Eben gehört - 2009/10

  • Holst wurde seither zugegebenermaßen eher stiefmütterlich von mir behandelt - zwar kenne ich -wie wahrscheinlich jeder hier- seine "Planeten", aber bei diesem Komponisten gibt es wahrlich andere Seiten zu entdecken.

    Die obige Aufnahme unter Boult enthält zwar eher weniger bekannte Stücke, die aber "trotzdem" überzeugen - sowohl kompositorisch als auch bezüglich des Dirigats und der Tonqualität.

    Wen es interessiert, kann hier die Kritik von Hurzwitz nachlesen:

    http://www.classicstoday.com/review.asp?ReviewNum=11515

    Ich habe über Amazon-Markteplace vor kurzem die Choral Symphonie unter Boult bestellt und hoffe, dass sie mich bald erreicht.

    :wink:

    Roger

    "Ich brauche keine Musikkritiker"
    (Gennadi Roshdestwenskij)

  • Jetzt diese hier:

    Wie sagt Johannes (alias Guercoeur) immer so schön: Balsam für die Seele...

    Die Tonsprache von Vaughan Williams schafft es in der Tat, dass man der Welt -im positiven Sinne- abhanden kommen kann.

    :wink:

    Roger

    "Ich brauche keine Musikkritiker"
    (Gennadi Roshdestwenskij)

  • Eigentlich wollte ich mich heute um Mussorgskys Bilder kümmern, aber dieser schöne Mann mit seiner herrlichen Stimme ist mir dazwischen gekommen. :rolleyes:

    Corelli und Bergonzi: Carlo Bergonzis Interpretationen klingen eindeutig differenzierter und auch kultivierter, aber Corellis satter, urwüchsiger Stimme kann ich nur schwer widerstehen. Ideal wäre Corellis Naturgewalt in Kombination mit Bergonzis Kunst der Verfeinerung gewesen. Aber das eine schließt das andere wohl aus.

    Gruß, Cosima

  • Zitat

    Corelli und Bergonzi: Carlo Bergonzis Interpretationen klingen eindeutig differenzierter und auch kultivierter, aber Corellis satter, urwüchsiger Stimme kann ich nur schwer widerstehen. Ideal wäre Corellis Naturgewalt in Kombination mit Bergonzis Kunst der Verfeinerung gewesen. Aber das eine schließt das andere wohl aus.

    Liebe Cosima, das geht mir mit diesen beiden Sängern ganz genauso. Bergonzi differenziert fein aus, singt auch tonschön, aber mitreißender ist Corelli - die Stimme ist eine Wucht, und wo sein manchmal "überdrehtes" Singen hin passte, da "überhöre" ich auch gern manche Manierismen. :angel:

    :wink: Petra

  • Carl Maria von Weber: Der Freischütz (Steiner, 1936)

    Eine der unverzichtbaren Aufnahmen, gleich ob man Freischütz- oder Bohnen-Liebhaber ist. Auf dieser CD (leider nur noch recht teuer zu erwerben) findet die Begegnung statt: Bohnen als Kaspar ist eine Urgewalt, die nur noch in Einzelaugenblicken in späteren Aufnahmen erreicht werden kann. Wenn man sich die Restbesetzung ansieht, tut es einem in der Seele weh, dass dieser Rundfunkmitschnitt unvollständig ist. Vor allem fest der zweite Akt bis auf eine Agathe-Arie, bei der man hören kann, wie Tiana Lemnitz die Rolle gestaltet. Ein Muss, über das ich im Freischütz-Thread ausführlicher berichten werde.

    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Ravels Klaviertrio a-moll mit Jacques Rouvier (Klavier), Jean-Jacques Kantorow (Violine) und Philippe Müller (Cello). Ist hier enthalten:

    Eine schöne Einspielung dieses wirklich hübschen Werks, wie ich finde - ich habe allerdings bisher leider auch keine Vergleichseinspielung...

    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Ich hangel mich mal weiter durch jüngst bethreatete Werke:

    Modest Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung
    Peter Rösel (Klavier)

    Rösels Klavierspiel gefällt mir. Er spielt kraftvoll ohne irgendwelche vordergründige Effekthascherei oder überzeichnet große Gesten. Bei aller Expresivität nimmt er sich als Interpret (jedenfalls für meinen Geschmack:) wohltuend zurück.
    Hier habe ich alternativ noch Kissin, Pogorelich und Warenberg - meistens höre ich aber Rösel (obgleich ich gestehen muß, daß ich die BeA ohnehin nicht gerade häufig höre, weder die Klavierfassung noch eine der Orchesterfassungen).

    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Wieder eine Aufnahme ohne Cover bei Amazon, aber dort ist sie noch zu haben

    Gustav Mahler: Das Lied von der Erde
    Kerstin Thorborg
    Carl Martin Öhmann
    Concertgebouworkest
    Amsterdam, 5- Oktober 1939

    Es ist eine exzeptionelle Aufnahme mit einem historischen Momentum. Schuricht führt in Amsterdam das Werk Mahlers auf, das seit 1933 in Deutschland verboten ist. Er dirigiert ein Orchester, das von dem später als Kolloborateur der Deutschen beschuldigten Mengelberg zu einem der kompetentesten Interpreten der Musik Mahlers gebildet wurde. Dazu Kerstin Thorborg, durch Bruno Walter vertraut mit Mahler und für die Aufführung dieses Werk unter Walter im Mai 1936 zum 25. Todestag erwählt. Dazu Carl Martinn Öhmann, der stimmmächtig und sensibel die Konzeption Schuricht verwirklicht.

    Ich habe die hervorragend remasterte Pressung von archiphon (ARCH-3.1). In der Mitte des letzten Satzes 4 Takte nach Ziffer 47 gibt es einen Zwischenruf einer Anhängerin des Nazi-Deutschlands "Deutschland über alles, Herr Schuricht". Das Publikum antwortet mit Pfiffen und Zischen.

    Einer der Aufnahmen, die mE in keinem Regal eines Mahler- und vor allem "Lied von der Erde"-Liebhabers fehlen sollte.

    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • J.S. Bach: Weihnachtsoratorium (Concerto Köln, Ralf Otto)

    Ruth Ziesak, Monika Groop, Christoph Pregardien, Klaus Mertens, Vokalensemble Frankfurt, Concerto Köln, Ralf Otto

    Eine tolle Aufnahme zum Spottpreis...

    :wink:

    Gestern nicht bei jpc, sondern beim örtlichen Händler gekauft, für 10 €. Ich kann mich nach dem Hören der ersten drei Kantaten Peter nur anschließen: Eine ganz unprätentiöse Aufnahme, Orchester und Chor sind exzellent, ebenso alle (!) Solisten - Prégardien als Evangelist ist eine Wucht.

    Kein sonderlich origineller Kauf in diesen Wochen. Aber das ist erst mein zweites HIP-Weihnachtsoratorium: Jacobs geht mir trotz seiner ausgefuchsten Interpretation und wegen der Manierismen und der verschleppten Choräle etwas auf die Nerven.


    Viele Grüße

    Bernd

    .

  • Benjamin Britten: The Little Sweep. A Children's Opera
    Philip Ledger

    Was ich so mit meinen Jungs hören kann. Besser noch als mit der CD-Einspielung komme ich mit der TV-Produktion dieser Oper an. Eine Dreiviertelstunde mit Britten gegenüber einem kompletten barocken Oratorium. Der Capriccio-Delegation wünsche ich viel Vergnügen bei dem Messiah in der Kölner Philharmonie ...

    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Habe heute mal mein Musik-Hör-Zimmer umgestellt. Kann ich nur empfehlen, man hört alles gleich ganz anders.
    Anders hörte ich seitdem:

     

    Die Andsnes-CD gefällt mir sehr gut, spannende, anregende Musik. Mit Respighi kann ich dagegen weniger anfangen, zumindest derzeit, lege ich morgen mal wieder ein.

     

    Das ist dann vielleicht schon krass gehört, wer weiß; was ich weiß: Es gefällt mir.

    Jein (Fettes Brot, 1996)

  • Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 2
    Jascha Horenstein
    Wien 1954

    1954 wurde diese legendäre Einspielung bei VOX veröffentlicht. Es ist die erste Einspielung der Brandenburgischen Konzerte auf historischen Instrumenten. Hier die Streicher:
    Walter Schneiderhan, Solo-Violine
    Dimitri Tortscanoff, Paul Trimmel, Ernest Opawa, Rudolf Lindner, Violine
    Paul Angerer, Solo-Violine, Violino piccolo, Cembalo, 2. Blockflöte
    Karl Troetzmueller, Viola, 1. Blockflöte
    Josef von Sardi, Viola
    Viktor Goerlich, 1. Violoncello
    Nikolaus Harnoncourt, Gambe
    Hermann Hoebarth, 2. Gambe
    Emil Kremer. Kontrabass

    Meine Aufnahme (VOX CDX2 5519) habe ich nach jahrelanger Jagd in den USA aufgetrieben. Inzwischen gibt es die Aufnahme ganz normal bei Amazon ...

    Liebe Grüße Peter

    PS: Ich sehe, dass das Cover bei Amazon eine Klemperer-Aufnahme dokumentiert ...

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Zur Nacht noch eine weitere schöne Stimme: Dmitri Hvorostovsky

    Aus dem Mussorgsky-Zyklus „Lieder und Tänze des Todes“ finde ich das „Wiegenlied“ besonders ergreifend: Eine Mutter wacht über ihr todkrankes Kind, da erscheint der Tod. So traurig ist die Stelle, als der Tod zur Mutter sagt, dass sie sich doch eine kleine Pause gönnen solle, er wird an ihrer Stelle über das Kind wachen und es sanft in den Schlaf singen...

    Gruß, Cosima

  • Armarcord höre ich immer gerne- jetzt zur späten Stunde mit:

    "And so it goes"

    Songs aus dem "American Songbook"- manchmal vielleicht eine Spur zu perfekt und zu "gerade" gesungen, aber sängerisch trotzdem große Klasse- und wer die Stücke kennt, muss sie in diesem Gewand einfach lieben :D

    Besonders gelungen finde ich die eher getragenen ruhigen Stücke wie "And so it goes" oder " That lonesome road"


    Herzliche Grüße, :wink: :wink:

    Christian

    Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

    Cato der Ältere

  • Abgelegenes ...

    Diese:

    Detlev Müller-Siemens: Die Menschen
    Trauboth, Larsen, Jalbert, Steinberger, Unger, Chor des Theaters Basel, Basel SO, Leitung: Michael Boder

    :juhu: :juhu: :juhu:

    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

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