J.S. Bach: BWV 988 - Die Goldberg-Variationen


  • vielen Dank für diesen Hinweis. Ich habe die Version gerade auf spotify nachgehört und dann als CD bestellt.
    Ich liebe Klavier vierhändig (und insbesondere T&G) und die Goldbergvariationen (gerne auch bearbeitet) und damit ist das hier die "goldene" Verbindung.


    Viele Grüße
    Achim
    :wink:

  • Loussier

    Loussier: Gibt es zu ihm irgendwelche Kommentare? Wer hat die Aufnahme schon gehört? Ich bin jedesmal hingerissen, weil es für mich eine der "intimsten" und introvertiertesten Einspielungen ist.

  • Loussier: Gibt es zu ihm irgendwelche Kommentare? Wer hat die Aufnahme schon gehört? Ich bin jedesmal hingerissen, weil es für mich eine der "intimsten" und introvertiertesten Einspielungen ist.


    ich hab sie schon oft gehört, weil ich die Aufnahme hier zu Hause habe. ;+) - Wer Loussier mag, seine Art, sich Bachs Musik anzunähern und sie umzuformen, der wird diese Einspielung mögen.


    BG - elo :)

    Klemperer: "Wo ist die vierte Oboe?" 2. Oboist: "Er ist leider krank geworden." Klemperer: "Der Arme."


  • ich hab sie schon oft gehört, weil ich die Aufnahme hier zu Hause habe. ;+) - Wer Loussier mag, seine Art, sich Bachs Musik anzunähern und sie umzuformen, der wird diese Einspielung mögen.


    BG - elo :)


    Ich habe mir das vorhin angehört und kann dem, im Gegensatz zu der Einspielung mit Tal & Groethuysen, nichts abgewinnen, denn - und das ist der Grund - mir ist Loussier zu "swingig" und macht mich eher nervös.
    Nicht meine Art von Jazz.


    Viele Grüße
    Achim

  • Wenn man Louissier liebt, sollten verwandte Geister nicht fehlen:


    John und Mirjana Lewis, The Chess Game. So weit ich als Neuling dies überblicke, wurde diese beinahe historische Aufnahme hier noch nicht besprochen: Lewis' Frau spielt das Original auf dem Cembalo, danach improvisiert der Meister mit "Blue Notes".
    Leider ist diese Aufnahme so gut wie nicht mehr erhältlich (ca. € 30 bei "Amazon"), nur in den finsteren Ecken unseres großen weiten Netzes auffindbar, über die ich hier natürlich nicht schreiben darf ...


    Für mich jedenfalls Beweis, daß man mit Johann Sebastian nahezu alles machen kann und daß er nicht nur keinen Schaden nimmt, sondern man ihn weiter und tiefer genießen kann.


    Bei der Gelegenheit setze ich noch einen "drauf", gewissermaßen für die "Hardcore-Fraktion":
    Ed Chang mit den 30 Variationen für E-Guitar, sechssaitigen Baß und Hammond. Legal herunterladbar bei "Archive.org" (müßte wirklich "Public domain" sein). Der junge Mann hat auch die "Kunst der Fuge" (s. meinen Beitrag dort) zu "Heavy Metal" verarbeitet. Wäre gespannt, ob sich jemand dorthin vorwagt und die Hörerfahrungen mitteilt.

  • Anlässlich dieses Threads habe ich bei jpc gestöbert, welche Neuanschaffungen in puncto Goldbergs denn mal wieder angesagt wären und ich bin bei folgenden Aufnahmen hängengeblieben:




    Pinnock spielt ordentlich mit Schmackes und nicht auf einer Zirpgrille und Issakadze klingt wundervoll - ähnlich strukturell wie Gould aber mit vollerem Klang. Demnächst mehr....



    Nachtrag:


    Weil das weiter oben mal diskutiert wurde: auch Issakadze debüttierte auf Tonträger mit den Goldbergvariationen. Ansonten gibt es nur die Partiten von ihr, welche ich gleich mitbestellt habe. Von Bach kann man ja nicht genug haben... ;+)

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Issakadze klingt wundervoll - ähnlich strukturell wie Gould aber mit vollerem Klang.

    Als wunderschön habe ich die Begleitung von Frau Isskadze anlässlich eines Goldbergrundgangs empfunden, bis wir dann kurz vor Ende des Ausflugs beim Quodlibet angelangt waren. Diese dort deutlich hörbaren, etwas willkürlich anmutenden Temporückungen, schienen mir dann doch etwas übertrieben und unorganisch. Aber sei es drum, vielleicht hörst Du das ja ganz anders.

  • Als wunderschön habe ich die Begleitung von Frau Isskadze anlässlich eines Goldbergrundgangs empfunden, bis wir dann kurz vor Ende des Ausflugs beim Quodlibet angelangt waren. Diese dort deutlich hörbaren, etwas willkürlich anmutenden Temporückungen, schienen mir dann doch etwas übertrieben und unorganisch. Aber sei es drum, vielleicht hörst Du das ja ganz anders.


    Nein, über das Quodlibet bin ich auch gestolpert. Das klingt wirklich sehr seltsam. Aber der Rest ist zum Teil dermassen schön, dass ich nicht umhin konnte zu bestellen.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Soweit ich gesehen habe wurde noch nicht die Einspielung mit Angela Hewitt erwäht oder besprochen.



    Das möchte ich gerne nachholen, denn diese Einspielung gehört für mich zu den besten die ich kenne. Wenn Gould vielleicht eine der eigenwilligsten Interpretationen vorgelegt hat, so kann man diese als eine der ausgewogensten bezeichnen. Nun ist ja Frau Hewitt was Bach anbelangt keine Unbekannte, und ihre mittlerweile fast kompletten Einspielungen der Klavierwerke von J.S. Bach werden immer wieder hoch gelobt. Ihr Spiel ist frei von Manierismen, und immer gelöst und farbig. Sie versucht nicht zu historisieren, sondern spielt diese Musik als wäre sie ewig gültig. Bei den Goldberg Variationen spielt sie alle Wiederholungen, was ich für absolut richtig und überzeugend halte, denn so war es von Bach beabsichtigt, und so kommt auch die Gesamtarchitekur des Werkes am Besten zur Geltung. Im Konzert werden sie meistens weggelassen, weil man dem Publikum wohl keine 80 Minuten am Stück zumuten möchte. Sie selber findet, dass sie so in den Wiederholungen "Variationen in den Variationen" vornehmen kann. Allerdings macht sie nur sehr sparsam davon Gebrauch. Es werden zwar fast immer Verzierungen hinzugefügt, aber sie macht das so dezent, dass es vollkommen organisch wirkt. Man könnte diese Vorgehensweise auch geschmackvoll nennen, wenn es denn eine verbindliche Bewertung davon gäbe. So hat natürlich jeder Hörer seine eigenen Geschmacksvorstellungen. Sie vermeidet auch jede Art von "knalligen" Effekten, und versucht z.B. bei der Variation 5 nicht einen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Das berührende der Variation 25, die Gould so unvergleichlich gestaltet hatte, gelingt ihr ebenso wie die "Legeriezza" der Variation 28. Diese Variation ist ein Musterbeispiel für ihre Fähigkeit der Artikulation. Die über den Trillern hingetupften Töne kommen ausgesprochen plastisch herüber. Die Musik fliesst dahin, als ob es ewig so weitergehen könnte.


    Ich halte Angela Hewitt für die derzeit bedeutendste lebende Bach Interpretin (zusammen vielleicht mit Murray Peraiha). Ihre Einspielungen gehören zu den kostbarsten Beständen meiner Sammlung, und sind für mich zeitlose Dokumente von Bachs Werken.


    Eusebius

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • Derzeit bin ich ganz extrem gefesselt von der Interpreation des mysteriösen "Papalin"; ein Japaner, ich erwähnte es anderer Stelle, ca. 12.000 Werke aus allen möglichen Bereichen für Blockflöte(n) adaptiert hat und dieses Werk seit 30 Jahren betreibt. Geradezu wundersam seine "Versionen" der "Brandenburger".


    "http://papalin.yas.mu/W226/"


    Leider sind die "Goldberg-Variationen" von geradezu erbärmlicher Klangqualität, es verzerrt bis zum Lautsprecherbruch. Hat da jemand Hörerfahrungen??

  • Hallo Eusebius,


    vielen Dank für deine Vorstellung der Aufnahme von Hewitt, die längst überfällig war und der ich nur aus vollem Herzen zustimmen kann. Wenn ich eine Klavier - Aufnahme der Goldbgervariationen empfehlen müßte, dann wären es die von Hewitt und Perahia.


    Viele Grüße Bernd

  • Inzwischen ist Irma Issakdzes Einspielung der GBV bei mir eingelangt und wurde von mir auch gehört. Leider hielt meine durch die Soundschnipsel befeuerte Begeisterung nicht lange an. An mangelnder Fingerfertigkeit oder Transparenz liegt es gewiss nicht, denn beides ist hier vorbildlich, aber die abenteuerliche Agogik hat mir die Aufnahme letztendlich vermiest. Durch die zahllosen Temporückungen und Rubati wird der Fluss der Musik so gestört, dass sie in meinen Ohren immer wieder völlig in sich zusammenfällt. Schade, sehr schade. Die Partiten in Issakdzes Interpretation haben mir nach dem ersten Hören deutlich besser gefallen und kamen mir weniger maniriert vor. Aber ich muss noch mal genauer reinhören.


    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Eine Aufnahme, dich mich letztens angesprochen hat, ist eine Live-Aufnahme von Bruno Canino.
    (Einzelbildchen kommt nicht durch: http://www.amazon.de/Johann-Se…=1-7&keywords=bach+canino)
    Die Live-Situation kommt gut durch: Canino spielt flüssig, mit Verzierungen, die den Eindruck geben, sie seien spontan entstanden. Ich bin kein so großer Goldberg-Kenner, als daß ich sagen könnte, diese Aufnahme habe Referenz-Charakter, aber sie hat mich mit ihrer Frische besonders beeindruckt. Fingertechnisch hört sich Canino so an, als gäbe es gar keine Schwierigkeiten, unterschiedliche Stimmen dialogisieren miteinander. Und ja, Canino hat seinem Publikum die 76 Minuten zugemutet!
    Ich habe die Aufnahme in dieser schwabenfreundlichen Box gefunden
    ,


    die Live-Aufnahmen aus dem Tessin enthält, u.a. das andernorts zu Recht gelobte Gilels Lugano-Konzert.

    Alles, wie immer, IMHO.

  • Mir gefällt immer noch die Live-Aufnahme aus Berlin von Craig Sheppard recht gut. Sie wurde bereits 1999 aufgenommen,und ist auf dem privaten at-label von Annette Tangermann erschienen. Schnipsel sind auf der homepage von Sheppard zu hören, der für mich sowieso sehr interessante Aufnahmen gemacht hat.Die neueren alle live.
    Leider zu wenig bekannt, und die Goldbergvariationen schwer zu bekommen. Es gab sogar mal einen Vergleich der Interpretationen - Kempff,Gould.Perahia und Sheppard-
    bei dem diese Aufnahme insgesamt sehr gut abschnitt. Allemal hörenswert !

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Ich habe kürzlich wieder eine neue Aufnahme der Goldberg-Variationen "gefunden". Möglicherweise wird sie wieder niemand kennen, da nur ich so etwas "Exotisches" ausgrabe. Ein spanisches Streichtrio spielt, was an sich nichts Hervorhebenswertes wäre, da es für diese Besetzung einige Einspielungen gibt. Aber die "Verve", manchmal sogar Rohheit, der Einsatz und besonders die Freiheit mit dem Notentext, der Formen der Improvisation einschließt, macht das "Garnati Ensemble" zu einem Erlebnis. So frisch und tänzerisch, wie viele Sätze des Werks sein müssen, habe ich es selten gehört. Es sind zudem, soweit ich das beurteilen kann, historische Instrumente. Besonders die Variation 7 sowie fast alle des 2. Teils (so ab #19) sind von einer fast leuchtenden Spannung.






    Vorzuhören oder was auch immer ihr damit macht, sind sie auf


    "http://www.radio.uol.com.br/#/busca/garnati"


  • Also ich habe jetzt bisher wenig Erfahrung mit den Goldberg-Variationen und kannte auch nur die Gould-Aufnahme von 1981, weniger, weil ich die besonders gern habe, sondern, weil die my bei yt als erstes vorgeschlagen wurde als ich mich daran machte das Werk im Allgemeinen kennzulernen...hat mich wenig hingerissen, aber das kann ja mehrere Ursachen haben.
    Mit Hinblick auf die Cembalo-Versionen las ich dann obigen Beitrag und habe es mit Rannou versucht und muss sagen, das begeistert mich sehr, weil ich es gleichzeitig spannend und entspannend finde, insgesamt sehr lebendig ohne zu aufgeregt zu wirken.

    "Allwissende! Urweltweise!
    Erda! Erda! Ewiges Weib!"

  • Mit Hinblick auf die Cembalo-Versionen las ich dann obigen Beitrag und habe es mit Rannou versucht und muss sagen, das begeistert mich sehr, weil ich es gleichzeitig spannend und entspannend finde, insgesamt sehr lebendig ohne zu aufgeregt zu wirken.


    Deine Anteilnahme für diese Aufnahme teile ich: http://www.capriccio-kulturfor…g-variationen/#post167092


    BTW: wo ist eigentlich Carola? Ihre letzte Aktivität datiert auf den 05.01.2014.

  • Eigentlich wollte ich mich außerhalb der Oboenschublade ja nicht mehr an diesem Forum beteiligen - und Form wie Tonfall der jüngsten Auseinandersetzungen in Fäden wie denen zum Brahmsschen Klavierquintett oder zum Klang, der die Musik macht (die selbstgefällig-narzistische Art, in der dort eine neue Userin abgebügelt wurde, hat mir schier den Atem verschlagen) können diese Entscheidung eigentlich nur bestätigen...


    ...aber ich war schon immer ein Freund der Inkonsequenz im Hinblick auf die für den Lauf der Welt ;+) und des eigenen Lebens :D nicht besonders bedeutsamen Entscheidungen - und insofern mache ich jetzt eine Ausnahme, die einer Radiosendung, welche mich extrem beeindruckt hat, geschuldet ist. Es geht (nicht nur, aber im Wesentlichen) um einen Mitschnitt von Tzimon Bartos Interpretation der Goldberg-Variationen (in Busonis Bearbeitung!):


    http://konzertplayer.wdr3.de/k…nzert/aix-piano-25112015/


    Bachs Riesenwerk habe ich als junger Mensch überhaupt nicht "verstanden"; der Schlüssel zu ihm fiel mir zugegebenermaßen erst sehr spät in die Hände. Aber mittlerweile gehören die Goldberg-Variationen zu meinen absoluten Lieblingskompositionen - und dies erst recht, wenn sie von einem so stark auf unbedingte Expressivität wie auf möglichst differenzierte Nuancierung der klanglichen Mittel setzenden Künstler wie Barto gespielt werden.


    Mir geht es aber jetzt nur darum, auf diesen lediglich für einen knappen Monat im Rahmen des WDR 3-Konzertplayers verfügbaren Konzertmitschnitt hinzuweisen. An Grundsatzdiskussionen zum Thema HIP oder Hopp werde ich mich nicht mehr beteiligen. Und ich wäre auch ansonsten sehr erfreut, wenn man mich wegen meines noch einmal ausnahmsweise erfolgten Postings nicht in irgendeiner Form von vorne oder von der Seite anrempeln/abkanzeln würde!


    BTW: wo ist eigentlich Carola? Ihre letzte Aktivität datiert auf den 05.01.2014.


    Meines Wissens war Carola schon damals von schwerer Krankheit betroffen.....ich vermisse ihre Beiträge aber auch ganz außerordentlich!


    Viele Grüße


    Bernd

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