.

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Trotzdem zu früh. Wenn er den Typen und seine Frau beim Rummachen erwischt ist es ja schon zu dunkel, um den Burschen zu erkennen, und den ganzen Tag wird er ja nicht in der Taverne gesessen haben…

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

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