Barocke Oboenkonzerte und -sonaten in empfehlenswerten Aufnahmen

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Barocke Oboenkonzerte und -sonaten in empfehlenswerten Aufnahmen

    Ein wenig fürchte ich ja, daß das Thema Oboe einigen hier schon gewaltig zum Hals heraushängt. Aber da sich Gurnemanz diesen Thread gewünscht hat, erliege ich der Versuchung und fange einfach damit an.


    Barocke Oboenkonzerte gibt es ja in nahezu unendlich großer Zahl. Deshalb seien von den mir bekannten Werken erst einmal meine absoluten Favoriten genannt:


    Marcello: Konzert d-moll (es gibt auch eine Version in c-moll) mit dem langsamen Satz nach Bachs Bearbeitung
    Telemann: Konzert e-moll
    J.S,Bach: Konzert A-Dur für Oboe d´ amore (Rekonstruktion)
    Fasch: Konzert G-Dur
    Vivaldi: Konzert C-Dur RV 451


    Da ich den Klang der Barockoboe nicht sonderlich liebe, liegen mir hauptsächlich Interpretationen mit modernem Instrumentarium vor. Zunächst einmal weise ich auf die folgende, ebenso schöne wie preiswerte Naxos-CD hin:



    Stefan Schilli spielt Vivaldi ebenso klangschön wie differenziert. Das, was auf der Conservatoire-Oboe an "barocker" Artikulation möglich ist, versucht er bis an die Grenze zu realisieren. Und RV 451, ein rasantes Stück von zeitloser Virtuosität, meistert er technisch sehr souverän. Meines Erachtens ist das eine Referenzeinspielung für alle, die überhaupt mit unHIPpen Versionen derartiger Musik zurecht kommen.


    Ich werde nach und nach noch andere Aufnahmen von anderen Konzerten vorstellen, hoffe aber auch auf zahlreiche Hinweise von eurer Seite (gerne natürlich auch unter Berücksichtigung derjenigen Interpreten, die auf barocken Instrumenten bzw. deren Nachbauten Höchstleistungen vollbringen! :angel: ).


    Viele Grüße


    Bernd

  • RE: Barocke Oboenkonzerte in empfehlenswerten Aufnahmen

    Ein wenig fürchte ich ja, daß das Thema Oboe einigen hier schon gewaltig zum Hals heraushängt. Aber da sich Gurnemanz diesen Thread gewünscht hat, erliege ich der Versuchung und fange einfach damit an.

    Das ging aber fix, lieber Bernd, herzlichen Dank!


    Selbst kann ich nicht allzuviel zum Thema beisteuern, immerhin, ganz aktuell: Gestern ist diese CD bei einem Besuch des Musikhauses Hochstein in Heidelberg mitgewandert:


    Albrecht Mayer - In Venedig


    Antonio Vivaldi (1678-1741): Largo aus "L'inverno" (Le quattro stagioni) RV 297; Oboenkonzert C-dur RV 447
    Giovanni Platti (vor 1692-1763): Oboenkonzert g-moll
    Alessandro Marcello (1699-1747): Oboenkonzert d-moll
    Benedetto Marcello (1686-1739): Canzona "Se morto mi brami perché non m'uccidi"
    Antonio Lotti (ca. 1667-1740): Konzert A-Dur für Oboe d'amore & Streicher
    Tomaso Albinoni (1671-1750/51): Concerto a cinque op. 9 Nr. 2


    Albrecht Mayer (Oboe und Leitung), New Seasons Barock-Ensemble
    Decca , aufg. 2008



    Da mir die Werke allesamt neu sind und ich mit barocken Oboenkonzerten kaum vertraut bin, nur kurz: Mir gefällt, was ich hier höre: musikalisch einfühlsam und packend gestaltet finde ich das.


    Albrecht Mayer (im Moment wohl so etwas wie der Star der Oboe?) werde ich 2010 möglicherweise im Konzertsaal erleben, er kommt nach Heidelberg. Bin gespannt auf weitere Erfahrungen.

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Zitat

    Albrecht Mayer (im Moment wohl so etwas wie der Star der Oboe?)


    Ja, das kann man durchaus so sagen. Mayer taucht inzwischen schon in Fernseh-Talkshows auf, und die Art, wie er sich vermarktet bzw. vermarktet wird, hat sicherlich zu einer Popularitätssteigerung der Oboe geführt.


    Daß er über ganz außergewöhnliche bläserische und manuelle Fähigkeiten verfügt, kann meines Erachtens nicht angezweifelt werden.


    Mit der Venedig-CD habe ich trotzdem gewissen Probleme, wobei ich diese, wenn ich ehrlich bin, nicht wirklich objektivieren kann. Mayer macht musikalisch schon eine Menge los, ein einförmiges Herunterrappeln von Noten kann man ihm gewiß nicht vorwerfen. Sein Ton klingt wie gewohnt weich und warm, die Finger laufen auch in den virtuosesten Passagen mit scheinbar müheloser Selbstverständlichkeit. Und doch kommt mir irgendetwas an diesen Aufnahmen unglaublich steril vor; möglicherweise wurde im Studio einfach zu viel daran herumpoliert (ich habe selber schon bei Studioproduktionen mitgewirkt und weiß, was da alles möglich ist), aber das bleibt natürlich nur ein bloßer Verdacht, den ich nicht beweisen kann.


    Vielleicht rufen der Titel und das Cover auch einfach nur Vorurteile in mir wach. Beides finde ich nämlich unsäglich - ein Spitzenmusiker muß sich für meinen Geschmack nicht per Text und Bild so "in Venice" produzieren, wie das hier geschieht.


    Viele Grüße


    Bernd

  • Und doch kommt mir irgendetwas an diesen Aufnahmen unglaublich steril vor; möglicherweise wurde im Studio einfach zu viel daran herumpoliert (ich habe selber schon bei Studioproduktionen mitgewirkt und weiß, was da alles möglich ist), aber das bleibt natürlich nur ein bloßer Verdacht, den ich nicht beweisen kann.


    Genau diesen Eindruck des Sterilen und zu perfekt glattpoliert Überproduzierten hatte ich aber auch. Zwar ohne etwas von Oboe zu verstehen, beeindruckte mich Mayers Spiel auch und die ausgewählten Werke sind hübsch, aber irgendwas fehlt.


    Bachs Oboenkonzerte könnten wohl auch ein eigenes Threadthema tragen, da ich aber erst jünst wieder diese HIP-Aufnahme gehört habe, die mir besonders gut gefällt, stelle ich sie mal hier ein:



    Was meinen die Experten?


    :wink: Matthias

  • Lieber Bernd,


    meine absolute Lieblings-Oboenkonzert-CD und überhaupt eine meiner All-Star-Top-Ten sind die Oboenkonzerte von Tomaso Albinoni (1671 - 1751), dem Venezianer Zeitgenossen von Vivaldi, und nach meiner unmaßgeblichen Meinung der bessere Komponist für dieses Instrument, ich wage sogar zu behaupten, dass nicht einmal J. S. Bach und auch nicht Telemann so maßgeschneidert für die Oboe geschrieben haben. Auch für Albinoni kann ich die Naxos-Aufnahme uneingeschränkt empfehlen:





    Mein Lieblingskonzert ist Op.9, Nr.8 (die beiden Ecksätze), noch vor dem so berühmten Op.9, Nr.2, das bei mir an zweiter Stelle steht.


    Anthony Camden (auf der modernen Hogwarth-Oboe) hat eine wunderbar unangestrengte Intonation und verleiht den Albinonischen Noten eine mediterrane Leichtigkeit, jenseits aller Pedanterie oder Bedeutungsschwere. Das war eine meiner ersten Barock-CDs überhaupt und ist sie auch heute noch, ich bin einfach ein großer Fan dieser euphorisierenden Gute-Laune-Musik.


    Im englischen Begleittext zu dieser CD wird hervorgehoben, dass Albinoni die Oboe wie die menschliche Stimme behandelt hat, mit ausreichend Atempausen und nicht zu großen Intervallsprüngen. Vivaldi hingegen hätte in der Oboe eine Ersatzvioline gesehen und verlangt vom Oboisten alles an Virtuosenkunst ab. Kannst du das bestätigen, Bernd?


    Grüße,
    Jürgen

    --

    "Wo die Beziehung zu unseren heutigen Ohren, Nerven, Erfahrungen und Lebensbedingungen verlorengeht, wird Interpretation zur Flucht in die Vergangenheit."
    Alfred Brendel


    "Music is a fish defrosted with a Hair-Dryer." Maisie

  • [

    Zitat

    Genau diesen Eindruck des Sterilen und zu perfekt glattpoliert Überproduzierten hatte ich aber auch. Zwar ohne etwas von Oboe zu verstehen, beeindruckte mich Mayers Spiel auch und die ausgewählten Werke sind hübsch, aber irgendwas fehlt.


    Daß es mir nicht ganz alleine so geht, beruhigt mich ja offengestanden schon ein wenig. :angel:


    Wenn ich Mayer höre, muß ich gleichzeitig an meinen ersten Oboenlehrer denken. Der war als Oboist das genaue Gegenteil, überhaupt kein Techniker, sondern ein großer Pfuscher vor dem Herrn. Sein (generell klanglich sehr substanzvolles) Spiel hatte immer etwas Ungeschliffenes, aber halt auch etwas besonders Individuelles und damit außerordentlich Bewegendes, weshalb die früheren Kollegen im Orchester heute noch darüber reden....


    Zitat

    Bachs Oboenkonzerte könnten wohl auch ein eigenes Threadthema tragen


    Ja, das könnten sie, aber man muß sich darüber im Klaren sein, daß es sich (im Gegensatz zu den unzähligen grandiosen Oboenpartien in den Kantaten) ausnahmslos nicht um überlieferte Originale, sondern um Rekonstruierungsversuche handelt.


    Marcel Ponseele hat übrigens die Barockoboe, die sich vor etlichen Jahren mal in meinem Besitz befand, gebaut. Als ich gemerkt habe, daß man in so ein Stuhlbein richtig viel Zeit investieren muß, um ihm einigermaßen erträgliche Töne entlocken zu können, habe ich das Gerät bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit verkauft...


    Viele Grüße


    Bernd

  • Zitat

    Im englischen Begleittext zu dieser CD wird hervorgehoben, dass Albinoni die Oboe wie die menschliche Stimme behandelt hat, mit ausreichend Atempausen und nicht zu großen Intervallsprüngen. Vivaldi hingegen hätte in der Oboe eine Ersatzvioline gesehen und verlangt vom Oboisten alles an Virtuosenkunst ab. Kannst du das bestätigen, Bernd?


    Nein, so pauschal kann ich das nicht bestätigen. Albinonis Eingangsallegro zum d-moll-Konzert mit seinen 32steln scheint mir weit entfernt von allem, was dem Instrument in Parallele zur menschlichen Stimme entgegenkommt. Vivaldis a-moll-Konzert RV 447 hingegen ist der Oboe so auf den Leib geschrieben, daß selbst ich es während meiner Studienzeit geschafft habe, ein paar recht erfreuliche Aufführungen mit Orchesterbegleitung abzuliefern. Im Hinblick auf die geforderte Virtuosität fallen die Vivaldi-Konzerte SEHR unterschiedlich aus; insofern verzapft der englische Begleittext zu deiner CD leider einen ziemlichen Mumpitz!


    Allerdings gibt es unter den Sätzen der Albinoni-Konzerte in der Tat ein paar besondere Perlen (ich bin jetzt gerade zu faul, meine Favoriten herauszusuchen :schaem: ). Deshalb hat es Albinoni auf jeden Fall verdient, hier frühzeitig genannt zu werden!


    Viele Grüße


    Bernd

  • Als ich gemerkt habe, daß man in so ein Stuhlbein richtig viel Zeit investieren muß, um ihm einigermaßen erträgliche Töne entlocken zu können, habe ich das Gerät bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit verkauft...

    Kann man einem Nichtmusiker erklären, woran das liegt? Ich bin ein großer Freund der HIP-Praxis, gerade bei auch bei Holzbläsern. Ich finde z.B., dass sich bei vielen Arien in Bach-Kantaten die menschliche Stimme mit alten (bzw. nachgebauten) Instrumenten schöner und sinnlicher mischt als mit moderne Instrumenten. Und dazu dann ein schöner Oolong 8+)


    Viele Grüße
    Michel

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • Lieber Michel, zum einen liegt es daran, daß die alten Tröten einfach verflixt schwer zu zähmen sind. Intonation ist ja schon auf der modernen Oboe ein großes Problem, aber auf den Barockinstrumenten stimmt per se erst einmal gor nix, man muß ausgleichen, ausgleichen, ausgleichen....insofern ziehe ich schon mal meinen Hut vor jedem, der sich dieser gewaltigen Mühe unterzieht!


    Zitat

    Ich finde z.B., dass sich bei vielen Arien in Bach-Kantaten die menschliche Stimme mit alten (bzw. nachgebauten) Instrumenten schöner und sinnlicher mischt als mit moderne Instrumenten.


    "Sinnlich" ist ein gutes Stichwort, denn gerade das Sinnliche (Warme, Leuchtende, Vielschichtige) im Klang ist der Punkt, der mir bei der Barockoboe nahezu komplett abgeht. Wenn ich z.b. in der Oper einen richtig guten Oboisten erlebe, dann sorgt - ähnlich wie bei einem richtig guten Sänger im Hinblick auf die Stimme - alleine der Sound des Instruments dafür, daß ich mehrere Zentimeter über meinem Sitz schwebe!

    Aber auf einem Barockinstrument ist dieser gespannte, hintergründig kraftvolle, durch mehrere Schichten hindurchstrahlende Klang nicht realisierbar - oder zumindestens sind meine groben Ohren noch nie auf eine entsprechende Aufnahme gestoßen...HIP-Interpretationen haben mich öfter schon durch ihre differenzierte Artikulation und ihren phantasievollen Umgang mit dem Tempo überzeugt, nie und nimmer aber durch einen vergleichsweise "sinnlichen" Klang!


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Aber auf einem Barockinstrument ist dieser gespannte, hintergründig kraftvolle, durch mehrere Schichten hindurchstrahlende Klang nicht realisierbar - oder zumindestens sind meine groben Ohren noch nie auf eine entsprechende Aufnahme gestoßen...HIP-Interpretationen haben mich öfter schon durch ihre differenzierte Artikulation und ihren phantasievollen Umgang mit dem Tempo überzeugt, nie und nimmer aber durch einen vergleichsweise "sinnlichen" Klang!


    Obwohl HIP-Liebhaber, kann ich das nachvollziehen. so einen "sinnlichen", "hintergründig kraftvollen, durch mehrere Schichten hindurchstrahlenden Klang" - schöne Beschreibung - höre ich bei den HIP-Aufnahmen auch nicht, im Gegensatz zu guten neuen, aber irgendwie hat dieser urwüchsig, knarrzig knorrig- nasale trööhötende Klang der HIP-Aufnahmen für mich auch wieder was, wo er nicht einfach nur dumpf und eher flach, relativ resonanzlos klingt und ein sehr erprobter Spieler durch das sicherlich schwerer zu spielende Instrument für mich nicht hörbar in seinen spielerischen Möglichkeiten eingeschränkt erscheint.


    Vielleicht gefallen mir bei Bach-Kantaten auch die alten Instrumente besser, weil dann der Kontrast zu den Vokalstimmen, wenn die zu strahlen in der Lage sind, größer ist.


    :wink: Matthias

  • Mir fehlt die lyrische Begabung, um Klangeindrücke so schön in Worten zu beschreiben, wie Bernd das kann :juhu: . "Sinnlich" ist so ein Begriff, mit dem unter Umständen jeder was anderes meint... Ich muss mal wieder die eine oder andere meiner Barockplatten mit Oboe raussuchen und hören - vielleicht fällt mir eine bessere Beschreibung ein. Vergleich mit nicht-HIP wird mir schwer fallen - ich glaube, außer vor Ewigkeiten mal gekauften Brandenburgischen Konzerten mit der Academy of St. Martin in the Fields gibt's da gar nix an nicht HIPer Barockmusik. Da bläst der Holliger die Solo-Oboe.


    Bis dann
    Michel

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • Zitat

    Da bläst der Holliger die Solo-Oboe.


    Michel, in diesem Fall bringt der Vergleich im Hinblick auf die Klangebene nicht viel, denn Holliger ist ein so guter Musiker, das er es sich leisten kann, den Klang zu vernachlässigen :D. Tonlich spielt(e) er meistens unterm kleinen Hund.


    Wenns um die mögliche Faszination des Klanges einer modernen Oboe gehen soll, müßtest du schon zu Aufnahmen mit Mayer, Schilli, Leleux, Passin, Lencses etc. greifen.


    Viele Grüße


    Bernd

  • Wenns um die mögliche Faszination des Klanges einer modernen Oboe gehen soll, müßtest du schon zu Aufnahmen mit Mayer, Schilli, Leleux, Passin, Lencses etc. greifen.

    Na ja, da müsste ich aber ein nicht-HIPe Barockplatte kaufen :o: . Das habe ich (außer bei einigen Klavier-CDs) schon so lange nicht mehr gemacht, dass ich gar nicht mehr weiß, wie das geht :rolleyes: . Was die moderne Oboe betrifft: Mayer habe ich im letzten Jahr hier in München mit dem Münchner Kammerorchester gehört (Strauss Oboenkonzert) - klingt schon schön, bloß mag ich Strauss nicht besonders. Zuhause liegt (noch ungehört) das Martinu-Konzert mit Schilli. Aber das ist hier OT.


    Gibt's in der Matthäus-Passion irgendwo eine Solo-Oboe? Von der habe ich nämlich (zur Abschreckung) die alte Klemperer-Aufnahme im Schrank stehen...


    Michel

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • Zitat

    Gibt's in der Matthäus-Passion irgendwo eine Solo-Oboe?


    Aber hallo! Z.b. in der Arie "Ich will bei meinem Jesu wachen" - allerdings stößt du bei der Klemperer-Aufnahme leider mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen Oboisten, der gar jämmerlich herumquäkt. Gegen das, was man bei älteren Londoner Aufnahmen hören kann, ist Holligers Genäsel noch Gold!


    Viele Grüße


    Bernd

  • mir geht es genau anders, herum, ich mag den Klang der modernen Oboe überhaupt nicht und finde es persönlich unerträglich, damit auch noch barocke Konzerte anhören zu müssen :thumbdown: - aber, de gustibus.... :pfeif:




    daher würde ich in jedem Fall z.B. zu diesen Aufnahmen greifen:



    Albinoni: Concerti Op.9
    Academy of Ancient Music


    neben Konzerten für eine oder zwei Oboen sind auch einige Violinkonzerte (mit A. Manze als Solist ) in dieser Sammlung enthalten.



    oder z.B. diese hier:



    Oboenkonzerte von Telemann und Bach
    The King's Consort


    Paul Goodwin ist hier der Solist.


    und für Liebhaber ganzer Oboenensembles, die im Barock fast jeder größere Hof unterhielt:



    Lully / Philidor: Ballett Suites
    London Oboe Band - Paul Goodwin
    und als Verstärkung Marie Ange Petit mit Schlagwerk


    da gab es auch noch eine weitere CD mit englischer Bühnenmusik:




    Übrigens auch ein Tipp, das Oboen Konzert in g-moll von Giovanni Benedetto Platti (am besten Ensemble Pratum Integrum) oder man nimmt die Box 1997 "Alte Musik in Herne" da spielt die Neue Düsseldorfer Hofmusik.

  • Duc, zum Glück geht es nicht allzu vielen Leuten genauso wie dir - ansonsten hätte ich nämlich ein größeres finanzielles Problem.... :D


    Das g-moll-Konzert von Platti (ich habe es mal im Studium gespielt) ist unter den weniger bekannten Oboenkonzert auch für meinen Geschmack eines der schönsten. Meine bevorzugte Aufnahme wäre dann allerdings die mit dem unsäglichen Gondel-Cover.


    Händel wurde noch gar nicht erwähnt, oder? Dessen Konzert in g-moll gehört vor allem wegen der großartig-schlichten Sarabande zu den Highlights der Gattung. Gerne höre ich diese Interpretation:



    Viele Grüße


    Bernd

  • Gutern Tag


    ein schöner Querschnitt barocker Oboenkonzerte ist auf dieser



    CD mit Konzerten von Pisendel, Fasch, Valentini, Heinichen und anonymer Meister eingespielt.
    Die Batzdorfer Hofkapelle und die beiden Oboisten Xenia Löffler & Michael Bosch musizieren abwechslungsreich und viruos.


    Gruß :wink:


    aus der Kurpfalz


    Deio

    " Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung !"


    (Heinrich Heine)

  • Hallo zusammen,


    kennt jemand diese Aufnahme:




    Die steht schon ziemlich lange auf meiner Wunschliste, nachdem ich mal einen Ausschnitt gehört habe, der mir sehr gut gefallen hat. Ich brauche nur noch einen kleinen Stoß :D


    Viele Grüße,


    Melanie

    With music I know happiness (Kurtág)

  • Hallo mela,


    ja, ich kenne die Aufnahme und hätte sie (trotz HIP-Besetzung :D ) demnächst hier empfohlen. Vor allem die beiden Telemann-Konzerte mit d´amore finde ich nämlich wunderschön, und man kann auch nicht behaupten, daß Ponseele und Konsorten sie schlecht interpretieren. Kaufen und genießen!


    Drück mir mal die Daumen, daß ich den heutigen Abend überstehe, denn es droht eine lange Probe (Haydns Schöpfung mal wieder :sleeping: ) mit einem der widerlichsten Dirigenten, denen ich jemals gegenübergesessen habe. Es wird eine elende Qual werden.... :(


    Deprimierte Grüße


    Bernd

  • Hallo Bernd,


    oh, von Dir hätte ich ja eher mit einem Abraten gerechnet ;+)


    Hmmm, da muss ich wohl wirklich mal wieder auf Einkaufstour gehen...


    Drück mir mal die Daumen, daß ich den heutigen Abend überstehe, denn es droht eine lange Probe (Haydns Schöpfung mal wieder ) mit einem der widerlichsten Dirigenten, denen ich jemals gegenübergesessen habe. Es wird eine elende Qual werden....


    Mache ich, aber stell doch schon mal einen schönen Moselriesling kalt, zur Aufmunterung nach der Probe.


    Viele Grüße,


    Melanie

    With music I know happiness (Kurtág)

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