BOLOGNA, Jacopo da: Oselletto/Uselleto

  • Aus dem Musikstück der Woche Thread kopiert. AlexanderK

    Nächste Woche: Jacopo da Bologna: Oselletto (Caccia- und Madrigalversion). Gibts auf YouTube in verschiedenen Schreibweisen.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Okay, also noch vor der Renaissance. Absolutes Neuland für mich. Bin gespannt. Die Suche bei meinem Streaminganbieter gestaltet sich schon einmal schwierig.

    Eine Schreibweise ist z. B. Uselleto

  • Dank an putto für Neuland auch meinerseits! Ich weiß ja jetzt, wo ich die Musik finden kann, und ich werde hier sicher Relevantes erfahren, das mich interessiert!

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Hier lief auch diese CD

    für mich auch Neuland. lange kann ich mir so etwas nicht hintereinander konzentriert anhören, weil es so eintönig auf mich wirkt, aber an sich finde ich diese Madrigale sehr schön. Übrigens hier auch für mein in solcher Musik unerfahrenes Ohr sehr fein gesungen und musiziert.

    Das Musikstück der Woche ....ich habe den Text irgendwo online gefunden, dann überstetzen lassen....aber weiss nicht so recht, ob man sich an sie halten kann. Hat jemand eine verlässliche Version?

  • Die beiden Vertonungen sind wegen der Textausdeutung bekannt, später mehr dazu

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  • Der Vogel singt "süße Verse im eleganten Stil", andere schreien laut (gridar forte) statt gut zu singen. Meisterschaft haben nur wenige, das Land ist voller "keiner Meister".

    Das "gridar forte" wird in der kanonischen Caccia durch Melismen in Quintparallelen umgesetzt, im Madrigal durch "hilfloses Torkeln des Metrums mit falsch platzierten Zäsuren und gegen den musikalischen Puls einsetzenden Phrasen des Textes" (Neues Handbuch der Musikwissenschaft).

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  • so eine Art Beckmesser...

    und irgendwo habe ich gelesen, dass Tiere eine übertragene Bedeutung haben, obwohl man das hier wohl nicht weiter wissen muss, oder? Dennoch - steht der Vogel für irgendetwas, was noch weitere Bedeutung haben könnte?

  • Dennoch - steht der Vogel für irgendetwas, was noch weitere Bedeutung haben könnte?

    Zu der Entstehungszeit des Liedes dürfte es Verständiges, Vernünftiges und Wissenschaftliches bedeutet haben, mythologisch gesehen Boten und Transformation.

  • Danke lieber music lover für diese Hinweise und den Link! :wink:

    Dank auch für die Wahl der Woche, die "ars nova" ist für mich akustisch nahezu absolutes Neuland. Habe zunächst die von Braccio gezeigte Caccia Version in der La Reverdie Aufnahme gehört. Zuerst also zweistimmig, am Schluss dreistimmig, und alle drei "erzählen", nahezu rezitativisch. Hat für mich etwas Schilderndes, aber auch etwas Belehrendes.

    Herzliche Grüße
    AlexanderK

  • Die Bassstimme ist eher instrumental gedacht, glaube ich. Man kann sich die jungen Nobelleute aus Bocaccios Decameron vorstellen, wie sie sich singend und tanzend die Zeit vertrieben.

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    Das war soeben meine erste Hörprobe - einstimmig mit einfachem Lautenbass. (?)

    Aber schon bei Letzterem muss ich eigentlich zum Fragemodus übergehen. Daher noch ein paar Fragen:

    ? Tongeschlecht: modal, seltsamerweise (für mich!!) wohl auf c, insofern mollnahe (?) - da würde ich mich jetzt für die Leiter interessieren, die man bilden kann - oder ist das auch ein Trugschluss? Nein, glaube ich eigentlich nicht.

    ? ausgeprägte Melismatik, aber keine Konsequenz - gut, was meine ich mit "Konsequenz" ...

    Die Ars Nova wurde genannt und ist mir gewiss kein rasch mit Leben gefüllter Begriff, aber bekannt als relativ frühe Musikform des Mittelalters. Wir befinden uns im 13. Jahrhundert oder noch früher?

    Die Musik hat für mich allenthalben den Reiz des Exotischen, aber ich empfinde sie eigentlich als weniger exotisch, da weniger atonal [?], im Vergleich mit, sagen wir, Guillaume de Machaut, den ich ein paar Mal gehört habe - die Messe de Nostre Dame.

    Danke für bisherige und für weitere Informationen!

    :cincinbier: Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Ich würde andere Einspielungen nehmen, bei denen die Mehrstimmigkeit deutlicher ist. Das Stück gehört zur „Trecentomusik“, dem italienischen Pendant zur französischen „Ars Nova“ im 14. Jahrhundert.

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  • Da Jacopo im 14. Jahrhundert gelebt, muss auch die Musik aus dieser Zeit stammen. Pardon!

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Hihi. Die Melismen steuern in der Trecentomusik oft auf die Zeilenschlüsse zu, haben also formal eine erkennbare Aufgabe. Also tendenziell eher zu Beginn und kurz vor Schluss einer Textzeile, dazwischen geht es eher syllabisch zu. Aber natürlich gibt es das nicht als Regel für die Musik eines Landes eines kompletten Jahrhunderts.

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  • Hier lief die von Braccio dankenswerterweise Caccia-Version

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

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