Lieblings-Rolleninterpreten (3 + 3)

  • Ich könnte den Donnerstag übernehmen.

    (Do 11.07.) bringt „Quasimodo“ die 135. Rolle in diese Rubrik ein

    Kleine Erinnerung. Ich bin dann freilich erst einmal unterwegs und kann vielleicht erst morgen auf die heute eingebrachte Rolle reagieren. Hotel-WLAN geht aktuell, sodass ich auch die morgige Rolle einbringen kann. Aber heute ist erst einmal "Quasimodo" dran.

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • "Den 20. Jänner ging Lenz durchs Gebirg."

    Der heutige "Urlauber" ist weniger an Freizeitvergnügen als eher an einer Art "Reha" interessiert; es ist aber, wie sich herausstellen wird, schon zu spät für eine "Heilung" ...

    Rolle des Tages ist die Titelfigur aus Wolfgang Rihms Oper Jakob Lenz nach Georg Büchner.

    In der Erstaufnahme singt Richard Salter den Lenz; andere Aufnahmen kenne ich nicht.

    Live gesehen habe ich das Stück zweimal. 1997 sang Mario Hoff in Weimar den Lenz (Torsten Petzold/Erhard Waeneke). Die Aufführung litt unter den akustischen Verhältnissen in der Ausweichspielstätte, einer ziemlich nackten Halle, war aber dennoch äußerst spannend gespielt. Hoff musste ziemlich an die Grenzen seiner Möglichkeiten gehen, glich das aber mit hoher Intensität aus.

    Die andere Aufführung fand 2014 in Köln statt, ebenfalls in einer Ausweichspielstätte, der Trinitatiskirche in der Südstadt, für die die Produktion allerdings von vornherein geplant war (Alejo Pérez/Béatrice Lachaussée). Den Lenz sang Miljenko Turk, der die Rolle ausgesprochen schönstimmig sang, mit reduzierten Ausbrüchen und umso stärkerer Wirkung. Turk habe ich mehrfach als idealen Sänger und Darsteller für neuere Opern erlebt: Beneš' "The Players" (Hamlet), Ruzickas "Celan" (Titelrolle), Křeneks "Johnny" (Geigenvirtuose), Ruzickas "Love and other Demons" (Pater Delaura), Rihms "Eroberung von Mexiko" (Cortez) und wahrscheinlich noch ein paar mehr.

    Bernd

    Fluctuat nec mergitur

  • Mit Sachen kommen die Leute an… Leider nie gehört.

    “There’s no point in being grown up if you can’t act a little childish sometimes” (Doctor Who, der Vierte Doktor)

  • Mit Sachen kommen die Leute an…

    da gibt's aber durchaus noch exotischeres ;) - ich hab's bereits zweimal gesehen (Nr. 1 ist vor Unzeiten eine Inszenierung des 'Landestheaters Neuss' gewesen - das müsste genau die Produktion sein, die sie auf Wiki netterweise nach Düsseldorf verschoben haben :S), und falls sie Tilman Knabes Nürnberger Arbeit vom Frühsommer 2019 irgendwann mal wiederaufgenommen hätten (in diesem Sinne dicke gelbe Karte ans Staatstheater Nürnberg, falls von dort irgend wer mitliest:!:)((ok, ich war damals in der Premiere, weiß also nicht, wie leer evtl. die Folgeaufführungen waren!)), könnte ich hier gar mal mit der Zahl drei angeben....

    war beide male durchaus mit 'Arbeit' verbunden, vor den Rihm'schen Klangmassen nicht zu kapitulieren...ergo keine rechte Energie mehr gehabt, um noch auf Darstellerleistungen zu achten!

    netter Zufall übr.; die Neusser Produktion damals bot das minimalistischste Bühnenbild ever seen: ein kreisrundes Nichts und mittig ein

    schwarzes Loch.

    ;):wink:

        

    Das TV gibt mehr 'Unterhaltung' aus, als es hat - in der bürgerl. Gesetzgebung nennt man das 'betrügerischen Bankrott' Werner Schneyder Es ging aus heiterem Himmel um Irgendwas. Ich passte da nicht rein. Die anderen aber auch nicht. FiDi über die Teilnahme an seiner ersten (und letzten) Talkshow

  • Ich habe ja bei dieser Rolle nicht mit der ganz großen Resonanz gerechnet, aber immerhin w.w und Bassbariton kennen das Stück. (Algy auch, aber der treibt sich ja hier nicht rum).

    Richard Salter (der ja wohl auch eine Größe für das neuere Musiktheater war) habe ich wenigstens einmal auch live erlebt, als Dr. Schön/Jack the Ripper in Düsseldorf.

    Würde mich aber schon interessieren, mal eine Oper von Rihm zu hören.

    Starker Stoff! Unbedingt zu empfehlen!

    Bernd

    Fluctuat nec mergitur

  • Von Rihm habe ich bislang nur die 'Hamletmaschine' live erlebt und das war ein großer Abend. Von daher hätte ich überhaupt nichts gegen einen 'Lenz' in Hamburg, ganz im Gegenteil. Nur gab es bislang keine Chance und so wie ich Hamburg kenne, wird das wohl auch weiterhin so bleiben.

    Ein Aufnahme habe ich auch nicht und von mir von daher leider keine Nennung.

    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • Ich habe gerade zum ersten Mal in meinem Leben "La Vestale" von Gaspare Spontini gesehen - in der Pariser Bastille-Opéra. Daher möchte ich heute die Julia aus dieser Oper als neue Rolle einbringen.

    Aber wie passt denn das zur Themenwoche Urlaub? Nun ja, Julia und Licinius lieben sich, er wirbt beim Vater um ihre Hand und wird zurückgewiesen. Um was zu werden, zieht er in den Krieg. Julia soll nach dem Willen des Vaters eine reiche Partie heiraten, will aber keinen ungeliebten Mann und tritt daher dem Vestalinnen-Orden, dem Priesterinnen-Orden der römischen Göttin Vesta, bei - sie nimmt sozusagen Urlaub vom irdischen Leben, ohne dieses komplett zu verlassen. Das ist doch eigentlich ne richtig gute Urlaubsbegründung, oder? Grins1

    Nun zu meinen Lieblingsrolleninterpretinnen der Julia. Auf Aufnahmen habe ich drei gehört, zwei haben mir gefallen.

    1. Rosalind Plowright

    Mit ihr in der Aufnahme unter Gustav Kuhn habe ich mich am intensivsten auf mein Live-Ersterlebnis vorbereitet und sie gefällt mir als Julia richtig gut, bis auf ein oder zwei Spitzentöne, wo sie etwas "überreißt", aber ansonsten verfügt sie dort über eine sehr angenehmes Timbre.

    2. Maria Callas

    Ihre Scala-Live-Aufnahme unter Votto war für mich lange ein Trauma. Als 18-Jähriger habe ich im September 1992 zwischen Abi und Studium vier Wochen lang in einer EDEKA-Filiale gearbeitet, immer früh aufstehen usw. Dafür bekam ich 300 DM. Mit denen bin ich zum Kudamm in einen CD-Laden und habe mir von dem Geld drei Operngesamtaufnahmen gekauft (mehr gabs damals dafür nicht): Lohengrin-Kempe-Studio, Tannhäuser-Melchior-MET und eben diese Mailänder Callas-VESTALE. Von letzterer war ich maßlos enttäuscht, schon wegen der unterirdischen Tonqualität, an einigen Stellen hörte man fast nur Rauschen. Umso überraschter war ich, als ich jetzt eine andere Ausgabe dieser Aufnahme anhörte und sehr positiv überrascht von der dort gebotenen Tonqualität war. Damals war's wirklich ne Frechheit, aber inzwischen ist das mehr als annehmbar. Und ich muss sagen: Die Callas ist in dieser Rolle schon eine Wucht!

    Bei Spotify hatte ich jetzt eine Ausgabe von Warner Classics angehört, die wirklich sehr gut war. Verlinken kann ich jetzt nur diese andere Ausgabe, ohne sie zu kennen:

    Die dritte Dame, deren Aufnahme als Julia ich mir anhörte war Karen Huffstodt unter Muti und die empfinde ich hier leider als völlig fehlbesetzt, klingt eher nach einer Oper des 20. Jahrhunderts... Also: Von mir keine Nominierung für sie!

    (und nun live erlebt mit noch ganz frischen Eindrücken)

    3. Elza van den Heever

    Sie sang heute Abend eine ganz hinreißende Julia mit apartem Timbre, leuchtenden Höhen und einer gefühlvollen Mittellage. Die Tiefe ist zwar problemlos da, klingt aber nicht ganz so gut wie die anderen Lagen - geschenkt! Nein, das war wirklich beeindruckend, ihr Vibrato in der Stimme mag ich sehr, es trägt klanglich ganz wunderbar und transportiert Emotion. Bravissima für diese Leistung.

    Hier hat jemand die große Arie aus dem 2. Akt als Video eingestellt:

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    Im Raum war die Wirklung freilich noch eine andere.

    Tja, das ist nun eigentlich keine Rolle, die ich für diese Urlaub-Themenwoche auf dem Schirm hatte. Ich dachte eher an Sardaam, den Wolfgangsee, Venedig oder die Urlaubsinsel Naxos, auch Wanderurlaub oder Flussfahrten waren mir spontan in den Sinn gekommen. Nun hat sich's halt anders ergeben. :wink:

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • "La Vestale" von Gaspare Spontini - Giulia . Hier steht noch irgendwo die 3 LP Kiste aus der "Cetra Opera Live" Reihe mit der '54er Votto Aufnahme herum - und ich werde sie nicht suchen und nicht hören trotz guter Srimmen , und ich werde auch keine Nominierung abgeben - ich mag die Oper nicht .

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

  • "La Vestale": Julia:

    Leider ist mein Wissen da sehr gering, ich kenne weder die Aufnahme mit Scotto noch die mit Janowitz. Michèle le Bris spricht mich nicht so an, so bleibt nur:

    Maria Casula (R.Norrington, 1977)

    ______________________

    Homo sum, ergo inscius.

  • Ich habe gerade zum ersten Mal in meinem Leben "La Vestale" von Gaspare Spontini gesehen - in der Pariser Bastille-Opéra. Daher möchte ich heute die Julia aus dieser Oper als neue Rolle einbringen.

    Da haben wir nun doch mal wieder eine Überschneidung unserer Interessen, denn ich mag die Opern von Spontini und insbesondere "La Vestale" sehr gern. Die Pariser Produktion hatte ich auch auf dem Zettel, aber man (jedenfalls ich) kann leider nicht alle interessanten Aufführungen besuchen.

    Ich habe "La Vestale" einmal live gesehen, nämlich 2019 im Theater an der Wien. Leider war die Inszenierung ziemlich schrecklich und hat das Vergnügen doch etwas beeinträchtigt, aber Elza van den Heever, die auch dort die Julia gesungen hat, gefiel mir gut.

    Ansonsten kenne ich noch die Produktion aus dem Théâtre des Champs-Elysées, die 2013 gefilmt wurde. Dort singt Ermonela Jaho die Julia, auch eine klare Nominierung als Lieblings-Interpretin.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

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