DELIBES: Lakmé - Exotik, Erotik und soziales Drama

Das Forum ist nun wieder online! Für Fragen und Probleme gibt es hier einen neuen Thread.
ACHTUNG: Neuregistrierungen sind jetzt wieder möglich!
  • Wie viele Musiknummern kennt ihr aus der Oper "Lakmé" von Léo Delibes? 22

    1. Was? Das soll eine Oper sein? (8) 36%
    2. Dieses eine Duett, was sie immer bei der Marmeladenwerbung im Fernsehen singen (3) 14%
    3. Das nämliche Duett und zusätzlich noch die Arie mit den komischen Koloraturen (3) 14%
    4. Alle (8) 36%

    DELIBES: Lakmé - Exotik, Erotik und soziales Drama

    Liebe Calisto, wenn ich wüsste, wie das mit den Umfragen geht, würde ich eine einstellen: wer ausser dir kennt aus Lakme mehr als das Duett "Dôme epais" und die arie "Où va la jeune hindoue"? Wer weiss dass es darinnen sehr moderne Musik gibt?


    Zu Diensten! :D

    "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
    Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.

  • Das ist schon ein Kreuz hier in diesem Forum: wenn man's toternst meint, wird man ins Ridiküle gezogen, wenn man einen Witz macht, gleich beim Wort genommen. ;(
    Und die Lakmé ist eine toternste Oper, da wird unglücklich über Klassen- Kultur und Religionsschranken hinaus geliebt und herzzerreissend gestorben! "Tu m'as donné le plus doux rève" ist zwar genauso so kurz wie die Sterbe-Arie der Liù, aber besser! :fee:


    Wer sind denn die vier Anderen die ausser mir alle Nummern kennen? Angenehme Überraschung! ?(

    Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)

  • Dov'è l'indiana?

    Na, ich wäre ggf. der Fünfte. Habe die Dessay-Aufnahme als Radiomitschnitt auf DAT, und ich habe sie einmal gehört. Kenne ich die Nummern jetzt alle? :D (Du siehst, ich weiß nicht mal den Original-Titel der Bimmelbammel-Arie). Will aber nicht gesagt haben, daß das kein tolles Stück sei!

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • Liebe Fairy,


    ich bin jedenfalls einer der vier, die die ganze Oper kennen. Allerdings auch nur auf CD, aber immerhin.
    Wie wärs mit einem Lakmé-Thread?


    Liebe Grüße,
    Areios

    "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
    Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.

  • Meine liebe Fairy! :fee: :fee: :fee:


    Ich muss gestehen ich kenne, bei "Lakmé" die ganze Oper, sowohl in Deutsch als auch in Französisch, wobei ich bemerken muss, dass sie in Französisch besser klingt.


    Nur eines kenne ich nicht, die Marmeladewerbung, denn bei Werbung höre ich nie genau hin, habe ich was versäumt????


    Liebe Grüße sendet Dir, mit den obligaten Handküssen capriccio-kulturforum.de/index.php?attachment/212/capriccio-kulturforum.de/index.php?attachment/212/, Dein Peter aus Wien. :wink: :wink:


    Weil sonst hätte ich sie nicht so eindringlich beschrieben, Merci vielmals, wenn es gelesen wurde. :hide: :hide:

  • Je suis vraiment enchantée über diese Lakmé-Invasion!!!!!! :klatsch:
    Die Werbung kenne ich auch nicht, aber die "Bimmelbammel-Arie" ist ein Sozialdrama und man sollte sich als politisch korekter Capriccioso oder Marmeladenhersteller ruhig mal ein bisschen respektvoller gegenüber dem tragischen Schicksal armer Paria-Mädchen verhalten!!!!! :boese:
    Einen Lakmé-Thread gibt's schon erschöpfend beim Streiferl, das reicht. :fee:

    Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)


  • Wer sind denn die vier Anderen die ausser mir alle Nummern kennen? Angenehme Überraschung! ?(

    Ich bekenne mich ebenfalls dazu, mich unter denen eingereiht zu haben, die das gesamte Werk zu kennen behaupteten, obwohl ich damit nicht die Vertrautheit reklamieren will, die ich bei anderen Werken habe. Immerhin habe und kenne ich die Aufnahmen mit Nathalie und Mady sowie einen sehr schönen Querschnitt von Georges Pretre mit Gianna d'Angelo, Jane Berbié, Nicolai Gedda und Ernest Blanc. Leider gibt's da nur noch diesen Link: http://www.amazon.de/Lakme-Hig…TF8&qid=1288591925&sr=1-1


    Außerdem habe ich noch drei Aufnahmen von Delibes' OMELETTE Á LA FOLLEMBUCHE und genau ein Drittel meiner 15 Meisteropern aus Frankreich rekrutiert.


    Qualifiziert mich das hinreichend für die Mitgliedschaft bei den Frankophilen hier?


    :whistling: Rideamus

  • Meine Lakmé ist diese



    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Meine Lieben!


    Meine Lakmé ist diese hier, sie ist aus dem Jahr 1952 und ich habe sie als LP Gesamtaufnahme, wird Zeit, dass ich mir eine neue zulege,


    aber diese ist schon besonders gut, obwohl die Sänger heute kaum mehr bekannt sind, ich war ganz erstaunt, dass es diese bei unseren Partnern gibt.



    Liebe Grüße und Handküsse an meine liebe Fairy sendet Euch Peter aus dem warmen November Wien. :wink: :wink:

  • Einen Lakmé-Thread gibt's schon erschöpfend beim Streiferl, das reicht. :fee:

    Nun, wenn das reicht (wirklich?), dann sollte man wenigstens das Cover der besten Aufnahme ergänzen und darauf hinweisen, dass da nicht nur Nathalie Dessay, sondern auch Patricia Petibon und José van Dam mitwirken.



    Die "Mady", auf die ich hinwies, war übrigens Mady Mesplé, nicht die zu Recht von Peter aufgeführte Mady Robin, die ich mir auch noch zulegen muss.


    Bei der Gelegenheit möchte ich auch auf diese günstige und sehr gute Scheibe des RPO unter Carl Davis hinweisen, die einen guten Eindruck von Delibes' Schaffen gibt und natürlich die beiden einschlägigen Nummern der Lakmé beinhaltet, gesungen von Lillian Watson und Christine Cairns:



    Wer sie noch auf einem der zahlreichen Ramschtischen findet, wo sie mal (in anderer Verpackung) zuhauf zu finden war, sollte zugreifen.


    :wink: Rideamus

  • Lieber Rideamus, wenn ihr einer für die Franzosen qualifiziert ist, dann bist ja wohl du das!!!!! Ich kenne nicht mal die Hälfte von dem, was du in deinen Regalen hast.... :hide:
    Was den Lakmé-Thread angeht, kann Areios hier ja die betreffenden Postings abtrennen, die Parodie vom Streiferl reicht natürlich nicht so ganz aus, dieser Oper gerecht zu werden: wie gesagt, das ist toternstes und sehr trauriges Sozial/Rassen/KlassenDrama.


    Meine liebste Lakmé ist Natalie Dessay mit Gregory Kunde, José van Dam und der Luxus-Ellen Patricia Petibon (die hat leider kaum was zu tun in der Rolle). :juhu: :juhu: :juhu:
    Mady Mesplé und Mado Robin sind nciht zu verwechseln. Mado Robin starb leider viel zu früh und war eine Koloraturdiva erster Güte. Leider hat ihre Stimme für meinen Geschmack viel weniger Charakterischtisches und viel weniger Ausdruckskraft als Natalie Dessay. Eine Art frz. Erna Sack- ihre Höhenexpansion war jedenfalls ähnlich aussergewöhnlich. In ihrer Lakmé Aufnahme gefallen mir vor allen Dingen die Partner nciht udn sie selbst lässt es für mich an der Verletztlichkeit und Klang-Schönheit fehlen.
    Mady Mesplé hat sich auch in Operettenrollen sehr hervorgetan. Ich finde sie ebenfalls sehr gut, aber an Dessays besonderes Timbre reicht auch sie nciht heran. Die Tenorrolle des Gerald ist ebenfalls serh schwierig zu besetzen. Gedda ist sicher ziemlich ideal, den habe ich aber leider noch nicht gehört.
    Mit Bimmelbammelgrüssen
    :fee:

    Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)

  • an Dessays besonderes Timbre reicht auch sie nciht heran.

    Das stimmt. An das Timbre reicht Mady Mesplé wirklich nicht heran. :pfeif: In meiner Lieblingsaufnahme wird Gérard ganz vorzüglich von Charles Burles gesungen. Auch Roger Soyer ist als Nilakantha ausgezeichnet. Schade, daß er von der Schallplattenindustrie so vernachlässigt wurde. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, daß man beide Aufnahmen haben muß. Der Inhalt der Oper hingegen läßt mich völlig kalt. Nun ja, englischer Kolonialoffizier , der das indische Ambiente schätzt, verliebt sich in ein exotisches Naturkind. :o: Die Musik allerdings mag ich sehr gerne.
    Ebenfalls freundliche Bimmelbammelgrüße von calisto

  • In meiner Lieblingsaufnahme wird Gérard ganz vorzüglich von Charles Burles gesungen.


    Der übrigens in der Dessay/Plasson-Aufnahme auch noch mitwirkt, nämlich als Hadji, der treue Diener Lakmés. Von den Gesamtaufnahmen habe ich nur Dessay; die beiden unvermeidlichen Stücke aus dieser Oper habe ich allerdings noch in einigen weiteren Einspielungen, und da halte ich besonders die ausgezeichnete Interpretation von Patricia Petibon für erwähnenswert (auf ihrer CD "French Touch"). Eine mich wirklich völlig zufriedenstellende Darbietung des "Blumen-Duetts" habe ich allerdings noch nicht gehört, da krankt es meiner Meinung nach immer daran, dass die Sängerin der Lakmé die Sängerin der Mallika in Grund und Boden singt, obwohl Mallika in musikalischer Hinsicht die Hauptstimme hat und entsprechend gut herauszuhören sein sollte.


    Den Inhalt der Oper finde ich sehr modern und er lässt mich auch alles andere als kalt: Englischer Pädophiler verführt in Indien ein Eingeborenenmädchen und treibt es gemeinsam mit einem brutalen und dominanten Vater, der seine Tochter als sein Eigentum ansieht, in den Selbstmord. :whistling:


    Liebe Grüße,
    Areios

    "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
    Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.

  • Jammerschade, dass Georges Pretre damals nur einen Querschnitt machen konnte oder durfte, denn Gianna d'Angelo und Nicolai Gedda sind wirklich Spitze.


    Nun ist es aber wirklich höchste Zeit, diese Diskussion aus dem blauen Salon heraus und in einen eigenen Thread zu holen, finde ich.


    :wink: Rideamus

  • Lieber Areios, ich gebe Dir recht, die Geschichte ist natürlich tragisch. Ich habe ja kein Herz aus Stein. Mich berührt es nicht so, weil die Musik durchgehend anmutig ist und ich kaum eine Verbindung zur Handlung herstellen kann. Um zu illustrieren was ich meine, möchte ich Madama Butterfly erwähnen. Entfernt eine ähnliche Handlung: Besatzungsoffizier macht sich skrupellos an exotisches junges Mädchen ran. Mädchen stirbt. Diese Oper berührt mich mehr, weil mir die Musik sagt, welches Drama sich abspielt. (Die Urfassung würde ich gerne einmal hören). Jetzt komme ich vom Thema ab und will nur noch schnell wiederholen, daß ich die Lakmé-Musik wirklich sehr gerne höre, eben weil sie so delikat und anmutig ist. Abgesehen von den Rezitativen, die hängen etwas durch. ^^
    Bimmbamm, calisto

  • Zitat

    Zitat von »FairyQueen«



    Einen Lakmé-Thread gibt's schon erschöpfend beim Streiferl, das reicht. :fee:


    Zitat von Rideamus:


    Nun, wenn das reicht (wirklich?), dann sollte man wenigstens das Cover der besten Aufnahme ergänzen und darauf hinweisen, dass da nicht nur Nathalie Dessay, sondern auch Patricia Petibon und José van Dam mitwirken.


    Meine liebe Fairy und lieber Rideamus!


    Natürlich reichen meine Opernbeschreibungen wirklich nicht, denn sie sind zu wenig seriös, ich nehme es hier heiter und jeder seriöse Opernführer nimmt es ernst, wobei ich aber auch die Opern liebe, die ich da "verzeichne".


    Also bitte nicht böse sein, wenn manches von mir auf die Schaufel genommen wird, das betrifft halt auch die Lakmé.


    Liebe Grüße und Handküsse an die liebe Fairy sendet Euch Peter. :wink: :wink: :wink:

  • Eine mich wirklich völlig zufriedenstellende Darbietung des "Blumen-Duetts" habe ich allerdings noch nicht gehört, da krankt es meiner Meinung nach immer daran, dass die Sängerin der Lakmé die Sängerin der Mallika in Grund und Boden singt, obwohl Mallika in musikalischer Hinsicht die Hauptstimme hat und entsprechend gut herauszuhören sein sollte.


    Bei Youtube habe ich jetzt allerdings in die Aufnahme mit Mado Robin hineingehört, und dort ist dieses Duett prinzipiell so gelöst, wie ich es gern hätte. Nur harmonieren die beiden Stimmen leider nicht besonders gut miteinander und Mado Robin klingt in den Höhen bisweilen etwas scharf, was aber auch an der Aufnahmetechnik 1955 liegen könnte. Grundsätzlich scheint mir diese Aufnahme aber sehr spannend zu sein, und sie bietet noch den alten französischen Gesangsstil. Die Arie "Où va la jeune hindoue" gerät mir so etwa zum besonderen Genuss, herrlich finde ich hier auch die zahlreichen Rubati, mit denen Mado Robin die dramatische Erzählung unterstützt, und die schnellen, fast durchgedrehten Tempi. Was die Authentizität der Szene betrifft (indisches Mädchen wird von bösem Vater zum Betteln und Singen gezwungen), ist diese Interpretation wohl unerreicht, auch wenn andere Aufnahmen klangschöner sind. Inwieweit die Musik das Drama unterstützt, liebe Calisto, scheint meines Eindrucks nach durchaus auch von der Interpretation abhängig zu sein, die harmlos-glatt oder aufwühlend sein kann wie bei Mado Robin.



    Und jetzt habe ich noch ein Kuriosum gefunden, das ich euch nicht vorenthalten will: nicht nur wurde der Gérard der Mesplé-Aufnahme, Charles Burles, in der Dessay-Aufnahme als Hadji wiederverwendet, nein, auch die Ellen der Mesplé-Aufnahme, Bernadette Antoine, durfte wieder zum Zug kommen, nämlich als Mistress Bentson. Dazu kommt noch, dass auch schon Agnès Disney, die Mallika der Robin-Aufnahme, in der Mesplé-Aufnahme die Mistress Bentson sang - bei der Lakmé scheinen die Produzenten also auf Kontinuität zu setzen... :D
    (Und kurios finde ich übrigens auch, dass Ellen in der Robin-Aufnahme von der Mezzosopranistin Claudine Collart und in der Mesplé-Aufnahme von der Mezzosopranistin Bernadette Antoine gesungen wird, bei der Dessay-Aufnahme dann aber plötzlich mit der lyrischen Koloratursopranistin Patricia Petibon besetzt wird. Und in der Mesplé-Aufnahme ist sogar Rose, die sonst überall mit einer Sopranistin besetzt wird, ein Mezzo, nämlich Monique Linval. Aber vielleicht sind diese Rollen tatsächlich so klein, dass die Stimmlage der Sängerin mehr oder weniger egal ist.)


    Liebe Grüße,
    Areios

    "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
    Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.

  • Guten Tag,


    ich habe "Lakmé" durch die Aufnahme Dessay/Plasson kennengelernt. Ich fand die Musik makellos blumig schön, und das ist wahrscheinlich auch DAS Problem dieser Oper – die Diskrepanz zwischen Musik und Story. Delibes und sein orientalisme haben eindringliche Melodien geschaffen, die jedoch sehr von dem ablenken, was gerade erzählt wurde. Sicherlich kann man von Delibes nicht von der veristischen Leidenschaft und Expressivität verlangen, aber schade ist nun mal… Trotzdem höre ich diese herrliche Musik immer wieder mal gerne.


    Und zu Marmeladenwerbung… ich kenne keine Marmeladenwerbung mit Blumenduett aus Lakmé, aber vor kurzem musste ich im Kino schmunzeln wegen Ratlosigkeit im Zusammenhang mit Blumenduett. In "Piranha 3D" (übrigens von einem französischen Regie names Alexandre Aja), sicherlich kein Meisterfilm unserer Zeit, tauchte aus heiterem Himmel Blumenduett auf, als Soundtrack zu Softcore-Unterwasser-Lesbennummer. Nun ja, keine Musik hat verdient, so missbraucht zu werden, aber Blumenduett und vier Silikon-M*pse waren aber absolut jenseits der Geschmacklosigkeit :wut2: Benutzt wurde übrigens diese Aufnahme in den Film:



    Schöne Grüße,
    Penthesilea

    Auch Rom wurde nicht an einem Tag niedergebrannt - Douglas Adams

  • Das nun wundert michnicht weiter....... in Frankreich ist dieses Duett halt so beliebt wie Pamina und Papageno in Deutschland und wenn schon zwei Frauen singen, dachte sich offenbarder Regisseur in seiner Einfalt..... ;(
    Ich finde die Musik zwar auch wunderschôn, aber nicht nur makellos sprich harmlos. Es gibt zwar keine Dramatik aber es gibt umso mehr Melancholie und gebrochene Traurigkeit. Das Schicksal wird auf asiatische Weise und nciht mit italienischem Puccini-Pathos beklagt. Man lehnt sich nciht wild und wütend auf in der Lakmé, man trâgt und erträgt und leidet still. Das ist eine andere Art von Eindringlichkeit.
    Puccinis Cho-Cho-San fidne ich dagegen regelrecht brutal und viel zu dick aufgetragen. Eine 15jährige Chinesin ist doch keine Norma oder Carmen!


    F.Q.

    Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!