Rolling Capriccio - No-go-Area

  • Rolling Capriccio - No-go-Area

    Audiamus wollte es ja nicht anders:

    Bevor ich einen Thread zu den Lieblings-Groupies starte, eröffne ich zunächst eine Lästerecke zu all dem Kram, der gar nicht geht. Ich starte den als Nullachtfuffzehnschreiber und beende ihn notfalls als Moderator, wenn ihr zu böse werdet. (Das heißt: Meiner Meinung nicht entspricht! :D )

    1
    Queen
    Ja, ja. Quecksilber-Freddie kann singen. Aber warum singt er so einen Schrott? Grausam aufgeblasene Arrangements frei jeden Geschmacks wurden sich ausgedacht. Und dann mit mittelmäßigen Gitarrenquälereien und Bierzelt-Schlagzeug umgesetzt. Da kann Freddie den Oberkiefer noch so sehr blecken: Um ihn herum herrscht pure Sinnlosigkeit in Cinemascope!

    2
    ABBA
    Töne im Glitzer-Strampelanzug. Unehrlich, aufgesetzt und höchstens mit nihilistischem Discofieber der Endsiebziger zu entschuldigen.

    3
    U2
    Wenn der Graf angibt, dass seine Freundin wie Whitney Houston aussah, erkläre ich feierlich, zum ersten Mal zu U2 geknutscht zu haben. Das war 1985. Sie hieß Bärbel. Und seitdem? Keine Ahnung, was Bärbel so treibt, aber Bono jammert 25 Jahre später immer noch rum, rettet nebenbei Afrika bei gleichzeitigen dubiosen Unternehmensgründungen an der Wall Street. Der Gitarrist mit dem originellen Namen "The Edge" wabert stetig fantasielos durch die Takte. Man tourt mit ca. 1000 Sattelschleppern Bühnenequipment durch die Weltgeschichte, um schlecht arrangiertes Liedgut vorzuhalten, dem ich in meiner Eckkneipe maximal eine halbe Stunde geben würde. U2 ist wie Hui Buh: Nicht schön, Angst macht's aber auch nicht.

    4
    Oasis
    Liam hat Noel eine gehauen. Noel redet nicht mehr mit Liam. Dann machen sie eine neue Platte. Dann haut Noel dem Liam eine. Woraufhin Liam im Flugzeug randaliert. Durst haben alle beide reichlich. Und beide finden die Beatles Scheiße. Und die Stones auch. Und irgendwie eigentlich alle. Und die Marketing-Abteilung freut sich, dass man ohne Musik soviele Platten verkaufen kann.

    LG
    C.

    „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

  • Oasis

    :thumbdown:

    Zitat

    U2

    :thumbdown: :thumbdown:

    Zitat

    ABBA

    :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown:

    Zitat

    Queen

    :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown:

    Danke, Carsten! Ich setz' das jetzt lieber nicht fort (wir wollen doch neuerdings nur noch positiv sein!) - aber das mußte mal gesagt werden!

    Obwohl: Prince..., auf andere Art fast so schlimm wie Queen... :pfeif:

    Bernd

    Fluctuat nec mergitur

  • Hallo Carsten, erstmal ein verkommenes :thumbup: .

    Zu TOP 1: Ich mag die Queenies auch nicht, hatte nie ne Platte, aber manche Songs sind einfach klasse. Nur nicht die bekannten.

    Zu TOP 2: "Duauch" sind nun mein Fall genausowenig, aber was Bonos sozial-politisches Engagement mit ihrer Musik zu tun haben soll, kapier´ ich nicht. Das mit dem Wabern stimmt hingegen. Ist halt sehr auf Bombast getrimmt. Und die gaaaanz großen Gefühle (die sich bei den Puristen dann nicht einstellen mögen).

    Zu TOP 3: Strampelanzug mag sein, aber was für...äh...geballte Weiblichkeit darinnen: (Um Vergebung, aber... 8o )

    "http://www.getabba.com/coppermine/alb…ygirls_diff.jpg"

    "http://www.getabba.com/coppermine/alb…ba_onfloor2.jpg"

    Da ich gestern schon den einen Teil meiner kindlichen Sexualsozialisation dargelegt habe, hier der andere, frühere (die Welt hat drauf gewartet): Als ich so 6 oder 7 war, hatten zwei Mädchen, die waren schon doppelt so alt wie ich, Abba-T-Shirts mit den jeweiligen Damen drauf: Anja Agnetha und Vera Frida. Ich brauche nicht groß von "Prägung" oder "Auslösefunktion" zu fabulieren, um klarzustellen: Aus der Nummer kam ich nicht mehr raus. Seitdem mag ich die Abba-Tanten recht sehr. Sie haben formal viel zu bieten und konnten wirklich guten Popgesang liefern. :yes:

    Ganz abgesehen von diesen Aussichten, so schauen seelenvolle Frauen:

    "http://www.getabba.com/coppermine/alb…a/Ag79dream.jpg".

    Von wegen "Hole in your soul", "unehrlich", "aufgesetzt"...!

    Daneben schlicht und einfach mal auf die Struktur der Songs achten, wie berückend melodiös und selbstsicher stillos sie komponiert sind, und dann wie Bono (bei 2:39) niederknien:

    "

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    ".

    :juhu: We ARE unworthy...

    Zu TOP 4:

    Hitler´s reaction to the Oasis split: "

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    " (Ton abdrehen)

    Noel Gallagher reveals his Top 10 bands of all time: "http://www.nme.com/news/oasis/39454"


    Mal wieder dagegen, vor allem gegen die, wo dagegen sind,

    Dein Al :wink:


    "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

  • Lieber Carsten, :juhu: :juhu: :juhu:

    volle Unterstützung! Wunderbar auf den Begriff gebracht! Wobei ich Oasis erst mal auf Youtube nachrecherchieren mußte. Hatte ich nie gehört. Waren nie durch meinen musikalischen Alltagsspamfilter (kein TV, kein Popradio, Freunde mit Musikgeschmack) gedrungen.

    Wobei ich an Queen, neben allem anderen, auch den Freddie mit seinem opernhaften Pathos sogar ganz besonders unerträglich finde - Queen sind Puccini in Pop!

    Zu ABBA - unerträglicher gehts nicht! Schlagerfröhlichkeit im Discostampf! - fällt mir dann doch etwas positives ein: Der Gitarrist Janne Schaffer hat da zeitweilig die Kohle verdient, um schöne Jazz-und Funk-Platten aufnehmen zu können,

    Was ich auch mit meinem Spamfilter eigenbrötlerischer Lebensführung früher nicht ganz von mir abhalten konnte, also meine ersten eigenen Nominierungen für Unerträgliches:

    - Elvis Presley - alles was über sentimentalst hervorgeschnulzten Schluchzschmalzschlager hinausging, war von Afro-Amerikanern geklaut und widerwärtig entstellt.

    - Depeche Mode - Synthetik-Muzak für Popper mit Abitur.

    - Marillion - das war der "Prog-Rock" für Manta-Fahrer und ihre Blondinen.

    - AC/DC - zu den fällt mir einfach nix mehr ein.

    :wink: Matthias

  • ...
    - Depeche Mode - Synthetik-Muzak für Popper mit Abitur.
    ...

    Was haben Dir bloß die armen Popper angetan? :S

    Im Übrigen kann ich alles bisher Angefügte gut mittragen/nicht ertragen (Ausnahme vermutlich "Don't stop me now" von Queen, schönes Lied).

    Hinzufügen möchte ich noch Marius Müller-Westernhagen und Herbert Grönemeyer. Deren sogenannte Rivalität ist noch weit absurder als die zwischen beispielsweise Blur und Oasis, denn peinlich sind doch beide deutschen Betroffenheitsbarden.

    :wink:

    Jein (Fettes Brot, 1996)

  • Was haben Dir bloß die armen Popper angetan?

    Na wenn ich schon gepflegte Feindbilder aus der Adoleszenz auspacke :D Und wo ich schon mal dabei bin, überhaupt Dico :shake:

    Hinzufügen möchte ich noch Marius Müller-Westernhagen und Herbert Grönemeyer.

    Na, Gröhölemeyer mit seinem seltsamen Pressgesang find ich aber noch viel unerträglicher. Aber stimmt schon, Müller-Westernhagen holt von Jahr zu Jahr auf, sind hier ganz richtig nominiert. Dabei muß ich zugeben, dass ich von Müller-Westernhagen sogar eine LP habe, irgendetwas frühes, eher Bluesrockiges. :stumm: Aber geschenkt bekommen und seit mindestens 20 Jahren nicht mehr gehört.

    :wink: Matthias

  • Wobei ich Oasis erst mal auf Youtube nachrecherchieren mußte. Hatte ich nie gehört. Waren nie durch meinen musikalischen Alltagsspamfilter (kein TV, kein Popradio, Freunde mit Musikgeschmack) gedrungen.


    :mlol: Du bist echt ne Knolle!

    Aaaaaaaalso:

    Queen ist prätentiös. Aber nicht schlecht. Wir dürfen nicht Attitüde mit musikalischer Substanz verwechseln.

    ACDC ist lächerlich. Habe keine Platte von denen. Aber viele Songs sind richtig straight und gefällig.

    ABBA ist overdone. Aber auch underrated. Mir sagt das was. So bin ich eben.

    Um nicht nur große Namen zu bashen, hier was völlig Unerträgliches:

    Leichenwetter

    "

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    Der Text allein ist schon ein Verstoß gegen die Genfer Beschlüsse.

    Wir haben hier dasselbe Problem wie schon bei "Eben krass gehört": Man kann sich natürlich mit Subkultur hervortun und sich wahnsinnig geschmäcklerisch vom Mainstream distanzieren. Das machen einige ja auch bei "Klassischer Musik" so. Aber was soll das? Muß man die Beatles nur deshalb doof finden, weil die jeder kennt? Oder weil man die selbst schon lange kennt? Oder weil Mami und Papi die auch mögen?

    Ich bin ja sehr für Poserei am rechten Ort zur rechten Zeit, aber wir müssen uns entscheiden, ob wir die Musik (notfalls auch die Texte) einer Wertung unterziehen wollen, oder ob wir über uns selbst und unsere Weltanschauung reden möchten. Ich mein, es geht ja beides, siehe den Grabbel-Grafen oben...

    Ich habe z.B. Oasis gekannt, bevor die irgendjemand in D kannte (außer meinem Freund Tobias, aber der kannte die vermutlich schon, bevor es sie gab). Und? Soll ich, wenn sie umfassenden Erfolg haben, mir zwanghaft neue Nischen suchen, wo ich mich wahnsinnig besonders wähnen kann? Hier per exemplum bin ich ja fast schon was "Besonderes", wenn ich Oasis hochhalte. Aber darum geht es gar nicht.

    Dasselbe Spiel, wenn die Diskographie eines und desselben Künstlers zur Disposition steht. Frühe Platten sind ja immer tooooll, da war der noch so unverbraucht und keiner kannte ihn (was für ein Vorteil). Doch dann hat er verkauft und jetzt ist er ein Schatten seiner selbst. Kinder, so einfach ist das manchmal nicht. Wenn auch bei Oasis leider zutreffend....

    Naja. Wie auch immer. Ich glaube, am beliebtesten sind bei den meisten von Euch Künstler, die von wenigen handverlesenen (und deshalb sicher immer kompetenten) Menschen gekannt werden. Dann kann man sich so muggelig aneinanderkuscheln und sich furchtbar elitär vorkommen. Die doofe Masse kapiert´s nicht (die fällt auf Glitter und Kommerz rein), und die ästhetische Intelligenz des Landes weiß, was sie an sich selber hat.

    Oh ja...


    Al :wink:


    "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

  • Stellt Euch mal für einen Moment vor, wir hätten Herbst ´94 und Ihr würdet unvorbereitet das im Radio hören:

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    Die Chuzpe, diese Schnoddrigkeit, würden sie Euch nicht gefallen? Oder wäre das wieder zu wenig distinguiert?


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  • Wir haben hier dasselbe Problem wie schon bei "Eben krass gehört": Man kann sich natürlich mit Subkultur hervortun und sich wahnsinnig geschmäcklerisch vom Mainstream distanzieren.

    Vielleicht ist vieles von dem, was einige für abgelegenes Zeugs halten, aber auch gar nicht so abgelegen, wie sie glauben. Nicht alles was Leute mit ausgeprägtem Tunnelblick nicht sehen, muss in i-welchen dunklen Nischen versteckt sein. :P

    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Auch das. Konzedier ich.


    "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

  • ...
    Naja. Wie auch immer. Ich glaube, am beliebtesten sind bei den meisten von Euch Künstler, die von wenigen handverlesenen (und deshalb sicher immer kompetenten) Menschen gekannt werden. Dann kann man sich so muggelig aneinanderkuscheln und sich furchtbar elitär vorkommen. Die doofe Masse kapiert´s nicht (die fällt auf Glitter und Kommerz rein), und die ästhetische Intelligenz des Landes weiß, was sie an sich selber hat.

    Oh ja...
    ...

    Ich beame mich ins Jahr 1981. Ich bin 15. "Palais Schaumburg" von der gleichnamigen Band erscheint. Schräg. Nicht eingängig. Hat aber was. Ein Freund hat bei der Freundin des Bassisten Nachhilfe. Cool. Wir haben Holger Hiller (den Sänger) in der U-Bahn gesehen. Mannomann. Wir gehen zum Konzert. Wir hören erstmals Rap, weil Kurtis Blow mit auf die Bühne kommt. Oweia, wie cool. Wie anders. "Grü-nes-win-kel-ka-nu-ich-dreh-dir-den-hals-he-rum" - krieg ich nie wieder aus meinem Kopf raus.

    Natürlich hat Pop, namentlich in solchen Lebensjahren, viel damit zu tun, dass man irgendwo dazu gehört, und also sich von anderen abgrenzt. Wär ja wohl noch schöner.

    Aber das trägt natürlich nicht auf ewig. Anders formuliert: "Palais Schaumburg" waren anders, haben aber auch einfach besondere Musik gemacht, die mich nach wie vor ansprechen kann. Die bloße Pose würde mir jetzt nicht mehr weiterhelfen, es sei denn, dass ich wohlige Jugenderinnerungen heraufbeschwören will.

    Musik finde ich nach wie vor da am interessantesten, wo sie mir originärer Selbstausdruck zu sein scheint. Wie dies gelingen soll, wenn man vorrangig etwas nachahmt, oder so eingängig wird, dass man ins Beliebige driftet, erschließt sich mir nicht.

    Ich jedenfalls bin froh über alle Anregungen, die ich hier, also auch in den "Rolling - ..."-Threads erhalten habe. Merci beaucoup!

    :wink:

    Jein (Fettes Brot, 1996)

  • Musik finde ich nach wie vor da am interessantesten, wo sie mir originärer Selbstausdruck zu sein scheint. Wie dies gelingen soll, wenn man vorrangig etwas nachahmt, oder so eingängig wird, dass man ins Beliebige driftet, erschließt sich mir nicht.


    Naja, also! Eingängigkeit ist doch nicht mit Beliebigkeit gleichzusetzen. Und was oder wen bitte hätten die Beatles nachgeahmt? Das anregungsfreie Kunstwerk wirst Du wohl nicht finden. Goethe hat einmal gesagt: "Mein Werk ist das Werk eines Kollektivwesens". Wer sich aus der Pluralität solcher ästhetischen Diskurse ohne Not ausklinkt oder ihre Vielfalt restringiert, um überleben zu können, muß sich fragen lassen, ob hier nicht das Handwerkszeug nicht ausreicht, um sich grenzübergreifend verständlich zu machen.

    Es gibt ein Originalitätspostulat in der gesamten modernen Kunst, das meiner unmaßgeblichen Ansicht nach zu wesentlich mehr Krampf als entspannter Suche nach tatsächlich Neuem geführt hat. Mit Traditionen zu brechen bedeutet auch nicht immer automatisch, etwas Neues in die Welt zu bringen. Und auf die hilflose Selbstaussprache vieler Künstler kann ich liebend gern verzichten.

    Womöglich ist das hier eher ein Streit zwischen betonter Subjektivität und angestrebtem Ausruck intersubjektiver Befindlichkeiten. Ich finde nichts Verwerfliches daran, daß z.B. "God only knows" von den Beach Boys so vielen Menschen "etwas sagt". Es ist originell instrumentiert, formal aufgebrochen (durch den Mittelteil) und in seinem Ausdruck ein echtes Novum in der musikalischen Landschaft um 1966. Das sagt mir auch beim 1000sten Hören etwas. Aber das ist bei, sagen wir: Algabal sicher mit Muse auch nicht anders.

    Ich lasse ihm die Muse ja, er mir aber meine ausgetretene und doch unaustretbare Oase nicht als Rückzugsgebiet. Ästhetische Kommuikation tut not. Ich glaube, ich entwickele da mal theoretisch etwas Geschmeidiges... :huh:


    Al :wink:


    "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

  • Ich lasse ihm die Muse ja, er mir aber meine ausgetretene und doch unaustretbare Oase nicht als Rückzugsgebiet.

    Quatschkopp! Ich hab mich in eure/Euro Origialitäts-Subkultur-Mainstream-Was-kennst-Du-fürn-Zeugs-und-warum-hörste-das-und-warum-hörst-du-nicht-lieber-das-was-ich-gut-finde-und-deine/meine/seine/ihre-liste-ist-aber-superer-als-deine/meine/seine/ihre-liste-Diskussionen hier und in den anderen Threads bisher gar nicht eingemischt. Also: Ich lasse Dir alles was Du willst. Im übrigen hab ich - soweit ich weiss - keine No-Go-Liste eingestellt oder mich einer angeschlossen (Negativlisten find ich sowieso doof).
    Gegen Deine Oasis-Oase hab ich gar nix - hab sogar Platten von denen (woran du schuld bist - ebenso wie an meinen Greenday-Platten). Ja, ich schätze - so ganz subjektiv - aktuell Muse erheblich mehr als Oasis (und als ich Oasis je geschätzt habe). Na und? Watt kratzt dich datt? Und mal ehrlich: aktuell ist Muse in etwa so mainstreamig wie Oasis Mitte der 1990er - naja, nicht ganz so, aber fast ...

    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Lieber Al-Graf!

    Zitat

    Und was oder wen bitte hätten die Beatles nachgeahmt?


    Na, ein Glück, dass ich so etwas gar nicht geschrieben hatte; immerhin habe ich die Beatles auch auf Nummer 1 gesetzt, bei den Bands. Andererseits: Wenn ich Lemmy Kilmister von Motörhead richtig aus dem Gedächtnis zitiere, plagiieren sowieso alle Pop-Bands nur die Beatles oder haben sich seitdem nichts Neues einfallen lassen oder so.

    Zitat

    Ich finde nichts Verwerfliches daran, daß z.B. "God only knows" von den Beach Boys so vielen Menschen "etwas sagt". Es ist originell instrumentiert, formal aufgebrochen (durch den Mittelteil) und in seinem Ausdruck ein echtes Novum in der musikalischen Landschaft um 1966. Das sagt mir auch beim 1000sten Hören etwas.


    Ob es in seinem Ausdruck damals ein echtes Novum war? Weis nich. Aber ich denke auch, dass darin eine besondere Qualität liegt, deshalb ist es ja einer meiner hier gelisteten Lieblingssongs.

    Was mich beispielsweise bei Oasis störte, war dieses eindeutige Ausrichten auf die Beatles. Warum nicht eigenständiger? Die Smiths oder eben auch Blur haben das doch auch hingekriegt. Aber was soll's, meine Frau legt die nach wie vor ganz gern mal auf, die Oasen - warum auch nicht?

    :wink:

    Jein (Fettes Brot, 1996)

  • Marillion - das war der "Prog-Rock" für Manta-Fahrer und ihre Blondinen.

    Ich habe die als G-Punkt-Streichler für Sozialkunde-Lehrerinnen im Referendariat erinnerlich..., aber du hast Recht, lieber Matthias: Ganz schlimm!

    LG
    C.

    „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

  • Andererseits: Wenn ich Lemmy Kilmister von Motörhead richtig aus dem Gedächtnis zitiere, plagiieren sowieso alle Pop-Bands nur die Beatles oder haben sich seitdem nichts Neues einfallen lassen oder so.


    "Die philosophische Tradition Europas besteht nur in einer Reihe von Fußnoten zu Platon."

    Alfred North Whitehead

    Jetzt sind wir soweit. Wir reden nur noch in Allgemeinplätzchen. Ich auch. Ich schon immer. Aber jetzt auch Ihr...


    "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

  • Stellt Euch mal für einen Moment vor, wir hätten Herbst ´94 und Ihr würdet unvorbereitet das im Radio hören:

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    "

    Herbst '94 hatte ich das Radiohören bei den einschlägigen Sendern gerade endgültig eingestellt. Aber ich hätte wahrscheinlich gedacht, daß ich den Punk auch noch sch***** finde, wenn die Punker mal 3-4 Gitarrenstunden genommen und ein paar alte Beatles-Platten auf'm Speicher entdeckt haben. :D

    Nee, im Ernst: es gibt (und gab damals) natürlich weit Schlimmeres!

    Bernd

    Fluctuat nec mergitur

  • Status Quo, Wings, ja auch U2. Aber Abba & AC/DC sind doch eigentlich ganz ok. Marillion habe ich mal gern gehört. Aber das ist mir heute eher peinlich.

    :wink:

    Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)

  • Aber ich hätte wahrscheinlich gedacht, daß ich den Punk auch noch sch***** finde, wenn die Punker mal 3-4 Gitarrenstunden genommen und ein paar alte Beatles-Platten auf'm Speicher entdeckt haben.

    Nee, im Ernst: es gibt (und gab damals) natürlich weit Schlimmeres!

    Finde ich aber auch, obwohl ich auch nie der Punk-Fan war. Aber von den Dead Kennedies habe ich sogar etwas. Die Sex Pistols hatte ich sogar auch mal komplett. The Clash finde ich immer noch auf ihre Weise sehr gut. Interessant finde ich das Zustandekommen dieser Bewegung, waren doch zumindest die Sex Pistols eine kalkulierte Retortenband wie andere Boy Groups auch. Aber ihr einflußreicher trotzkistischer Musikmanager Malcolm McLaren hatte irgenwie den richtigen Riecher für etwas, was in der Luft gelegen haben muß.

    Und die produktiven Weiterentwicklungen gab es doch: Aus Punk- wurden PostPunk- und Hardcore-Bands von denen viele zwar nicht die vergleichsweise braven und "etablierten" Beatles für sich entdeckten, dafür aber viele den Dub oder schwarzen Funk und da gleichzeitig der sich von Ornette Coleman her entwickelnde Free Funk sich sehr lebendig entwickelte, darüber nicht selten auch den Free Jazz für sich entdeckten. Gerade Funk und Free Jazz hatten ja auch in vielen Spielarten diesen Protest-Habitus, viel Spielerisches der rauheren Art, auch Dadaistisches und Art brut-haftes. Waren Dub und Funk schon bald auch bei The Clash deutlich hörbar, entstanden so bald Bands wie z.B.Gang of Four, Rip, Ric & Panic, The Pop Groupe, PigBag in GB, vieles z.B. auf dem SST-Label in den USA, The Ex in Holland und viele mehr, wobei einige sehr bald ihre Instrumente beherrschen lernten, nicht selten bis zur höchsten Könnerschaft wie z.B. der Gitarrist Joe Baiza, den ich für einen der besten seines Fachs heute halte, früher bei der SST-Band Saccharine Trust, die einen harmolodischen, funkigen PostPunk-Hardcore im Geiste Ornette Colemans pflegten.

    Heute ist ein sehr lebendiger Übergangsbereich zwischen Hardcore, experimentellem Rock und Free Jazz, in der MusikerInnen dieser Richtungen zusammenarbeiten, entstanden. Viele der heute auch schon nicht mehr Jüngeren sind gar nicht mehr primär einer dieser Richtungen zuzuordnen. Bands, die vom Punk herkamen, wie die heute immer noch aktiven The Ex waren da die Pioniere.

    :wink: Matthias

  • RE: Rolling Capriccio - No-go-Area

    :cry: :cry: :cry:


    1
    Queen
    Ja, ja. Quecksilber-Freddie kann singen. Aber warum singt er so einen Schrott? Grausam aufgeblasene Arrangements frei jeden Geschmacks wurden sich ausgedacht. Und dann mit mittelmäßigen Gitarrenquälereien und Bierzelt-Schlagzeug umgesetzt. Da kann Freddie den Oberkiefer noch so sehr blecken: Um ihn herum herrscht pure Sinnlosigkeit in Cinemascope!

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    ABBA
    Töne im Glitzer-Strampelanzug. Unehrlich, aufgesetzt und höchstens mit nihilistischem Discofieber der Endsiebziger zu entschuldigen.

    :D

    ... Alle Menschen werden Brüder.
    ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    ... Imagine there is no heaven ... above us only sky

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