Eben geglotzt

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Zum ersten Mal auf Blu Ray geschaut und hemmungslos begeistert. Von Blu Ray, aber v.a auch wieder einmal von diesem Film.



    Er hat nicht die Vielschichtigkeit eines 'Fenster zum Hof' oder 'Vertigo', aber es ist die ultimative Version eines der Lieblingsthemen von Hitchcock dem Durchschnittsbürger, der unschuldig durch ein ganzes Land gejagt wird, immer versucht, seine Unschuld zu beweisen und den eigentlichen Täter ausfindig zu machen. Großartige Unterhaltung, spannend und witzig zugleich, voller Hitchcock-Momenten, elegant-intelligenter Dialoge, prickelnder Erotik, Tempo und Charme. Immer wieder ein großes Kinovergnügen.


    :wink: Wolfram

  • Heute ein weiterer Klassiker:



    Der Riesenerfolg des Jahres 1934 in den USA, Gewinner der fünf wichtigsten Oscars, großartig in vielen Dialogen, großartig die Hitchhiker-Szene, großartig die Übernachtung mit der 'Mauer von Jericho', großartig das Zusammenspiel von Gable und Colbert, großartig die Beleuchtung - und trotzdem werde ich, je häufiger ich den Film sehe, je weniger warm mit ihm.


    Diese sogenannte sozialkritische Sicht Capras, die ein Kennzeichen so vieler Filme von ihm ist, sie geht mir immer mehr in ihrer Schlichtheit auf die Nerven. Der Regisseur liebte die Schwarzweißmalerei, hier das einfache, ehrliche, anständige Amerika, dort die sich von den amerikanischen Tugenden gelösten Reichen mitsamt der Presse. Es mag angehen, dass man eine komplexe Gesellschaftsprobleme für einen Unterhaltungsfilm so reduziert darstellen muss, aber Capra führt es ja nicht auf die Spitze. Seine Sozialutopie ist hingegen die Vermählung, im wahrsten Sinne des Wortes, von amerikanischen Werten und Kapitalismus, wobei dieser sich natürlich den edlen Tugenden beugt. Das erinnert mich einerseits an die ziemlich naive Utopie von 'Metropolis' (der Arbeiter des Kopfes und der Arbeiter der Hand müssen an einem Strang ziehen), andererseits erscheint es mir klassisches Repuklikanertum in Sinne der 'Grand Old Party' zu sein. Subversives Denken, was eine Komödie ja durchaus auszeichnen könnte, ist so gar nicht seine Sache. Er war eigentlich immer und eben auch in 'Es geschah in einer Nacht' mit seiner Botschaft eher systemerhaltend. Von daher wundert mich die Flut von Oscars, die seine Filme eingeheimst haben, nicht mehr so richtig.


    :wink: Wolfram


  • Mitchum als Stalker Pecks und dessen Familie. Dieser lockt Mitchum in eine Falle und tötet ihn.


    Mehr oder weniger gut gemachter Thriller von J. Lee Thompson, der sich stilistisch an Hitchcock zu orientieren versuchte. Für mich eher mit geringem Erfolg. Schockeffekte, nicht funktionierende Szenen, die mit 'Suspense' arbeiten, Schlägereien und körperbetonte Action. Alles Dinge, die das große Vorbild eher vermied oder wesentlich besser machte.
    Bernhard Herrmann zeichnete für die Musik verantwortlich, allerdings empfand ich sie wie den ganzen Film, als ein doch relativ oberflächlicher Abklatsch. Vielleicht inspirierte Herrmann das Material, zu dem er dann seine Musik schreiben sollte, aber auch entsprechend wenig.
    Sehenswert aber durch die Leistung von Robert Mitchum, der wie in 'Nacht des Jägers' so richtig gemein ist. Konnte er gut. ^^


    :wink: Wolfram


  • Bogdanovichs zweiter Langfilm, ein Riesenerfolg mit 8 Oscar-Nominierungen, erfolgreich an der Kinokasse und einer der herausragenden Filme des New-Hollywood. So liest man allgemein.


    Mein erster Eindruck: Gott, was für ein trostloser Film. :D Und das ist er vordergründig auch wirklich, aber eben nur auf den ersten Blick. Die Geschichte mehrerer Jugendlicher in einer texanischen Kleinstadt, sehr kleinen Kleinstadt, zu Beginn der 50iger Jahre. Es ist alles ärmlich, heruntergekommen, hoffnungslos, billig, schäbig in 'God's own country'. Alle Illusionen, Hoffnungen, Wünsche erweisen sich als leere Träume, alles davon bricht zusammen und am Ende schließt auch noch das einzige Kino.


    Trostlos eben. Und doch ist es ein ungemein warmer Film. Ein Film, der von den Menschen dort erzählt ohne jegliche Überheblichkeit, ohne diesen verqueren Blick der von außen Kommenden, den man so oft in Filmen und Reportagen findet. Bogdanovich führt die Menschen und ihre Schicksale nicht vor, er zeigt sich nicht einmal, er überlässt sich ihnen, begleitet sie, nimmt sie ernst. Als Zuschauer schaut man sich diese Trostlosigkeit über zwei Stunden an und lebt und leidet und fiebert trotzdem mit ihnen und kann den Blick nicht abwenden und ist ganz tief bei ihnen und trägt sie nach dem Ende des Films noch ganz lange in sich.
    'Last Picture Show' ist eine seltsame, aber sehr gelungene Mischung aus New Hollywood, ganz auf der Höhe seiner Zeit mit all den gebrochenen Helden, dem Kleinstadtmief, der schonungslosen Darstellung der sozialen Verwerfungen und einer Filmästhetik, die Hawks und Hitchcock, Ford und auch Orson Welles huldigt, die Tiefenschärfe bewusst und gerne einsetzt, wie es in den 50iger Jahren in anspruchsvolleren Werken des klassischen Hollywood so gerne geschah. Bogdanovich kann seine Liebe und große Bewunderung für dieses Kino nicht verhehlen, findet aber trotzdem immer wieder zu einem eigenen, persönlichen und sehr modernen Stil.


    'Last Picture Show' erzählt von schon damals vergessenen Landstrichen und ich befürchte heute sieht es dort nicht viel besser aus. Es ist das Land der Vergessenen, der Nichtbeachteten, der Zurückgebliebenen, das Land der Trump-Wähler. Im letzten Sommer habe ich es gesehen, aber nicht in den USA, sondern im Vogtland, im Erzgebirge, in Teilen von Oberfranken. Von daher ist 'Last Picture Show' ein ungemein aktueller Film.


    Ein trostloser Film - ja, aber auch einer, der einen wirklich gefangen nimmt und den ich nicht missen möchte.


    :wink: Wolfram

  • Irma Vep
    Frankreich 1996, 99 Min. (Blu-ray 2018)
    Originalsprachen französisch und englisch
    Regie: Olivier Assayas
    Darsteller: Maggie Cheung, Jean-Pierre Léaud, Nathalie Richard, Antoine Basler, Nathalie Boutefeu, ...



    Wie soll man diesen Film beschreiben? Ein Film über einen Film? Eine Hommage (an das französische Kino)? Ein Abgesang (dito)? Eine Satire? Eine Liebeserklärung an die Hauptdarstellerin? Jedenfalls haben mir die 99 Minuten Spaß gemacht. Die französischen Sprachteile kann man mit englischen Untertiteln unterlegen. Sehr gute Darsteller, allen voran Maggie Cheung, die (eine Version von) sich selbst spielt.

    Zitat von Blu-ray Hülle

    Ten years after his feature debut, Disorder, Olivier Assayas turned his attentions to the French film industry for his sixth picture. Written in ten days, and shot in less than a month, Irma Vep provides a mid-nineties' amalgam of François Truffaut's Day for Night and Rainer-Werner Fassbinder's Beware of a Holy Whore.


    [...] Irma Vep is Assayas at his lightest and most playful – simultaneously a gently satirical dig at the state of French cinema and a love letter to his female star.

    Zitat von Wikipedia

    The film makes reference to iconic figures in French film history: Louis Feuillade, Musidora, Arletty, François Truffaut, the Groupe SLON, Alain Delon, and Catherine Deneuve. Thematically, the film questions the place of French cinema today. It is not a "mourning for cinema with the romantic nostalgia" but "more like the Mexican Day of the Dead: remembrance as an act of celebration," so that "It is less a film about re-presenting the past, than it is a film about addressing the present, specifically the place of France within the global economy."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Irma_Vep
    https://en.wikipedia.org/wiki/Irma_Vep



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Blöde Schlaflosigkeit. Nervig, aber andererseits gibt sie einem viel Zeit zum Schauen. Heute also:



    Zu beiden Filmen mehr im FN-Thread.


    Danach und im Laufe des Tages noch dieser:



    Dazu dann ein paar Gedanken im Hitchcock-Thread.


    :wink: Wolfram

  • Irma Vep
    Frankreich 1996, 99 Min. (Blu-ray 2018)
    Originalsprachen französisch und englisch
    Regie: Olivier Assayas
    Darsteller: Maggie Cheung, Jean-Pierre Léaud, Nathalie Richard, Antoine Basler, Nathalie Boutefeu, ...

    Irma Veb, Anagramm für Vampire!
    Oh, wie ich diesen Film liebe!
    Das liegt nicht nur an Maggie Cheung, die einfach umwerfend ist, an der verrückten Handlung, ne es ist die komplette Veraschung des franz. Intellekt Kinos an sich.
    Der durchgeknallte Regisseur, der von Irma besessen ist, die Regieassistentin, die meint, Maggie verführen zu können und dann der kühle Filmstar Maggie, der alles völlig verwundert betrachtet, was um sie geschieht.
    Dann unvermeidlich die Klappsmühle für den Regisseur und der Nachfolger ein bornierter Franzose typischen Stils. Köstlich, köstlich.
    Köstlich auch die Sequenz wo Maggie ihr Alter Ego als Irma Veb annimmt und einen Einbruch begeht.
    Ach, was für ein herrlicher Film!!
    Gruß aus Kiel

    Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)

  • Wo ich schon gerade bei "Traumfrauen" wie Maggie Cheung bin. Eine Pointe noch. Als sie zum Film IrmaVeb, wo sie sich selbst spielt, anreist, kommt sie gerade von Dreharbeiten zu einem typischen Asien Karate Film. Als sie dann abreist, weil der neue Regisseur ne andere Hauptdarstellerin benötigt wird, reist sie in die USA, um mit Ridley Scott zu drehen.


    Egal. die nächste Traumfrau heißt Outi Mäenpää und sie spielt die weibliche Hauptrolle in dem absolut liebenswerten Film. "Zugvögel - Einmal nach Inari"

    Hannes (Joachim Krol) fährt Bier aus und träumt vom großen Kursbuchwettbewerb in Inari. (Dort werden Aufgaben gestellt wie: Schnellste Verbindung von Paris nach Bukarest)
    Dafür hat er Urlaub genommen, den ihm seiner neuer Chef plötzlich verwehrt. Hannes schlägt ihn nieder und fährt mit dem Zug gen Inari.
    Doch der Chef ist auf einmal tot und man glaubt, Hannes wäre der Täter.
    Der Kommissar Stephan und sein Assistent Harry (Aha) machen sich auf die Verfolgung auf den Weg nach Inari.
    Hannes lernt auf dem Weg Sirpa kennen und ...


    Ach selbst schauen, dann stellen sich best. Reaktionen ein.
    - Zugfahren kann sehr viel Freude bringen
    - Die Reise ist das Wichtigste, nicht das Ankommen (bei der DB oft leider nicht)
    - Genieß die Langsamkeit!
    Krol spielt so beseelt, das es unfassbar ist.


    Ein schöner film und Kaurismäki lies wohl grüßen, wollte aber nicht gestört werden.
    Gruß aus Kiel

    Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)

  • Zugvögel - Einmal nach Inari. Ohja, ein schöner Film. Ich habe ihn einmal gesehen, und das ist schon über 20 Jahre her. Mir schien, das war Joachim Krol at his best. Muss ich mal wieder schauen.


    maticus

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  • Anfang der 90er erschienen bei Dumont die Romane von Leslie Thomas um Dangerous Davies , den letzten Detektiv . Ein Police-Constabler in London , der oft mal auf die Nase fällt , oder bekommt . Das es auch eine TV-Reihe gab , wußte ich . Aber der erste Roman , im Original 1976 erschienen , war bereits 1981 von Val Guest verfilmt worden , und Leslie Thomas war am Drehbuch beteiligt . Die Hauptrolle spielte Bernard Cribbins , umgeben von einer Schar britischer Publikumslieblinge - gut besetzt , würde ich sagen . Während die Romane deutlch Comedy / Crime waren , ist im Film der Comedy-Anteil etwas zurückgenommen . Schon sehr British . Um 2000 konnte ich dann die DVD ergattern und war amüsant unterhalten . Der Film - nun 40 Jahre alt - macht mir auch heute noch Spaß , wenn auch vor allem wegen der Darsteller und der 'Atmosphere' .


    https://www.youtube.com/watch?v=RIhr5lfvgss

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Hier gab es (allerdings auf dvd und mit deutscher Tonspur) Brian de Palmas "der Tod kommt zweimal" :



    War ein Kultfilm in seligen 80er Zeiten, den haben wir immer auf VHS gesehen. Er hat sich ganz gut gehalten, eine Art vergröberte, mit Sex aufgepumpte Hitchcockhommage, die mich auch heute noch gut unterhalten hat und über reichlich atmosphärische Dichte verfügt. Aber damals glaubten wir ein Meisterwerk vor uns zu haben, und das würde ich heut nicht mehr so sehen. Aber ein netter Filmabend war das (mit meinem Sohn :D )


    Danach noch ES Kapitel 1, schön gemachtes Popcornhorrorkino und das ist ok, denn ich liebe Horrorfilme und Popcornproduktionen manchmal auch und bins zufrieden daß die ihre CGI-Überwältigungsressourcen nicht immer nur an Superheldenfilme verschwenden und dann noch tolle Schauspieler finden die die Romanrollen klasse ausfüllen. Trotzdem ein etwas schales, weil aufgepumptes Vergnügen.


    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Ich habe ja nun kein Fernsehen und von daher war mir diese Produktion völlig unbekannt.



    Kürzlich habe ich sie billig geschossen und konnte von daher mal einen Einblick in eine relativ neue Produktion des TV gewinnen. Licht und Schatten würde ich mal sagen.


    Fangen wir mit dem Schatten an. Romeo und Julia im Stasiland. Die Geschichte ist schon arg überfrachtet, voller Zufälle, dramaturgisch oftmals wenig plausibel, sondern eher auf die Fesselung des Zuschauers durch schlichte Spannungseffekte ausgerichtet. Zudem natürlich der obligatorische Cliffhanger und die einzelnen Fäden der Geschichte, die selten zu einem Ende geführt werden. Kurz und krumm, das hat schon sehr viel von Lore-Roman. Dazu kommt eine Musik, die eigentlich nur enervierend neben der Handlung dahinplätschert und eine Kameraführung, die eher nach dem Prinzip, jetzt muss mal wieder ein Schnitt kommen oder wie kann ich die Perspektive mal schräg und interessant machen, funktioniert. Mit einer filmischen Präzisierung der Handlung direkt hat die Kamera nicht unbedingt etwas zu tun, was aber möglicherweise auch auf die Produktionsbedingungen und v.a. die Kostenfrage bei solchen Produktionen zurückzuführen ist. Aber höchstwahrscheinlich ist das eher eine Frage heutiger TV-Ästhetik, aber da kenne ich mich nun wahrlich nicht aus.


    Aber es gibt auch ordentlich Licht. Zunächst einmal die Darsteller, die ich fast durch die Bank wirklich toll finde. Vor allem bei den meisten älteren Schauspielern, die größtenteils aus der ehemaligen DDR noch stammen, merkt man einfach, dass sie noch einen richtig gute Ausbildung erfahren haben. Vater und Mutter Kupfer, die Chansonette oder auch der Stasi-Vorgesetzte - eine Freude, ihnen zuzuschauen. Dann ist die Geschichte einfach unglaublich gut recherchiert und umgesetzt, man erfährt so unendlich viel über den Alltag in einer Diktatur, die, befürchte ich, bei uns immer noch viel zu sehr verniedlicht wird, über den Druck, unter dem Menschen sich zu 'IM's' haben zwingen lassen müssen, über ein System, in dem jedes unmenschliche Verhalten logisch begründbar war. Natürlich ist es die Logik einer Diktatur, aber und das erfährt man hier auch noch mal, dieser Logik verfallen durchaus intelligente Menschen ganz schnell. Und dann ist es natürlich auch spannend gemacht. Egal wie kritisch oder überkritisch ich die einzelnen Folgen erlebe, ich verfalle ihnen doch und schaue immer weiter. Wenn das Feuermal der vermeintlich gestorbenen Tochter erwähnt wird, weiß ich, dass sie doch noch irgendwann auftauchen wird. Aber ich will es sehen und die Begegnung mit dem Vater miterleben. Der 'Lore-Roman' funktioniert bei mir :D , wobei ich zu meiner 'Rettung' gestehen muss, dass ich die ganzen Stasi-Intrigen am spannendsten finde. Aber das andere nehme ich auch gerne mit. :versteck1: ^^


    :wink: Wolfram

  • Apropos "Traumfrauen"...


    Habe schon länger einen Film wiedersehen wollen, den ich aus meiner Jugend aus dem Fernsehen kenne (und damals als VHS-Video aufgenommen und einige male gesehen hatte), den ich aber schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen habe. Ist mir auch niemals als Wiederholung im TV begegnet. Daher nun als Blu-ray.



    Fantastic Voyage
    Regie: Richard Fleischer (USA 1966, 101 Min.)
    Darsteller: Stephen Boyd, Raquel Welch, Edmond O’Brien, Donald Pleasence, Arthur O’Connell, Arthur Kennedy


    Die Idee der Reise durch einen menschlichen Körper ist genial. Die "Tricks" (eher: Bauten) waren für damalige Verhältnisse sicherlich gut. Irgendwie fand ich den Film sehr gut, aber damals schon nicht 100%ig perfekt. Ich weiss nicht, was genau es ist, auch jetzt nicht. Zumindestens ist das Filmende etwas kurz und eilig. Aber gut ist er allemal. Ich wollte den Film nun schon länger auch sehen, weil ich damals u. a. auch wegen dieses Films in Raquel Welch "verliebt" war. Überrascht bin ich jetzt doch, wie jung sie in dem Film noch war und mir heute ihr Aussehen eher von späteren Filmen präsent ist (etwa wie Richard Lesters "Die drei Musketiere" von 1973, oder "Sheila" aus demselben Jahr).


    Interessant wäre ja mal ein Remake mit den heutigen Trickmethoden. Gibt es doch bestimmt schon längst?



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Interessant wäre ja mal ein Remake mit den heutigen Trickmethoden. Gibt es doch bestimmt schon längst?

    Kein echtes Remake, weil es eher eine Komödie ist: "Die Reise ins Ich" von 1987 mit Dennis Quaid und Martin Short.


    :wink:

  • Nach Jahrzehnten habe ich gestern mal wieder "Am Anfang war das Feuer" von Jean-Jacques Annaud gesehen. Toller Film, ernst, spannend, bewegend, sogar stellenweise witzig, manchmal brutal aber letzten Endes doch optimistisch. Und das alles ohne ein einziges verständliches Wort. Sehenswert.


    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • "Am Anfang war das Feuer"

    Den Film habe ich seinerzeit im Kino gesehen. Sehr eindrucksvoll, viele Bilder sind mir heute noch präsent. Eine hinreißende Hauptdarstellerin!


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann


  • Was heute alles unter 'Kult' läuft. :D


    Die Vorgängerserie 'Hafenpolizei' schau ich ja direkt nochmal ganz gerne, weil sie so viel Impressionen eines Hamburgs meiner Kinderzeit bietet und auch weil sie so herrlich antiquiert, also schon ziemlich schräg ist.


    'Polizeifunk ruft' hingegen ist völlig anders gelagert. Hamburg als Schauplatz und Akteur tritt in den meisten Folgen ziemlich in den Hintergrund, das Zeitkolorit hat kaum noch etwas Schräges, sondern ist nur noch spießig (vielleicht müssen noch mal 10 Jahre darüber ins Land gehen) und die Fälle sind, wie bei der Hafenpolizei auch schon, halt ziemlich blöd.


    Zudem gibt es fünf Folgen, die in Paris und Japan spielen. Dagegen ist der Rest aber schon fast hohe Filmkunst. :D


    Fazit: Ab und an ganz nett, aber eigentlich verschenkte Lebenszeit.


    :wink: Wolfram

  • Hier, wie immer so alle drei Monate:



    Ist weder der beste Film aller Zeiten noch auch nur der beste von Doris Dörrie, aber mein Herzensfilm . Die dvd ist so runtergerockt mittlerweile, daß er in der Mitte kurz hängt, also hab ich ihn gleich neu bestellt. Ich guck ihn ja eh immer und immer und immer wieder...


    (Aber doch ein Wort zur "objektiven" Klasse --- wie hier in den ersten 10 Minuten das Zerbrechen einer Ehe mit Kindern gezeigt wird, mit dem Alltagschaos, dem Nerv, den Fehlhandlungen, die man nicht mehr zurücknehmen kann, das ist meisterhaft aus dem Leben gegriffen und nicht schlechter als jede Sequenz von Bergman, nur mit einer Leichtigkeit gemacht, die die bestürzende Qualität vielleicht etwas überspielt).


    Finde ich jedenfalls. Und ich hab 3 Kids großgezogen :D



    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)


  • 1975 kam er in die Kinos, also werde ich ihn ein Jahr später wohl gesehen haben und dann nie wieder. Von daher war eine Wiederbegegnung dringend überfällig.


    Erschreckenderweise hat er nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Dabei meine ich nicht die Zustände in psychatrischen Kliniken, sondern die Beschreibung gesellschaftlicher Zustände. Gerade darin zeigt der Film eine Vielschichtigkeit, eine Deutungsvielfalt, durch die er mit Sicherheit auch weiterhin zu einem der großen Filme mindestens des New Hollywood zählen wird. Abgesehen vom exzellenten Cast, den Produktionsbedingungen, der Inszenierung, der immer passenden Kameraführung usw.


    Ich befürchte nur, dass es heute eine solch schonungslose Darstellung und Hinterfragung einer Gesellschaft im Hollywood - Mainstream kaum noch geben wird.


    :wink:Wolfram

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