Sänger – Eure liebsten Männerstimmen

  • Hallo zusammen,


    dies ist meine aktuelle Liste.


    1. Nicolai Gedda - Tenor
    2. Simon Keenlyside - Bariton
    3. Jonas Kaufmann - Tenor
    4. Fritz Wunderlich - Tenor
    5. Placido Domingo - Tenor
    6. Rolando Villazón - Tenor
    7. Bryn Terfel - Bariton
    8. Juan Diego Floréz - Tenor
    9. Hermann Prey - Bariton
    10. Cesare Siepi - Bass
    11. Rugerro Raimondi - Bass
    12. Luciano Pavarotti - Tenor
    13. Dietrich Fischer-Dieskau - Bariton
    14. Sherrill Milnes - Bariton
    15. José Bros - Tenor


    LG


    Maggie

    Wenn Einer kümmt un tau mi seggt, Ick mak dat allen Minschen recht, Dann segg ick: Leiwe Fründ, mit Gunst, O, liehr'n S' mi de swere Kunst. - Fritz Reuter

  • Das ist mehr als schwierig, aber einen Versuch wert


    1. Giuseppe di Stefano
    2. Ettore Bastianini
    3. Cesare Siepi
    4. Carlo Bergonzi
    5. Hans Hotter
    6. Anton Dermota
    7. Thomas Quasthoff
    8. Tito Gobbi
    9. Antonino Siragusa
    10. Ruggero Raimondi

  • Dann werde ich auch mal eine Liste erstellen, die Reihenfolge verändere ich nach Lust und Laune:


    1. Juan Diego Flórez


    2. Joseph Calleja (sein Vibrato erinnert an Lauri-Volpi :D )


    3. Christoph Prégardien


    4. Andreas Scholl


    5. Paul Potts (nee, das war bloß ein Scherz).


    5. Thomas Hampson




    Aber ich mag auch sehr, sehr gerne die schon Verblichenen:


    6. Leopold Simoneau


    7. Carlo Bergonzi (Er lebt aber noch!)


    8. Jussi Björling


    9. Aksel Schiotz


    10. Giacomo Lauri-Volpi (der mit dem altmodischen Vibrato :yes: )


    11. Giovanni Martinelli


    12. Josef Traxel


    13. Lawrence Tibbett


    14. Robert Merrill


    und natürlich auch


    15. Fritz Wunderlich


    Schöne Abendgrüße schickt Euch calisto

  • Fischer-Dieskau
    Prey
    Wunderlich
    Schreier

    Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche)
    In der Tat spuckte ... der teuflische Blechtrichter nun alsbald jene Mischung von Bronchialschleim und zerkautem Gummi aus, welchen die Besitzer von Grammophonen und Abonnenten von Radios übereingekommen sind Musik zu nennen (H Hesse)
    ----------------------------
    Im übrigen bin ich der Meinung, dass immer Sommerzeit sein sollte (gerade im Winter)

  • Hallo zusammen,


    hab' gerade gelesen, daß ich noch 5 Lieblingssänger nachmelden darf:


    11. Bernd Weikl - Bariton
    ein wunderbarer Mandryka und auch Hans Sachs


    12. Robert Merrill - Bariton
    mein Lieblings-Rigoletto


    13. Jerome Hines - Baß
    unvergessen als Groß-Inquisitor mit Cesare Siepi und ein ganz toller Pater Guardian


    14. Simon Keenlyside - Bariton
    gefällt mir besonders als Papageno und im Duett mit A. Kirchschlager


    15. Tito Gobbi - Bariton
    unvergessen als Scarpia und Simon Boccanegra



    Viele Grüße


    Kristin :wink: :wink:

    Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)

  • Einfach mal so aus´m Bauch heraus. Eine klare Wertung ist das nicht - die könnte ich wahrscheinlich auch nur mehr oder weniger eindeutig innerhalb der einzelnen Stimmgruppen abgeben... aber selbst da kann man z. B. wohl schlecht einen Gerhard Stolze mit einem Ian Bostridge nach den gleichen Maßstäben bewerten...


    1. Dietrich Henschel
    2. Jonas Kaufmann
    3. José van Dam
    4. Gerhard Stolze
    5. Walter Berry
    6. Juan Diego Flórez
    7. Hermann Prey
    8. Siegmund Nimsgern
    9. Christian Gerhaher
    10. Ian Bostridge
    11. Johan Botha
    12. Fritz Wunderlich
    13. Kurt Moll
    14. Matti Salminen
    15. Ben Heppner

  • Kristin sagte mir man kann noch 5 dazu schreiben ist aber ziemlich schwierig.


    1. Simon Keenlyside - Bariton - mit Angelika Kirchschlager und ein sehr netter Plauderer [mit mir].


    2. Aldo Protti - Baßbariton - als Jago und Rigoletto.


    3. Adolf Dallapozza - Tenor - herrlich als Postillon von Lonjumeau und als Toni in der West Side Story u.a.


    4. Heinz Zednik - Tenor - der Basilio im Figaro mit Ruggero Raimondi als Graf und als Herodes.


    5. Leopold Simonéau - Tenor - ein wunderbarer Mozart Tenor.


    Liebe Grüße Euer Peter aus Wien. :wink: :wink:

  • Oh ja!
    :jub:
    Listen Listen Listen.
    Männerlisten, Opernkisten
    Doch Achtung auf die Rankingfristen!


    Wie heißt es so schön im Volksmund:
    Listen leisten listig leise
    Lasters Lust und Listers Last
    :D
    - Vorschub.


    Also dann, ungereimt, dafür aber alphabetisch:


    Francisco Araiza
    Wolfgang Brendel
    Piero Cappucilli
    David Daniels
    Placido Domingo
    Dietrich Fischer-Dieskau
    Juan Diego Florez
    Kurt Moll
    Luciano Pavarotti
    Ruggiero Raimondi
    Andreas Scholl
    Cesare Siepi
    Bryn Terfel
    Bernd Weikl
    Fritz Wunderlich


    :wink: Talestri

    One word is sufficient. But if one cannot find it?

    Virginia Woolf, Jacob's Room

  • Also dann:


    Tenöre: Tucker, Wunderlich, Gigli, Corelli, Pears (es kommt bei den Nennungen halt auch sehr auf das subjetive Lieblingsrepertoire an)


    Baritone: Fischer-Dieskau (50er und frühe 60er, später empfinde ich ihn teils als ziemlich maniriert), Souzay, Gerhaher, Hampson, Prey


    Bässe: Gjaurow, Salminen, Talvela


    :wink:

    Stattdessen sind Sie Knall und Fall mitten im Unterricht vom Gymnasium abgegangen.
    GULDA: Ja, ich hab' gesagt, Herr Professor, darf ich aufs Klo, und bin nicht wiedergekommen. Ich glaub', es war in der Mathematikstunde .
    Warum sind Sie nicht in der Pause gegangen?
    GULDA: Das wär' ja fad gewesen. Keiner lacht. Die Tür ist eh offen. Ich wollte schon, daß es prickelt.

  • Ich komme erst einmal nur auf zwölf, bei denen mir die Entscheidung leicht fällt:


    1. Jussi Björling: der Ausdruck von Verletzlichkeit, Offenheit, Hingabe an die Musik und diese inwendige Konzentration im Singen – mein Lieblingssänger seit Teenie-Zeiten, als ich eigentlich noch ganz andere Musik hörte und obwohl sein Repertoire und meine Lieblingsmusik oft nicht recht zusammenpassen wollten (z. B. bei Puccini oder Gounod :rolleyes: ). Am liebsten höre ich die frühen Live-Mitschnitte und die Liedaufnahmen.


    2. Peter Pears: konnte zärtlich und spöttisch, ironisch und erotisch klingen (und manchmal alles zur selben Zeit), aber auch resigniert oder verzweifelt. Auch wenn die Stimme von vielen nicht als „schön“ empfunden wird – im Britten-Repertoire oder auch im Kunstlied ist er immer noch mein Lieblingssänger.


    3. Jean Emile „Vanni“ Marcoux: auch keine eigentlich „schöne“ Stimme, aber sehr gestisches Singen; leider existieren nicht viele Aufnahmen mit ihm (oder man bekommt sie zur Zeit nicht).


    4. Heinrich Schlusnus: Wie Mengelberg empfinde auch ich seine Stimme als warm und tröstend, und wenn ich Liedaufnahmen mit beseelter Innigkeit hören möchte, greife ich oft zu seinen oder zu denen von Aksel Schiøtz. Im Verdi-Repertoire inneres Glühen, das Pathos genuin und nicht aufgesetzt.


    5. József Réti: elegisches, leicht "verschattetes" Timbre und ein konzentriertes lyrisches Singen; ihn mag ich besonders im Mozart-Repertoire.


    Bei


    6. John Mark Ainsley


    und

    7. Dietrich Fischer-Dieskau


    schätze ich die Stimmen ebenso wie die Rollen- oder Liedgestaltung.


    8. Tito Schipa: ein feiner Tenore di grazia; die kleine, nasal getönte Stimme war vielleicht auch nicht „schön“ im üblichen Sinne, aber ich mag ihre leise, behutsame Ausstrahlung. Er hatte aber auch die Kraft für dramatischere Attacken.


    9. Aksel Schiøtz: auch wenn er nicht im gleichen Stimmfach sang, erinnert mich sein Singen ein wenig an das von Schlusnus, und wie dieser war auch er nicht unbedingt ein Sänger für Abgründe.


    10. Joseph Calleja: Ich weiß, das Vibrato ist grenzwertig, aber ich mochte die Stimme auf Anhieb gern. Am liebsten höre ich ihn im Bereich des tenore di grazia. Wenn er forcieren muss, finde ich es nicht mehr so schön.


    11. Franco Corelli: eine aufregende Stimme und dort, wo sein dramatisch-aufgedrehtes Singen hinein passte, höre ich ihn gern.


    12. Giuseppe di Stefano: hier ist es nicht nur die schöne Stimme, sondern vor allem die „plastische“ Wort-Tonverbindung in seinem Singen und das Aufgehen in seinen Rollen. Wie bei vielen eigentlich lyrischen Tenören der Stoßseufzer: Leider zu früh in die Spinto-Partien gegangen!


    :wink:


    Petra

  • 1. Rene Pape


    2. Bryn Terfel


    3. Firtz Wunderlich


    4. Alexander Kipnis


    5. Carlo Bergonzi


    6. Jussi Björling


    7. Simon Keenlyside


    8. Christian Gerhaher


    9. Michael Volle


    10. Pavol Breslik


    11. Nicolai Gedda


    12. Dietrich Fischer-Dieskau


    13. Leonard Warren


    14. Friedrich Schorr


    15. Sheril Milnes


    (und viele andere, aber es sollen ja nur 15 sein ...)

  • Jetzt hatte ich alle 15 Sänger beisammen, mit viel Text dazu und auf einmal war alles weg :cry: :cry: :cry:


    Muss nun endlich packen und habe keine Zeit mehr für einen zweiten Versuch. Auf jeden Fall war Jonas Kaufmann auf Platz 1 :D


    :wink: Ingrid

  • Wenn es jetzt 15 sein dürfen, dann hänge ich noch welche an:


    11) Francisco Araiza (Tenor)
    12) Leonard Warren (Bariton)
    13) Ettore Bastianini (Bariton)
    14) Jose Carreras (Tenor), bevor seine Stimme durch zu viele zu schwere Partien gelitten hat - das gilt aber auch für Araiza und di Stefano
    15) Gianni Raimondi (Tenor)



    Und später ärgere ich mich dann, dass ich wieder einige vergessen habe, die eigentlich auf meine Liste gehören!



    Liebe Grüße,
    :wink:
    Renate

    Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)

  • Ja, da will ich doch auch mal mitmachen! Ich liebe solche Spielchen und Ranglisten, auch wenn sie verdammt schwer aufzustellen sind, denn so rein gefühlsmäßig bedeutet ja doch jede Entscheidung für einen Sänger eine gegen mindestens 10 andere. Außerdem würde es mir seltsamerweise bei den Damen eindeutig leichter fallen, meine Favoriten zu benennen als bei den Herren. Trotz all dieser Bedenken ist hier also meine spontane, emotionale Liste meiner 15 Lieblingssänger, die Reihenfolge ist völlig beliebig, die kurzen Begründungen hoffentlich nicht:


    Fritz Wunderlich: Wie Rideamus schon schrieb, ohne Wunderlich kann keine Bestenliste auskommen. Die Stimme gehört unbestritten zu den schönsten, die je aufgenommen wurden, der klare, natürliche Klang dieser Stimme zieht den Hörer ebenso in seinen Bann wie die Modulationsfähigkeit und Subtilität, zu der der Interpret Wunderlich fähig war.


    Piotr Beczala: So wie das Timbre Rolando Villazons eine verblüffende Ähnlichkeit zu dem Domingos aufweist, erinnert Beczala an Fritz Wunderlich. Die Stimme ist nicht ganz so schön und makellos, die Aussprache nicht ganz so perfekt, die Interpretation nicht ganz so ausgefeilt wie bei dem großen Deutschen, eine beeindruckende Bühnenerscheinung ist Beczala auch nicht gerade, aber trotz all dieser Einwände gehört er zu meinen Lieblingen unter den derzeit aktiven Tenören. In die samtweiche Stimme kann man sich wohlig hineinlegen und einfach genießen!


    Giuseppe di Stefano: Für ihn gilt fast das Gleiche: Eine Stimme zum Hineinlegen und wohlig Genießen. Der späte di Stefano war nur noch ein Schatten seiner selbst, der mittlere di Stefano, in den Aufnahmen neben Maria Callas aus den 50er Jahren, war ein sehr guter italienischer Tenor, aber der blutjunge di Stefano war ein Phänomen! Hört euch einmal die Aufnahmen an, die di Stefano in den 40er Jahren machte, 1944, 1946, während des Krieges oder kurz danach, mit 23, 24, 25 Jahren: Das ist vielleicht die schönste Männerstimme, die je aufgenommen worden ist! Ich habe di Stefano mit diesen frühen Aufnahmen kennen gelernt, und wenn man hört, wie er zum Beispiel "A Dispar vision" singt, des Grieux´ Arie aus Massenets "Manon", da ist mir beim ersten Hören der Mund offen stehen geblieben, weil ich nicht fassen konnte, was ich da höre. eine Schönheit, ein Glanz, eine Jugendlichkeit, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen, ein stimmlicher Adonis.


    Fernando Corena: Ein ganz anderes Fach: Ein Bassbuffo - und zwar der beste, den ich kenne. Wenn Corena singt, bekomme ich gute Laune, die Stimme ist unverwechselbar, und was er damit macht, ist noch unverwechselbarer. Corena scheint sich durch die großen Buffo-Rollen der italienischen Oper regelrecht hindurchzutanzen, mit scheinbarer Leichtigkeit, mit Spontaneität und Kreativität und stimmlicher Meisterschaft. Selbst die schwierigen Parlando-Passagen z. B. des Bartolo (im "Barbiere") machen ihm keine Mühe. Dabei sei nicht vergessen, dass Corena auch über eine schöne, runde Bassstimme verfügte, die auch seine Interpretationen "seriöser" Rollen (Figaro, Leporello, Warlaam, Pharao in "Aida" etc.) zum Genuss macht.


    Hermann Prey: Gewissermaßen das Gegenstück zu Fritz Wunderlich im tieferen Segment. Nicht nur, weil die beiden Sänger persönlich eng befreundet waren, bietet sich diese Parallele an, Prey zeichnet sich auch durch ähnliche Boni aus wie Wunderlich. Die Stimme ist ganz unverwechselbar, sie klingt sympathisch und natürlich und hat eine ungeheure Wärme. Wenn Prey singt, fühle ich mich gut aufgehoben und, im übertragenen Sinne, "zu Hause". Die Stimme an sich macht Vergnügen und schafft Wohlbefinden, aber Prey war, meiner Meinung nach, auch ein sehr ernsthafter und differenziert arbeitender Interpret und Musiker. Nicht nur das vermeintlich Leichte und Volkstümliche war bei ihm gzt aufgehoben, auch die großen Liederzyklen der Romantik und die großen Baritonpartien im deutschen wie im italienischen Fach gestaltet er meisterhaft.


    José Carreras: Ja, er konnte reichlich mittelmäßig sein, ja, er hat sich zu oft an zu schweren Partien verhoben, aber wenn alles passte und er einen guten Tag hatte, dann zählte Carreras meiner Meinung nach zu den besten Tenören, die es im italienischen Fach gab. Seine warme, immer etwas zart und zerbrechlich wirkende Stimme war zu besonderen Schattierungen fähig - und zu besonderem tenoralem Schmelz. Seine Interpretation des Riccardo in Verdis "Maskenball" gehört zu den schönsten Tenorrolleninterpretationen, die ich kenne. Er hat den Schmelz, das Legato, die mirakulösen Feinabstimmungen in der Phrasierung, um die Arien des ersten Aktes zum Ereignis zu machen, er kann im "Lachquintett" aber auch auf der Stimme tanzen und lachen, ohne je die Schönheit und Makellosigkeit des Gesangstons zu beeinträchtigen. Dazu kommt noch diese verborgene, aber um so wirkungsvollere Melancholie - ungeachtet aller Fehlgriffe, für diese Interpretation gebührt auch Carreras ein Platz in meinem persönlichen Pantheon!


    Luciano Pavarotti: Hier ist die Begründung sehr einfach. Es ist nicht eine bestimmte Interpretation, die mich überzeugt, die Stimme des jungen Pavarotti, in der man die italienische Sonne strahlen zu hören meint, gehört, neben denen Wunderlichs und des ganz jungen di Stefano, für mich zu den schönsten Tenorstimmen, die auf Aufnahmen zu hören sind. Der junge Pavarotti als Nemorino oder in der "Petite Messe sollenelle", das ist immer wieder ein Genuss, ein Kurztrip in das Postkartenitalien der nordischen Sehnsucht.


    Cesare Siepi: Noch ein Italiener und noch ein Sänger, der sich vor allem durch seine Stimmschönheit auszeichnet. Siepis unverwechselbare, weich strömende Stimme von balsamischer Süße gehört wohl unstreitig zu den schönsten Bassstimmen des 20. Jahrhunderts.


    Luigi Alva: Man mag gegen seine leichte, manchmal etwas anämische Stimme und gegen seine Koloraturtechnik sagen was man will (Kesting mag ihn z. B. gar nicht), aber seit ich noch als Kind Ponelles damals schon alte "Barbier"-Verfilmung gesehen habe sieht für mich der Graf Amaviva aus wie Luigi Alva und seitdem klingt Rossini so wie der Peruaner. Neben seinem wunderbaren virtuosen Almaviva in Rossinis "Barbier", den er mehrmals in Gesamtaufnahmen gesungen hat, sei auch sein Don Ottavio in Guilinis "Don Giovanni"-Aufnahme erwähnt. Alva gibt da eine der technisch und musikalisch perfektesten Wiedergaben der schwierigen Arie aus dem zweiten Akt ab, die ich kenne. Aus kindlicher Prägung heraus, und für seine Stimmschönheit und Koloraturtechnik gehört für mich Luigi Alva also auch in die Top Ten.


    Walter Berry: Ich weiß, dass Berry ein enorm vielseitiger Sänger war, ich kenne aber fast ausschließlich Mozart-Rollen von ihm. Mit Charme, Intelligenz und sympathischer vis comica singt er Masetto, Leporello, Papageno, Figaro und Colas, mit machtvollem Bass das Bassolo in Mozarts "Requiem" und den Alfio in "Cavalleria rusticana". Er ist nie schlecht, oft hervorragend und manchmal grandios - ein Sänger, dem man immer wieder gerne zuhört.


    So, die Zehn wären damit voll, die Auswahl viel schwer. Nun war Cosima so gnädig, noch fünf Namen auf der Liste zu erlauben, wer von den weiteren Rängen, wer aus der zweiten Reihe kommt also noch mit in mein persönliches Sänger-Olymp? Ich entscheide mich schweren Herzens und ohne Verstand für:


    Roberto Saccá: Die Toten oder nicht mehr Aktiven haben ein gewaltiges Übergewicht in meiner Liste, fürchte ich. Hier also als erstes ein Sänger, der neben Piotr Beczala zu meinen Lieblingstenören unter den aktuell Aktiven zählt. Wie sein polnischer Kollege ist auch Saccá mir zuerst in den Fernsehaufzeichnungen aus dem Zürcher Opernhaus aufgefallen, er singt im Mozart-Zyklus von Flimm und Harnoncourt sehr sympathisch und überzeugend Ferrando und Don Ottavio. Auf seinem bisher einzigen Solo-Album präsentiert er sich dann als nicht nur kompetenter, sonder begeisternder Interpret des Belcanto-Repertoires. Es gibt nicht viele, die heute so einen Tonio (La fille du régiment") oder Edgardo ("Lucia di Lammermoor") singen können. Stimmschönheit, musikalische Integrität und solide Technik gehen hier Hand in Hand.


    Rodney Gilfry: Auch ihn habe ich durch die Aufzeichnungen aus Zürich kennen gelernt, auch er gehört zu den noch Aktiven. Der amerikanische Bariton ist bei uns nie so recht bekannt geworden, aber sein Don Giovanni steht für mich auf einer Stufe mit den Interpretationen Cesare Siepis und Ruggero Raimondis. In Stimme und Darstellung steht Gilfry eindeutig in der Tradition dieser berühmten Rollenvorgänger. Mit samtweich gefährlicher Stimme, perfektem Legato und Tigerblick wickelt er seine Umwelt ein - wie er das macht, stimmlich wie darstellerisch, das qualifiziert ihn eindeutig für einen Platz in dieser Liste.


    Ettore Bastianini: Noch ein Vertreter der tieferen Stimmlagen und noch ein Sänger, der vor allem durch seine Stimmschönheit beeindruckt. Bastianini begann seine Laufbahn als Bassist und behielt auch nach seinem Wechsel ins Baritonfach als großes Plus eine edle, klangvolle Stimme mit guter Tiefe und profund schwarzem Klangcharakter. Für mich ist es eine der schönsten Baritonstimmen, die es im italienischen Fach gab.


    Je näher ich dem Ende meiner Liste komme, umso leider tut es mir um die großartigen Sänger, die ich jetzt nicht nennen kann. Obwohl meine Liste recht tenorlastig ist (die wärmen in dieser kalten und dunklen Jahreszeit so gut, entscheide ich mich auch bei den beiden letzten noch zu vergebenen Plätzen für Tenöre:


    Werner Güra: Einen Juan Diego Flórez oder Rolando Villazon brauche ich nicht zu loben, mit Piotr Beczala und Roberto Saccá habe ich schon zwei Tenöre genannt, die mir von den aktuellen Opernstars besonders am Herzen liegen. Dazu gehört auch Werner Güra, der sowohl in Opernpartien, z. B. von Mozart und Haydn, als auch mit Liedern, als auch mit geistlicher Musik (z. B. Weihnachtsoratorium unter R. Jacobs) reüssiert. Seine Stimme gehört für mich zu den schönsten Tenorstimmen unserer zeit, er kann mit herrlichem Schmelz die Kantilenen der Mozart- und Haydnopern aussingen, er gestaltet die Erzählungen des Bachschen Evangelisten unmittelbar und direkt, wie eine spannende Geschichte, er kommt als wandernder Müllersbursche (in Schuberts "schöner Müllerin") in Stimmschönheit, Jugendlichkeit, Unmittelbarkeit und Gefühlstiefe fast an den unvergleichlichen Fritz Wunderlich heran. Die Vielseitigkeit und die Qualität seiner Arbeit rechtfertigen aus meiner Sicht einen Platz in dieser Lieblingsliste.


    Peter Seiffert: Er ist nicht immer gut, aber wenn er gut ist, dann können seine Interpretationen zum Ereignis werden. Hat man Seiffert gehört, weiß man, wie schön eigentlich Wagner klingen kann. Sein Max ist ein differenziertes Charakterporträt von großer Eindringlichkeit, sein Florestan der beste, den ich kenne. Diese Rolle ist schwer und man hört an ihr immer wieder auch namhafte Sänger scheitern. Wer das so singen, durchleben und gestalten kann wie Peter Seiffert unter Harnoncourt, der gehört ganz ohne Zweifel zu den besten Sängern unserer Zeit.


    Auf der Strecke blieben jetzt zum Beispiel Kwangchoul Youn, René Pape, Matti Salminen, Kurt Moll, Paata Burchuladze, Robert Holl, Alexander Malta, Claas-Haakan Ahnsjö, Deon van der Walt, Tancredi Pasero, Benjamino Gigli, Renato Bruson, Ferruccio Furlanetto, Ruggero Raimondi, Eberhard Wächter, Juan Diego Flórez, Rolando Villazon, Georg Hann und und und...


    Melomanische Grüße,
    Lars


    :wink:

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Ich habe weiter oben erst einmal nur 12 genannt; jetzt hat Lars mich mit seiner Liste - Stichwort Luigi Alva - daran erinnert, dass es noch einige hell timbrierte Tenöre gibt, deren Aufnahmen sich öfters bei mir im Player drehen. Helle lyrische Tenöre sind eigentlich - trotz Corelli und di Stefano, die schon weiter oben in meiner Liste auftauchen - meine Lieblings-Stimmfarbe, daher:


    13. David Devriès: Das Vibrato mindestens ebenso grenzwertig wie bei Calleja, fast eine "Chanson-Stimme", dennoch - oder gerade deswegen - höre ich die wenigen Aufnahmen, die von ihm aus dem französischen Fach überliefert sind (in erster Linie aus den 10er und 20er Jahren des letzten Jahrhunderts) sehr gern.


    14. Lothar Odinius: zur Abwechslung mal wieder einer der heutigen ;+) ; ich würde ihn, nachdem ich ihn mit der Serenade und einigen Canticles im Rundfunk gehört habe, gern auch in CD-Einspielungen mit Brittens Musik hören, die es aber wohl leider noch nciht gibt. Auch z.B. Schuberts Lieder höre ich gern mit ihm.


    15. Karl Erb: Von ihm gibt es einige Aufnahmen von Opernarien, die man eher als provinziell bezeichnen kann, andere wiederum, und vor allem die Schubert-Lieder, haben eine Eindringlichkeit und Ambivalenz im Singen, die dem schlicht-innigen oder opernhaft-pathetischen Duktus, in dem diese Lieder in der ersten Hälfte des 20. Jh.s oft gesungen wurden, zumindest in meinen Ohren stark entgegenstehen. Stilistisch teilweise recht eigenwillig (war auch wohl Autodidakt), aber ich höre zumindest einen Teil seiner Aufnahmen sehr gern.


    Ja, und dann ist da noch Luigi Alva. Sein Alvaviva, hat mich auch dermaßen geprägt, dass ich immer denke, dass alle Grafen Almaviva klingen müssten wie er es tat. Eigentlich müsste er daher auch in meine Liste hinein. Alle weiteren Aufnahmen, die ich mit ihm gehört habe, haben aber nicht so stark bei mir verfangen, warum auch immer. Ich müsste vielleicht mal wieder ein paar mehr Aufnahmen mit ihm hören, vielleicht ändere ich dann meine Meinung wieder. ;+)



    :wink: Petra


    wünscht schon mal allen Melomanen einen guten Start ins neue Jahr. :vv:

  • Richard Tauber


    Joseph Schmidt


    Sergej Lemeshev


    Juan Diego Florez


    Jussi Björling


    Franco Tagliavini


    Heinrich Schlusnus


    Lawrence Tibbett


    Ettore Bastianini


    Mario Zanasi


    György Losonczy


    Michael Bohnen


    George London


    José van Dam


    Mihály Székely



    LG, Bassbariton :wink:

    Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten...


    GB

  • Guten Morgen und ein frohes Neues Jahr. Ich will mal versuchen, meine liebsten Sänger in einer Reihe aufzustellen,- obwohl, so eine richtige Rangfolge als Werturteil ist es nicht, das fällt mir zu schwer.


    Fischer-Dieskau
    Gerhaher
    Haefliger
    Pregardien
    Scholl
    Schiotz
    Souzay
    Simoneau
    Güra
    Mertens
    Quasthoff


    wenn ich richtig gezählt habe, sind das 11 Plätze. Kann ich den Rest verschenken?


    lg vom eifelplatz, Cris.

  • Jetzt wage ich mich auch an die Wahl - nach Stimmlagen und nicht gereiht:



    Tenor


    Alva, Bergonzi, Gedda, Kraus, Schreier, Tucker, Vanzon



    dunkle Stimmen


    Capecchi, Corena, Panerai, Pinza, Siepi, Taddei, Talvela, Warren



    mit Neujahrsgrüßen aus Wien


    Michael

  • Ich nun auch mal:


    Bei mir quer durcheinander.


    Erst mal lebende/aktive Künstler: Im Augenblick höre ich besonders viel von Christian Gerhaher. Nachdem ich ihn in der Philharmonie mehrfach live erleben konnte (beispielsweise in den "Königskindern" konzertant mit dem DSO unter Metzmacher), fange ich mit ihm auch langsam an, Lieder zu hören. Für mich der ausdrucksstärkste Sänger, den ich erleben konnte. Und wenn ich schon bei Liedern bin: Christoph Pregardien und Andreas Staier (zu Fi-Di fehlt mir der Zugang; klingt mir nach wie vor zu manieriert, künstlich, gewollt, aber ich probiere mich da mal weiter durch).
    Bei den "Königskindern" in Berlin auch dabei: Klaus Florian Vogt. Ich weiß, ich weiß - der ist ja nur ne Kindertrompete. Ist er das? Für mich ehrlich gesagt nicht. Hat mir in "Lohengrin" (DVD, Nagano) und "Meistersingern" (DVD, Weigle) sehr gut gefallen. Vielleicht deshalb, weil er eine klare, reine Höhe hat. Bei den Katharina-Wagner-Meistersingern als Beckmesser von besonderer Qualität: Michael Volle.
    Auch immer mal in Berlin zu erleben: Thomas Quasthoff; ich bin mir nicht sicher, ob seine beste Zeit vielleicht schon hinter ihm liegt (das können andere bestimmt weit besser beurteilen); ich habe aber stets den Eindruck, jemanden zu erleben, der seine Partie intellektuell wie emotional durchdrungen hat.
    Und wenn schon Berlin, dann Staatsoper, dann René Pape. Sogar als indisponierter Gurnemanz überzeugte er, oder als Boris Godunow habe ich ihn in bester Erinnerung. Apropos Bass: natürlich Matti Salminen.
    Dann die Ehemaligen. Bässe: Kurt Moll, Theo Adam, Franz Crass (für Boulez' Parsifal).
    René Kollo für seine Wagner-Interpretationen, dto. Wolfgang Windgassen.
    Ohne ihn wäre meine Liste nicht komplett: Fritz Wunderlich.
    Einen habe ich noch in petto, falls mir irgendjemand durchgerutscht ist.

    Jein (Fettes Brot, 1996)

  • So viele wie gewünscht fallen mir auf Anhieb gar nicht ein. Und die mir spontan einfallen, von allen gibt es m.W. gar keine Aufnahmen:


    Christopher Ventris - besonders für seine Rollengestaltung des Siegmund in der Oper Köln


    Miljenko Turk - für alle seine Partien (die ich mit ihm erleben durfte) an der Oper Köln

    Wolfgang Koch
    - für seine Nase in Essen und den Sachs / Meistersinger in der Oper Frankfurt


    Jens Larsen - für alle seine Partien (die ich mit ihm erleben durfte) an der Komischen Oper Berlin

    Christian Gerhaher
    - für seine Mahler Lieder und den Papageno / Zauberflöte bei der Ruhrtriennale in Bochum


    Ian Bostridge - für seine Interpretationen von Britten-Liedern. Auf CD und vor einigen Jahren im Britten-zyklus der Kölner Phil.


    Diese Sänger zeichnet für mich aus, daß sie alle sehr textverständlich, intensiv von der Stimmgestaltung und mit Spielfreude auftreten (letzteres natürlich bezogen auf szenische Aufführungen). Und ganz bestimmt gibt es noch viele andere die mir einfallen werden und hier noch ungenannt sind.

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