Eben geglotzt

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  • dieser besonders konsequenten Art des "Regietheaters"

    :D


    Danke, lieber Rideamus, für den weiterführenden Link: Da werde ich mir morgen einen netten Sonntag-Nachmittag mit bereiten!


    LG
    C.

    „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

  • eben am Glotzen: Planet Terror. Scheint mir bisher (nach ca. 20 min.) wesentlich gelungener als sein Fußfetisch-Zwilling death proof



    :wink:

    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • eben am Glotzen: Planet Terror. Scheint mir bisher (nach ca. 20 min.) wesentlich gelungener als sein Fußfetisch-Zwilling death proof



    :wink:


    Echt? Ich bin ein großer Robert Rodriguez-Fan, habe Planet Terror folglich unbedingt gleich im Kino sehen müssen - und hab mich dabei ziemlich gelangweilt. Ich meine, die Idee mit der Kanone als Beinprothese ist schon cool und die Schlussszene, in der das Ding dann auch endlich mal zum Einsatz kommt, auf abstruse Art wirklich sexy. Aber der Plot ist ziemlich sehr behämmert, die Story wird weitgehend spannungslos entwickelt und irgendwie ist der Showdown plötzlich da, nachdem man eine endlose Reihe unappetitlich aufplatzender Exzeme hat anschauen müssen.


    Naja, ich hab halt noch nie so richtig auf Zombiezeugs gestanden ...


    Rodriguez' Glanzwerke sind für mich weiterhin El Mariachi, Desperado, Once Upon a Time in Mexico :juhu: :juhu: :juhu: - und naklar Sin City.


    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Lieber Algy,


    ja, schon, klar, die Spannung wird recht häufig unterbrochen, einiges ist unmotiviert, einiges ist sehr "amerikanisch", einiges muß "behämmert" sein - es handelt sich schliesslich um eine Trashfilmparodie, und die finde ich durchaus gut gelungen. Und Sin City finde ich im Vergleich dazu noch wesentlich unappetitlicher! Die Personen finde ich interessant und witzig (der Zynismus im Krankenhaus, der Wirt der gammeligen BBQ-Bude, der ungeschickte Polizist...) - da habe ich in letzter Zeit wirklich sehr viel langweiligerer Zombiefilme gesehen. Und durch den Kniff der "verbrannten Filmrolle" wird ein lustiges Geheimniskrämerei-Spiel mit dem Publikum gespielt. Und das Spielen mit amerikanischen Patriotismus: "Danke für das, was sie für unsere Nation getan haben!" - Aber was ist schon die Ermoderung Bin Ladens gegen die daraus resultierenden Verärgerung über die Undankbarkeit, die diese ganze Zombieproblematik zur Folge hat... Mir hats gefallen.


    So: jetzt wirds noch schlimmer: vorläufige Abendplanung: erst



    dann vielleicht noch:



    :wink:

    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • Ich verbringe den heutigen Nachmittag hiermit:



    Eine wirkliche Sternstunde des öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehens, das damals seinen Bildungsauftrag noch ernst nahm. Eine Auswahl hoch- und höchstkarätiger (Theater-)Mimen aus Deutschland und Österreich sowie einige bekanntere Tschechen, Dänen usw. in Nebenrollen garantieren für die schauspielerische Qualität. Herausragend für mich neben Boysens Wallenstein der Ferdinand von Romuald Pekny und der Maximilian Werner Kreindls. Auch an der Ausstattung wurde wahrlich nicht gespart, der Dreh an Originalschauplätzen, aufwendige historische Kostüme, Waffen, Uniformen, Möbel, Geschirr etc. belegen, dass es sich damals (1977/78) um die mit 8 Millionen Mark bis dato teuerste deutsche Fernsehproduktion handelte. Die Inszenierung nimmt sich viel Zeit für Details und bietet Tableaus, die wie gemalt aussehen. Im "Soundtrack" hört man neben der Originalmusik von Eugen Thomass Ausschnitte aus Werken von Frescobaldi, Gabrieli, Praetorius, Froberger u.a. auf dem damaligen Stand der HIP.


    :wink:


    GiselherHH

    "Er war verrückt auf Blondinen. Wäre Helga auch noch adlig gewesen, der gute Teddy wäre völlig durchgedreht."


    Michael Gielen über Theodor W. Adorno, der versucht hatte, Gielen seine Frau auszuspannen.

  • Ich schaue mich derzeit u.a. durch zwei hervorragende Literaturverfilmungen. Die Vorlage jeweils von Michail Bulgakow, der Regisseur jeweils Vladimir Bortko. "Hundeherz" und Meister und Margarita.


    Leider nur auf russisch und ohne jegliche Untertiel (im internet gibts da Abhilfe (->youtube -> heart of a dog) bezüglich brauchbarer Untertietel, aber die Bildqualität von DVD ist natürlich besser.) Ich verstehe also kein Wort, aber das ist völlig egal. Die groteske Novelle (?) Hundeherz las ich erst kürzlich und somit bin ich genau auf dem Laufenden, was in dem Film gesprochen wird und Meister und Margarita lese ich gerade. Dazu schaue ich parallel die Verfilmung.
    Und wenn ich mit dem Bulgakov durch bin, gehts irgendwann nach dem Klinikaufenthalt weiter mit den sowjetischen Verfilmungen von Gogols Nase und Tolstois Krieg und Frieden.





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    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • Eben gelangweilt...



    ...mit depressiven Bildern, gestelzten Dialogen und Ratlosigkeit. Sowohl meine Familie als auch ich konnten mit diesem Film nichts anfangen. Zum Glück nur aus der Videothek entliehen.


    Viele Grüße
    Frank


  • gabs vor ein paar Jahren mal beim WDR. Jetzt in besserer Qualität. Ein fetziger SF-Film.


    :wink:

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Gestern gesehen:
    Die Pilotsendung von "Prime Suspect", der erste Fall für DCI Tennison als Leiterin der Mordkommission.



    Zwanzig Jahre habe ich den Film nicht mehr gesehen, aber jetzt war ich wieder hin und weg, was der für ein TV-Krimi Niveau erreicht. Ich kenne nichts vergleichbar gutes. Sowohl das Drehbuch wie die Schauspieler sind excellent.
    Die DVD vom englischen Dschungelpartner hat keine deutschen, dafür aber englische Untertitel, und die hatte ich, obwohl ich die story schon kannte, dringend nötig.
    Aber den Film muss man unbedingt in der Originalsprache sehen.
    Die weiteren Folgen der Reihe kenne ich nicht, - ob das Niveau des Piloten noch mal erreicht wurde?
    Diese 1. Folge gehört jedenfalls auf meinen TV-Krimi-Olymp :juhu:


    :wink: Talestri

    One word is sufficient. But if one cannot find it?

    Virginia Woolf, Jacob's Room

  • gestern mich wunderbar amüsiert mit diesem Knaller



    :wink:

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann


  • Unter den Brücken
    D, 1944/45
    Regie: Helmut Käutner
    mit Hannelore Schroth, Carl Raddatz, Gustav Knuth, Hildegard Knef u.a.


    Was für ein Film! Vor allem, wenn man sich vergegenwärtigt, wann und unter welchen Bedingungen er zustande kam. Was Regisseur Helmut Käutner hier an der Nazi-Propaganda vorbei bekam, hat so gar nichts mit der Erbauungs und Durchhalte-Fiktion der damaligen Zeit zu tun. Gut, der Film wurde erst 1946 uraufgeführt, daher weiß ich nichts genaues über die Umstände seiner Veröffentlichung. Dennoch muss Käutner die Dreharbeiten 1944/45 genehmigt bekommen haben. So viele poetische Einstellungen! Und auch durchaus politische: Dem Fernweh, der Freiheit werden so schöne Bilder gewidmet in einer Zeit, in der sonst Volk und Vaterland heroisiert werden sollten. Eine Dreierbeziehung wird vorgestellt, wie man sie heutzutage kaum behutsamer darstellen könnte. Ein echtes Juwel aus einer dunklen Zeit deutscher Filmgeschichte!


    LG
    C.

    „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

  • Das war in der Tat ein Juwel, dem man immerhin aber noch dieses an die Seite stellen kann:



    Helmut Käutner war jedenfalls einer unserer größten Regisseure, und es ist schön, dass jemand auch mal an seine besten Filme erinnert.


    :wink: Rideamus

  • Statt Lena und auf Forenempfehlung hin zum 80sten von Eastwood:


    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • ...mit depressiven Bildern, gestelzten Dialogen und Ratlosigkeit. Sowohl meine Familie als auch ich konnten mit diesem Film nichts anfangen. Zum Glück nur aus der Videothek entliehen.


    Habe ich anders erlebt. Im Gegenteil. Ich fand den Film außerordentlich packend. Natürlich ist das nicht die Sorte Film, nach der man in die Kneipe geht und gemütlich den Abend an der Theke ausklingen lässt ;+) Schauspielerisch ist der Film große Klasse. Die Kameraführung mit ihren langen Einstellungen fand ich unwahrscheinlich gut. Der Film fängt die Stimmung dieser Zeit, kurz vor dem ersten Weltkrieg sehr gut ein. Wobei es wohl einen Unterschied macht, ob man den Film im Kino oder auf dem Fernsehschirm sieht.


    :wink: :wink:


    Christian

    Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

    Cato der Ältere

  • "Das weisse Band" fand ich auch herausragend gut! Einer der besten deutschsprachigen Filme der letzten Jahre, wenn es nach mir geht - tiefgründig, atmosphärisch dicht und rätselhaft. Meines Erachtens übrigens stärker als Hanekes "Caché", den ich als etwas zu stark bei David Lynchs "Lost Highway" geklaut empfinde.


    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Nach 15 Jahren oder so wieder gesehen: Der erste Teil von



    - es gab doch tatsächlich Zeiten, in denen das deutsche Fernsehen sich getraut hat, einen derart avancierten Film zu produzieren... Konzept, Regie (Rainer Werner Fassbinder :juhu: :juhu: :juhu: ), Ton, Kamera (Michael Ballhaus :juhu: :juhu: :juhu: ). Einfach große Klasse.


    Jetzt ist zu spät, den zweiten Teil gibt's am Sonntag.


    Gute Nacht
    Michel

    Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

  • Für mich war dies einer der eindrucksvollsten Filme in letzter Zeit:



    Die angeblich wahre Geschichte der Somalierin Waris, die in einem Londoner Schnellimbiß von einem Fotografen entdeckt wird schließlich und zum Star in der Modebranche aufsteigt, ist sehr bewegend gespielt und inszeniert. Waris nutzt ihren Ruhm, um auf das noch immer verbreitete Ritual der Beschneidung von Frauen aufmerksam zu machen. Leider stört die teilweise übertrieben "bombastische" Filmmusik im Hans-Zimmer-Stil, die dem Thema nicht angemessen ist und den Film an den Rande des Kitsches führt. Trotzdem überwiegt der positive Gesamterindruck. Unbedingt anschauen!

  • Lieber Frank, ich kenne das Buch und das Thema ist so erschreckend wie wichtig. Unvorstellbar was Frauen und Mädchen in dieser Welt noch im 21 Jh an Verstümmelungen erdulden müssen, und das mit Einverständnis ihrer Mütter und Grossmütter, die es nicht besser wissen. Waris Dirie führt sehr deutlich vor Augen, welche verheerenden Folgen für das ganze Leben dieses Ritual hat.
    Ich glaube ich möchte den Film lieber nciht sehen, mir wurde bei dem Buch schon kotzübel. Visuelle Empathie ist für mich in diesen Dingen noch schwieriger zu ertragen. Werden diese Beschneidungsszeben in den Film gezeigt und wenn ja wie? Wird deutlich gemacht, dass damit die gesamte Sexualität der betreffenden Frau für alle Zeiten traumatisiert ist?


    F.Q.

    Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)

  • Ich habe mich immer noch nicht an den Film ran getraut. Mir geht es wie Fairy: ich habe schon das Buch kaum ertragen. Dennoch auch meine Frage: wie schlimm ist es denn nun wirklich im Film?
    Ich habe mal irgendwo ein Interview mit Waris Dirie gelesen in dem sie erzählt hat, daß diese Szenen für sie sehr belastend waren, was ja nun wahrlich niemanden wundern wird.

    Ein Paradies ist immer da, wo einer ist, der wo aufpasst, dass kein Depp reinkommt...

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