Bayreuther Festspiele

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  • Jordan überzeugt mich auch, aber KFV ist für mich als Stolzing nicht minder schwer zu ertragen denn als Lohengrin oder Parsifal :S

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • die Sachsansprache am Ende fand szenisch nicht so ganz überzeugend..
    Ich mag KFV. Ausserdem sieht er sehr attraktiv aus..... auch als Parsifal...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Ich mag KFV auch. Gerade auch, wie er - als schauspielerische Leistung! - ein so herrlich dummes Gesicht machen kann, begeistert mich.

    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • und die angekündigte Kritikerdampflauderei mit Büning und Co kommt jetzt doch nicht live?

    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • Dampfplauderei gab's doch im BR-Klassik ?( , wenn schnell umgeswitcht vom Video-Livestream... Büning muss nicht maßgebend sein (vor allem dann nicht, wenn sie borniert LS mit Julliards als zu akademisch in die Tonne tritt)... Schade, dass Kosky beim Schlussmonolog vom Sachs nicht mit irgend einen richtigen Knaller aufwartet.. muss aber diese MS-Chose erneut mir reinziehn, um einfach noch mehr Details zu checken, was Mucke + Szene betrifft...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Ich hab' über BR Klassik nur reingehört (ab dem dritten Akt) und fand die Sänger einen, wie man so schön auf Englisch sagt, "mixed bag": Vogt war deutlich leiser als der David von Behle, zudem klangen die Höhen bei ihm zum ersten Mal richtig gequält. Kannte ich so nicht von ihm. Schwanewilms kommt knapp auf die geforderten Höhen rauf, oft klingt das aufgerissen da oben und leider kickst es dann auch. Was ich schade finde, ich mag diese Sängerin sehr, aber vielleicht ist Evchen nicht so ihr Ding (auch alterstechnisch). Behle ist wie bereits angedeutet vokal ein guter David, habe ihn mir zwischendurch als Stolzing gewünscht.


    Die musikalischen Highlights waren für mich Kränzle und Volle. Bei Kränzle freut es mich um seine Rückkehr und das er mal wieder beweist, dass man Partien wie Beckmesser und Alberich auch singen kann (das verpatzte a' in der Schusterstube, naja, das passiert ja wirklich fast jedem. Es gibt von Kränzle auch Aufnahmen wo er diesen Ton super hat).


    Volle würde ich gerne mal live als Sachs erleben, überzeugt er doch hier im dritten Akt mit seiner Gestaltung und mit der Tatsache, dass er die letzte Phrase des Sachses sogar noch aussingen kann und nicht nur noch rauskeucht, -brüllt, -säuselt [insert choice of word here].


    Habe viel schlechtes über das Dirigat gelesen, weiss eben auch nicht was im ersten und zweiten Akt abging, mir hats jedenfalls im dritten Akt sehr gefallen.

  • Gerade läuft auf Sky Arts der Dritte Akt des Siegfried von 2016. Hab gerade erst reingeschaltet und hab mich gegruselt. Werbetafeln, ein fettes U-Bahn-Schild, Berlin heute. Und Fafner als Zuhälter? Dazu noch ein Maschinengewehr? Was läuft denn da ab? Sind die klassischen Inszenierungen aus Bayreuth verbannt worden? Letztes Jahr gab es Tristan und Isolde überall mit Treppen. Was sollte das darstellen?
    "Liebes Vöglein, bist du im Walde hier daheim?" mitten in Berlin.

  • Gerade läuft auf Sky Arts der Dritte Akt des Siegfried von 2016. Hab gerade erst reingeschaltet und hab mich gegruselt. Werbetafeln, ein fettes U-Bahn-Schild, Berlin heute. Und Fafner als Zuhälter? Dazu noch ein Maschinengewehr? Was läuft denn da ab? Sind die klassischen Inszenierungen aus Bayreuth verbannt worden? Letztes Jahr gab es Tristan und Isolde überall mit Treppen. Was sollte das darstellen?
    "Liebes Vöglein, bist du im Walde hier daheim?" mitten in Berlin.

    Was sind schon "klassische Inszenierungen" ? ;)
    Zugegenermaßen sind mir bei dieser Auswahl abstrakte Treppen lieber als ein Drache im Berliner Untergrund.
    Naja, und wie war das mit Fafner und Freia? Fafner erhält Freia als Pfand und möchte dennoch lieber das Geld... gewagte Sicht, aber vielleicht auch ein Aspekt?

  • Die Frage ist sehr klug gestellt. Wirklich sehr pfiffig! Allerdings steht immerhin im Stück, dass er Freya nicht will, sondern das Gold bevorzugt.


    Darum verstehe ich nicht, was an dem, was Du beschreibst, eine gewagte Sicht sein soll:

    Naja, und wie war das mit Fafner und Freia? Fafner erhält Freia als Pfand und möchte dennoch lieber das Geld... gewagte Sicht, aber vielleicht auch ein Aspekt?

  • Im Rheingold (Golden Motel) will Fafner lieber Gold als Freia. Aber was hat dies mit dem Fafner/Drachen im Siegfried zu tun?

    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • Ich kenne den Castorf-Siegfried leider nicht und wundere mich, was da die Freia (-> Rheingold) verloren hat. Kehrt sie (-> Stockholmsyndrom?) freiwillig zu dem Fafner-Drachen zurück?

    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • Ich kenne den Castorf-Siegfried leider nicht und wundere mich, was da die Freia (-> Rheingold) verloren hat. Kehrt sie (-> Stockholmsyndrom?) freiwillig zu dem Fafner-Drachen zurück?

    Es war nicht die Rede davon, dass Freia zurückkehrt, sondern es ging um Fafner, der nach dem Rheingold im Siegfried (wieder?) als Zuhälter erscheint.

  • Bayreuther Festspiele 2919 und 2020

    Liebe Bayreuthfreundinnen und -freunde,


    da ich noch nie die Festspiele selbst erlebt habe, erwäge ich, das in den nächsten Jahren vielleicht doch noch zu wagen, trotz der zu befürchtenden Sommerhitze, die ja doch einiges an Lust wieder einschränkt.


    Kurz und gut: Was ist denn aktuell über das Programm 2019 und 2020 bekannt?


    2020 soll es wohl einen neuen Ring geben (mit wem?). 2019 ist Anna Netrebko als Elsa im Gespräch. Außerdem geplant: Tannhäuser mit Valeri Gergiew (Dirigent) und Tobias Kratzer (Regie), das könnte mich reizen.


    Gibt es sonst noch etwas? Wenn nicht: Bis wann dürfte das Programm 2019 Gestalt annehmen, und ab wann kann man sich um Karten bemühen?


    Da sich im Forum nicht wenige Festspielbesucher/innen bewegen, die wissen, was da so läuft, hoffe ich auf gute Kunde. ;)


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Als Ring-Regisseurin wird Gürbaca gehandelt, es heißt auch, daß vier Regisseurinnen sich das teilen, es zeichnet sich ferner ab daß man wohl einen anderen Dirigenten zu suchen hat. Wotan wird soweit bekannt Groiissböck, Siegfried Andreas Schager, Brünnhilde Christine Goerke, Mime Arnold Bezuyen, Für nächstes Jahr ist eine Neustrukturierung der Preiskategorien mit teils starken Erhöhungen angekündigt. Die "Meistersinger" sind derzeit sicher das beste was auf dem Hügel zu sehen ist.

    Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)

  • Für die Bayreuth-Akustik sind die Meistersinger allerdings das ungeeignetste aller von mir dort bisher gehörten Wagner-Werke. Ich war letztes Jahr (und das bei einem guten Platz) ziemlich ernüchtert, wieviel orchestrale Details verlorengehen - und das war sicher nicht die Schuld des Dirigenten Philippe Jordan.


    Ich würde in diesem Haus eigentlich immer für den Parsifal plädieren, der hier unvergleichlich klingt. Leider ist die aktuelle Inszenierung von Laufenberg ein Trauerspiel, die Besetzung wechselt (war bisher aber ziemlich gut). Wie Bychkov, der die Produktion in diesem Jahr übernommen hat, dirigiert, weiß ich nicht - die Kritiken waren recht gut.


    Die Tristan-Inszenierung von Katharina Wagner habe ich in diesem Forum recht scharf kritisiert, im Rückblick erscheint sie mir gar nicht so uninteressant. Thielemanns Dirigat ist wirklich großartig, akustisch passt das Werk sehr gut ins Haus.


    Tannhäuser habe ich in Bayreuth noch nie gehört. Von Tobias Kratzer, der in Karlsruhe brillante Meistersinger inszeniert hat, würde ich mir einiges erwarten. Gergiev kann ich auf diesem Gebiet nicht recht einschätzen, Gould ist sicher eine Bank in der Titelrolle.


    Beim Ring muss man erstmal abwarten, wer da wirken und weben wird. Was sicher ist: Ein kompletter Ring in Bayreuth geht mächtig ins Geld, selbst wenn man auf mittlere Preiskategorien setzt. Die billigen Plätze in der Galerie hatte ich nie, sie sollen dem Vernehmen nach aber nicht zu Unrecht so billig sein (Akustik, Sicht, Hitze...).



    Kartenerwerb: Es gibt die traditionelle Form der Kartenbestellung, die auch auf der Website erläutert wird. Man bestellt im Herbst des Vorjahres und wartet dann einige Monate. Früher hätte man gesagt, dass ein Erstbesteller keine Chance hat. Heute ist das wohl anders. Mir war das immer zu blöd.


    Dann gibt es - meist irgendwann im Februar - einen Onlineverkauf, in dem nochmal Karten für alle Vorstellungen zur Verfügung stehen. Man muss an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit an einem Endgerät mit guter Internetverbindung sitzen, sich dabei meist in eine digitale Warteschlange einreihen und dabei ein bisschen Glück haben.


    Im Juni (in diesem Jahr erst Anfang Juli) gibt es dann noch einmal einen zweiten Online-Termin, bei dem eine ganze Anzahl von Restkarten in den Verkauf geht. Das hat bei mir in den letzten Jahren immer gut funktioniert (offenbar weniger Konkurrenten beim Kartenkauf), auch für den diesjährigen Lohengrin habe ich mir da eine Karte geschnappt.


    Am schwierigsten ist es meist, für die aktuelle Premierenserie Karten zu bekommen (im nächsten Jahr also Tannhäuser). Auch Lohengrin mit Netrebko (das sind ja wohl nur zwei Vorstellungen) dürfte schnell ausverkauft sein. Etwas länger laufende Produktionen sind dagegen oft weniger begehrt, das stehen die Chancen besser. Das dürfte wohl insb. für die aktuellen Tristan- und Parsifal-Produktionen gelten (die vermutlich auch nächstes Jahr laufen), weniger für die anscheinend sehr beliebte Kosky-Produktion der Meistersinger.


    Das Programm für die Festspiele 2019 wird wie immer kurz nach Ende der diesjährigen Festspiele veröffentlicht (allerdings werden Sängerbesetzungen teilweise erst wesentlich später nachgeliefert).


    :wink:

    .

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