• Ja genau das meine ich. Ich darf dann auf keinen Fall was anderes dazwischen hören. Wenn ich zB Les Troyens höre und dann aber hier Penderecki zum Musikstück der Woche genannt wird, möchte ich das vielleicht mal kurz einschieben. Das klappt dann eben nicht gut.

    Ich sag ja, ins "Library" verschieben, dann ist die Aufnahme unter "Albums" - "recently added" auch parat. Immer das letzte oben.

  • Was hältst du davon, ausgewählte Sätze zu hören?

    Das mache ich durchaus. Vor allem bei Mahler, weil mir da bei einigen Sinfonien eh nur manche Sätze gefallen, oder bei Bruckner, weil alles auf einmal mir gelegentlich einfach zuviel ist. Die Regel ist es nicht, aber weder unerlaubt noch ehrenrührig in meinen Augen.


    Im Übrigen -- so sehr viel Musik höre ich eigentlich garnicht, finde ich. An manchen Tagen garnicht, an freien Tagen auch mal viel, kaum mal nebenbei (das war früher ganz anders, heut macht es mich nervös), aber ich verbringe sicher doppelt so viel Zeit mit Lesen als mit Musik und ich liebe Filme...


    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Ich glaube, die täglich stundenlang-Hörer sind hier in der Minderheit.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Also ich höre Musik zum Einschlafen und Wiedereinschlafen nachts, manchmal auch noch zum Aufwachen (wenn ich nicht nochmal einschlafen kann Grins1), zum Nachmittagsschläfchen, zum Aus-dem Haus-Gehen und Zurückkommen, eigentlich immer, wenn ich unterwegs bin (zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln). Zu Hause tagsüber höre ich selten bewusst Musik, meistens dann aber mit Bild dazu, also audiovisuell ein Konzert-Video oder auch Opernvideo. Oder eben (zumeist abends) audiovisuell LIVE im Opernhaus (so wie gestern in der Berliner Staatsoper die "Jenufa") oder im Konzert.

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • aber die Sachen wo mit kreischenden Frauenstimmen zu rechnen ist, hörst du sicher nicht zum Einschlafen, oder wie ist das

    Nee, solche Stücke schätze ich grundsätzlich nicht, wo Frauen kreischen, "Elektra" ist alles andere als meine Lieblingsoper. :D

    Entweder "Parsifal" 3. Akt (da ist der Frauenanteil gerade richtig Grins2) oder "Parsifal" 1. Akt oder "Tristan" 3. Akt oder "Tannhäuser" 3. Akt auch mal Sibelius-Tondichtungen oder Beginn "Gurrelieder" oder Mahler 2 oder Mahler 3, für's Nachmittagsschläfchen eher Mozart-Requiem oder Dvorak Stabat Mater oder Brahms-Requiem, am besten alles in mit wohlvertrauten Aufnahmen mit mit wohlvertrauten Interpreten, da kann ich die Zeitabläufe am besten (unterbewusst) mitverfolgen.

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Corona hat vieles verändert. Durch Home Office habe ich morgens ca. eine Dreiviertelstunde und abends eine halbe Stunde mehr. Diese Zeit kommt der Musik zugute.

    Morgens zwischen 06:00 und 07:00 Uhr etwa eine Stunde auf der Orgelbank, alles plus/minus 15-20 Minuten. Dann Frühstück, dabei läuft die erste Musik.

    Nach Feierabend geht es wieder auf die Orgelbank, zwischendurch wird eine Kleinigkeit gegessen, dann weiter mit Musikhören oder -spielen, je nachdem.

    So kommen etwa 2 h Orgel üben und ca. 2 h Musik hören zusammen.

    Algabal kann aber nicht Lesen beim Musikhören, sondern nur Schreiben. Dann bekommt er aber von der Musik nicht wirklich etwas mit, sondern sie ist Hintergrundbeschallung, die andere Geräusche auszublenden hilft. Wenn ich beim Musikhören versuche zu lesen, dann gleiten meine Augen über die Zeilen, ohne dass ich irgendwas aus dem Text dabei aufnehme. Komisch. Aber ist so.

    Glenn Gould hat mal berichtet, dass es ihm leichter fiel, die ziemlich komplexe Partitur von Weberns Variationen für Klavier op. 27 zu lernen, wenn er dabei über Kopfhörer auf einem Ohr Nachrichten auf Englisch und auf dem anderen Ohr Nachrichten auf Französisch hörte. Offenbar braucht ein hyperaktives Gehirn die Volllast, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

    Ein hohepriesterlicher Zugang zum Musikhören ist wohl nicht der alleinig seligmachende Weg.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Weberns op. 27 ist aber nicht sehr komplex, finde ich.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Nee, solche Stücke schätze ich grundsätzlich nicht, wo Frauen kreischen, "Elektra" ist alles andere als meine Lieblingsoper.

    Klytaimnestra sagt ja auch: "ich habe schlechte Träume". Kann man also nicht empfehlen.

    Für mich ist diese Szene eine der wenigen Opernsachen, die ich immer wieder auflege (also ja: bei Opern höre ich Auszüge). Da bin ich hellwach.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Glenn Gould hat mal berichtet, dass es ihm leichter fiel, die ziemlich komplexe Partitur von Weberns Variationen für Klavier op. 27 zu lernen, wenn er dabei über Kopfhörer auf einem Ohr Nachrichten auf Englisch und auf dem anderen Ohr Nachrichten auf Französisch hörte. Offenbar braucht ein hyperaktives Gehirn die Volllast, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

    Ein hohepriesterlicher Zugang zum Musikhören ist wohl nicht der alleinig seligmachende Weg.

    Ich würde behaupten, dass Musik einstudieren und Musik anhören und hinterher sich hier darüber auslassen, wie gut oder schlecht die Interpretation einem gefallen hat, nicht dasselbe sind. Ich musste früher als Studentin in schlecht isolierten Überzellen üben, während nebenan andere geübt haben. Dauerbeschallung von beiden Seiten. Das geht. Aber ich wusste doch nicht, wie gut die da gespielt haben, oder ob es mir gefallen hat, ausser ich habe selber pausiert und denen zugehört.

    Wie will man etwas über eine Interoretation sagen, wenn man sich simultan auf eine andere mentale Arbeit konzentrieren muss. Es kann dann nur punktuell hin und her gehen und ich würde behaupten, dass einem dabei etwas entgeht.

  • Wie will man etwas über eine Interoretation sagen, wenn man sich simultan auf eine andere mentale Arbeit konzentrieren muss. Es kann dann nur punktuell hin und her gehen und ich würde behaupten, dass einem dabei etwas entgeht.

    Darüber hat Gould ja nichts gesagt. Aber wer wollte bestreiten, dass er sogar dies vermocht hätte?

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Jaja. Wir drehen uns wieder im Kreis.

    Jeder kann so Hören wie er will, das ist ja wohl klar, aber wenn ich befürchten muss, dass jemand, der hier Kommentare zu Aufnahmen postet, nebenher einen Aufsatz geschrieben hat oder im Homeoffice on call ist, dann ordne ich den Kommentar eben dementsprechend ein.

    Ich finde dennoch interessant, was die Leute so hören, denn es sind immer Sachen dabei, die inspirieren oder weiterführen.

  • dann ordne ich den Kommentar eben dementsprechend ein.

    Dazu kann man freilich auch andere Informationen heranziehen als diejenige, dass der oder die Hörende nebenbei nicht nur atmete und verdaute und eventuell zwei - bis dreimal pro Minute mit seinen Gedanken abschweifte.

    Ich kann mir sogar Szenarien vorstellen, in denen jemand sagt, eine bestimmte Aufnahme sei ganz furchtbar schlecht - und gerade dann würde ich sehr neugierig werden, diese zu hören. (Natürlich nicht bei den ehrenwerten Mitglieder*innen dieses Forums. Ich denke eher an Hörwitz oder solche Spezialfälle.)

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ob es auch passende Klavierstücke für den Besuch beim Gastroenterolgen gibt?

    Klavier wohl eher nicht. Aber solche mit Kontrafagott...

    (z.B.

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    )

    Sowas muss Dante auch im 21. Gesang in de Commedia vorgeschwebt haben

    ;)

    viele Grüße

    Bustopher


    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
    Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)

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