BARTÓK: A kékszakállú herceg vára (Herzog Blaubarts Burg) – Meisterwerk des Symbolismus

  • BARTÓK: A kékszakállú herceg vára (Herzog Blaubarts Burg) – Meisterwerk des Symbolismus

    Verehrte Capicciosi!

    Gegenüber all den Schneewittchen, Dornröschen und Rapunzeln, die hierzulande (in zunehmend geringerem Ausmaß, es sei denn als Disney-Verfilmung) an die Kinder gebracht werden, fristet das Märchen vom Ritter Blaubart ein Schattendasein, wahrscheinlich wegen seiner exaltierten und ausgesuchten Grausamkeit. In seiner frühesten Fassung stammt die Sage aus Frankreich und wurde von Charles Perrault in seine Märchensammlung "Contes de ma mère l'oie" (1697) aufgenommen.

    Die Geschichte handelt von einem reichen alten Mann mit blauem Bart, der eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen heiratet und auf sein Schloss nimmt. Die Frau hat allerdings bereits ein ungutes Gefühl, weswegen sie sich ihre Schwester zur Begleitung ausbedingt. Außerdem geben ihr ihre drei Brüder eine Pfeife, mit der sie jederzeit Hilfe herbeirufen kann. Im Schloss werden ihr die Schlüssel zu allen Kammern übergeben, der kleinste, goldene Schlüssel aber gehört zu einer Tür, die zu öffnen ihr verboten ist. Als Blaubart für längere Zeit verreist, schließt sie in ihrer Langeweile eine Tür nach der anderen auf, bis sie schließlich zur verbotenen Tür kommt. Am ersten Tag beherrscht sie sich noch, dann aber dringt sie in die Kammer vor, wo sie die Leichen der früheren Frauen Blaubarts vorfindet. Den Schlüssel lässt sie vor Schreck auf den blutbesudelten Boden fallen - alle Versuche, das Blut abzuwaschen, bleiben fruchtlos. Als Blaubart zurückkommt und ihre Tat bemerkt, will er auch sie töten, sie rennt auf den höchsten Turm, alle Türen hinter sich versperrend, und pfeift um Hilfe. Die Brüder erscheinen, töten Blaubart, schleifen das Schloss und nehmen alle Schätze mit. Perraults satirische Moral: Weibliche Neugier kann tödlich sein.

    Bald nach Erscheinen der Märchensammlung wurden Stimmen laut, die vermuteten, das Vorbild für Blaubart sei der Adelige und Massenmörder Gilles de Rais (1404-1440) gewesen, der im Poitou rund 140 Kinder, vorwiegend Knaben, auf sein Schloss lockte, dort grausam umbrachte (meist strangulierte) und während ihres Todeskampfes vergewaltigte. Erst nachdem er auch einen Priester entführen ließ, duldete die kirchliche Obrigkeit sein Treiben nicht länger und machte ihm wegen Häresie, Sodomie und Mord den Prozess (Die Akten sind noch erhalten).
    Obwohl man sich gut vorstellen kann, wie in diesem Fall die Realität zur Legende und Abschreckung für Kinder wurde, dementierte Perrault jeden Zusammenhang mit Gilles de Rais strikt. Er war kein Sammler von Volksmärchen, sondern dichtete Kunstmärchen auf der Basis von Sagenelementen. (Weitere Fassungen des Märchens existieren übrigens von Ludwig Tieck, Ludwig Bechstein und den Brüdern Grimm, mit unterschiedlichen Anzahlen von Türen und Frauen.)

    Im Symbolismus wurde der Blaubart-Stoff wieder in: Maurice Maeterlinck stellt das universelle Thema der Freiheit in seinem Libretto "Ariane et Barbe-Bleue" dar, ursprünglich für Edvard Grieg geschrieben, dann aber von Paul Dukas vertont. Ganz anders gestalten der ungarische symbolistische Dichter Béla Balázs (1884-1949) und der Komponist Béla Bártok (1881-1945) das Märchen in der Oper "A kékszakállú herceg vára" (1911, UA 1918): Hier geht es um das Schicksal eines Einzelnen, eines unglücklichen Mannes. Auf den ersten Blick hin scheint ja Blaubart der Bösewicht zu sein: Er verschleppt die ihn liebende Judit auf sein Schloss und sperrt sie schließlich hinter die siebte Tür zu seinen früheren Frauen. Doch die Musik und der kritische Leser haben tieferen Einblick in die Vorgänge: die unheimlich-düstere Burg mit dem gotischen Kreuzrippengewölbe - sie ist Blaubarts Seele, in die Judit eindringt. Und mit jedem Schlüssel, den sie sich erkeift, dringt sie tiefer in die leidvollen Erfahrungen ihres Mannes vor, und sie ist menschlicher Regungen wie Mitleid nicht fähig. Selbst in seiner Umarmung denkt sie nur daran, wie sie die nächste Tür öffnen lassen kann, sie missbraucht ihn psychisch, um seine ganze Lebensgeschichte zu erfahren. Sie denkt, Liebe bestünde darin, den anderen psychisch zu beherrschen, und sie erfährt alles: Hinter der ersten Tür verbirgt sich eine Folterkammer mit blutverschmierten Wänden: Blaubarts Kindheit, ein brutaler Vater, der ihn oft prügelte, missbrauchte, wer weiß? - und Judit versteht es nicht. Sie, die die Gerüchte im Ohr hat, die sich um ihren Mann ranken - Frauenmörder! -, sie denkt sich Blaubart als Subjekt, nicht als Objekt.
    Hinter der zweiten Tür findet sie die Rüstungskammer, das Zeughaus seiner Jugend, die blutgetränkten Waffen, den Kriegsdienst. Kann eine Frau ermessen, was Krieg auch für einen Krieger bedeutet? Was für ein psychischer Druck da herrscht, jeden Tag sterben zu können, und wie sich dieser Druck unter den Kameraden entlädt? Judit kann es jedenfalls nicht.
    Geblendet vom Reichtum der Schatzkammer hinter der dritten Tür, sieht sie doch nur das Blut auf den Gemmen und Ketten. Das ganze Vermögen sei mit dem Blut anderer aufgehäuft worden, interpretiert sie sofort, und wünscht, weiterzugehen. Der geheime Garten - die mannshohen Lilien haben es Judit sofort angetan. Es ist auch ein Liebesgarten: Lilien und Rosen durchziehen ihn und deuten auf verschiedene Leidenschaften. Judit riecht an einer roten Rose; erst jetzt merkt sie, dass es keine rote, sondern eine blutüberströmte weiße ist. "Wer hat geblutet, um deine Pflanzen zu düngen?" fragt sie und kommt nicht auf die Idee, dass Blaubart selbst gelitten hat, um sein Vermögen und seine Macht aufzuhäufen.
    Darum ist sie jetzt auch nicht mehr in Stimmung, Blaubart zu bewundern. Der Blick von der sonnenüberfluteten Terrasse hinter der fünften Tür, Blaubarts gesamtes Reich im Sonnenschein, die grünen saftigen Wiesen, die geheimnis-hehren Wälder, die fruchtbaren Äcker und glücklichen Dörfer, denen Blaubart als guter Landesherr den Frieden garantiert - es interessiert sie nicht. Sie interessiert nur noch die bloße Anzahl der Kammern in der Seele ihres Mannes, die sie öffnen kann. Nicht einmal die blutenden Wolken bemerkt sie richtig, so sehr muss sie sich ins Zeug legen, um den sechsten Schlüssel von Blaubart zu bekommen.
    Ein See von Tränen wogt hinter der sechsten Tür und "die Szene wird merklich dunkler, als ob ein Schatten vorbeigegangen wäre". "Tränen, Tränen, nichts als Tränen" sagt Blaubart . Es ist die Kammer seiner depressiven Phasen, die Trauerkammer, in die er sich zurückzieht, um zu weinen. Und Judit begreift noch immer nicht, wer hier weint. Sie fühlt sich zu sicher: sie hat erraten, was sich hinter der letzten Tür befindet: die Leichen ihrer Vorgängerinnen. Sie fühlt sich zu sicher: Sie hat es ja nur mit einem Mann zu tun, mit dem minderwertigen Geschlecht. Sie ist die starke Frau, wie ihre biblische Namensvetterin, sie ist gut und intelligent, Blaubart der dumme böse Patriarch von vorgestern. Und sie umarmt ihn und küsst ihn, um ihm den siebenten Schlüssel aus der Tasche zu ziehen.
    Die siebente Tür verbirgt Blaubarts größte Enttäuschungen: die Erinnerung an seine früheren drei Lieben. Die erste fand er am Morgen seines Lebens: er war noch nicht ganz Mann, da hat ihn schon ein Mädchen verführt und verlassen. Die zweite zu Mittag: ein junger Mann, eine junge Frau: sie wollen heiraten, vielleicht Kinder kriegen... da findet sie einen anderen und löst die Verlobung auf. Die dritte am Abend: ein reifer Mann, eine reife Frau - sie geht ohne Abschied, weil er sie sexuell nicht zufriedenstellen kann. Judit hat er in der Nacht gefunden, bei ihr hatte er gehofft, dass sie endlich die Richtige wäre. Er ist schon alt; sie fügt ihm den allergrößten Schmerz zu und merkt es nicht einmal. Sie glaubt noch immer, dass sie im Recht ist. Sie kann ihn nicht verstehen, weil sie nicht verstehen kann. Unmerklich wird die reale Judit zur Erinnerung und Blaubart bleibt allein. Er schließt die Kammer seiner Tränen; er schließt die Kammern seines Blutes; er schließt die Kammer seiner Liebe. Nie wieder wird er einem Menschen vertrauen, ihm seine Seele öffnen. "Von jetzt an soll Dunkelkeit herrschen, Dunkelheit für immer!"

    Einwände gegen meine Interpretation, die manche Ideen aus dem Interview mit István Kértesz im Booklet zur Decca-Aufnahme 1965 aufgegriffen hat und selbstverständlich ohne jeglichen alleinigen Anspruch auf Wahrheit ist (gibt es einen solchen bei einer Interpretation überhaupt? Ich finde nicht!), Erfahrungsberichte, musikalische Analysen, Empfehlungen verschiedener Einspielungen und alles andere über diese grandiose Oper - "Ein Vulkan, der mit tragischer Intensität 60 Minuten lang ausbricht", sagte Zoltán Kodály, der das Libretto zuerst verschmäht hatte - mögen im Folgenden ihren Platz finden.

    Liebe Grüße,
    Areios

    "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
    Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.

    Einmal editiert, zuletzt von Areios (22. Mai 2009 um 18:30)

  • Lieber Areios,

    vielen Dank für deinen Einführungsbeitrag! Ja, wer die Handlung als reales Geschehen auffast, versteht alles falsch. Deiner Deutung dieser Symbole ist wenig hinzuzufügen. Deine (hypothetische) Deutung der drei Frauen (die erste wird von Blaubart verlassen, die zweite verlässt Blabart wegen einem anderen und die dritte verlässt Blaubart, weil dieser sie sexuell nicht befriedigen kann) habe ich so noch nirgends gelesen, aber ich bin Dir dankbar für diese interessante Interpretation. Aus dem Libretto wird sich das glaube ich nicht hundertprozentig belegen lassen, aber diese Deutung passt nachvollziehbar ins Szenario. Ich werde die nächsten Tage noch darüber nachsinnen.

    Herzog Blaubarts Burg ist eine meiner Lieblingsopern und sie ist die Oper, von der ich die meisten Einspielungen angesammelt habe. Ein "Lied von der Erde" auf der Opernbühne, das mich sehr berühren kann.

    Es ist wirklich sehr schade, dass der Prolog (er beginnt rein gesprochen, dann setzt die Orchestereinleitung dazu ein) häufig so ausser Acht gelassen wird. Die Partitur des Universal-Verlags schlug 1963 eine sehr freie Übersetzung des Prologs vor. Das ungarische Original lautet in einer hölzernen aber genaueren Übersetzung etwa so:

    Ach, (mein) Lied, ich verberge es.
    Wo, wo, soll ich es verbergen?
    War es (jemals), war es nicht?
    Aussen oder Innen?
    Alte Sage, ach, was bedeutet sie,
    Männer und Frauen? [ = meine Damen und Herren? ]
    Nun hört das Lied.
    Ihr schaut, ich schaue euch an.
    Aufgeschlagen sind die Wimpernvorhänge unserer Augen:
    Wo ist die Bühne? Aussen oder innen?

    Männer und Frauen?
    Bitterkeit und Glück
    längst bekannte Dinge,
    die Welt draussen ist voller Feinde,
    aber nicht daran sterben wir,
    Männer und Frauen.
    Wir schauen einander an, schauen
    und singen unser Lied.
    Wer weiß, woher wir es haben?
    Hören wir es an, staunen wir es an,
    Männer und Frauen.
    Musik erklingt, die Flamme brennt,
    das Spiel kann beginnen.
    Aufgeschlagen sind die Wimpernvorhänge meiner Augen.
    Klatscht Beifall, wenn sie sich wieder senken,
    Männer und Frauen.Alt ist die Burg, alt ist die Sage,
    die davon meldet,
    die ihr nun hört.

    Der Prolog lässt also keinen Zweifel an der symbolhaften Handlung. Die Bühne befindet sich in unserem Kopf, in der Seele. Das naheliegendste Bühnenbild wäre somit von riesigen Augenliedern umrahmt.

    Du stellst Judith ja ziemlich negativ als arg berechnend und zielstrebig dar. Auch darüber muß ich mir nochmal Gedanken machen.

    Also, ich freue mich auf eine Diskussion über diesen fantasztikus Einakter

    :wink:


  • Der Prolog lässt also keinen Zweifel an der symbolhaften Handlung. Die Bühne befindet sich in unserem Kopf, in der Seele. Das naheliegendste Bühnenbild wäre somit von riesigen Augenliedern umrahmt.

    Du stellst Judith ja ziemlich negativ als arg berechnend und zielstrebig dar. Auch darüber muß ich mir nochmal Gedanken machen.

    Lieber TB,

    Judits größtes Problem ist meiner Meinung nach, dass sie nichts versteht. Sie ist gefangen in Vorurteilen und in dem, was sie sich zurechtreimt, und bringt die richtige Deutung nicht zu Stande. Sie ist die Zuschauerin, das hinter den Wimpernvorhängen ihrer Augen Blaubarts Seele als symbolistische Bühnenbilder wahrnimmt und die Symbole nicht zu deuten weiß. Man könnte sie fast sehen als eine Personifikation des ignoranten Publikums, das Symbolismus nicht gewohnt ist und aus dem symbolhaften Geschehen falsche veristische Schlüsse zieht.

    In der Hoffnung, dass sich vielleicht jetzt eine Diskussion ergibt... ;+)

    Liebe Grüße,
    Areios

    "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
    Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.

  • Kennt jemand diese Aufnahme von Herzog Blaubarts Burg...

    ... und kann mir etwas dazu sagen? Die ist zwar recht günstig, aber ich habe mich neulich schon mit Beatrice et Benedict unter Barenboim (ob des günstigen Preises erworben) etwas in die Nesseln gesetzt. Daher frage ich diesmal lieber vorher...

    Ich habe sie seit ein paar Monaten und finde sie gut.
    Es ist eine Lizenzausgabe dieser Aufnahme:

  • Der Blaubart mit Dorati und Szekely ist eine ganz wichtige Aufnahme und klasse gelungen!

    Nicht notwendige aber trotzdem interessante Nebenbemerkung: Szekely hat seine Rolle schon in Bartóks Anwesenheit gesungen und der Komponist hat seine Interpretation sozusagen autorisiert. Denn Szekely lehnt seinen Sprechgesang noch mehr dem natürlichen (ungarischen) Sprachduktus an, als Bartók das in Noten ausdrücken konnte. Szekely geht also recht frei mit der rhythmischen Notation um, scheut sich auch nicht vor Rubati und den ganzen heute "verbotenen" Stilmitteln. Bartók hats wie gesagt abgesegnet. (Vergleiche auch die Hungaroton-Aufnahme mit Szekely unter Ferencsik [und den dortigen booklettext])

    p.s.: der gesprochene Prolog ist leider nicht realisiert, aber das ist ja meistens so und das führt ja auch nicht dazu, dass auch nur eine einzige Note nicht gespielt wird.

    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • der gesprochene Prolog ist glaube ich leider nicht realisiert, aber das ist ja meistens so und das führt ja auch nicht dazu, dass auch nur eine einzige Note nicht gespielt wird.

    Untermalt die letzten Worte nicht so ein leiser Streicherakkord? Habe die Oper allerdings schon lange nicht mehr gehört (habe nur Inbal).

    :wink:

    Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)

  • Die Blaubartoper beginnt mit so einer Art pentatonischem Streicherrezitativ, das sich ziemlich lange erstreckt.
    Wenn der gesprochene Prolog realisiert wird, dann beginnt zunächst der Sprecher und dann setzt irgendwann das Orchester ein und der Prolog verläuft parallel zu dieser Orchestereinleitung. Aus dem Prolog wird also ein Melodram. Von der Musik geht nichts verloren wenn man auf den Sprecher verzichtet (was dennoch immer sehr bedauerlich ist)

    :wink:

    p.s.: jetzt wo ich nochmal durchhöre: Die Dorati-Aufnahme tendiert vielleicht etwas dazu, Schroffheiten besonders stark herauszuarbeiten und es gibt auch Aufnahmen mit wohlklingenderen Sopranistinnen... dennoch: Mein Tip wegen Szekely

    p.p.s.: Gramophone schrieb 1993: This is probably the spiciest Bluebeard around (gemeint ist der Klang der Aufnahme, nicht die Rolleninterpretation)

    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • Diese Oper ist eines meiner Lieblingswerke überhaupt. Als ich darüber das erste Mal in meinem Uralt-Opernführer gelesen habe, war ich sofort Feuer und Flamme für dieses Werk, allein das Moment, dass hier in dieser Geschichte weniger eine Handlung als ein innerer Seelenzustand dargestellt wird, hat mich von Anfang an fasziniert, eine Seelenschau in Musik, man taucht in die Gedanken, das Fühlen und Erleben einer Person - in dem Fall Blaubart - ein. Die Kammern als Teile seines Herzens bzw. seiner Seele in die man tiefer und tiefer eindringt und wo es immer zwielichtiger und düsterer wird, aber auch bodenloser und trauriger.
    Letztlich ist das Ganze für mich eine Metapher für die menschliche Seele schlechthin und genauso wie für die Neugier (hier im negativen Sinne), den Drang zur Offenbarung des Anderen, das Herauszerrenwollen von allen Gefühlen und Geheimnissen, was Beziehungen zerstören kann.

    Für mich als eigentliche Original-Sprache-Puristin ungewöhnlich war meine erste Aufnahme die deutsche Version mit FiDi und der Töpper unter Friscay :

    Sonst zugegeben kein großer FiDi-Fan, aber hier in dieser Aufnahme finde ich ihn großartig! :juhu: (und auch die deutsche Übersetzung kann sich hören lassen, finde ich) Er hat genau der Mischung aus Unheimlichkeit, Nobilität und trauriger Seele, die ich erwarte. Sein Timbre fügt sich ganz wunderbar in die teilweise dunkle Musik. Hertha Töpper als Judith singt gut, besonders in deren durchaus herrischen Momenten, gefällt sie mir ausgezeichnet.
    Dazu kommt ein gewisser Hall in die Stimmen, der in diesem Beispiel ausnahmsweise die schaurige Stimmung toll unterstreicht. Das Dirigat von Friscay ist wunderbar voll und schwingend und bringt die leicht unheimliche Atmosphäre gekonnt rüber.

    Dann kam unweigerlich (und natürlich in Original-Sprache) diese :

    Christa Ludwig (niemand singt! das hohe C beim Öffnen der 5.Tür so strahlend schön wie sie) und Walter Berry sind beide wunderbar, wenn mir FiDi als Blaubart aber doch noch kontrastreicher und interpretatorisch stärker rüberkommt. Kertesz Dirigat empfinde ich als sehr präszise und genau, sehr fein und punktuell, man scheint jede Einzelheit zu hören.

    Alle guten Dinge sind drei (obwohl ich definitiv noch mehr Aufnahmen dieser Oper besitzen will *gier* :D ) :

    Ein Mitschnitt einer konzertanen Aufführung (gibt es auch als yt-video) aus der Royal-Albert-Hall mit dem BBC Symphony Orchestra unter Jukka-Pekka Saraste. Das Orchester ist bombastisch aufgestellt, aber ich finde, dass Saraste zu viel Feinheiten "verschlampt".
    Jeanne-Michele Charbonnet singt die Judith. Ich kannte die Sängerin bis dahin nicht, aber hat einen ordentlichen Eindruck hinterlassen, wenn ich auch nicht allzu begeistert bin.
    Der Blaubart von John Tomlinson ist einer der schlechtesten Blaubärte, den ich je hörte, arg gepresst werden die Töne quasi ausge-sp-uckt, Interpretation gleich Null, manchmal hat man regelrecht Angst um ihn, ob er nicht gleich wegen Atemnot zusammenbrechen wird.
    Positiv ist noch anzumerken, dass dieser Live-Mitschnitt den oft weggelassenen gesprochenen Prolog der Oper enthält. Ansonsten ist sie vor allem orchestral interessant, etwas mit dem man es "mal so richtig krachen lassen" kann. :thumbup:

    Sonst kenne ich von yt noch einige Versionen zb eine weitere deutsche Version mit Birgit Nilsson als Judith und eine mit Charlotte Hellekant als Judith, Falk Struckmann als Blaubart und Philharmonia Orchestra unter Christoph von Dohnányi : "

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    und ein originalsprachliche Version von yt : "

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    "Allwissende! Urweltweise!
    Erda! Erda! Ewiges Weib!"


  • Ich habe diese Aufnahme, die scheinbar derzeit nur gebraucht erhältlich ist. Samuel Ramey singt drohend, finster und tiefschwarz, dabei auch gleichermaßen differenziert und verführerisch, dass es einem den Atem raubt. Eine Wucht, eine Sternstunde des Gesanges. Seitdem bin ich Ramey-Fan.
    Eva Marton ist eine beeindruckende Judith, ihr Sopran ist dramatisch, kräftig, und dennoch verletzlich, teilweise gell in der Höhe, was ihr Porträt aber umso eindrucksvoller macht. Auch das Orchester unter A. Fischer ist farbenreich und prachtvoll, Eine tolle, intensive Aufnahme, die sich tief ins Gemüt gräbt.

    „Orchester haben keinen eigenen Klang,den macht der Dirigent"
    Herbert von Karajan

    „nicht zehn Prozent meiner Musikleute verstehen so viel von Musik wie diese beiden Buben“.
    Karajan nach einem Gespräch mit den Beatles George Harrison und Ringo Starr.

  • Hallo Boris,

    wusste gar nicht, dass es diese Aufnahme mit Ramey gibt. Bin an seinem Blaubart sehr interessiert, seit ich bei yt Ausschnitte von einer Aufführung dieser Oper (auf Englisch) mit ihm und Jessye Norman gesehen habe (vielleicht kennst du die)

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    "Allwissende! Urweltweise!
    Erda! Erda! Ewiges Weib!"


  • Dank Boris' Liebenswürdigkeit kann ich diese Aufnahme nun auch mein Eigen nennen. Ich würde mich fast dazu hinreißen lassen zu sagen, das Ungarische Staatsorchester sei ja prädestiniert Bartoks Musik zu spielen und wo auch immer Dirigent Adam Fischer herstammt, er macht diese scheinbare Disposition auch noch möglich. Die Stimmen der seufzenden Türen, die Paukenschläge, die Solo-Klarinette, die Streicher alles ist herrlich filigran und in den dramatischen Momenten äußerst kraftvoll.
    Habe die ganze Aufnahme mittlerweile schon drei Mal angehört und besonders Ramey gefällt mir ausgesprochen gut. Er ist der erste Blaubart, der bei mir an FiDi heran reicht, wobei ich dazu sagen muss, dass bei FiDi einfach auch die Sprache eine Rolle spielt, somit kann ich getrost sagen bei den original-sprachlichen Aufnahmen ist Ramey von nun an meine Nummer 1. Er klingt teilweise so unglaublich aristokratisch-anziehend, dass man sich erstmals vorstellen kann, warum Judith diesen Mann überhaupt geheiratet hat.
    Eva Marton gefällt mir ebenfalls, ihre innere Besorgnis ob der Vorkommnisse schwingt immer im Gesang mit und ihre Wechsel von zarten Tönen auf herrsiche Momente empfinde ich als äußerst gelungen. Die besten Momente hat sie definitiv beim Öffnen der ersten Tür, ihr halb gehaucht-angewidertes Wehe! ist eine Welt für sich, und dann natürlich das hohe C bei der fünften Tür (die Streicher flirren hier wunderbar), hier kommt dann auch Rameys größter Moment, niemals habe ich diese Passage schöner, formvollendeter und sugesstiv-verfüherischer gehört als bei ihm, sowohl in Höhe als auch Tiefe! :juhu:
    Wieder eine volle Bereicherung meiner Blaubart-Sammlung (die noch nicht vollendet ist).

    "Allwissende! Urweltweise!
    Erda! Erda! Ewiges Weib!"

  • Er klingt teilweise so unglaublich aristokratisch-anziehend, dass man sich erstmals vorstellen kann, warum Judith diesen Mann überhaupt geheiratet hat.
    Eva Marton gefällt mir ebenfalls, ihre innere Besorgnis ob der Vorkommnisse schwingt immer im Gesang mit und ihre Wechsel von zarten Tönen auf herrsiche Momente empfinde ich als äußerst gelungen. Die besten Momente hat sie definitiv beim Öffnen der ersten Tür, ihr halb gehaucht-angewidertes Wehe! ist eine Welt für sich, und dann natürlich das hohe C bei der fünften Tür (die Streicher flirren hier wunderbar), hier kommt dann auch Rameys größter Moment, niemals habe ich diese Passage schöner, formvollendeter und sugesstiv-verfüherischer gehört als bei ihm, sowohl in Höhe als auch Tiefe!

    Liebe Succubus,

    eine äußerst treffende und gelungene Rezension, besonders in obiger Passage kann ich jeden Satz nur unterstreichen und mit Ausrufezeichen versehen! Dieser Blaubart geht mir immer wieder nach, so oft ich ihn höre, Sänger und Orchester schaffen eine unglaublich intensive Atmosphäre.
    Adam Fischer und Eva Marton sind beide Ungarn, daher auch so kompetent für die Sprache und den kulturellen Kontext.

    „Orchester haben keinen eigenen Klang,den macht der Dirigent"
    Herbert von Karajan

    „nicht zehn Prozent meiner Musikleute verstehen so viel von Musik wie diese beiden Buben“.
    Karajan nach einem Gespräch mit den Beatles George Harrison und Ringo Starr.

  • Für alle, die wie ich, immer gespannt auf eine neue Version des Blaubarts sind, gibt es auf yt Nachschub :

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    Das RCO unter Ivan Fischer mit den Solisten Ildiko Komlosi und Balint Szabo.

    Gerade Szabos Blaubart gefällt mir sehr, ein sehr aristokratischer Ton mit weniger Dunkelheit und Zerknirschung und mehr Kühle, der durchaus auch seinen Reiz hat.
    Von der Orchesterbegleitung ist mir das teilweise zu zügig (da haben selbst die Sänger etwas zu tun) und auch nicht immer differenziert genug.
    Der Dirigent selbst spricht hier den oft weggelassenen Prolog.

    "Allwissende! Urweltweise!
    Erda! Erda! Ewiges Weib!"

  • Nachschub! Bei dieser Oper sage ich das so gerne ^^

    Gesanglich gewöhnungsbedürftig wie ich finde :
    Tatiana Troyanos und Siegmund Nimsgern, New York Philharmonic unter Rafael Kubelík, Live New York 1981.
    "

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    Und einen Video-Mitschnitt aus der Ungarischen Staatsoper : "

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    Wer kennt hier eigentlich die alte Hungaroton-Aufnahme?
    Oben wurde ja schon Mihály Székelys Blaubart angesprochen, allerdings unter Dorati.

    "Allwissende! Urweltweise!
    Erda! Erda! Ewiges Weib!"

  • bei den original-sprachlichen Aufnahmen ist Ramey von nun an meine Nummer 1. Er klingt teilweise so unglaublich aristokratisch-anziehend, dass man sich erstmals vorstellen kann, warum Judith diesen Mann überhaupt geheiratet hat.

    Christa Ludwig (niemand singt! das hohe C beim Öffnen der 5.Tür so strahlend schön wie sie) und Walter Berry sind beide wunderbar

    Also was die Aussprache angeht, sind sowohl Ramey, als auch Berry unterirdisch. Ich will nicht sagen, dass sie sich nicht anstrengen, ja doch - aber eben hört man das auch. :thumbdown: Ich war aber von der Aussprache von Christa Ludwig aufs Positive überrascht. Klingt zwar nicht, wie ein Muttersprachler, aber doch ganz anhörbar.

    LG
    Tamás
    :wink:

    "Vor dem Essen, nach dem Essen,

    Biber hören nicht vergessen!"


    Fugato

  • Also was die Aussprache angeht, sind sowohl Ramey, als auch Berry unterirdisch. Ich will nicht sagen, dass sie sich nicht anstrengen, ja doch - aber eben hört man das auch. :thumbdown: Ich war aber von der Aussprache von Christa Ludwig aufs Positive überrascht. Klingt zwar nicht, wie ein Muttersprachler, aber doch ganz anhörbar.

    LG
    Tamás
    :wink:


    Das konnte ich zwar nie mit Sicherheit sagen, aber überraschen tut es mich dann auch nicht. Ungarisch ist eine ziemlich komplizierte Sprache, selbst, wenn man sie nur phonetisch singen soll, denke ich.
    Mein Lob bezog sich denn natürlich auch auf den Gesang von Ramey und Berry als solches. Glaubst du wirklich, ich würde mir ein Urteil in Hinsicht ihrer Ungarisch-Aussprache erlauben? Kann ich ja gar nicht, was natürlich auch den Vorteil hat, dass mich dieser Mangel beim Hören nicht stören kann. Ich kapriziere mich dann nur auf den reinen Gesang.
    Würde mich aber dann doch interessieren, wer von den nicht ungarischen Blaubärten macht es denn sprachlich am Besten?

    "Allwissende! Urweltweise!
    Erda! Erda! Ewiges Weib!"

  • Würde mich aber dann doch interessieren, wer von den nicht ungarischen Blaubärten macht es denn sprachlich am Besten?

    Tomlinson klang nach den Schnipseln zu urteilen ganz überzeugend.

    Zitat

    Ungarisch ist eine ziemlich komplizierte Sprache, selbst, wenn man sie nur phonetisch singen soll, denke ich.

    Ich weiß nicht ob es komplizierter sei, als das Deutsche, oder das Italienische... vielleicht nur ungewohnter. Eine ähnlichkeit zum Deutschen macht z.B. dass alles auf der ersten Silbe betont wird. So stark, dass im Ungarischen sogar auch Fremdwörter immer auf der ersten Silbe betont werden. Wird irgend anderswo betont klingt das unheimlich schräg. Phonetische Schwierigkeit bereiten - sowie ich sehe - auch die langen Konsonanten: z.B. "asszony" ("Frau", "Weib") "ssz" bezeichnet, dass hier das "s" lang asgesprochen werden soll. Aber das ist ja nicht etwas, was man nicht lernen könnte.

    Schwiriger sind dann manche Laute, die das Deutsche nicht hat, wie "ny" am Ende von "asszony", aber gerade im Englischen gibt's ja dieses Laut, z.B. in "new". Dass gerade ein Englischsprachger da "ason-jokat" singt, werwundert micht doch etwas.

    LG
    Tamás
    :wink:

    "Vor dem Essen, nach dem Essen,

    Biber hören nicht vergessen!"


    Fugato

  • Tomlinson klang nach den Schnipseln zu urteilen ganz überzeugend.


    Immerhin habe ich es also auch neben Székely auch jemand nicht ungarischen ganz überzeugend gehört. ^^


    Wer kennt hier eigentlich die alte Hungaroton-Aufnahme?
    Oben wurde ja schon Mihály Székelys Blaubart angesprochen, allerdings unter Dorati.


    Habe mir die Frage jetzt selbst beantwortet. Ich mag die Aufnahme unetr Dorati lieber, sie ist knackiger, spitzer, auch die Tonqualität finde ich besser. Und Székely gefällt mir da auch noch besser.

    "Allwissende! Urweltweise!
    Erda! Erda! Ewiges Weib!"

  • Ich war aber von der Aussprache von Christa Ludwig aufs Positive überrascht. Klingt zwar nicht, wie ein Muttersprachler, aber doch ganz anhörbar.

    Christa Ludwig erzählt in ihrer Autobiographie (3. überarb. Aufl. 1999, S. 123), dass sie die Partie zuerst konzertant unter Solti in Paris gesungen habe, und Solti nach dem Konzert zu ihr gesagt habe "Hin und wieder war es wirklich gutes Ungarisch, aber manchmal war es reines Chinesisch." :D

    Im übrigen lobt sie Bartóks Musik im Anschluss sehr und hebt besonders hervor, dass die Oper "herrlich für die Stimme geschrieben" sei.

    Liebe Grüße,
    Areios

    "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
    Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.

  • Jetzt würde mich doch mal interessieren, welche Aufnahme besonders unter dem Gesichtspunkt empfehlenswert ist, daß man das Ungarische akzentfrei hört.

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

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