John Coltrane - Der spirituelle Avantgardist


  • Man muss ja nicht jede Platte von Coltrane lieben - aber wenn man ihn als ganzen Menschen liebt, akzeptiert man auch seine Veränderungen.

    Wahre Toleranz, so scheint mir, ist hier das einzige Heilmittel.

    Zwei Aussagen, die mir sehr gefallen.

    viele Grüße
    Achim

  • Eine recht interessante (wenn natürlich nicht repräsentative oder gar relevante) Umfrage unter einer guten Handvoll Saxophonisten hat gerade die JazzTimes durchgeführt. Die Musiker sollten ihre favorisierten Sax-Aufnahmen benennen, die möglicherweise Einfluss auf ihr eigenes Spiel hatten, die sie aber in jedem Fall für herausragend halten:

    "http://jazztimes.com/articles/30448…ists-on-saxists"

    Coltrane ist dort, soweit ich das korrekt überflogen habe, am stärksten repräsentiert. Wobei auch Sonny Rollins, Joe Henderson und Coleman Hawkins nahezu durchgehend genannt werden. "A Love Supreme" wird von Dave Liebman, Bob Mintzer, Branford Marsalis, Marcus Strickland und Chris Potter angeführt. Da freu ich mich aber, dass die meiner Meinung sind. ;+)

    „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

  • Dass sich McCoy Tyner immer unwohler in der Band fühlte und diese schließlich verließ, woraufhin Coltranes Ehefrau den freigewordenen Platz einnehmen konnte, hatte andere Gründe. Zu diesen kann ich gern mal - falls gewünscht - detaillierter etwas schreiben, wozu ich allerdings meine diversen John Coltrane-Bücher benötige. Zur Zeit habe ich diese allerdings nicht zur Hand. Also muss ich Euch vertrösten.


    Sind die Bücher mittlerweile wieder aufgetaucht? ?(

  • Albert "Tootie" Heath, percussive paragon of modern jazz, dies at 88
    An alert, expressive drummer, Albert "Tootie" Heath was also the last of the legendary Heath Brothers. He died on April 3 in Santa Fe, NM, at 88.
    www.wrti.org

    Der Jazzschlagzeuger Albert "Tootie" Heat ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Heath, dessen Brüder Percy Heath und Jimmy Heath ebenfalls hervorragende Jazzmusiker waren, verstarb gestern an Leukämie.

    Heath war der Drummer beim Debut-Album von John Coltrane 1957 gewesen. Er spielte auch mit Dexter Gordon, Sonny Rollins, Art Farmer, Nina Simone, Wes Montgomery und machte in den 1970-er Jahren Aufnahmen für Xanadu, einem recht guten Label. ebenfalls ab den 1970-er Jahren arbeiteten die drei Brüder regelmäßig zusammen.


    RIP, Mr. Heath

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Heath war der Drummer beim Debut-Album von John Coltrane 1957 gewesen.

    Ich stutze etwas beim Wort Debut-Album. Beim Prestige-Album "Coltrane", aufgenommen am 31. Mai 1957, spielte in der Tat Albert Heath die drums. Älter sind aber die Aufnahmen für das Prestige-Album "Dakar", aufgenommen am 20. April 1957 mit Art Taylor an den drums. Ich vermute aber, Du beziehst Dich auf das Erscheinungsdatum der Alben. Angesichts der Bestellnummer 7105 dürfte das Album "Coltrane" vor dem Album "Dakar" mit der Bestellnummer 7280 erschienen sein.

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • das Prestige-Album "Dakar"

    Ist das überhaupt ein "Coltrane"-Album? Meines Wissens ist das eine in den frühen 60er unter dem (dann schon zugkräftigen) Namen "Coltrane" veröffentlichte Zweitverwertung von Teilen eines 1958 veröffentlichten Albums namens "Baritones and French Horns" (mit Pepper Adams und Cecil Payne), auf dem Coltrane zwar mitspielen durfte, aber weder Leader war noch auch nur einen Tune beigesteuert hat.

    Aber vielleicht erinnere ich das falsch.

    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Ich stutze etwas beim Wort Debut-Album. Beim Prestige-Album "Coltrane", aufgenommen am 31. Mai 1957, spielte in der Tat Albert Heath die drums. Älter sind aber die Aufnahmen für das Prestige-Album "Dakar", aufgenommen am 20. April 1957 mit Art Taylor an den drums. Ich vermute aber, Du beziehst Dich auf das Erscheinungsdatum der Alben. Angesichts der Bestellnummer 7105 dürfte das Album "Coltrane" vor dem Album "Dakar" mit der Bestellnummer 7280 erschienen sein.

    Richtig. es geht um das Debut-Album als LEADER, um es ganz genau zu schreiben.

    Hier zum Nachlesen :

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Ist das überhaupt ein "Coltrane"-Album?

    Jein. Aufgenommen am 20.April 1957, aber erst November 1963 veröffentlicht. Im Original hieß das Album "Baritons and French Horns" und war damals die zweite Seite einer LP, die 1958 herauskam. 1963 kam dann noch einmal - vermutlich im Zuge der Popularität Coltranes - das Ganze noch einmal einzeln als Album von Coltrane heraus.

    Also: Eigentlich KEIN eigenständiges Album von Coltrane, aber später als solches erneut veröffentlicht.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Aufgenommen am 20.April 1957, aber erst November 1963 veröffentlicht. Im Original hieß das Album "Baritons and French Horns" und war damals die zweite Seite einer LP, die 1958 herauskam. 1963 kam dann noch einmal - vermutlich im Zuge der Popularität Coltranes - das Ganze noch einmal einzeln als Album von Coltrane heraus.

    Also: Eigentlich KEIN eigenständiges Album von Coltrane, aber später als solches erneut veröffentlicht.

    Ebent. Aber eben doch schon 1958 (mit)veröffentlicht und dann 1963 recycelt. Eben das schrob ich oben.

    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Ebent. Aber eben doch schon 1958 (mit)veröffentlicht und dann 1963 recycelt. Eben das schrob ich oben.

    Ick weeß.....

    :cincinbier:

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Ist das überhaupt ein "Coltrane"-Album? Meines Wissens ist das eine in den frühen 60er unter dem (dann schon zugkräftigen) Namen "Coltrane" veröffentlichte Zweitverwertung von Teilen eines 1958 veröffentlichten Albums namens "Baritones and French Horns" (mit Pepper Adams und Cecil Payne), auf dem Coltrane zwar mitspielen durfte, aber weder Leader war noch auch nur einen Tune beigesteuert hat.

    Ich habe es jetzt mal in dem empfehlenswerten Buch von Ralf Dombrowski, "John Coltrane: Sein Leben - Seine Musik - Seine Schallplatten", OREOS-Verlag 2002 (S. 119 f.) nachgelesen: Das Album "Dakar" war ein Projekt des Aufnahmeleiters Teddy Charles, der drei der sechs Titel komponierte und sich eine ungewohnte Bläserreihe (ein Tenorsaxophon und zwei Baritonsaxophone) für seine Musik zusammenstellte. Der eigentliche "Leader" der Band ist somit keiner der beteiligten Musiker (d.h. Trane nicht, aber auch keiner der anderen Musiker). Das Album wurde zuerst im Rahmen eines technischen Experiments veröffentlicht, nämlich auf einer Schallplatte mit nur 16 Umdrehungen pro Minute und dadurch extrem langer Laufzeit. Da sich dieser Schallplattenversuch nicht durchsetzte, erfolgte im Oktober 1963 die Veröffentlichung als "normale" LP. Dabei vermarktete Prestige das Album nicht unter dem Namen Teddy Charles (was an sich korrekt gewesen wäre), sondern wählte einen der an der Session mitwirkenden Musiker als den (angeblichen) Leader.

    Kleine Anekdote am Rande: Den Klavierpart sollte eigentlich Thelonious Monk spielen, aber dieser hatte seine Arbeitserlaubnis verloren, weil er bei einer Drogenrazzia seinen Freund Bud Powell gegenüber der Polizei schützte. Es sprang Mal Waldron ein.

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • "Dakar" war ein Projekt des Aufnahmeleiters Teddy Charles, der drei der sechs Titel komponierte und sich eine ungewohnte Bläserreihe (ein Tenorsaxophon und zwei Baritonsaxophone) für seine Musik zusammenstellte. Der eigentliche "Leader" der Band ist somit keiner der beteiligten Musiker (d.h. Trane nicht, aber auch keiner der anderen Musiker).

    Kleine Anekdote am Rande: Den Klavierpart sollte eigentlich Thelonious Monk spielen, aber dieser hatte seine Arbeitserlaubnis verloren, weil er bei einer Drogenrazzia seinen Freund Bud Powell gegenüber der Polizei schützte. Es sprang Mal Waldron ein.

    Waldron hat auch bei den Sessions von Teddy Charles oft mitgewirkt, ebenso bei den Workshops um Charles Mingus und Teo Maceo. Im Grunde war das eine erkennbare Entwicklung: Claude Thornhill - Dave Brubeck (sein Oktett), Miles Davis' "Birth of the Cool-Aufnahmen) hin zu diesen Workshop-Musikern, zu denen man auch durchaus noch Chico Hamilton damals zählen müsste. AUch Dave Amram, Joohn Graas oder Dwike Mitchell-Willie Ruff gehören dazu.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Laut Ralf Dombrowski führte Waldron die vielen Jobs, die er in jener Zeit bekommen hatte, auf folgenden Umstand zurück: "Ich hatte einen Anzug an, war pünktlich und nüchtern." Grins1

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • in dieser fröhlichen Diskussion

    Du hast Recht - unsere Unterhaltung passt nicht in diesen Thread. Könnten einer von den Mods so freundlich sein, die Beiträge über Coltrane in den entsprechenden Thread zu verschieben?

    Carsten
    25. Mai 2009 um 11:27

    Danke!

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Laut Ralf Dombrowski führte Waldron die vielen Jobs, die er in jener Zeit bekommen hatte, auf folgenden Umstand zurück: "Ich hatte einen Anzug an, war pünktlich und nüchtern."

    Dafür erlitt er 1963 einen schweren Nervenzusammenbruch und musste wohl anschließend das Klavierspielen wieder neu erlernen.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Danke fürs Verschieben, aber HIER hätte ich es NICHT platziert. Eher im "Jazz-Talk". Es geht ja zunächst um den Tod von Albert Heath.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Ja, aber nur zunächst. Danach haben wir uns über Coltrane unterhalten und nicht über Heath.

    Außerdem wird auf diese Weise mal wieder - nach über neun Jahren - dieser Thread hier belebt.

    Danke an den wieselflinken Mod! :cincinbier:

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