Bartók, Béla: Die Klavierkonzerte

  • Bartók, Béla: Die Klavierkonzerte

    Hallo Bartok-Freunde,

    ich habe im Threadtitel bewußt nicht Klavierkonzerte Nr.1 - 3 geschrieben, denn auch das fantastische Klavierkonzert für 2Klaviere, Schlagzeug und Orchester, sowie die Rhapsody op.1 gehören dazu.

    Bartok stellte seine Klavierkonzerte wie folgt fertig:
    Rhapsody für Klavier und Orchester op.1 (1904)
    Klavierkonzert Nr.1 (1926)
    Klavierkonzert Nr.2 (1931)
    Sonatefür 2Klaviere, Schlagzeug (1937); Bearbeitung als Konzert für 2Klaviere, Schlagzeug und Orchester (1940)
    Klavierkonzert Nr.3 (1945)

    Erstmal möchte ich erwähnen, dass die Bartok - Klavierkonzerte eine sehr sehr lohnende Entdeckung sind und das es wirklich zahlreiche Aufnahmen gibt, die wirklich fast alle auf ihre Art mehr oder weniger überzeugen.
    Zum richtigen Verständnis war bei mir ein langer Weg erforderlich.

    :!: Meine erste Begegnung mit dem Klavierkonzert Nr.1 - 3 war die DG-Doppel- LP der Anda/Fricsay-Aufnahme (DG, 1960) Ende der 70erJahre.
    Zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht soweit, die Konzerte richtig zu verstehen. Ich fand ganz interessant was ich da hörte (keinesfalls langweilig), aber die Doppel-LP blieb erstmal mehrere Jahre im Schrank.

    Erst ca.mitte der 80er Jahre hatte ich wieder Lust mich mal intensiv mit der Materie Bartok auseinanderzusetzen und jetzt war auch die CD mittlerweile eingeführt !!
    :) Den Anlaß für mein wiederentdecktes Interesse an den Bartok-Klavierkonzerte hat das Konzert für 2Klaviere,Schlagzeug und Orchester gegeben, das ich zuerst auf einer amerikanischen CBS-LP (heute auch auf SONY-CD) mit Artur Gold und Robert Fizdale / NewYorker PH / Bernstein gekauft hatte, das mich von Anfang an begeistert hatte und heute zu meinen Lieblingsklavierkonzerten gehört. Leider ist das Werk relativ unbekannt - weinige werden es überhaupt kennen.


    SONY, 1966/76 (KK), ADD

    :) Diese SONY-Doppel-CD mit der Superaufnahme des Konzertes für 2Klaviere, Schlagzeug und Orchester enthält auch die Aufnahme der Klavierkonzertes Nr.2 und 3 mit Entremont/NewYorkerPH/Bernstein.
    Würde man alle anderen genannten Aufnahmen der KK nicht kennen, so könnte man zufrieden sein, aber ich komme gleich weiter unten zu weiteren Aufnahmen. Da Ashkenazy wesentlich zupackender, Pollini wesentlich präziser und schöner und Anda so klassisch perfekt spielt, muß man diese Aufnahme einfach abhaken - hinzu kommt noch eine Klangqualität, die den Genannten nachsteht.
    :!: Die SONY-Doppel-CD entält auch eine der besten Aufnahmen des VC Nr.2 mit Isaac Stern - dazu sollten wir in einem späteren Thread Stellung nehmen. Genau wie in einem weiteren Thread zum Konzert für Orchester, der monentan hier bei Capricco noch gänzlich fehlt !


    Nun nach dem Erfolg des Konzert für 2Klaviere für wollte ich die Klavierkonzerte auch richtig kennen lernen:

    :) Meine CD-Aufnahme mit Pollini / Chicago SO / Abbaddo (DG) von den Klavierkonzerten Nr.1 und 2 hat mich dann ebenfalls bis aufs äußerste begeistert und ich möchte diese Version als eine der besten Aufnahmen überhaupt bezeichnen. Auch die folkloristischen Elemente werden von Pollini/Abbado sehr schön herausgestellt.


    DG, 1979, ADD

    Damals hatte die CD noch dieses DG-Cover mit dem großen DG-Symbol ; heute bei den ORIGINALs ist sie zusätzlich mit Strawisky gekoppelt. Ein referenzwürdige Aufnahme !


    :) Eine weitere Vergleichsinterpretation der Bartok-Klavierkonzerte mußte her.

    Es war die Ashkenazy-Aufnahme mit dem Chicago SO / Solti (Decca), die auch die Sonate für 2Klaviere und Schlagzeug (in der Version ohne Orchester) enthält.
    Auch diese mit wiederum neuem, anderen Interpretationsansatz hat mich mehr als begeistert. ;+) Ich weiß, gerade die Ashkenazy/Solti-Interpretation ist sehr umstritten. :thumbup: Solti und Ashkenazy sind sich allerdings sehr einig in der Auffassung die brutissmen des Werkes besonders stark herauszustellen, aber ich finde gerade das macht die Aufnahme so spannend und interessant. Klanglich in absolut vorbildlicher Decca-Qualität.


    Decca, 1980-84, DDD

    Diese CD gibt es jetzt in dieser Kopplung ohne die Sonate für 2Klaviere, Schlagzeug, bei mir in der Ausgabe als Doppel-CD mit der Sonate. Das ist jammerschade, weil die Superaufnahme der Sonate für 2Klaviere und Schlagzeug als unentbehrlich einstufen würde. So hart und zupackend hört man das Werk in anderen Aufnahmen nicht ! Der zweite Pianist ist der Sohn Vivka von Ashkenazy.


    8+) Bei diesem "Werdegang" habe ich auch immer wieder mal die Anda/Fricsay-Aufnahme(DG), die ich als klassische Aufnahme bezeichnen möchte, mit den vorgenannten verglichen. Anda bietet einen ganz anderen Interpretationsansatz, der mir persönlich nicht so liegt wie Ashkenazy´s oder Pollini´s wesentlich härtere Sicht der Klavierkonzerte.
    Die meisten Bartok-Anhänger favorisieren diese Anda - Aufnahme und halten diese für die Beste.
    Vielleicht liegt es bei mir auch daran, das mein erster Kontakt mit den Klavierkonzerten und dieser Aufnahme damals kein Erfolg waren.


    :prost: Die Klavierkonzerte ist so interessant komponiert, das mir bisher jede Aufnahme auf ihre Art eine große Wertschätzung für das Werk bedeuten. Das sind Werke die mir sehr am Herzen liegen - von meinem Lieblingskomponisten Bartok.

    ______________

    Gruß aus Bonn

    Wolfgang

  • Konzert, für 2Klaviere, Schlagzeug und Orchester (1940)

    Liebe Capriccios,

    mich würde nun interessieren, wie ihr die Aufnahmen von Ashkenazy, Pollini und Anda der Bartok-Klavierkonzerte einschätzt. Oder welche Aufnahmen ihr noch als empfehlenswert einstuft ?

    :vv: Ganz besonderes Augenmerk gilt für mich aber dem Konzert, für 2Klaviere, Schlagzeug und Orchester (1940), dem ich das gleich hohe Niveau wie Bartok´s weit bekannteres Werk, der Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta, zusprechen möchte. Mir ist es ein Rätsel, warum dieses fabelhafte Werk allgemein so unbekannt geblieben ist. :angel: Bernstein hat zu seiner Zeit diesen Wert erkannt und 1966 seine richtungsweisende CBS-Aufnahme mit den Pianisten Artur Gold und Robert Fizdale gemacht.

    Schon der unheimliche Anfang des ersten Satzes packt den Hörer sogleich und man ist an die Stimmung der Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta (1.Satz) erinnert. Dere Satz steigert sich dann zu einem hochvirtuosen Klavierkonzert mit Spannung und Klasse. Ein Meisterwerk, dessen Wert ich für unterschätzt halte ........
    Die drei Sätze haben die Tempobezeichnungen
    1. Assai lento - Allegro molto
    2. Lento, ma non troppo
    3. Allegro non troppo

    Egal ob es nun die Sonate oder das Konzert mit Orchester ist, es sind beides packende Werke, die ich jedem der diese noch nicht kennt unbedingt empfehlen möchte.
    Es gibt noch eine weitere sicher auch interessante Aufnahme mit Murray Perahia - hier ist der 2.Pianist Georg Solti !


    CBS, 1988, DDD

    ______________

    Gruß aus Bonn

    Wolfgang

  • Eine höchst bemerkenswerte Einspielung der Konzerte wurde von dem noch jungen Colin Davis mit dem BBC Symphony Orchestra und Stephen Kovacevich am Klavier vorgelegt:

    Ein durch und durch scharf konturiertes, kristallklares Spiel - sowohl von dem Orchester als auch von Kovacevich. Die Einspielung des 1. Konzerts stellt für mich einen Gipfelpunkt dar - so unverbraucht, so rhytmisch entfesselt kenn ich es von keiner anderen Einspielung. Der momentan verlangte Tauschwert von 10 EUR sollte allen, die dieses großartige Ouevre noch entdecken können und wollen, nicht lange zögern lassen.

    :wink:
    Wulf

    "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)

  • Hallo Wulf,

    es freut mich das ich wenigstens bei Dir eine Reaktion auf meinen Bartok-Beitrag ausgelöst habe.
    :S Bartok scheint hier niemanden zu interessieren und so werde ich meine geplanten Bartok - Beiträge zum Konzert für Ochester und den VC erst mal für Capricco canceln.

    Eines der tollsten Klavierkonzerte des 20.Jahrhunders, das Konzert, für 2Klaviere, Schlagzeug und Orchester (1940) scheint auch keiner zu kennen oder ein Interesse dafür zu haben. Sei es drum - es bleibt bei meinen Lieblings-Klavierkonzerten.

    :prost: Die von Dir genannte Aufnahme mit Kovacevich/Davis (Philips) hat gute Kritiken und ist sicher auch ein heißes Eisen für eine Kaufempfehlung. Die positiven Worte, die Du verwendest, treffen auch auf die Pollini-Aufnahmen und gleichermaßen Ashkenazy-Aufnahmen zu. Wobei Ashkenazy noch von Solti´s unerbittlicher Sichtweise profitiert (da sind sich Beide einig).

    ______________

    Gruß aus Bonn

    Wolfgang

  • es freut mich das ich wenigstens bei Dir eine Reaktion auf meinen Bartok-Beitrag ausgelöst habe.
    :S Bartok scheint hier niemanden zu interessieren und so werde ich meine geplanten Bartok - Beiträge zum Konzert für Ochester und den VC erst mal für Capricco canceln.

    Hallo Wolfgang,

    hast Du jetzt auch dieses "Andi-Syndrom"? Dein Beitrag ist gerade einmal 2 Tage alt und schon resignierst Du... :D

    Also - eröffne auch die anderen Threads und bedenke dabei, dass Capriccio (hoffentlich) bald in die Öffentlichkeit geht. Zumindest zum Konzert für Orchester könnte ich dann auch etwas beitragen.

    :wink:

    Roger

    "Ich brauche keine Musikkritiker"
    (Gennadi Roshdestwenskij)

  • Hallo Wolfgang,

    als nach zwei Tagen würde ich die Flinte noch nicht ins Korn werfen, mancher thread braucht seine Zeit. Trotz der unermesslichen Qualität seiner Musik habe ich aber auch den Eindruck, dass seine Musik eher geschätzt denn geliebt wird und wenn doch, dann wegen einiger, weniger Werke.

    Ich mag das Konzert für 2 Kl., Schlagzeug und Orchester 1940 genau wie Du, Dir ist sicher bekannt, dass es die orchestrierte Sonate für 2 Klaviere und Schlagzeug ist - je nach Lust und Lauen greife ich zur Sonate oder zum Konzert.

    Es gibt noch eine brillante Einspielung des 2. Klavierkonzertes unter Maazel und dem Orchestre de Paris mit S. Richter am Klavier:



    :wink:
    Wulf

    "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)

  • Hallo Wolfgang,

    :S Bartok scheint hier niemanden zu interessieren und so werde ich meine geplanten Bartok - Beiträge zum Konzert für Ochester und den VC erst mal für Capricco canceln.

    Ich habe hier Aufnahmen der Klavierkonzerte mit Pollini, Schiff, Richter und Anda. Die wollen erst einmal wieder gehört werden. Ich komme sicher auf diesen Thread zurück, also bitte nicht so schnell verzagen. Grundsätzliches Interesse an Bartók habe ich, aber alles braucht seine Zeit...

    Gruß, Cosima :wink:

  • aber alles braucht seine Zeit...

    . . . . und in der gefundenen Zeit braucht es Ruhe . . .

    Auch von mir könnte etwas zu Bartók kommen, aber jetzt ist bei mir nicht gerade die Zeit des Musikhörens (ihr wisst schon: fehlende Konzentration, die Dinge im Kopf, die Zeit die man sich nicht nimmt . . .) und ich mag auch nicht mal schnell bekannt geben, daß irgendwo bei mir diese oder jene CD herumliegt und darauf wartet, wieder einmal angehört zu werden. - Aber irgendwo liegt bei mir eine CD mit den Klavierkonzerten herum :D und irgendwann werde ich sie mir wieder in den Player legen und dann möglicherweise irgendein Zeugs dazu hier loswerden.

    Meine CD sieht übrigens so aus:


    :pfeif:
    .

    Grüße aus der Innenstadt

    Bernhard


    "Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
    Joris-Karl Huysmans


  • Bartok scheint hier niemanden zu interessieren und so werde ich meine geplanten Bartok - Beiträge zum Konzert für Ochester und den VC erst mal für Capricco canceln.

    Stimmt nicht, hier meldet sich ein Bartok-Liebhaber. Aber im Moment habe ich eher Zeit zum Mitlesen als zu Schreiben. Lass Dich nicht entmutigen!

    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Bartok scheint hier niemanden zu interessieren und so werde ich meine geplanten Bartok - Beiträge zum Konzert für Ochester und den VC erst mal für Capricco canceln


    Lieber Wolfgang, es weihnachtet, alle sind im Festtags- und Jahresendstress, also nun mal langsam.... Zu den Klavierkonzerten kann ich aus der Erinnerung derzeit nur beitragen, dass ich Boulez mit Zimmermann, Ansdnes und Grimaud habe sowie das erste Konzert mit Gielen und Anda und das zweite mit Fricsay und Anda (die letzten beiden auf Audite mit dem WDR-Orchester). Alle Einspielungen empfand ich als durchaus suboptimal - ich bin eigentlich nicht der Richter-Fan, weil er mir nach meinem subjektivem Empfinden oft zu kräftig in die Tasten haut, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass die Kombinationen Maazel/Richter bzw. Kovacevich/Davis hörenswert sein könnten. Ich muss mal schauen, ob Kocsis die Konzerte eingespielt hat, das würde mir bestimmt zusagen............

    Wulf
    Von wann ist denn die Richter-Aufnahme und wie ist die Klangqualität?

    Gruß
    Henning


    EDIT: Kann dazu

    jemand etwas sagen?

    Stattdessen sind Sie Knall und Fall mitten im Unterricht vom Gymnasium abgegangen.
    GULDA: Ja, ich hab' gesagt, Herr Professor, darf ich aufs Klo, und bin nicht wiedergekommen. Ich glaub', es war in der Mathematikstunde .
    Warum sind Sie nicht in der Pause gegangen?
    GULDA: Das wär' ja fad gewesen. Keiner lacht. Die Tür ist eh offen. Ich wollte schon, daß es prickelt.

  • Hallo "Teleton" (Wolfgang?)

    hier ein ganz besonderer Leckerbissen für Dich auf YT,
    brandneu, gerade mal eine halbe Srunde alt:

    BARTOK SPIELT BARTOK "

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.
    "


    (Liebe Administratoren, ich hoffe, ich habe korrekt zitiert, mit Gänsefüßchen)


    Lieben Gruss
    Malagueña

  • Hallo Henning,

    Kocsis/Fischer habe ich sogar, kann mich aber nicht mehr erinnern. Muß ich erst wieder hören.

    Überhaupt bräuchte ich viel Zeit, um zu hören und zu vergleichen, um hier mehr mitteilen zu können, als dass ich die Werke - auch das für 2 Pianos als Sonate wie als Orchesterwerk - sehr gerne höre, wie eigentlich alles von Bartok. Deswegen hat sich bei mir auch sehr viel angesammelt.

    Deswegen erst einmal nur kurz, meine Favoriten sind neben Anda/Fricsay besonders die Einspielungen von Andor Földes, der die Klavierkonzerte gleich mehrmals und interessanterweise ganz unterschiedlich eingespielt hat - erst ungestüm, wild, rau, dann später eher kontrolliert, sehr subtil. Földes ist mir auch bei den Soloklavierwerken am liebsten, dicht gefolgt von György Sándor. Dessen Einspielungen der Klavierkonzerte mit dem Hungarian State Orchestra unter Adam Fischer höre ich auch häufiger mal, gefällt mir auch sehr gut. Földes und Sándor haben ja noch bei Bartok studiert, mit ihm ihre ersten Aufführungen durchsprechen können.

    Bevor ich diese endlich hatte, habe ich auch zumeist Pollini/Abbado gehört. Meine vielen anderen Aufnahmen sind Staubfänger geblieben, aber ja vielleicht zu unrecht.

    Begründungen und Vergleiche müssen später nach und nach folgen. Das kann aber dauern, da ich zur Zeit noch an anderen Baustellen dran bin.

    :wink: Matthias

  • Hallo Matthias

    von Földes scheint das

    die einzige CD zu sein, die noch erhältlich ist.

    Rauh oder subtil?

    Gruß
    Henning

    Stattdessen sind Sie Knall und Fall mitten im Unterricht vom Gymnasium abgegangen.
    GULDA: Ja, ich hab' gesagt, Herr Professor, darf ich aufs Klo, und bin nicht wiedergekommen. Ich glaub', es war in der Mathematikstunde .
    Warum sind Sie nicht in der Pause gegangen?
    GULDA: Das wär' ja fad gewesen. Keiner lacht. Die Tür ist eh offen. Ich wollte schon, daß es prickelt.

  • Hi, auch ich verfolge die Bartokthreads mit großem Interesse kann aber leider momentan aufgrund von Zeitmangel nichts beitragen. Ich würde mich aber sehr über einen Thread zu den Violinkonzerten freuen! :klatsch:

    Gruss
    M

  • Bartok

    Liebe Capriccios,

    es freut mich, das das Interesse für Nartok nach anfänglicher Flaute doch vorhanden ist.
    Da ist dann auch wieder der Antrieb da demnächst auf das Konzert für Orchester (Roger hat schon Interesse angemeldet) und die Violinkonzerte ( Milton ebenfalls dafür) einzugehen.

    Die Klavierkonzerte hatte ich früher auch mal in einer ungarischen Aufnahme (Hungaroton) auf LP (ich habe die Ausführenden nicht mehr parat). Die dort zu kontrollierten Interpretationen und der wenig überzeugende flaue Sound hatten mich abgeschreckt. Eine ähnliche Erfahrung habe ich mit der Bartok-Brillant-Box (5CD) mit Adam Fischer gemacht: Das ungarisch folkloristische Element wird zwar schön herausgestellt, aber für meinen Geschmack wirken alle enthaltenen Werke zu spannungslos.
    Jeder kann sich vorstellen wie ein Aufnahme-Ergebnis auszieht, wenn ein Fischer oder ein Solti am Pult steht ....

    :thumbup: Da ich bei den Klavierkonzerten mehr das percussive Element schätze favorisiere ich natürlich die genannten zupackenden und klanglich herausragenden Aufnahmen mit mit Pollini/Abbado (DG) und Ashkenazy/Solti (Decca), die nach den weiteren Empfehlungen hier bestimmt nicht die einzigen Empfehlenswerten sind.


    Hallo Henning,

    in die Kocsis - Aufnahmen (Philips) hatte ich seinerzeit auch mal reingehört - Pianistisch ausgefeilt und wirklich Klasse, aber orchestral etwas zu pauschal; so in Richtung der Brillant-Adam Fischer-Aufnahmen .....

    Maazel/Richter (EMI) ist gewiss auch interessant. Ich denke sein kräftiger Anschlag ist hier genau an der richtigen Adresse. Leider ist die Kopplung dieser EMI-Doppel-CD so, das ich Werke mitkaufen müßte mit denen ich mehr als TOP bedient bin. Das EMI klanglich mit Decca und DG mithalten kann, das ist nur selten der Fall - da möchte ich ein dickes Fragezeichen setzen ??? EMI hat leider fast immer einen unangenehmen Hang zur Schärfe bei Blechbläsern und in den Streichern; dies ist besonders bei Analogaufnahmen festzustellen. Aber es gibt auch bei EMI Ausnahmen und davon lasse ich mich gerne überzeugen.


    Hallo Wulf,

    im ersten Eingangsbeitrag hatte ich ja geschrieben, das ich die Sonate für 2Klaviere und Schlagzeug (1937) mit dem Ashkenazy´s (Decca) genau so hoch schätze wie die Bernsteinaufnahme mit Gold und Fizdale (CBS/SONY) in der Konzertfassung mit Orchester (1940) --- :juhu: beides Lieblingswerke des 20.Jahrhunderts. Die Konzertfassung bietet nur einiges an Klangfarben mehr und entlastet den 2.Pianisten, da dann einige Passagen vom Orchester gespielt werden.

    ______________

    Gruß aus Bonn

    Wolfgang

  • Maazel/Richter (EMI) ist gewiss auch interessant. Ich denke sein kräftiger Anschlag ist hier genau an der richtigen Adresse.

    Mit Richter gibt es das 2. Klavierkonzert auch noch unter Svetlanov/USSR State Symphony Orchestra. Das ist gekoppelt mit Hindemith und Stravinsky. Müsste ich aber auch erst noch einmal reinhören, habe derzeit keinerlei Erinnerung daran (was ich eher als schlechtes Zeichen werte).

    .

  • Hallo Teleton,

    danke für den Beitrag für Bartók. Obwohl ich jedes Werk von ihm schätze, fehlen mir etliche Werke von ihm in meiner CD-Sammlung (Asche auf mein Haupt!). Und scheinbar habe ich auch weder eine Aufnahme von Konzert für zwei Klaviere, Schlagzeug und Orchester, noch von Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug.

    Nun, die Sonate hatte ich mal bewusst angehört, als Arte einen Konzertmitschnitt aus Verbier im Jahr 2007 gezeigt hatte. Damals spielten Nelson Freire und Martha Argerich die Sonate (und leider fällt mir der Name von Schlagzeuger nicht ein…). Und es war meine erste Begegnung mit dem Werk. Ziemlich düstere und tief depressive erste beide Sätze und mit viel Witz und Ironie ausgerüsteter letzter Satz bilden ein Gesamtbild sehr kontrastvoll. Und Bartók verlangt ausgezeichnete Virtuositäten und ständige Aufmerksamkeit von beiden Pianisten für die ungewöhnlichen Rhythmen, die von einem Moment auf anderen ganz schnell aus den Fugen geraten könnten. Wegen der Atmosphäre und des Kontrastreichtum erinnert mich das Stück sehr an das erste Klavierkonzert von ihm.

    Das war mein erster Eindruck von der Sonate für zwei Klavier und Schlagzeug Sz. 110. Ich wollte noch mal den Konzertmitschnitt sehen, bevor ich diesen Text schreibe (ich bin sicher, dass ich ihn aufgenommen und auf DVD gebrannt habe). Aber ich finde die DVD nicht. Scheinbar habe ich wieder mal nicht ordentlich die DVD beschriftet, und die DVD landete irgendwo zwischen Zombie Splatter- und Schmuddelfilmen.

    Ich gehe mal wieder, meine DVD zu suchen…
    Schöne Grüße,
    Penthesilea

    p. s. bei Youtube kann man mindestens einen Teil von der Sonate mit Argerich und Freire sehen und hören.

    Auch Rom wurde nicht an einem Tag niedergebrannt - Douglas Adams

  • ... und über medici.tv die Besetzung beim Verbier-Festival 2007 finden ;+)

    23.Juli 2007

    Béla Bartok - Sonata for Two Pianos and Percussion, Sz 110

    Martha Argerich (piano)
    Nelson Freire (piano)
    Gregory Zuber (percussion)
    Michael Isrealievich (percussion)

    LG Malagueña

  • von Földes scheint das

    die einzige CD zu sein, die noch erhältlich ist.

    Rauh oder subtil?


    Die kenne nun wieder ich nicht, dem Photo nach könnte es aber eine spätere Aufnahme sein, also vielleicht eher subtil? :D Andererseits weiß ich von einer Aufnahme von 1948 - also früh - , die später bei Hungaroton herausgekommen sein soll, von der ich aber nicht weiß, wer dort dirigiert hat. Wenn es die ist, dann also vielleicht eher wilder? ?( Wie auch immer, mit Desomière und Bigot könnte ich mir interessant vorstellen. Das war jetzt vermutlich ungemein hilfreich. :rolleyes:

    Ich habe als LPs Mercury (frühe 50er) und, ich meine, Hungaroton aus den 70ern, aber mit anderen. Kann ich leider gerade nicht nachschauen, da verliehen.

    :wink: Matthias

  • Konzert für 2 Klaviere, Schlagzeug und Orchester mit Martha Argerich, Nelson Freire, Jan Labordus und Jan Pustjens und dem Concertgebouw-Orchestra unter David Zinman, aufgenommen 1985, gibt es noch auf dieser:

    oder so:


    Die Sonate mit Argerich/Freire und Peter Sadlo, Edgar Guggeis, aufgenommen 1993, hier:

    :wink: Matthias

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