PHAROAH SANDERS und seine Aufnahmen

  • PHAROAH SANDERS und seine Aufnahmen

    Da hier reichlich Höreindrücke und Empfehlungen über Phaorah Sanders zusammen gekommen waren, sind eben jene nun in diesem Thread zusammen gefasst.
    Carsten






    Pharoah Sanders: Jewels of Thought


    Das Gejodel von Leon Thomas kann zwar ganz schön nerven, aber die Mucke ist schon sehr geil! Und Sanders Saxophonspiel packt und schüttelt mich immer wieder aufs neue.
    Ganz groß ist »Sun in Aquarius«.


    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.


  • :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


    Wunderschöne, getragene lange Tenor-Sax-Linien Pharoah Sanders gehen in packende freie Soli von ihm und Lonnie Liston Smith am Piano über. Leon Thomas singt quasi das zweite Tenor-Sax mit einer Mischung aus der Nachahmung von Coltranes Sax-Spiel und - übrigens afrikanischem - Jodeln. Ich mag sein Timbre sehr gerne und mir gefällt das hier sehr, sehr gut. Aber sein Jodeln ist schon viel beklagt worden. Nun macht er ja nicht nur das. Wie immer man dazu steht, ich denke, er hat sehr viel in seiner Zeit dazu beigetragen, eine neue Rolle für die Vokal-Stimme im "New Thing" und der freien Improvisation zu finden. Ich habe viel Mühe aufgewendet, auch seine eigenen Aufnahmen und viel Entlegenes mit ihm aufzutreiben. Er hat übrigens auch ganz wunderbar Horace Silver-Songs gesungen - ganz ohne Jodeln.


    Mir gefällt natürlich auch das lange Bass-Duo von Cecil McBee und Richard Davis über dichtem Percussion-Geraschel von Idris Muhammad und Roy Haynes besonders gut.


    :wink: Matthias

  • Es kann ja noch angehen, dass bei einem Wohnungs-Umzug eimal etwas abhanden kommt. Ein paar Kaffeetassen zum Beispiel oder ein Karton mit Unterwäsche. Mir sind aber vor einigen Jahren etliche MCs und MDs mit Radiomitschnitten verlustig gegangen, denen ich sehr hinterher trauere. Eine Aufnahme war die von Pharoah Sanders beim Jazzfestival in Frankfurt. Zu seiner Band gehörten damals u.a. der wunderbare Gitarren-Berserker Sonny Sharrock sowie Charnett Moffett, der seinen Kontrabass per Wahwah-Pedal oder elektronisch verfremdete. Dieses fantastische Konzert ist aber leider futsch. Als halbgare Alternative dient mir die Studio-CD, auf der die damalige Tour fußte. Glatt ist sie, diese Aufnahme, fast schon kitschig und von Bill Laswell mehr als überproduziert. Manchmal - so wie jetzt - höre ich sie aber, weil sie mich zumindest erahnen lässt, was der verdammte Umzug vor einigen Jahren für Verluste erbracht hat...



    Pharoah Sanders
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    Verve, 1996


    LG
    C.

    „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

  • Eine Aufnahme war die von Pharoah Sanders beim Jazzfestival in Frankfurt. Zu seiner Band gehörten damals u.a. der wunderbare Gitarren-Berserker Sonny Sharrock sowie Charnett Moffett, der seinen Kontrabass per Wahwah-Pedal oder elektronisch verfremdete. Dieses fantastische Konzert ist aber leider futsch. Als halbgare Alternative dient mir die Studio-CD, auf der die damalige Tour fußte. Glatt ist sie, diese Aufnahme, fast schon kitschig und von Bill Laswell mehr als überproduziert. Manchmal - so wie jetzt - höre ich sie aber, weil sie mich zumindest erahnen lässt, was der verdammte Umzug vor einigen Jahren für Verluste erbracht hat...



    Pharoah Sanders
    Message from Home
    Verve, 1996


    Hallo Carsten,


    mein Vater müßte irgendwo noch einen guten eigenen Live-Mitschnitt zwar nicht aus Frankfurt, aber von dieser Tour haben. Live war ich leider nicht mit dabei, aber der Mitschnitt hat mich auch begeistert, gerade auch Sonny Sharrock und Charnett Mofett. Auch wenn die Studio-CD da bei weitem nicht herankommt, ich mag sie auch. Laswells Mitmischen beim Arrangement, läßt gerade den beiden zwar viel zu wenig Improvisationsraum und das ist sicherlich die glatteste Sanders-CD, die es gibt, aber irgendwie auch interessant zu hören, was aus dieser Musik, so dick arrangiert wird. Sanders lange Sax-Linien machen sich auch so gut und das Arrangement geht ja immer noch so gerade hart am Kitsch vorbei. Irgendwie hat das auch was.


    :wink: Matthias


  • Pharoah Sanders: Elevation


    mit Michael White, Joe Bonner, Calvin hill, Lawrence Kilian, Jimmy Hops, Kenneth Nash, John Blue, Michael Carvin und Sedatrius Brown.


    Die letzte Scheibe, die Sanders für Impulse-Records aufgenommen hat (1973). Wie schon Thembi und Black Unity für meinen Geschmack in der Tendenz ein bissel überinstrumentalisiert und streckenweise ein wenig zu esoterischen Klangteppichen neigend.
    Dennoch: GROSSARTIGES ALBUM!!!


    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.


  • :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


    Bin mal gespannt, was Du zu der sagen/schreiben wirst. Ich verehre Pharoah Sanders ja mehr als jeden anderen Tenoristen (ja, auch mehr als den EINEN, der mal sein Chef war) - und Sanders Platten für Impulse! sind gewissermaßen die Reichskleinodien meiner Jazzsammlung. Allein Black Unity will mir nicht (mehr) so recht gefallen (Begründung in zwei Worten: überinstrumentiert und überambitioniert )- obgleich es diese Scheibe war, mit der ich Sanders Musik vor vielen Jahren kennengelernt habe ...


    Ich bin zwar nicht der Angesprochene, aber ich kann sie nicht "überistrumentiert und überambitioniert" finden, denn das Zusammenspiel ist zwar äußerst dicht, aber von der Grundstruktur des einen Stücks auf der ganzen CD sehr einfach - deswegen finde ich andere Sanders-CDs auch noch etwas interessanter - und die Besetzung ist auch so gewählt, dass, totz der Dichte und Intensität der improvisatorischen Interaktion, die Musik auch sehr übersichtlich bleibt, mit einer 'klassischen' Hardbop Front-Line aus Bläsern geradezu Jazz Messengers -artig, aber basal strukturell eher noch Einfacheres spielend. Nun ist ein 2. Tenorsax dafür natürlich nicht Hardbop-typisch, eher Reminiszenz an Sanders Spiel mit Coltrane, aber Carlos Garnett, den ich sehr mag, spielt mit einem Sound, der anders genug ist als Sanders, so dass das geht, obwohl seine Spielweise von Coltrane und Sanders wesentlich beeinflußt ist. Hannibal Marvin Peterson ist erst recht jemand, der weiß, nicht zu viel zu spielen und nutzt, ungewöhnlich für die Tromper seiner zeit, sehr die langen, gehaltenen Töne und lange Linien. Joe Bonner spielt zwar 'voller', McCoy Tyner nah, aber keinen Teppich, wie Lonnie Liston Smith, der hier weniger passen würde. Der dicht verwebte Teppich bleibt so ganz den drei Schlagzeugern/Percussionisten und den beiden Bassisten überlassen, wobei sich Cecil McBee und Stanley Clarke ganz auf ein wuselig-treibendes Ostinato-Pattern beschränken, obwohl diese vorzüglichen Bassisten ganz gewiß auch ganz anders könnten. Im ganzen finde ich das also sehr klug organisiert. Dagegen ist doch die Gefahr anderer Aufnahmen von ihm, übervoll zu klingen, wenn mit Piano und E-Gitarre zu vielem anderen zwei Akkordinstrumente besetzt sind, viel größer, auch wenn sie Sanders und seine Mitmusiker meistens gut meistern.


    :wink: Matthias


  • Witzigerweise habe ich Black Unity gestern Nachmittag auch gehört - und kann Deine Ausführungen durchaus nachvollziehen. Und dennoch: ich finde das Album trotz aller Inspiriertheit überambitioniert, schlicht weil ich die Grundstruktur (die von der ostinaten Figur der Rhythmusgruppe bestimmt wird) über 37 Minuten nicht als wirklich tragfähig empfinde - zumindest stellt sich bei mir trotz des komplexen und dicht gewebten improvisatorischen Geschehens nach einiger Zeit ein gewisses Gefühl der Ermüdung ein. Ich denke es ist gerade die Kombination eines durchgängigen (und zudem mit zwei Bassisten + Schlagzeug + Percussions [+ Klavier] recht massiv besetzen) Fundaments über dem sich eine sehr dichte und zudem (mit zwei Tenoristen + Trompete [+ Klavier]) ebenfalls nicht gerade schlanke Improvisationssektion ausspielt, die zu einem - zumindest streckenweise - etwas fetten und instransparenten Sound führt. Zudem finde ich das Ganze auf Dauer i-wie monochrom.


    Du hast natürlich recht: es gibt andere Arbeiten von Sanders, die ebenfalls ziemlich ausladend und zudem auch durchaus noch größer besetzt sind (ich denke da etwa an The Creator has a Masterplan von Karma [1969], bei dem dem R-Sektion ebenfalls aus zwei Bässen, Schlagzeug, Percussions + Klavier besteht über denen drei Hornisten (T-Sax, Flöte, Frech Horn) + Voice + Klavier improvisieren), die aber insgesamt deutlich weniger kompakt daherkommen und auf mich einfach abwechslungreicher und farbiger wirken. Das gilt auch für frühe, mit Gitarre und Piano in der R-Gruppe besetzte Stücke wie Upper and Lower Egypt und Aum/Venus/Capricorn Rising von Tauhid (1967) oder auch die rein numerisch - und zwar in jeder Hinsicht - so richtig fett instrumentierten Arbeiten wie Izipho Zam (1969) oder Summun, Bukmun, Umyun (1970).


    Also: Black Unity ist ganz klar kein schlechtes Sanders-Album, aber es will mich aus angesprochenen Gründen nicht so ganz überzeugen.


    Es ist übrigens doch auffällig, dass Sanders nach Black Unity einen ziemlich krassen Stilwechsel vollzogen hat, der sich mit den eher sphärisch und relaxt daherkommenden kurzen Stücken von Thembi (1970) bereits angedeutet hatte. Elevation, das 1973 erschienene letzte Album von Sanders für Impulse!, scheint mir dann so ein bissel eine Kombination des ambitionierten Stils der Arbeiten zwischen Tauhid und Black Unity einerseits und dem Thembi-Stil andererseits anzustreben.


    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Lieber Algabal,


    ja, andere Alben von Sanders finde ich auch noch interessanter, aufgrund der eher einfachen Grundstruktur von Black Unity. Für mich hat das einerseits seinen Reiz, weil dieses eine Stück auf der Platte so Zeit hat, sich wie eine lange improvisierte Studiosession, die es wohl auch war, entwickeln zu können, dabei Intensität aus der Entwicklung entfaltend, bei gleichzeitig einer gewissen Relaxtheit durch die Wiederholungen, andererseits nutzt sich das auch eher ab, als bei anderen Sanders-Aufnahmen. Insofern ist mir schon auch viel von dem, was du schreibst, nachvollziehbar.


    Volle Zustimmung zu den von dir dargestellten Entwicklungslinien von Sanders Impulse-Aufnahmen.


    :wink: Matthias


  • Inzwischen hatte ich auch endlich Gelegenheit, mir "Black Unity" einige Male anzuhören. Da ich bisher kaum etwas von Sanders wirklich gut kenne, ist dies für mich sozusagen der unbefangene Einstieg. Und als solcher ist das beeindruckende Werk sicher recht gut geeignet.


    Mit diesem Stück hatte Sanders offenbar Großes im Sinn: Nicht weniger als die universelle Wirkungskraft der Schwarzen Musik, die alle Höhen und Tiefen des Lebens widerspiegelt, sollte damit beschworen werden. Dazu verlieh Sanders dem Stück eine pan-afrikanische Natur, was sich durch den dichten Rhythmus-Teppich, die Verwendung afrikanischer Perkussionsinstrumente und des Marimba-ähnlichen Balafons sowie den trance-artigen Charakter des Stücks äußert.


    Es mag wohl sein, dass andere Stücke von Sanders noch gewagter, noch experimenteller und noch aufregender sind - aber sind sie auch ambitionierter? "Black Unity" ist imho so etwas wie eine Suche nach völlig neuen, nie zuvor ausprobierten Ausdrucksmöglichkeiten. Dem langen Stück wohnt trotz aller hypnotischen Rauschhaftigkeit so etwas wie Formbewußtsein inne, vielleicht auch weil sein Ablauf an eine klassische Jam-Session erinnert. Es wechseln ständig sanft einlullende Klänge mit wilden kakophonischen Ausbrüchen ab. Vielleicht war das Projekt letztlich über-ambitioniert; das mag jeder selbst entscheiden. Der prophetische Anspruch des Bandleaders Sanders, der für seine Musik - darin ganz ähnlich den afrikanischen Griots - eine universell heilende Kraft in Anspruch nahm, fasziniert mich jedenfalls, und Sanders' ätherisch-schwebende, irgendwie un-irdischen Soli mit Zirkularatmung passen hervorragend dazu. Neben Sanders' Leidenschaftlichkeit beeindruckt mich auch der immer fortwährende, kraftvolle Groove, den die üppig besetzte Rhythmusgruppe entfaltet. Überzeugend ist auch die Ausgewogenheit zwischen Ensemblepassagen und Solospiel, zwischen melodischem Wohlklang und freier Improvisation, zwischen Kontrolle und Exstase.


    Nicht ganz unpassend finde ich das Statement, die Dreifaltigkeit der Free-Tenoristen habe aus dem Vater Coltrane, dem Sohn Sanders und dem heiligen Geist Ayler bestanden... :angel:


    Cheers,


    Lavine :wink:

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • Inzwischen hatte ich auch endlich Gelegenheit, mir "Black Unity" einige Male anzuhören.


    [...]


    Es mag wohl sein, dass andere Stücke von Sanders noch gewagter, noch experimenteller und noch aufregender sind - aber sind sie auch ambitionierter?


    Ich weiß nicht recht, ob andere Stücke von Sanders tatsächlich noch ambitionierter sind als Black Unity bin aber der Meinung, dass einige andere Stücke ähnlich ambitioniert sind. Dies gilt insbesondere für The Creator has a Masterplan vom dem Album Karma (1969). »The Creator ...« ist mit gut 32 Minuten ähnlich ausladend wie Black Unity und in vielerlei Hinsicht is Black Unity eine Wiederholungstat.


    Zitat

    Mit diesem Stück hatte Sanders offenbar Großes im Sinn: Nicht weniger als die universelle Wirkungskraft der Schwarzen Musik, die alle Höhen und Tiefen des Lebens widerspiegelt, sollte damit beschworen werden.


    Dies ist IMO das Thema sämtlicher Sanders Alben zwischen Tauhid und Black Unity und ich glaube, dass er mit letzterem versucht hat soetwas wie ein summum opus zu diesem Thema zu schaffen. Und genau das ist das Problem: Im Grunde wiederholt Sanders hier konzentriert seine Arbeiten der vorhergehenden Jahre - das betrifft einerseits das Thema, andererseits aber auch den Audrucksgestus und die Grundstruktur seiner früheren Arbeiten. Ums mal auf den Punkt zu bringen: abgesehen davon, dass Black Unity noch ein bissel länger ist, als frühere Arbeiten von Sanders aus der Impulse!-Phase bietet es wenig Neues - im Gegenteil: Sanderstypische Strukturen werden wiederholt und zum Teil auch - sorry! - simplifiziert. So ist etwa das, was hier beschrieben wird:


    Zitat

    Dazu verlieh Sanders dem Stück eine pan-afrikanische Natur, was sich durch den dichten Rhythmus-Teppich, die Verwendung afrikanischer Perkussionsinstrumente und des Marimba-ähnlichen Balafons sowie den trance-artigen Charakter des Stücks äußert.


    bereits von »The Creator ...« bekannt, inclusive des Balafonschleiers, der anfangs über die Musik gelegt wird (in »Upper & Lower Egypt« von 1966 ist dieser Schleier auch schon da, wird aber noch mit dem Piano erzeugt).
    Auch die Ostinato-Struktur ist nicht neu, sondern für eigentlich alle Afrika-Stücke von Sanders ab »Upper & Lower Egypt« charakteristisch, wobei sich - und dies ist der entscheidende Unterschied vieler früherer Sachen zu Black Unity, das gleich mit dem dann im Einheitstempo über 37 Minuten durchgezogenen Ostinato der R-Gruppe losgeht (bei Summun, Bukmun, Umyun (1970) ist das allerdings auch so) -, das Ostinato zumeist allmählich aus einer zunächst langsamen Kollektivimprovisation herausschält. Diese eher amorph-langsamen Kollektivimprovisationen geben etwa »The Creator...« durch den sehr organisch entwickelten Wechsel mit den Ostinato-Passagen einen klar strukturierten Ablauf.


    Außerdem weisen die meisten Sanders-Stücke eine deutlich höhere Bandbreide an Stimmungen und Ausdrucksdimensionen auf. Sanders T-Sax-Spiel auf Black Unity ist fraglos richtig geil, aber eigentlich läßt er (was er kann wie kein zweiter) sein Sax durchgehend »schreien« - dabei kann er doch sein Horn auch so wundervoll lyrisch, sphärisch, versonnen, traurig, singend blasen.


    Also, wie gesagt: Nichts gegen Black Unity - für mich war das auch die Einstiegsdroge in Sanders Musik. Und wenn sie gefällt, sollte man sich als nächstes unbedingt mit diesen beiden Platten vertraut machen:



    Hab ich beide heute bereits gehört. Und aktuell läuft diese:



    Pharoah Sanders: Izipho Zam (1969)
    Pharoah Sanders (s+t-sax, percussion), Net Bettis (percussion), Chief Bey (african drums). Sonny Fortune (alto sax), Billy Hart (drums), Howard Johnson (tuba), Cecil McBee (bass), Majeed Shabazz (drums), Sonny Sharrock (guitar), Sirone (bass), Lonnie Liston Smith (piano), Leon Thomas (vocals, percussion), Tony Wylie (percussion)


    :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


    Adieu,
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.


  • Pharoah Sanders: Summun, Bukmun, Umyun (1970)


    Pharoah Sanders (soprano sax, cow horn, tritone whistle, cowbells, wood flute, thumb piano, percussion)
    Woody Shaw (trumpet, yodeling, percussion)
    Gary Bartz (alto sax, bells, cowbell, shakers, percussion)
    Lonnie Liston Smith (piano, cowbell, thumb piano, percussion)
    Cecil McBee (bass)
    Clifford Jarvis (drums)
    Nathaniel Bettis (bylophone, yodeling, African percussion)
    Anthony Wiles (conga drum, African percussion)


    :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


    Adieu,
    Algabal

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  • Das hätte ich nicht für möglich gehalten: Pharoah Sanders spielte "Thembi" in David Sanborns TV Show! Gefällt mir sehr gut. Aber wer ist der Altist - David Sanborn oder Nelson Rangell ?(


    "http://www.youtube.com/watch?v=ZgBVWx_1TKs"

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • Ja, das ist Sanborn und der ist ein verdammt guter Altsaxophonist, der nicht nur ekligen kommerziellen Smooth-Schleim verbrochen hat, sondern sich auch immer mal wieder Ausflüge in ganz andere Richtungen geleistet hat, so zu Pharoah Sanders nicht nur in seiner Show, in der er öfter mal auch avancierte Sachen ins Programm gemogelt hat, sondern auch Auftritte und/oder Einspielungen mit Gil Evans, Roscoe Mitchell, Julius Hemphill, Anthony Braxton, Tim Berne u.a. aus dem experimentellen Lager.


    :wink: Matthias

  • Ja, das ist Sanborn


    ... und sein Solo ist erstaunlich gut und ziemlich »hart« (der kann ja sogar richtig harsch überblasen!). Der Sanborn macht im Rahmen dieses recht soften Sanders-Stücks (das ich eigentlich nicht soooo sehr mag) eine ziemlich gute Figur, wie ich finde.


    Gestern abend habe ich seit (weil ich »Live at the East« nur auf Vinyl habe und meist zu faul bin LPs aufzulegen) ewigen Zeiten mal wieder den »Healing-Song« von Sanders/Bonner gehört - was für ein phantastisches Stück!! :faint: :juhu: :juhu: :juhu:


    Leider gibt's die CD aktuell nur zu Phantasiepreisen auf dem Zweithandmarkt:



    Adieu,
    Algabal

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  • Ja, das ist Sanborn und der ist ein verdammt guter Altsaxophonist, der nicht nur ekligen kommerziellen Smooth-Schleim verbrochen hat, sondern sich auch immer mal wieder Ausflüge in ganz andere Richtungen geleistet hat, so zu Pharoah Sanders nicht nur in seiner Show, in der er öfter mal auch avancierte Sachen ins Programm gemogelt hat, sondern auch Auftritte und/oder Einspielungen mit Gil Evans, Roscoe Mitchell, Julius Hemphill, Anthony Braxton, Tim Berne u.a. aus dem experimentellen Lager.

    Das kann man wohl sagen. Ich habe mal ein Konzert der von Maria Schneider geleiteten NDR Bigband mit David Sanborn gesehen, in welchem abendfüllend die Gil Evans-Arrangements für Miles Davis ("Sketches of Spain" etc.) aufgeführt wurden - nur dass statt des verstorbenen Trompeters Miles Davis halt der Altsaxophonist David Sanborn der allgegenwärtige Solist war (ein sinnvoller Gedanke, denn David Sanborn hat in jungen Jahren im Orchester von Gil Evans gesessen, besitzt also "Stallgeruch" im Hinblick auf die Musik von Gil Evans). Wer an diesem Abend in der Hamburger "Fabrik" dabei war, hat einen Riesenrespekt vor der Persönlichkeit David Sanborn mit nach Hause genommen. Ein fantastischer Musiker.


    Habe ich in diesem Thread etwas überlesen oder ist Pharoah Sanders' Zusammenarbeit mit dem Pianisten John Hicks und dem Schlagzeuger Idris Muhammed tatsächlich unerwähnt geblieben? In dieser Konstellation habe ich Sanders mehrfach live gesehen - und seine Alben mit diesen beiden Musikern (plus wechselnden Bassisten) mag ich auch am liebsten. Am allerliebsten diese beiden hier
     
    bei welchen wiederum jeweils ganz besonders die Sanders-Komposition "You've got to have freedom" hervorzuheben ist. Da spielt sich ein begnadeter Saxofonist die Seele aus dem Leib :juhu:


    Kennt jemand von Euch diese DVD?

    Pharoah Sanders erneut mit John Hicks und Idris Muhammed, hier mit Walter Booker (wie auch auf der oben abgebildeten "Live"-CD). Ich überlege mir gerade die Anschaffung.


  • Habe ich in diesem Thread etwas überlesen oder ist Pharoah Sanders' Zusammenarbeit mit dem Pianisten John Hicks und dem Schlagzeuger Idris Muhammed tatsächlich unerwähnt geblieben?


    Nein, Du hast nichts überlesen, im ersten Posting ist nur auf das grandiose Africa-Album verwiesen, ohne dass ich John Hicks namentlich erwähnt hätte. Diese Platte gehört allerdings zu meinen allerliebsten Jazz-Scheiben - natürlich aufgrund von Sanders exaltiertem (etwa in dem von Dir genannten You've got to have Freedom, in dem der Sax-Einsatz zu Beginn den Hörer schlicht wegpustet), aber auch sehr lyrischem Sax-Spiel (etwa in seiner Naima-Interpretation auf dieser Platte - ich finde jam, Sanders macht das hier besser als Meister Coltrane daselbst [und auch besser als er es selbst auf dem A Tribute to John Coltrane-Album mit Tyner, McBee und Haynes macht]) aber auch aufgrund von Hicks mächtiger Klavierpranke.


    Adieu,
    Algabal

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  • Zu Pharoah Sanders gerade mal eine kleine Anfängerfrage:


    Ich habe mir gerade bei I-tunes die "Jewels of thought" und die "Summun, Bukmun, Umyun" heruntergeladen. Laut den Angaben von I-tunes enthalten beide Platten genau zwei Songs. In beiden Fällen heißen sie "Hum-Allah-Hum-Allah-Hum-Allah" und "Sun in Aquarius". Die Zeiten sind allerdings unterschiedlich. Den ersten Song ("Hum-Allah-Hum-Allah-Hum-Allah") habe ich mir eben in beiden "Versionen" (?) aufmerksam angehört.


    Mal abgesehen davon, dass "Jewels of thought" instrumentatorisch etwas reduzierter ist, während die Version auf "Summun, Bukmun, Umyun" eine üppige Percussionarmada aufweist, erkenne ich bei der "Hum-Allah-Hum-Allah-Hum-Allah"-Version auf "Jewels of thought" drei Major-Septakkorde, die in einem Vier-Takt-Vamp taktweise im Abstand einer großen Sekunde parallel hin und her gerückt werden. Auf der "Summun, Bukmun, Umyun" besteht das entsprechend betitelte Stück, wenn ich richtig gehört habe, aus nur zwei Major-Septakkorden im Abstand der großen Sekunde, die zudem halbtaktig wechseln.


    Kurz: Abgesehen von der ganz allgemein vorherrschenden elementaren Harmonik sind die beiden Aufnahmen so unterschiedlich, dass ich mehr Unterschiedliches als Gemeinsames erkenne (was ich spannend finde).


    Ich frage deshalb einfach mal, ob der 1. Titel auf der "Summun, Bukmun, Umyun" mit "Hum-Allah-Hum-Allah-Hum-Allah" wirklich korrekt betitelt ist. Und dann auch noch der zweite ebenfalls gleichlautende Song... gibt es ein Geheimnis in der Konzeption dieser beiden Alben, das ich nicht kenne?


    Tharon.

  • Sehr korrekt gehört. Auch sonst unterscheiden sich die beiden Stücke ja ziemlich deutlich. Und sie heißen auch ganz anders:


    Die Aufnahmen zu Jewels of Thought (zu dem Album hab ich letzthin hier mal etwas notiert) sind vom 20. Oktober 1969. Das Album enthält zwei Stücke, nämlich "Hum-Allah..." (15'04) und "Sun in Aquarius" (27'51).


    Summun, Bukmun, Umyun wurde am 1. Juli 1970 aufgenommen. Das Album enthält ebenfalls zwei Stücke, die aber so überhaupt gar nicht mit denen auf "Jewels" identisch sind, und auch andere Titel tragen - nämlich: "Summun, Bukmun, Umyun" (21'16) und "Let us go to the House of the Lord" (17'46).


    Da stimmt wohl etwas nicht mit der Titelei bei den Downloadfiles.


    Adieu,
    Algabal

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