Eben geglotzt


  • Veidt ist schon ein außergewöhnlicher Schauspieler.


    Gestern Bismarck von Wolfgang Liebeneiner gesehen. Paul Hartmann und Otto Gebühr, welch ein seltsamer Film.


    Leider muss man feststellen, dass die großartigsten Filme in der schrecklichsten Zeit entstanden sind. Bei Bismarck bin ich da aber stark zwiegespalten, weil er eben eine entsprechende Wirkung erzielen soll.

    Gib dich nicht der Traurigkeit hin, und plage dich nicht selbst mit deinen eignen Gedanken. Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlängert sein Leben.


    Parsifal ohne Knappertsbusch ist möglich, aber sinnlos!

  • Leider muss man feststellen, dass die großartigsten Filme in der schrecklichsten Zeit entstanden sind. Bei Bismarck bin ich da aber stark zwiegespalten, weil er eben eine entsprechende Wirkung erzielen soll.

    Du redest vom deutschen Film zwischen 1933-1945? Sehr steile These. Es gibt ohne Frage sehr gute Filme, aber eben auch ziemlich üble Propagandaschinken und Machwerke. In seiner Gesamtheit ist diese Epoche nicht schlimmer oder besser als die Filme anderer Länder in der Zeit, allerdings stark ideologisch ausgerichtet.

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..."

    jd

  • Spies vs. agents

    Da man sich ja heute keinen aktuellen Tatort anschauen muss:


    Charade (USA 1963, 114 Min.)
    R: Stanley Donen
    D: Cary Grant, Audrey Hepburn, Walter Matthau, James Coburn, George Kennedy, Ned Glass, Jacques Marin



    Eine meiner allerliebsten Krimikomödien seit meiner Kindheit. Audrey Hepburn war nie schöner als in diesem Film. (Ich gestehe, ich hätte die Frau gerne persönlich kennengelernt.) Die Szenen mit Walter Matthau und Audrey Hepburn sind köstlich komisch. (Spies/Agents, CIO/CIA, ...) Diese Mischung aus Hitchcock-Atmosphäre, herbstlichem Paris, besten Schauspielern, Skrewball-Dialogen und Mancinis kongeniale Melodie hat mich immer schon fasziniert. Unbedingt das englische Original anschauen! Es ist gut verständlich, und es klingt fantastisch. Herrlich auch, wenn Walter Matthau aufgeregt mit einem Leberwurstbrot im Mund spricht. :D



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten


  • Herrlich trashig und mit ausgeprägtem Hang zur Selbstironie.
    Im extended cut einige Szenen nicht synchronisiert mit deutschen Untertiteln, stört mich aber herzlich wenig.
    Aller paar Jahre gönne ich mir diesen "Unsinn" und habe dabei großes Vergnügen.

    "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Voltaire

  • Zur WM-Zeit und wenn nichts Vernünftigeres läuft, greife ich mal wieder zu einer schönen Film-DVD (bzw. Blu-Ray):


    "Brot und Tulpen (Pane e Tulipani)" mit Bruno Ganz und Licia Maglietta (aus dem Jahr 2000)



    Eh schon zu lange nicht mehr gesehen und neulich erst als Blu-Ray bestellt ... In Zeiten, in denen es noch Videotheken gab, hatte ich mir diesen Film das ein oder andere Mal ausgeliehen. Ein großartiger Film, wie ich finde. :thumbup: <3

    Don' t feed the troll!




  • Mit den Büchern tat ich mich schwer und hoffte nun, der Film könnte mir helfen.
    Hm, so manche King- Verfilmung leidet an Überlängen, diese hier ist wohl zu knapp geraten.
    Ist der Film gar so überflüssig wie manche Kritiker behaupten?


    Nicht zwingend, schlaflose Nächte betreffend :/ .

    "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Voltaire

  • Soweit ich weiß, erzählt der Film eine ganz eigene Geschichte, die wenig mit den Büchern zu tun hat - sozusagen der Teil der Geschichte, der nach dem letzten Band anknüpft. Ob man da von überflüssig sprechen kann?


    Jedenfalls ist der Film trotz seines Inhalts recht kurz geraten.

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  • Ich hab mich gestern und vorgestern mit der vollkommen göttlichen Miniserie der von mir hoch verehrten Doris Dörrie so sehr amüsiert, daß ich sie gleich zweimal geguckt hab :D



    Ich hab sie schon länger, insofern war das jetzt das dritte und vierte Mal daß ich mir das reingezogen hab. Was nicht oft vorkommt bei mir.


    Empfehle ich gern weiter ^^

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Übers Wochenende verteilt sah ich zwei Netflix- Produktionen nach Stephen King.
    "1922" und "Das Spiel". Und beide haben mich positiv überrascht.


    Insbesondere "Das Spiel" galt als nicht verfilmbar, da im Grunde alle "Handlung" sich im Kopf der Hauptperson abspielt.
    Will nicht spoilern, darum nur wenige Worte: der Zuschauer wird irritiert zwischen Realität und Vision belassen bis zum Schluss.
    Bis dorthin wirklich gut gelungen.


    Besser noch gefiel mir "1922". Das Buch kenne ich nicht, vielleicht deshalb?
    Lakonisch knorrig erzählt, der Hauptdarsteller bekommt beim Reden die Zähne nicht auseinander und so ist es auch synchronisiert.
    Großartige Gesellschaftsstudie des harten Amerika, fernab vom "Tellerwäscher zum Millionär".


    Beide Filme kein 'Horror" im Sinne von "Friedhof der Kuscheltiere", eher introvertiert und auf Stimmungen bauend wie "Hearts in Atlantis".
    Beiden Filmen gelingt, was der Verfilmung des "Dunklen Turm" nicht recht gelang: die Darstellung des "Ausfransens" der Realität an den Rändern, die Unschärfe der Wahrnehmung.

    "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Voltaire

  • Letzte Nacht ging es zurück in die Vergangenheit . Töte Django ist trotz einiger Szenen , die aus der ersten deutschen Fassung herausgeschnitten waren , nicht mehr so verwirrend wie Ende der 60er .





    Fort Graveyard von Kihachi Owaoto (1965) dagegen ist nach all den Jahren aufregend wie beim ersten Sehen . Ein Kriegsfilm mit " When the saints go marching in & Battle of Jericho" als Soundtrack - dagegen ist "Im Westen nichts Neues" ein Schmeichler . Verstörrend .


    http://samuraidvd.com/okamoto-kihachis-fort-graveyard/


    https://www.youtube.com/watch?v=kG-c0Q25W5A

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Nach Musik ist mir weniger, ich brauche Geschichten und muß lesen und gucken. Isso, manchmal.


    Anläßlich seines 100. Geburtstages hab ich in den vergangenen Tagen eine kleine Ingmar Berman Reihe hier gestartet. Ich verehren den seit langem. Wenn ich so sehe was Arthouse so alles nicht mehr lieferbar hält an Großtaten dieses Regisseurs kommt mir die Galle hoch :( aber glücklicherweise habe ich seinerzeit alles Erreichbare zusammengerafft :)







    Zugegeben: man kann sich selbst durchaus masochistischer Tendenzen verdächtigen wenn man das guckt, vor allem wenn man das viel guckt. Aber so isses eben mit der "Axt" und dem "gefrorenen Meer in uns", dieser Kafkasatz läßt sich auf dieses Coevre unmittelbar übertragen in meinen Augen...



    Schwarzweiße Grüße 8)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Hier ein außerordentlich dunkler, verrätselter, aber Ungeheuer faszinierender Filmvormittag...



    Mulholland Drive finde ich, noch vor Lost Highway, am abgründigsten von allen David Lynch Filmen.



    LG :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
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  • "Wer leise ist, bleibt am Leben"


    Sah ihn zunächst ohne Untertitel, wollte mich dem Fremden annähern.
    Ist anstrengend!


    Wäre vielleicht sogar besser für den Film, hätte er diese Bedingungslosigkeit des Schweigens auch durchgehalten statt dann doch noch Dialoge einzubauen.


    Dachte beim Sehen an z.B. 'Eifelplatz'- wo ist sie eigentlich abgeblieben?- und an das Abwägen von "laut" und "leise" und an Instrumente wie das Clavichord, das so schön schweigen kann beim "Musik ist mit Geräusch verbunden".


    Sah den Film jetzt mit Untertiteln und er wurde damit irgendwie 'kleiner', da er den Gedanken des Zuschauers weniger Raum lässt.
    Assoziationen zu "Mars Attacks" blieben nicht aus, spoilern möchte ich nicht.


    Ganz eindeutig aber meine Sicht: ohne Untertitel suchte ich als Zuschauer um Verstehen, las aus Gesten und Mimik und näherte mich auf diese Weise an, blieb aber auf gewisse Weise ausgeschlossen bis zu den Momenten der Handlung, die ohnehin unmissverständlich sind.


    Eigentlich ist der Film mehr als eine typische Dystopie, vor allem eben ohne Untertitel.
    Dann ist er Tasten, Suchen, Teil- Verständnis und Neugierde; Symbole erschließen sich in Bildern, nicht in Worten.


    Werde den Film wieder und öfter sehen, in Zukunft aber auf jeden Fall ohne Untertitel. Ein Rätsel ist manchmal erfüllender als die Lösung desselben.

    "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Voltaire

  • Ich habe heute zwei meiner totalen Lieblingsfilme mal wieder geguckt, mit großem, vor allem emotionalen Gewinn. Beide mischen Ernst und Lustspiel und beide machen (mich) glücklich



    und



    Ich hätte bis vor kurzer Zeit andere (vielleicht amerikanische) Filme als Lieblingsfilme bezeichnet. Heute nicht mehr. Nix berührt mich mehr, und dabei diese Leichtigkeit... Ich werde ernsthaft alt :D



    LG <3

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Erst



    von 1930. Nicht so richtig begeistert. Dann



    von 1938. Und hier stimmt alles. Wie kann es anders sein. Cooper, Colbert, Brackett, Wilder, Holländer, Lubitsch!


    :wink: Wolfram

  • Deutsche Filme oder "Der Doc war mal wieder im Kino"

    Ich habe im letzten halben Jahr tatsächlich meinen Hintern vom Sofa hochbekommen und bin ins Kino gegangen.
    Eine liebe Freundin der Familie hat mich ermuntert, ein paar Filme deutscher Provinienz zu besuchen.


    Es bgann mit Open Air Kino und
    "Die Rückkehr des Karl Schmidt" von Arne Feldhusen mit Charlie Hübner und Detlef Buck nach dem Roman von Sven Regner.
    Mensch was haben wir gelacht!


    Dann kam ein Film, den ich erst nicht sehen wollte, der mich dann aber sogar zweimal in kürzester Zeit ins Kino trieb:
    Gundermann von Andreas Dresen mit Alexander Scheer in der Hauptrolle als Gundermann.
    Und Scheer spielt so dermaßen gut, dass ich mich frage warum der nicht alle Preise des Jahres 2018 abräumt. Hinzu kommt, dass m.E. der Film mit dem Thema DDR Vergangenheit sehr differenziert umgeht und keine SW Malerei betreibt. Meine Berliner Bekannten, beide aus dem Osten haben, dagegen wie Feuer und Wasser auf den Film reagiert. Die eine begeistert, die andere "Pfui Deibel, was für ein Arschloch" Ich hatte vorher überhaupt keine Ahnung, wer Gerhard Gundermann war. Nicht die Geringste. Und dann die ersten 3 Minuten des Films, wie Scheer ein Lied beginnt, vorher die Nase hochzieht, scheel blickt und ergreifend zu singen beginnt. Dann bricht er ab mit den Worten. "Na und so weiter.." und seine staunenden Zuhörer sollen seine nächste Begleitgruppe werden.


    Total abtörnend dagegen, weil typisch bemühte Bildungsbürgerhuberei mit dramatischen Einsprengseln.
    "Werk ohne Autor" Ermüdend, lang(weilig) Ein Bild verweigere ich, von Donnersmarck wird mit diesem Film ja genügend abgefeiert. Und der Plot, der in Richters Biografie schon tragisch ist, wird hier zur Farce.


    Zum Abschluss was zum Schlapplachen und Nachdenken.
    25 km/h.

    Da kommt es nicht auf irgendeine Logik an, da erfreue ich mich an der Spielfreude von Eidinger und Mädel und an den Nebendarstellerinnen Lara und Potente, sowie an dem völlig durchgeknallten Campingplatzkönig Wotan Wilke Möhring.
    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • "Werk ohne Autor" muß ja echt so schlimm sein wie überall besprochen ape01



    Aber abgefeiert, lieber Doc? Also ich hab ausschließlich Totalverrisse gelesen...


    Donnersmarck hat wohl mit seinen "Leben der Anderen" all sein Pulver verschossen. Schade. Kluger, toll gemachter Film damals.


    Vielleicht rafft er sich ja nochmal auf...

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    (Shunryu Suzuki)

  • In Darkness (UK, 2017)
    Regie: Anthony Byrne
    Buch: Anthony Byrne, Natalie Dormer
    Darsteller: Natalie Dormer, Ed Skrein, Emily Ratajkowski, Joely Richardson, Neil Maskell, James Cosmo, Jan Bijvoet



    Schön fotografierter Thriller um eine blinde Pianistin, deren Nachbarin aus der Londoner Wohnung über ihr zu Tode kommt (Selbstmord? Mord?). Der Film ist gut inszeniert, hat eine unaufgeregte Spannung und gute Darsteller. Es gibt ein paar Schwächen, und das Ende lässt Fragen offen.



    maticus

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    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Aber abgefeiert, lieber Doc? Also ich hab ausschließlich Totalverrisse gelesen...

    Ja, teilweise magst Du Recht haben, denn die SZ und andere waren nicht begeistert.
    Aber die Filmindustrie hat den Film für sich als Aushängeschild vereinnahmt und Sebastian Koch hat mal wieder nen Preis bekommen.
    Die Schauspieler sind ja auch gut, aber die Tendenz?? Das ist mir zu undifferenziert.
    Das war im "Leben der Anderen" ja auch schon so peinlich. Die STASI war nicht so plump und dämlich wie in dem Film, das waren und sind Abziehbilder bei Henckel von Donnersmarck.
    Schaut euch mal AXEL Prahl in Gundermann als STASI Mitarbeiter an, wie gewieft er Gundi lockt und wie zerstört er nach der Wende ist. Das ist großes Spielen.
    Guß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

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