Tatort - Das sonntägliche Krimi-Schlachtross

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Das Musikstück, oder den Krimi?


    O.k. vgl. mit berühmteren Stücken wie Nymans in Das Piano (oder auch verglichen mit dem Krimi) war das Stück gar nicht so schlecht. Mich wundert es dennoch.
    Anscheinend hat man nach wie vor viel zu viel Geld zum Verbrennen oder sieht das als Förderung. Es wäre doch sicher viel billiger gewesen, eine Brahms- oder Tschaikowsky-Sinfonie oder das Mendelssohnkonzert oder was weiß ich zu nehmen.

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)

  • eine Art Dies irae Paraphrase

    Dies Irae Ähnlichkeit war mir auch aufgefallen. Und manchmal klang es ähnlich wie das Grübelthema aus dem 1. Satz von Schostakowitschs Zehnter.

    ich fands eigentlich ganz gut.

    Ich auch. (Ich meine den Krimi.)



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Wurde denn eigentlich das Verhalten der Geigerin, die am Anfang zu den Polizisten kommt, geklärt? Meinem Verständnis nach war das doch ein "red herring" und wohl durch die Kombination von Lampenfieber, Ritalin und der "Traumschule" ausgelöst. Oder war sie teilweise in den Plan der anderen Geigerin eingeweiht? Denn das konspirative Treffen mit den beiden etablierten Musikern galt doch nur dem Ausschalten des Oboenkandidaten, oder?


    Die Ingredienzien waren nicht schlecht. Aber es gibt halt schon einen über 70 Jahre alten Film mit verwirrenden Träumen und voreiligen Geständnissen (Spellbound/Ich kämpfe um dich) und mindestens einen sehr krassen Film über Konkurrenzdruck und Wahnsinn in der professionellen klassischen Musik (Die Klavierspielerin). Natürlich ist das eine andere Liga als Tatort, aber an beide Filme musste ich schon in der ersten Viertelstunde denken und vom Finale abgesehen, war die gute Stunde dazwischen m.E. langatmig und insgesamt wenig überzeugend.

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)

  • OT: Das hat jetzt nichts mit dem Tatort zu tun, ist aber auch ein Münchner Krimi aus dem Musikbetrieb:
    "Die ganze Stadt ein Depp" aus der Reihe "München Mord".
    Der Film wurde teilweise in der Münchner Musikhochschule gedreht, und deren dunkle Vergangenheit (vor allem die Nazizeit, es gibt aber auch Anklänge an die unschöne Gegenwart) spielt eine große Rolle.
    Liegt bis 01.11.2022 in der ZDF-Mediathek.


    :wink: Talestri

    One word is sufficient. But if one cannot find it?

    Virginia Woolf, Jacob's Room

  • "Ein Orchestermusiker hat einen höheren Stresslevel als ein Formel-1-Pilot" - oder wie war die Formulierung? Nun, ich habe beides noch nicht gemacht, von ein paar Continuierungen abgesehen ...


    Ich fand den Tatort gut. In wie weit diese Traumgeschichte medizinisch haltbar ist - keine Ahnung. Aber wir schauen ja auch Jurassc Park, Harry Potter und Mission Impossible.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • < < = = wer ist ''wir''??? ich habe dergleichen nie gesehen.....
    u. im ''Opernfreund'' schrieb der Herausgeber vor ein paar Wochen, ''Pretty Woman'', ''I will survive'' oder ''Lady Marmalade'' kenne jeder......


    erfreulich ist es nicht gerade, wenn man sich selbst in Klassik-Foren inzw. als Randfigur fühlen darf :| :| :|

    Das Schlimmste ist Konsequenz Bruno Maderna Fleiß ist gefährlich Henning Venske Majo ist ätzend ''Paranoid Park''

  • < < = = wer ist ''wir''??? ich habe dergleichen nie gesehen.....

    Tja. Eine echte Unbildungslücke, oder? ;)


    Dann weißt Du ja gar nicht, was Du verpasst hast ...


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • wer ist ''wir''??? ich habe dergleichen nie gesehen.....

    ''Pretty Woman'', ''I will survive'' oder ''Lady Marmalade'' kenne jeder......

    tröste Dich, 3/4 davon kenn ick ooch nich.

    "Ein Orchestermusiker hat einen höheren Stresslevel als ein Formel-1-Pilot" - oder wie war die Formulierung? Nun, ich habe beides noch nicht gemacht, von ein paar Continuierungen abgesehen .

    ich glaube das sofort. Musste selber feststellen, dass für klassische Konzerte meine Nerven nicht gemacht sind.


    Tja. Eine echte Unbildungslücke, oder?

    :pfeif:

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

  • Den gestrigen Tatort aus Berlin fand ich gut. Auch den neuen Sidekick aus Bielefeld.



    maticus

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    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Bissl spät, jaja...


    Heute Abend gibts vom kinotauglichsten Kommissar ever, Joachim Krol als Steier ais Frankfurt, den "Das Haus am Ende der Straße". Ein Highlight allein schon Krol als alkoholabhängiger Kommissar mit Selbstzerstörungspotential über 100. Auch der Fall ist super.


    DAS ist mutig - wer braucht da Dortmund? Vielleicht können die Internetaffinen hier mit Bock auf Anspruch das ja in irgendeiner Mediathek abrufen, falls die Krolsachen mal auf dvd rauskommen, ich bin Kunde



    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Heute Abend gibt's/gab's Münster. Wer's verpasst hat (wie ich):

    Des Teufels langer Atem | Tatort
    Völliger Blackout: Kommissar Thiel kann sich nach dem Aufwachen nicht erklären, wie er in diesem Hotelzimmer gelandet ist. Und was machen Prof. Boerne und der…
    www.daserste.de


    Werde mir das jetzt gleich reinziehen. Ich meine: Ansehen. Oder "glotzen", wie es hier wohl heißt.


    Hat Münster wirklich abgewirtschaftet? Der "Graf" stellte das in diesem Thread mal fest, das war ca. im Jahr 2014.


    Bitte um Auskunft!

  • Fazit:

    Durchaus spannend und wie üblich routiniert gespielt. Die Münster-Truppe ist einfach gut. Allerdings wirkt der Plot doch etwas arg konstruiert.


    Nun ja: Bei der Oper ist das Ziel nicht, das Libretto wissenschaftlich exakt nachzuspielen. Und ein Tatort ist keine Polizei-Dokumentation...

  • Ja, überkonstruiert. Hat mir dennoch gefallen, auch/ gerade weil der Klamaukanteil mir zurückgefahren schien.

    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Halb und halb.


    War gleichzeitig seltsam und spannend durch den Rollentausch. Thiel war lange Zeit der Böse und abseits von gesundem Menschenverstand, Börne avancierte noch mehr zum Ermittler, wurde aber auch kräftiger gedemütigt als sonst, Alberich machte sich strafbar, Thiels Drogenpapa war ausnahmsweise mal (fast) nicht kleinkriminell, sondern steuerte das entscheidende Puzzleteil der Lösung bei ...


    ... ja, durch den Rollentausch wurde der Anteil vorhersehbaren Klamauks angenehm reduziert, doch auch die Erwartung unangenehm nicht erfüllt ...


    Trotzdem: Gerne mehr davon.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Es war völlig unplausibler Klamauk (dafür aber eigentlich auch wieder zu "tragisch", wenn man das Konstrukt hätte ernst nehmen können, dachte eigentlich, es gäbe ein paar Dinge, die seit dem Golden Age of Crime in den 30ern als "Schmuh" gelten, da war man hier nahe dran). Und man hat sich nichtmal getraut, ne wirklich Dicke als "Opfer" für die Chauvi-Sprüche Börnes zu besetzen (außerdem hatte diese Nebensache, wie auch einige zentrale Punkte der Haupthandlung viel zu viel "tell, don't show"). Und war die gegen Thiel ermittelnde dunkelhaarige Kollegin absichtlich so androidenhaft distanziert, oder kann die nur so hölzern?


    Ich habe, da ich die beiden mag, mal wieder eingeschaltet, wurde aber eher enttäuscht, wenn auch nicht ganz so heftig wie beim letzten Bukow-Polizeiruf, den kein Schauspieler retten konnte. Der Abschied von Rostock war als ob man dem Praktikanten gesagt hätte, er solle einfach mal alle möglichen Handlungstränge der letzten 12 Jahre irgendwie zusammen zum Ende bringen... Da ich mehrere Jahre in Rostock gewohnt habe, kann ich auch beim besten Willen nicht glauben, dass diese Stadt eine so lebhafte Halbwelt beherbergt, dass sich ein Serben vs. Nazis Zuhälterkrieg lohnen könnte... Das ist weder Baltimore noch Berlin.

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)

  • Ich fand den Münster-Krimi besser als die letzten von dort, weil tatsächlich weniger klamaukig. Ernst nehmen soll man die ja ohnehin nicht - in diesem Sinne passte es, finde ich.

    Mit herzlichen Grüßen


    Mercurio

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